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Ah so wird also in New York Weihnachten gefeiert. Sehr weihnachtlich.... ich glaube ich muss die Deko zu Hause umstellen. Ist das der Griff nach den Sternen (siehe Spiegelung) .... die Zukunft.
Also ich werde jetzt mal schauen ob es auch schon schwarze Tannen gibt.... man muss ja im Trend bleiben.
Lieber Thomas, die gespiegelten Sterne sind die weihnachtliche Standarddekoration des Einkaufszentrums Goethe-Galerie als solcher. Was aber unterhalb dieser Sterne so angeboten wird, ist vielleicht weniger weihnachtlich. Nun, die weihnachlichen Traditionen und Bräuche scheinen sich zu ändern ;-). Eckhard
Was Bräuche hierzulande betrifft, ch kenne noch Leute, lieber Eckhard, die sind noch total altmodisch: die backen ihre Stollen selber, Plätzchen, Neunerlei, klauen noch ihren Weihnachtsbaum im Wald und singen auch noch Lieder selber, das ist wirklich die Höhe. Die stellen auch keine asiatischen Blinklichter in die Fenster sondern fackeln lieber mal mit echten Kerzen ihren Baum ab ;-))
Das einzige deutsche Wort bei dieser Deko, das ich erkenne ist: "Kleid".
@ Werner (2): Lieber Werner, über dein Bild hatten wir bereits diskutiert. Beachte bitte auch, dass mein Bild unter "Emotionen" eingestellt ist, nicht unter "Weihnachten". Eckhard
@ Gert: Lieber Gert, danke! "Überall auf der Welt wird Weihnachten verschieden gefeiert", wie es so schön heißt. Stollen brauche ich nicht selbst zu backen, die schenkt die Tante. Echte Kerzen sind nichts für Eigenheimbesitzer, obwohl die künstlichen zugegebenermaßen fürchterlich aussehen. Und was die Sprache betrifft: Sie ist mit dem Deutsch des Nordens so stark verwandt, dass sie Plattdeutschsprechern gar nicht auffällt ;-). Eckhard
Hallo, und wer denkt an uns Frauen? Bisher sah ich noch keine vorweihnachtliche maskuline Werbung, die den in diesen Tagen gestressten Hausfrauen ein engelsgleiches Lächeln ins Gesicht zaubern könnte! Auch nicht unter dem Titel Emotionen! Ich sehe hier nur das Fotosynonym zum schönen alten Weihnachtslied: Süßer die Glocken nie klingen.. Wo ist da die ausgleichende Gerechtigkeit? Wo bleibt der sich räkelnde Weihnachtsmann?
Lieben Gruß von Liesel
Liebe Liesel, ich bin völlig deiner Meinung. Aber leider habe ich ein männliches Foto mit Weihnachtsglocken bislang nicht entdeckt, sonst hätte ich dieses alternative Foto natürlich gezeigt. Man sieht, dass noch viel zu tun ist. Merkwürdigerweise stehen die schönsten Männer dieser Art in den römischen Museen herum. Allerdings haben diese antiken Kollegen noch nichts mit Weihnachten zu tun. Eckhard
Ich befürchte, dass hier die Trendforschung jahrelang geschlafen hat und sehr entscheidende Faktoren nicht erkannt wurden, die sich auf das Konsumverhalten gestresster Hausfrauen auswirken. Dieser immense wirtschaftliche Verlust wäre durchaus vermeidbar gewesen; so bleibt er nun wieder am Steuerzahler hängen! Lieben Gruß von Liesel
Der Trend zu schwarzem Lack und Lochstrümpfen ist unverkennbar ... na dann bin ich gespannt, wo ich so gekleidete Damen antreffen werde! Zum Glück hab ich jetzt noch alle Anmerkungen gelesen ... äh, ich hab keine Emotionen angesichts der ausgestellten Mode, nur fürs kontrastreiche Foto :-))))
LG Inge
Liebe Liesel, ich denke auch, dass sich hier eine gravierende Laküne der Forschung auftut, kann es aber nicht wirklich beurteilen, da ich erstens in diesem Fachgebiet nicht tätig bin und zweitens eine zweite entscheidende Voraussetzung für eine umfassende psychologische Beurteilung dieses Werbebefundes nicht erfülle ;-). Aber natürlich versucht man sich in die betreffende Personengruppe hineinzuversetzen. Auf jeden Fall werde ich einmal eine schöne Skulptur aus Rom verlinken, so dass jedenfalls von meiner Seite aus der ausgleichenden Gerechtigkeit Genüge getan wird. Eckhard
@ Inge: Liebe Inge, wie Du siehst, habe ich mich hier eines Kameratyps bedient, der im Unterschied zu der sonst angewandten Spiegelreflex zwar den Vorteil der Kompaktheit hat, aber leider sehr viel selbst tut, das aber im Rahmen seines üblichen Anwendungsspektrums ganz hervorragend. Bei dieser Aufnahme liegt inhaltlich Bearbeitung nur durch Bildschnitt vor, und die Kamera wurde auf eine leichte Unterbelichtung voreingestellt. Früher hätte ich mich bemüht, die hellsten Lichter noch unter die Helligkeit 256 zu bekommen, aber das erscheint mir jetzt unangebracht; der Betrachter sieht die Szene genau so wie abgebildet. Eckhard
Hab ganz vergessen, meine Emotionen zur angenehmen Musik zu erwähnen - es wird leicht, ich beginne zu schweben, zu träumen. Konsumreizbilder verflüchtigen sich .... alles ist wieder in Ordnung!
Sorry, wenn ich mich zu Kameraeinstellungen nicht äussere, für mich ist immer das Ergebnis, die Sichtweise des Fotografen an erster Stelle. Ich habe viel zu wenig Ahnung von der Technik.
