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. . . begraben auf santorin [1] . . . mit spielenden delphinen . . . von Sabine Kuhn

. . . begraben auf santorin [1] . . . mit spielenden delphinen . . .


Von 

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24.02.2011 um 14:55 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Delphine

Jene Wirklichen, die ihrem Gleichen
überall zu wachsen und zu wohnen
gaben, fühlten an verwandten Zeichen
Gleiche in den aufgelösten Reichen,
die der Gott, mit triefenden Tritonen,
überströmt bisweilen übersteigt;
denn da hatte sich das Tier gezeigt:
anders als die stumme, stumpfgemute
Zucht der Fische, Blut von ihrem Blute
und von fern dem Menschlichen geneigt.

Eine Schar kam, die sich überschlug,
froh, als fühlte sie die Fluten glänzend:
Warme, Zugetane, deren Zug
wie mit Zuversicht die Fahrt bekränzend,
leichtgebunden um den runden Bug
wie um einer Vase Rumpf und Rundung,
selig, sorglos, sicher vor Verwundung,
aufgerichtet, hingerissen, rauschend
und im Tauchen mit den Wellen tauschend
die Trireme heiter weitertrug.

Und der Schiffer nahm den neugewährten
Freund in seine einsame Gefahr
und ersann für ihn, für den Gefährten,
dankbar eine Welt und hielt für wahr,
dass er Töne liebte, Götter, Gärten
und das tiefe, stille Sternenjahr.

RAINER MARIA RILKE [* 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926 in Valmont
bei Montreux, Schweiz] war einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache.
Sein Gedicht „Delphine“ stammt aus „Der neuen Gedichte Anderer Teil“ von 1908.


Dieses Photo ist Auftakt zu einer kleinen Serien über Friedhöfe auf Santorin und Kreta/
Griechenland und deren Grabstättengestaltung, die sich in dem, was wir hier in
Deutschland kennen, doch – wie ich finde – sehr unterscheidet. Daher nehme ich dies
zum Anlass, Euch Einiges von dem, was ich dort gesehen und fotografiert habe,
hier zu zeigen und, soweit mir dies möglich ist, sachgemäß zu kommentieren.


Diese Aufnahme zeigt die sehr inseltypische Gestaltung einer griechischen Grabstätte
auf der Insel Santorin.
Angesichts der klimatischen Verhältnisse, werden die Gräber fast ausschließlich
mit künstlichen Blumen geschmückt.

Die spielenden Delphine stehen symbolisch für Apollon (lateinisch: Apollo,
deutsch: Apoll) der in der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichtes,
der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung
und der Künste war. Zudem war er der Gott der Bogenschützen (wikipedia).

Er wurde von den Minoern als Herr der Delphine verehrt („Apollon Delphinios“).

Der Ursprung des Apollon-Kults wird in Kleinasien vermutet. Möglicherweise bedeutete
der Name Apollon auf Griechisch „Verkünder“, „Zerstörer“ bzw. „Vernichter“ oder
aber „Unheilabwehrer“. Er brachte Tod und Vernichtung wie der babylonische
Gott Nergal, der Herrscher über die Unterwelt Kurnugia.

Als Phoibos Apollon („der Leuchtende“, latinisiert: Phoebus) wurde Apollon auch
mit dem Sonnengott Helios gleichgesetzt. Das Heiligtum in Delphi, die
bedeutendste Orakelstätte der Antike, war geweiht.


Des Weiteren steht Apollon als Sinnbild des Weiblichen, was möglicherweise auf
der Ähnlichkeit des griech. Wortes delphis (Delphin) mit delphys (Schoß) beruht.





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Anmerkungen:

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Schoengeist, 24.02.2011 um 15:50 Uhr

Man mag nicht glauben, wenn man hiesige Friedhöfe betrachtet, dass dieses Bild von einem stammen soll. Das sind schon deutliche Unterschiede, es wirkt hell, freundlicher, ja fast fröhlich. Während hier die Engel weinen sieht man dort putzige Delfinfiguren auf den Gräbern, die, hinter die Kulissen geschaut, schon eine tiefere Bedeutung inne haben. Dein Begleittext ist wieder mal sehr interessant.

LG
Jens



Helga J., 24.02.2011 um 19:08 Uhr

ja, diese grabgestaltung ist für mein auge recht aussergewöhnlich.
sie trägt eine gewisse leichtigkeit mit sich, was bestimmt auch den bällen bei den delfinen zuzuschreiben ist.
sehr spannend finde ich auch deine erläuterungen.
das andere foto gefällt mir auch sehr.
besonders die hellen kreuze im kontrast zu dem herrlichen blau des himmels.
das ist wunderbar.
ganz herzliche grüße sendet dir helga



Maren Arndt, 25.02.2011 um 8:33 Uhr

Eine Grabgestaltung, die eher fröhlich wirkt. Passend zum meistens doch herrlichen Wetter dort.
Der Eindruck der dunklen, bedrückenden Friedhofstimmung, die wir hier zumindest an grauen Tagen erleben, der fehlt dort gänzlich. In Genua und später in New Orleans habe ich vor Jahren Friedhöfe besucht und war ebenso beeindruckt von der liebevollen und doch so anderen Grabgestaltung als es bei uns üblich ist.
Ich liebäugele übrigens mit dem Friedwald.

Guten Morgen sagt
MAren



ele w., 25.02.2011 um 12:09 Uhr

wie schön muss diese insel sein, wehmütig schaue ich seit langem fotos davon... die geschichte mit den delfinen ist wunderschön, wenn auch melancholie dabei mitschwingt...oder gerade deshalb :-)
lg ele



F A R N S W O R T H, 25.02.2011 um 14:57 Uhr

hier spielt das leben weiter in seiner heitersten form. wir, die länger überleben, können vom leben danach berichten und ein wenig entspannter in die endphase blicken.


weisse feder, 28.02.2011 um 22:21 Uhr

mir gefällt diese verspieltheit und leichtigkeit auf diesem friedhof... delfine sind wunderbar und wertvoll, und leider auch viele gestorben diess jahr wegen der ölpest letztes jahr... wunderbaer tiere... ein fröhliches foto...lg. white feather


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