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Er hat keinen Namen, nur die Nummer, die an seiner Zellentür steht: der Gefangene Nummer 432, eingesperrt mit nichts als sich selbst, "ohne die Möglichkeit einer Tat".
Die einzige Abwechslung ist der tägliche Rundgang auf dem Hof. Doch "leer von Liebe" ist das einzige Gefühl, zu dem der Gefangene noch fähig ist, der Haß auf seinen Vordermann, von dem er Tag für Tag nichts sieht als seinen Rücken, bis er eines Tages eine Blume auf dem Gefängnishof erspäht, eine armselige Hundeblume, die doch zu seiner ganzen Sehnsucht wird. Kaum gönnt er sich einen Blick sie, aus lauter Angst, die anderen, vor allem die hundegleichen Wärter mit ihrem Gebell könnten sie ihm streitig machen. Doch der bloße Anblick genügt ihm schon bald nicht mehr. Tag für Tag lenkt er den Kreis der ihm im Herdentrieb folgenden Häftlinge näher und näher an die Blume, bis er sie schließlich unbemerkt pflücken kann.
Zurück in der Zelle, läßt ihn das Glück seiner Blume alles vergessen und abstreifen, was ihn so belastete: "die Gefangenschaft, das Alleinsein, den Hunger nach Liebe, die Hilflosigkeit seiner zweiundzwanzig Jahre", und er fühlt nur noch eins: so werden wie diese Blume. In der gleichen Nacht, die Blume noch in der Hand, stirbt er, spürt wie man Erde auf ihn häuft, wie er wird wie sie, und wie dann aus ihm Blumen wachsen...