LG Inge
@ Inge: Liebe Inge, die Musik gehört zur Gattung Blues; merkwürdigerweise schafft es der Musiker, die Wirkung ganz anders zu gestalten als sonst. Technik: Nun ja, es schadet ja nicht, wenn man sich mit ihr auskennt ;-). Eckhard
Danke, lieber Eckhard, dass Du Dich bemühst, die Versäumnisse der Marktforschung zu kompensieren! Die Identifizierung mit der betreffenden Personengruppe ist Dir jedoch nicht in vollem Umfang gelungen! Ich mag es teilverhüllt, so wie die Bacchanten und Bachantinnen von Bacchus Alexandrus sich zeigen! Es scheint mir auch für ihn etwas zu kühl; bitte laß ihn sich bekleiden! Es gibt sonst Eiswein!
(Danke, lieber Eckhard für diesen Spaß am Rande ernsthafter Diskussion)
Lieben Gruß von Liesel
schon sehr speziell ist diese weihnachtliche Deko-Impression. Die Werbung hat es natürlich nicht einfach, denn Apfel, Nuss und Mandelkern sind ebenso unergiebig für den Verkauf wie kletternde Nikoläuse oder Krippenfiguren unterm sternbeglänzten Stalldach. Schnee von gestern eben.
Jedem sein Wunschbild gewähren, schwierig. Also her mit Glitz und Glamour, Strapsen und Engel der anderen Sorte :-) Irgendwie wird's schon funktionieren mit den Umsätzen ....
Da geh ich doch gerne in den Wald, auch wenn es Bindfäden regnet . Da findet sich auch manches das paßt :-)
LG Trude
Danke, lieber Eckhard für Deinen nächtlichen Einwand! Im Gegensatz zu dem hier emotionslosen Gott bin ich es nicht und zum anderen ergaben meine Recherchen über Bacchus in der römischen Mythologie keinen Hinweis auf eine Grippeschutzimpfung! Aus diesem Grunde würde ich Dir vorschlagen, hier mit einem Vergleich zu beenden! Ganz freundlichen Gruß von Liesel
@ Trude: Liebe Trude, in der Goethe-Galerie gibt es beides. Der weihnachtliche Budenmarkt unter einem Glasdach hat aber auch etwas Künstliches, doch jedenfalls wird man dort nicht nass und holt sich keinen Schnupfen. Wer versorgt denn deinen Zauberwald mit diesen Schätzen? Eckhard
Der Titel "ungläubig" passte natürlich gut, weil der Schauplatz der Kölner Dom war, aber er war mir vor allem auch aufgrund des "ungläubigen" Schauens bzw. "ungläubigen" Staunens der beiden Männer eingefallen.
Lieber Eckhard, dein Bild zeigt eine Schaufensterdekoration, wie man sie dieser Tage nahezu überall betrachten kann. Sie überrascht einen eigentlich nicht, wie auch die Lebkuchen und Schokoladenweihnachtsmänner einen nicht mehr überraschen, die teilweise bereits Anfang September in den Läden ausliegen. „Das so genannte herbstliche Gebäck (Spekulatius und Stollen) bildet nur die Spitze von gleich drei Weihnachtswellen, die alljährlich über den Verbraucher rollen. ‚Marzipan und Dominosteine kommen Mitte Oktober‘, erklärt Simone Meyer vom Handelskonzern Metro (real, Extra, Kaufhof). Und drei Wochen später schließlich gibt es dann das volle Programm: Unter der offiziellen Bezeichnung ‚Hohlfigur‘ wird der Schokoladen-Nikolaus die Regale in Beschlag nehmen und für die folgenden zwei Monate nicht mehr verlassen.“ http://www.stern.de/wirtschaft/news/alle-jahre-wieder-weihnachten
-beginnt-schon-im-september-546956.html
Man kann an dem Ausgestellten zwar auch völlig unberührt und gleichgültig vorbeilaufen und man nimmt es oft gar nicht bewusst wahr oder als normal hin bzw. fasst es allenfalls, wie Trude dies sinngemäß schreibt, als einen Versuch der Werbebranche auf, die Verbraucher mit scheinbar weihnachtlich-festlichem Äußeren, Äußerlichkeiten natürlich, in Kauflaune zu versetzen und das Geschäft anzukurbeln. Ein wenig Glitzer, Glamour, ein paar Sternchen, warme Farben, ein dem Barock nachempfundener Bilderrahmen, speziell auf das Wesentliche ausgerichtete Lichtakzente sind ausreichend für die Illusion und scheinen jedenfalls für den Erfolg der Konzerne ausreichend zu sein.
Indem man versucht, dem potenziellen Käufer ein solches „Erlebnis für die Sinne“ zu vermitteln
, wird der eigentliche Gedanke, der sich mit diesem Fest verbindet ... verbinden sollte, nicht selten oder ganz bewusst zu Marketingzwecken auf ein recht niedriges Niveau heruntergebrochen, auf „Weihnachtswünsche“ physischer Natur, auch vor dem Hintergrund, das Fest der Liebe zu begehen, und sogar damit letztlich auf rein Materielles, auf das Schenken und Beschenktwerden von bzw. mit Dingen, die mit Geld zu bekommen sind.
Das eigentliche Weihnachtsgeschenk ist dabei vielfach in Vergessenheit geraten. „Die Unwissenheit in der Bevölkerung zeigt deutlich, dass die Wurzeln des Weihnachtsfestes schon fast abgestorben sind. Viele Erwachsene und, was noch schwerer wiegt, kaum ein Kind weiß noch, dass das Weihnachtsfest seinen Ursprung zum größten Teil in der christlichen Tradition hat und eigentlich ein religiöses Fest ist.
