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tief in unserm körper
unsrem geist
und unsrer seele
sind sie gespeichert
erinnerungen …
manche sanft
wie der wind
in jenen zeiten
wo wir leichtfüssig
über die wiesen liefen
mit aufgeschürften knien
und roten backen
ausgelassen
voller kraft und energie
und diesem
ansteckenden lachen
momente die
dann und wann
aufleuchten
in uns
und an die
wir gerne anknüpfen
erinnerungen …
manche schwer
wie ein fels
momente wo wir
berge erklimmen mussten
und täler durchforsten
hindernisse überwinden
oder mit
siebenmeilenstiefeln
durch den schlamm
wateten
momente
wo wir
meinten
einzusinken
vollends
in die erde
und nicht mehr
wieder aufzustehn
momente
die uns mitunter
weitergebracht
haben
erinnerungen …
manche verwirrend
und wirr
momente
wo es sich anfühlte
als würden wir
mit zwei verschiednen
schuhen durch
die welt streifen
jene augenblicke
wo wir vor wegweisern
und kreuzungen standen
von einem bein
aufs andre hüpfend
nicht wissend
welcher weg
mit welchem schuh
nun einzuschlagen ist
momente
an die wir
uns mehr
oder weniger
gern erinnern
möchten
erinnerungen…
manche
bedrohlich
und dunkel
momente der not
verzweiflung
und ohnmacht
augenblicke
die das unbewusste
versuchte zu schlucken
momente
die durch mark
und bein gingen
und uns heimsuchten
in schlaflosen nächten
momente die wir
gerne vergessen würden
erinnerungen …
manche
lichtvoll
wie glitzernde sterne
am himmelszelt
jene momente
an die wir uns
so gern erinnern
in denen wir meinten
zu schweben
momente wo die welt
auf dem kopf
zu stehen schien
und schmetterlinge
in unsrer mitte tanzten
momente der liebe
und der eine moment
in dem wir
unsere einzig wahre
liebe finden durften
momente
die wir immer
in uns tragen wollen
erinnerungen …
manche
so still und so leise
so wahr und so weise
momente
wo wir uns selber fanden
zu uns selber standen
heilige momente
wo wir erkenntnis
erlangten
momente
die wir behüten
wie die mutter
das neugeborene kind
erinnerungen ...
... sind wie spuren
auf unserem lebensweg
sanfte abdrücke
tiefe eindrücke
hinterlassend
tief in unserm körper
unsrem geist
und unsrer seele
sanfte worte zu einem besinnlichen bild.
die skulptur scheint gerade in erinnerungen zu schwelgen...so blickt sie in sich hinein undläßt passieren, was sie wohl einst berührt hatte...
zum glück verabschieden sich auch viele erinnerungen, denn alle möchte ich nicht in mir tragen.
eine einfühlsame und zärtliche arbeit.
gruß helga
klasse die perspektive und freistellung.
eine wundervolle anmutige skulptur...
der blick ist nachdenklich,
sie ist in erinnerungen versunken...
dein text geht unter die haut.
lg
nelly
Wow, was für ein langes Gedicht.... stark. Ja, Erinnerungen, da hat sich was im Leben eines jeden angesammelt, schöne wie auch weniger schöne Dinge, die man gerne vergessen würde, vieles aber auch nicht, denn an schönes erinnern wir uns gerne und aus den anderen Erinnerungen ziehen wir unsere Erfahrungen.
Die Skulptur hebt sich gut vom dunklen Hintergrund ab. Sie scheint sich wirklich in Erinnerungen zu befinden, wobei diese wohl nicht die besten zu sein scheinen....
Die Erinnerungen hier eher traurig? In Deinem Gedicht stecken alle, die leichten wie die schweren; die hat jeder Mensch, aber bei mir überwiegt schwer, lg Heide
was uns an andere menschenwesen heftet, sind die tausend wurzeln und unzähligen fäden, die die erinnerungen vom abend vorher und die hoffnungen auf den folgenden morgen knüpfen, ist das lückenlose gewebe von gewohnheiten, aus dem wir uns nicht zu befreien vermögen.
(Marcel Proust)
dein text passt sehr gut zum foto !
das mit den erinnerungen ist genau so, wie du es in deinem liebevollen gedicht schreibst... ich liebe deine worte und auch dein bild... so scheint sie vor dem auge des entschlafenen stehen und sich zu erinnern an... siehe unten! ;-)
liebe grüße und ein schönes wochenende! marion
Ich musste dieses Bild lange ansehen, weil mir das Gesicht eigentlich nicht so gefällt, die Augen sinds, die mir zu tot sind, die Hände aber und diese Haltung der Figur haben mich sehr angezogen. Ich habs mir ein paar mal ohne Kopf angesehen und dann deinen Text dazu gelesen und das zusammen hat mich sehr berührt.
Es ist der Rhythmus des Gedichts der anders ist als sonst. Tiefsinnig und hintergründig aber auch voll innerer Freude und Hoffnung, keine Spur von Trauer obwohl wehmütig und so anrührend. Heilige Momente rufst du wach - in jeder einzelnen, lebendigen Erinnerung. Bewahrst sie auf wie einen goldenen Schatz, der von sich aus, von innen heraus strahlt und die Zeit überdauert.
Und dieses Leuchten, fand ich auch beim Betrachten der Skulptur - die Hände, die das Licht in ihrer Mitte bündeln.
Ganz liebe Grüße
Schneevogel