Ursprünglich feiern wir ja am Weihnachtsfest die Geburt Jesu Christi, den die christlichen Kirchen als Erlöser verehren. Aber das Szenario im Stall von Bethlehem mit der heiligen Familie, das Erscheinen der Engel, die seine Geburt verkünden und die Weisen aus dem Morgenland, all das ist in den Hintergrund getreten. Das eigentliche Geschenk, das den Menschen durch das Kommen Jesu gemacht wurde, wird von vielen nicht mehr wahrgenommen, nämlich die
Das verlinkte Bild „Ohne Kontext“ nimmt dies in mehrfacher Hinsicht auf, sowohl im Bild als auch im Titel, denn man muss wohl davon ausgehen, dass der Kontext zum Weihnachtsfest im eigentlichen Sinn eben in der Tat oft nicht vorhanden ist, nicht mehr oder gewollt nicht, weil den Menschen vielleicht genau diese leichte und scheinbar unbeschwerte Glitzerwelt gefällt, mehr, als die alten bedeutungsschweren Mythen und Überlieferungen. Auch das Geschenk, die Hoffnung, scheint den Beiden auf dem Plakat abhanden gekommen zu sein, was hier natürlich in sehr krasser Weise gezeigt wird und in dieser leicht überzogenen Darstellung, die sich ursprünglich gewiss auf einen anderen Zusammenhang bezog, natürlich symbolisch aufgefasst werden muss. Aber gerade das Provokative kann ja zum Nachdenken und zum Überdenken des eigenen Standpunkts anregen.
Das Ganze könnte einen durchaus ein wenig traurig stimmen, wie so viele Entwicklungen, die mit dem Schnelllebigen der heutigen Zeit, mit fehlenden Werten und Konstanten zusammenhängen, die auch das sogenannte Besinnliche der Vorweihnachtszeit - in seiner eigentlichen Bedeutung (gemeint ist nicht die seelige Verblödung der umsatzorientierten Weihnachtsmarktbuden u.ä.) - auf ein Minimum begrenzen. Eine Alternative zur gezeigten „Alternative“, wäre, sich aus diesem Teufelskreis ein wenig herauszunehmen, was ja durchaus möglich ist und was man möglicherweise sowieso tun wird, wenn man sich dessen bewusst ist.
„Sloe Gin“ passt zu diesem Bild ganz hervorragend, nicht nur, weil man manchmal ganz persönlich an genau so einem Punkt zu stehen scheint, den Joe Bonamassa in seinem Lied beschreibt, nein, man kann die Musik und den Text auch im übertragenen Sinn betrachten, womit der Song sehr weit deutbar wird. Nicht zuletzt wäre damit auch die Einsamkeit und die Leere in den Herzen und im Leben mancher Menschen zu beschreiben, die gerade zu Weihnachten, dem Fest der Liebe (wobei das natürlich auch wiederum auf den religiösen Hintergrund zu beziehen ist), allein sind.
Von frühester Zeit an wurde das Weihnachtsfest auch als Fest der Familie verstanden. „Die sogenannte heilige Familie (also Maria, Josef und das Jesuskind), sind hier das Vorbild. Dieser Aspekt des Weihnachtsfestes ist erstaunlicher Weise auch heute noch für viele ein wichtiges Kriterium, damit das Weihnachtsfest zu einem gelungenen Ereignis wird. Das friedliche und liebevolle Beisammensein all derer, die zu einer Familie gehören, lässt noch ein wenig erahnen, worum es an Weihnachten wirklich geht. Deshalb ist es wichtig, diese Tür nicht ganz zuzuschlagen, denn hier liegt ein (vielleicht) neuer Zugang zu diesem Fest und seinen Wurzeln. Ein altes Sprichwort heißt: 'Weniger ist oft mehr'. Vielleicht sind weniger Geschenke und dafür mehr Liebe das, was unsere Gesellschaft heute am dringendsten braucht."
Und dann hast Du ja auch noch den „Carfreitag“ verlinkt, eigentlich auch ein recht alternatives Bild in diesem Zusammenhang, aber sehr interessant, wenn man sich vor Augen führt, dass nicht das emotionsbeladene Weihnachten, sondern Ostern das zentrale Fest der Christen ist. Es ist natürlich schön und ein großes Ereignis, wenn ein Mensch geboren wird, vor allem wenn es dabei um Jesus geht, aber das Besondere ist, dass ein Gekreuzigter aus dem Reich des Todes aufersteht.
Soweit einmal meine ersten Gedanken zu deinem Bild.
Soll es etwa heißen, dass die Vorfreude die schönste ist ?
Lieber Eckhard, mit Geschenkeauspacken muss Du dich noch ein bisschen gedulden ;-).
Die Bilderkonstelation errinert mich an den uralten Witz zu Weihnachtszeit, der hier gerade eine doppeldeutige Aussage bekommt...
Zwei ostfriesische Fischer sitzen am Strand und reparieren ihre Netze.
Da legt sich eine aufreizende Blondine zum Sonnebaden neben die beiden.
Der eine Fischer deutet auf das Maedel und fragt den anderen: "Was ist schoener, Weihnachten oder das da?" "Was?" fragt der andere.
"Na, das da, was der Hahn mit den Huehnern immer macht."
Der andere schaut und meint: "Weihnachten ist schoener."
"Warum?", will der erste wissen.
"Weihnachten ist oefter..."
@ Carsten: Lieber Carsten, der Begriff „besinnlich“ ist eines der Kennwörter der Weihnachtsideologie, das seit vielen Jahren regelmäßig auftritt, wenn in den Medien und der Werbung von Weihnachten die Rede ist. Als ob es sonst keine Gelegenheit gäbe, sich zu besinnen. Und auf was soll man sich eigentlich besinnen? Auf die Frage, welche Geschenke man für wen kaufen soll und was sie kosten dürfen? Auf die Frage, wie man die Weihnachtsmärkte umgehen kann, die in den letzten Jahren wie allüberall wie die Pilze aus dem Boden und ins Kraut geschossen sind? Oder auf sich selbst und sein Leben? Ist denn eigentlich genug Substanz da zum Besinnen? Kommt man in der Weihnachtszeit eigentlich dazu, wenn der alljährliche Reise- und Besuchsverkehr absolviert werden muss? Alles Fragen, die sich jedes Jahr stellen und die jedes Jahr nicht vernünftig beantwortet werden. Auf jeden Fall ist alles wieder in wenigen Wochen vorbei und es bleibt bei Vielen der übliche Nachgeschmack. Du weißt es ja selbst. Und da ist eine solche dreiste Werbung wie die hier gezeigte doch fast ehrlicher im Hinblick auf den Zustand unserer Gesellschaft als das übliche Eiteitei und Süßerdieglockennieklingen. Eckhard
@ Kerstin: Liebe Kerstin, die Verkaufsstrategie der Geschäftswelt hast Du ebenso treffend festgehalten wie die Unwissenheit breiter Gruppen der Bevölkerung über den Sinn des Weihnachtsfestes. Entsprechendes könnte über das Osterfest oder über Pfingsten gesagt werden. Was aus den Festen der Hoffnung und der Erlösung geworden ist, kann ja jeder selbst in seinem eigenen Leben und seiner Umwelt feststellen. Eine Welt weitgehend ohne religiösen und geistigen Kontext, in selbst die Adventssonntage zur Disposition für die Konsumlümmelei stehen.
"Doch zunächst ein Auszug aus der polnischen Zeitung RZECZPOSPOLITA. Diese beschäftigt sich mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sonntagsruhe und bewertet vor allem die deutschen Zeitungs-Kommentare:
"Der Ton ist heute ein ganz anderer als noch vor fünf Jahren. Damals hatte sich das Verfassungsgericht erstmals gegen den Sonntags-Handel ausgesprochen. Die Presse hatte seinerzeit argumentiert, das Urteil stehe im Widerspruch zu den Anforderungen der freien Wirtschaft und festige die ruhmlosen Traditionen der deutschen Bürokratie. Doch nach den Erfahrungen der Finanzkrise, durch die viele Deutsche den Glauben an den freien Markt verloren haben, ist die Stimmung in Deutschland umgeschlagen. Heute signalisieren nur noch die Berliner Händler ihre Unzufriedenheit", meint die RZECZPOSPOLITA aus Warschau." (DLF, Presseschau, 2. 12. 2009)
Wie weit dabei die tatsächliche geistige Einsamkeit, die das verlinkte Lied symbolisiert, wobei es dem Blues allerdings fast eine elegante Weltschmerz-Note abgewinnt, geht, zeigt ja das Hauptbild selbst. So eine unverfrorene Primitivität hätte es jedenfalls vor zehn Jahren noch nicht gegeben; heute fällt sie gar niemandem mehr auf. Eckhard
Dear Kerstin, I hope you do not mind me quoting the following two lines from your comment:
" Aber gerade das Provokative kann ja zum Nachdenken und zum Überdenken des eigenen Standpunkts anregen."
".... wie so viele Entwicklungen, die mit dem Schnelllebigen der heutigen Zeit, mit fehlenden Werten und Konstanten zusammenhängen (...)."
I agree the discussions on values are not to be neglected; provocation can play an important part.
I remember a tiny article, which was part of Der Spiegel's extensive reporting on 9/11 in which the owner of a motel was being interviewed.
That owner was taken aback by one of his guest, when one morning while doing a routine check of all rooms he noted that a replica painting had been taken from the wall. This in itself did not surprise him; items had been stolen manifold before. He was still able to confront the guest about the incident as the latter had, as of yet, not checked-out. So he did. When he asked the guest later in the day where the painting was, said guest, to his amazement simply blushed and immediately said he would put it back up on the wall. No theft after all?!
The owner decided that all this was a bit too odd for his liking, so he went to see in person. To his astonishment the painting was up on the wall all right, just where it had been before, but was covered by a towel. When he inquired if he could step inside to see for himself the guest stepped outside and signalled that this would not be a problem.
His inquiry quickly confirmed: 'Yes' that was his replica and 'No' the towel was not wet and had thus not been put up there for drying. Being satisfied the owner left things as they were, thinking to himself 'well some of them folks are a bit weirdo, better not ask too many questions, he seems to be polite and well-behaved after all' - and left. The guest checked out very early next morning on 9/11.
A couple of weeks later the motel owner got a call from an FBI patrol who were investigating one of the 9/11 suspects - who turned out to be said guest!
The replica was that of a famous 1950s pin-up in lingerie.
Nun, lieber Eckhard, das "Besinnliche", für das man, wie Du ja sagst, auch den Rest des Jahres Zeit finden sollte, ich sicherlich nicht "nur" der Zeit vor Weihnachten geschuldet, weil dann "zufällig" Weihnachten ist, und ein jeder meint, Dich an das Fest der Liebe erinnern zu müssen, sondern auch der Jahreszeit an sich.
Denn wann, ausser im Spätherbst/Winter, "zwingen" Dich die frühe Dunkelheit, die Kälte und allgemein das oftmals trübe und ungemütliche Wetter dazu, die Abende daheim zu verbringen und so zwangsläufig andere Dinge zu machen, als im Hochsommer ?
Auch wird man im Hochsommer selten ein Kaminfeuer entzünden, und das Fehlen von Sonne und Licht macht die meisten, oder jedenfalls sehr viele Menschen, automatisch nachdenklicher, oder besinnlicher. Das hat somit weniger mit Weihnachten zu tun, als eben mit der Jahreszeit an sich.
Ansonsten müssten Millionen Australier, oder Bewohner anderer warmer, oder gar heißer Länder, ihr Weihnachtsfest ebenso "besinnlich" verbringen, wie der durchschnittliche Nordeuropäer.
Zudem kommt in einem durchschnittlichen bayerischen Urlaubsort hinzu, dass viele Hotels, Restaurants, etc., Betriebsferien haben, und ich werde nun nicht extra nach München fahren, um auszugehen. Du siehst, es geht durchaus ruhiger zu, als den Rest des Jahres.
Und ob man die Weihnachtszeit weniger konsumorientiert verbringt, seien es Geschenke, sei es das maßlose Essen, ist in der Tat auch eine persönliche Entscheidung.
Aber ich gebe Dir Recht, so eine zum Kauf anreizende Werbung ist da vielleicht ehrlicher, als so mancher Zeitgenosse, der für 3 Tage das Heil auf Erden verkündet.
@ Flighty Furrow: Lieber Flighty Furrow, die Geschichte von einem der Attentäter des 11. September, der entsprechend den Gewohnheiten seiner Religion ein freizügiges Bild mit einem Handtuch verhängt beziehungsweise erst einmal überhaupt von der Wand nimmt, um dann wenig später Tausende Menschen einschließlich seiner selbst umzubringen, scheint mir doch eher in den Zusammenhang eines anderen Bildes oder vielmehr anderer Bilder zu gehören.
Es ist ja der Menschheit nicht damit gedient, wenn man im Umkreis einer Religion, die das geistige Mittelalter noch nicht zu überwunden haben scheint, darauf achtet, dass man im eigenen Kulturkreis nur züchtig verhüllte Frauen zu Gesicht bekommt, deren Menschenrechte im übrigen mit Füßen getreten werden, während man ansonsten die „Ungläubigen“ fröhlich massenweise niedermetzeln darf. Solche Strukturen kommen immer wieder (s. oben), nur das Gewand oder vielmehr das Mäntelchen, das sie sich umhängen, ist verschieden. Also da wäre mir dann schon jemand lieber, der sich zu Weihnachten mit Dessous für seine Liebste eindeckt, wenn er die anderen Menschen als Geschöpfe Gottes achtet ;-). Eckhard
@ Lieber Carsten, für die Nordleute fällt Weihnachten in den Winter; klar, dass man an dunklen, kalten Abenden sowieso etwas Anderes zu machen pflegt oder auch tun muss als im Sommer. Wie die alten bäuerlichen Kulturen ihre Abende verbrachten, ist ja bekannt. Freilich sind diese Abende auch noch im Januar und Februar kalt und dunkel und waren es bereits im Oktober und November. Da kommt in der Weihnachtszeit doch schon noch etwas Anderes hinzu. Nun ist ja keiner gezwungen, an irgendetwas zu glauben oder gar beim Weihnachtsrummel mitzumachen. Aber darum geht es hier vielleicht weniger, sondern um die kommerzielle Verquickung von Dingen, die nun überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Es gibt ja auch Dessouswerbung, die die angepriesene Ware nicht ausdrücklich als „Christmas Special“ ausweist. Eckhard
EUROPA HEUTE
03.12.2009 · 09:10 Uhr
Ein Weltreich nach Regeln der Scharia will Hizb ut-Tahrir errichten. (Bild: AP) Ein Weltreich nach Regeln der Scharia will Hizb ut-Tahrir errichten. (Bild: AP)
Hilfe für Aussteiger
Ehemalige Islamisten kämpfen gegen Extremismus
Von Ruth Rach
Früher war Ishtiaq Hussain Mitglied in Hizb ut-Tahrir, einer islamistischen Organisation, die für ein weltweites Reich auf Grundlage der Scharia kämpft. Heute versucht er mit der Quilliam Foundation in London gegen muslimischen Extremismus vorzugehen.
Ishtiaq Hussain sitzt in einem Café am Russell Square in London: ein eleganter, nachdenklicher Mann Anfang 30, der Sohn pakistanischer Einwanderer. Sein Büro ist gleich um die Ecke, aber die Adresse ist vertraulich. Die Quilliam Foundation wurde vor knapp zwei Jahren von ehemaligen Islamisten gegründet. Die Stiftung, aus Spenden und Regierungsgeldern finanziert, entwickelt Strategien gegen muslimischen Extremismus.
"Wir wissen, wie diese Gruppen funktionieren",
... sagt Ishtiaq Hussain.
"Schließlich gehörten wir selbst dazu."
Fast neun Jahre lang war Ishtiaq Hussain für Hizb ut-Tahrir aktiv, eine fundamentalistische Partei, die das Ideal eines muslimischen Weltreichs anstrebt. Hizb ut-Tahrir ist in vielen Ländern, nicht aber in Großbritannien verboten. Ishtiaq reiste um die halbe Welt, um Mitglieder zu rekrutieren. Seine eigene Radikalisierung sei nach einem typischen Muster verlaufen.
Die Massaker an bosnischen Muslimen Mitte der 90er-Jahre waren für ihn der Auslöser, um Kontakt mit Hizb ut-Tahrir aufzunehmen. Zudem wollte Ishtiaq auch mehr über den Islam erfahren, und hatte Fragen, die weder seine Eltern, noch der örtliche Imam beantworten konnten.
"Du bist kein Brite, du bist auch kein Pakistani, sondern nur Muslim. Das ist deine religiöse und politische Identität, so lautet das Mantra von Hizb ut-Tahrir. Staatsgrenzen seien kolonialistische Erfindungen und würden mit der Schaffung eines gottgegebenen muslimischen Weltstaats hinfällig."
Afghanistan, Irak, Bosnien - immer wieder werden diese Konflikte für die Radikalisierung vieler Muslime verantwortlich gemacht. Eine Fehlannahme, sagt Ishtiaq Hussain. Derartige Konflikte würden nur als Lockmittel zur Rekrutierung benutzt. Feste Mitglieder hingegen konzentrierten sich ausschließlich auf ein Ziel, das sie als gottgegebene politische Pflicht betrachteten: die nicht-islamische Welt zu bekämpfen - und den muslimischen Weltstaat mit allen Mitteln zu verwirklichen.
Ishtiaq Hussain weist noch auf einen zweiten Irrtum hin: die Annahme, dass potenzielle britische Islamisten aus sozialen Brennpunkten stammten und ein bisschen verrückt seien. Die meisten Leute, die er in Gruppen wie Hizb ut-Tahrir kennenlernte, kamen aus privilegierten Familien, hatten an britischen Spitzenuniversitäten studiert, waren Ärzte, Ingenieure, Anwälte.
Die ersten Zweifel kamen Ishtiaq Hussain, als er sich während seiner Reisen auch mit muslimischen Professoren und Schriftgelehrten unterhielt, die seine Thesen mithilfe des Korans hinterfragten. Daraufhin stellte er seine Gesinnungsgenossen zur Rede:
"Wo steht es geschrieben, dass wir bei der Schaffung des Kalifats Millionen von Menschen, auch Muslime, töten müssen?"
Der Abnabelungsprozess war langwierig. Ishtiaq fühlte sich total entwurzelt, kämpfte mit Schuldgefühlen. Jetzt arbeitet er für die Quilliam Foundation als Berater - spricht an Universitäten, mit Imamen, berät die Polizei, die Sicherheitskräfte und nimmt - das sei besonders wichtig - an öffentlichen Debatten in muslimischen Gemeinden teil.
"Hizb ut-Tahrir und El Kaida vertreten eine unislamische politische Ideologie, die mit Religion nichts zu tun hat. Und diese Ideologie müssen wir angreifen."
Nicht durch Verbote, sondern durch Diskussion ließen sich radikal extremistische Organisationen am besten bekämpfen, glaubt die Quilliam Foundation. Ähnlich wie die rechtsextreme Britische Nationalpartei gebe sich Hizb ut-Tahrir nach außen hin gemäßigt und halbwegs respektabel. Aber der Schein trüge. Und Ishtiaq Hussain warnt: Im Kampf gegen Extremisten habe die britische Regierung immer noch keine klare Strategie entwickelt. Gerade in britischen Gefängnissen hätten gefährliche Aktivisten schon seit Jahren freie Hand.
"Die Behörden glauben, es sei damit getan, islamistische Insassen mit Koran und Gebetskette zu versorgen. In Wirklichkeit bleiben sie aktiv, radikalisieren Mithäftlinge und schaffen es, ihre Botschaften nicht nur dort, sondern mithilfe des Internets in der Außenwelt zu verbreiten."
es könnte möglicherweise so sein, dass man meine "Besinnlichkeit" mit der seligen Verblödung am See gleichsetzen könne.
Wenn Du uns mit den alltäglichen Horrormeldungen aufrütteln möchtest, was ich einmal vermute, damit der seligen Besinnlichkeit, welche ich eben nicht mit Friede, Freude und Eierkuchen gleichsetzen möchte, ein Gegenstück geschaffen wird, so kann ein jeder von uns damit mithalten.
Irgendwie ganz amüsant, denn gerade die Kleriker versuchen, uns ein keusches Leben vorzuleben.
Im Umkehrschluss müsste es dann wohl lauten, alle Schwule in kirchliche Ämter. Mmmh.
Solange solche Gedanken im Christentum der Nächstenliebe geäussert werden können, kann man sich über den "Islam" nicht wirklich mokieren.
Auch der Feminismus ist für manche eine extremistische Erscheinung, mit Frau Alice als Stellvertreterin des 666 ( immer noch ! ) und die Schwarzer hat schon auf falsch verstandene Toleranz hingewiesen, als das Thema noch gar nicht so gesellschaftsgefährdend war, wie es sich uns heute scheinbar darstellt.
Toleranz will auch die Kenntnis um die Andersdenkenden. Dass man sich dafür ein Minimum an Zeit nimmt, lieber Eckhard, ohne den Anspruch, dass man die Anderen je hundertprozentig verstehen könnte, ist für mich auch eine Art der Besinnlichkeit.
@ Vera: Liebe Vera, das ist übrigens eine relativ alte Erkenntnis:
„Tempora mutantur, nos et mutamur in illis, lateinisch für „Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen“.
Dieser Hexameter geht auf ein mittelalterliches Vorbild zurück. Die Quelle dieses Spruches ist jedoch unbekannt. Eine Variante des Spruches wird Kaiser Lothar I. (795–855) zugeschrieben: Omnia mutantur, nos et mutamur in illis.
Nota bene: Die häufig vorkommende Zitierweise Tempora mutantur et nos mutamur in illis ist prosodisch nicht korrekt: Der Längenstruktur des Verses nach muss die erste Hälfte des dritten Versfußes (hier das -ntur von mutantur) lang sein; da -ntur von Natur aber nicht lang ist, ist eine Längung mittels Positionslänge nötig. Eine Positionslänge liegt vor, wenn auf einen Vokal mindestens zwei Konsonanten folgen: In diesem Fall muss also nos auf mutantur folgen, so dass sich an das -u die Konsonanten r und n anschließen. Wenn hingegen mit et angeschlossen wird, ist die Positionslänge von -ntur nicht gewährleistet, weshalb der Vers in diesem Fall nicht den Regeln der Prosodie entspricht.“ (Wikipedia)
Ich hatte mich ja letztens mit den Übergängen zwischen nichtchristlicher und christlicher Religion befasst („Hieros gamos“); in diesem Kontext ist auch dieses Bild zu sehen. Zunächst ging das Christentum aus der Welt der alten Religionen hervor und übernahm aus Gründen der leichteren Akzeptanz Elemente aus den alten Religionen, etwa den Geburtstag Christi, der der gleiche wie der des Gottes Mithras ist. Im Augenblick scheint es, als übernähmen andere „Religionen“ Elemente aus dem Christentum für ihre Zwecke. Eckhard
@ Carsten: Lieber Carsten, im Wortsinne vorsintflutliche Haltungen einzelner Vertreter der christlichen Kirche können nicht als Argument dafür herangezogen werden, dass man nichts gegen den islamischen Fundamentalismus sagen darf. Demgegenüber ist der Feminismus zwar extremistisch, aber fast harmlos. Die Toleranz hat auf jeden Fall da eine Grenze, wo praktisch die Menschenrechte nicht respektiert oder gar Verbrechen gegen die Menschlichkeit geplant oder begangen werden. Da muss ich auch nichts „verstehen“, allenfalls im psychiatrischen Sinn. Eckhard
Daher meine Aussage, dass Toleranz auch der Kenntnis der Andersdenkenden bedarf.
Fundamentalisten, egal welcher Couleur, bemühen sich nicht darum, Brücken zu bauen oder zu "verstehen".
Sie sind zu selbstzentriert und sehen den ständigen Prozess der Selbstzentrierung nicht.
Lieber Carsten, natürlich ist es schön, dass Du mir bereits den Ansatz zur Interpretation deines neuen Bildes lieferst. Wie wäre es wieder einmal mit einem Bild für Dich? ;-) Eckhard
Hier wäre eine Jacke von Bogner die Alternative -
hier wäre Weihnachten allein schon genug -
denn am 24. einsam durch die nächtlichen Straßen zu irren. Und nur das Licht hinter den Schaufensterscheiben tröstet
und man trifft dann eigentlich niemanden, nur ein obdachloser Mann schreitet gepflegt durch die Straßen, sie nennen ihn "den Graf" und er trägt Deine Jacke, die Dir vor Wochen abhanden kam
und Du sagst: "Das ist meine." und er antwortet: "Ja, was steht denn drin?" Und Du sagst: "Bogner." und der Graf sagt: "Es ist mir peinlich, sie dermaßen belastet zu haben, ich fand diese Jacke auf einem Bahnhof, sie war leer und ich möchte Sie fragen, ob es Ihnen recht wäre, wenn ich Ihnen dieses Jacke morgen in der Früh vorbeibringen würde - ich möchte sie heute Nacht noch für Sie ausbürsten lassen."
Lieber Werner, diese Geschichte hat wiederum eine sehr belletristische Qualität. In der Realität wird es freilich so aussehen, dass ich am 24. abends in die Kirche gehe. Den betreffenden Herrn ohne festen Wohnsitz werde ich dabei nicht treffen. Und träfe ich ihn, würde er sich vermutlich weniger gewählt ausdrücken und mir die Jacke auch nicht zurückgeben wollen. Es ist manchmal schade, dass die Realität den durch die Belletristik gesetzten Maßstäben nicht standhält. Aber wäre es so, gäbe es keine Belletristik. Eckhard
I see that my comment was thought provoking and we seem to be on the same line of thought, only the focus is somewhat different. Good!
I agree with your point of view, there clearly is a difference between the two cultures at hand. I also agree that there needs to be mutual respect and that it is unacceptable for one to impose its values on the other especially if it is done with brutal force.
Indeed it would make no sense at all to show "im eigenen Kulturkreis nur züchtig verhüllte Frauen" because the other culture rejects such a display for religious reasons.
The inevitable question, however is, how do we deal with the violence targeted against us? This becomes even more problematic when we (have) to realise that:
"Feste Mitglieder hingegen konzentrierten sich ausschließlich auf ein Ziel, das sie als gottgegebene politische Pflicht betrachteten: die nicht-islamische Welt zu bekämpfen - und den muslimischen Weltstaat mit allen Mitteln zu verwirklichen."
One thing is clear to me, as it is very likely that this conflict will become more intense in the years to come it is important that we take it serious and come up with a good strategy of our own – rather then limiting ourselves to reacting to the provocation(s) of the other side.
With this in mind I would like to add to the four photos you have linked in one more:
Lieber Flighty Furrow, solange bei den Leitungsinstitutionen von Europa der Verdacht nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass sie ein Altersheim für unfähige Politiker sind, die man zuhause nicht mehr brauchen kann, wird von Europa als solchem auch nichts zu erwarten sein. Wer nun gegenüber anderen, religiös geprägten Kulturen bestehen will, muss ja zumindest eine konkrete eigene Weltanschauung haben, auf deren Grundlage er argumentiert. Dafür wird dabei wohl am ehesten an Elemente wie die Aufklärung, die Menschenrechte und das christliche Menschenbild (aber ohne die historisch bedingten Putzigkeiten der real existierenden christlichen Kirchen) denken. Natürlich müssen diese Dinge im Ethikunterricht auch vermittelt werden, bevor sich die Zöglinge am Nachmittag wieder vor ihre Computerballerspiele setzen. Man ist ja schon froh, wenn der Sinn der christlichen Feste so im Ungefähren bekannt ist. Auf jeden Fall muss eines klar sein: Religionen sind, wie positiv oder negativ immer, nichts als Versuche unseres beschränkten Geistes, unserer Welt einen Sinn zu geben, weil wir ohne einen Sinn nicht leben können. Wie die Dinge wirklich beschaffen sind, wissen wir nicht. Unsere Neocortex ist dafür vermutlich viel zu klein.
Wert(e)lose Gegend?
Die Rolle der christlichen Minderheiten in Thüringen und Brandenburg
Von Ulrike Greim und Axel Flemming
Ob Weihnachten etwas mit Jesus zu tun hat? Keine Ahnung, werden viele Kinder sagen, auch in Thüringen. Ostern hat vermutlich etwas mit Frühling zu tun und Pfingsten? Nie gehört. Christliche Feste, Traditionen, Bekenntnisse sind schon lange kein Allgemeingut mehr, aber nicht erst seit DDR-Zeiten.
Die jetzt junge Generation der Thüringer zum Beispiel wächst in der vierten bzw. fünften Generation entkirchlicht auf. Bei ihr hat nicht einmal mehr die Großmutter eine Bibel im Schrank. Und selbst das Drittel, das noch Kirchensteuern zahlt, stellt eine abnehmende Größe dar. Allerdings eine interessante.
Die wenigen Christen sind vielerorts feste Größen im kulturellen und sozialen, im gesellschaftlichen und politischen Leben - von der Klassikstiftung bis zur Landesregierung.
Und wie sieht es in Brandenburg aus? Gibt es hier die zunehmende "Entkirchlichung", von der der frühere CDU-Innenminister Jörg Schönbohm spricht? Sind christlicher Glaube und christliche Werte verloren gegangen?
Im säkularisierten Brandenburg verlassen sich nur wenige Minister auf eine höhere Instanz, wenn sie ihr Amt übernehmen. In Thüringen ist das anders, auch wenn hier - im Stammland der Reformation - trotzdem nur jeder Dritte einer christlichen Konfession angehört. Eine ähnliche Debatte, wie in Brandenburg gab es deswegen allerdings nicht. Und es spielt auch keine nennenswerte Rolle, dass die erste Reihe der Politik ganz unrepräsentativ christlich geprägt ist. Ulrike Greim ist diesem Phänomen nachgegangen.
"So wahr mir Gott helfe, so wahr mir Gott helfe, so wahr mir Gott helfe …"
Die Vereidigung der Ministerinnen und Minister im Kabinett Lieberknecht am 4. November dieses Jahres in Thüringer Landtag. Ganze Sieben Minister nehmen in der Eidesformel die Hilfe des Allmächtigen in Anspruch. Nur einer nicht, Matthais Machnig, den manche einen westdeutschen Altlinken nennen.
"Ich schwöre."
Die Ministerpräsidentin, Christine Lieberknecht, hatte schon wenige Tage vorher deutlich gemacht, dass auch sie nicht ohne höheren Beistand regieren möchte.
"So wahr mir Gott helfe."
"Thüringen ist mit Bernhard Vogel, ist mit Dieter Althaus christdemokratisch regiert worden. Es wird auch mit mir christdemokratisch regiert werden in der Koalition mit der SPD."
Die evangelische Pastorin Lieberknecht setzt die Tradition fort. Das Vorgänger-Kabinett war inklusive der Staatssekretäre vollständig konfessionell gebunden. Pi mal Daumen halb evangelisch, halb katholisch. Das ist erstaunlich. Denn im Schnitt der Bevölkerung ist ein Drittel der Thüringer konfessions- bzw. religionslos. Gerade einmal acht Prozent gehören zur katholischen Kirche, 26 zur evangelischen.
Andere Religionen spielen in Thüringen keine nennenswerte Rolle. Die atheistische Mehrheit hat nun also diese christliche Minderheit gewählt, auch wenn sie deren Bekenntnis nicht teilt, in vielen Fällen sogar nicht einmal kennt. Religiöse Traditionen hat diese Mehrheit nicht geerbt, biblische Geschichten gehören nicht zum Allgemeingut. Die Szenerie im Stall von Bethlehem mit dem Kind in der Krippe ist im besten Fall noch in rudimentären Ansätzen vorhanden, wenn überhaupt.
Auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt steht die große Holzschnittskrippe einigermaßen zentral.
Kind: "Oh, hier sind auch Schafe."
Der Gott, der Mensch wird - nein, zu dem haben diese Passanten keinen Draht.
"Ich habe da gar keinen richtigen Bezug."
"Ich glaube an etwas Gutes in der Welt, ich würde aber nicht Gott dazu sagen"
"Ist mir im Grunde ziemlich egal"
"Ich denke, dass es einen Gott nicht gibt."
Und die Tradition? Die Geschichten, werden die zuhause noch erzählt?
"Früher noch, wo die Oma noch gelebt hat, da kam das noch. Aber die ist ja schon 20 Jahre tot. Die älteren Leutchen waren ja irgendwie noch an die Kirche gebunden oder hatten diesen Glauben noch. Aber dann ist das an und für sich mehr oder weniger verflossen."
Was diese Passantin beschreibt, ist die Konsequenz der Geschichte. Bereits unter den Nationalsozialisten verloren die Kirchen deutlich an Mitgliedern, 1952/53 hat die aggressive kirchenfeindliche Politik viele bekennende, gerade junge Christen aus dem Land gejagt. Die dezidiert atheistische Haltung der DDR-Regierung hat diese Linie fortgesetzt - bis in die Kindergärten, bis auf die Weihnachtsmärkte.
Plachta: "Die Tradition, die wie hier im Osten auf dem Weihnachtsmarkt hatten, die waren ja so, dass die Märchenfiguren im Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes bilden. Und alles, was christlich war, das ist aus unserer Kultur verschwunden. Selbst aus dem Liedgut. Engel hießen 'Jahresendfiguren mit Flügeln'. Und wenn es dann so ist, dass dieser Märchenwald, der jetzt ein wenig an den Rand gedrängt wurde, der Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes bildete, dann ist es natürlich nahe liegend, dass, wenn eine Krippenfigur bildlich dargestellt ist, das leicht mit solchen Märchenfiguren verwechselt wird."
Die Diplom-Theologin Ayline Plachta organisiert ein Projekt, in dem den Weihnachtsmarktgästen der Ursprung wieder zugänglich gemacht werden soll. "Folge dem Stern" heißt es. Mit vielen Ehrenamtlichen soll unter anderem das Geschehen in Bethlehem wieder erzählt werden. Wer vor der Krippe steht, soll nicht mehr rätseln müssen, um was es da geht. Das Projekt stammt aus ihrer Studentenzeit. Denn da wurde es einem ihrer Kommilitonen besonders augenfällig, wie dramatisch der Traditionsabbruch ist.
"Einer der Studierenden hat innerhalb der Recherchen für die Diplomarbeit gehört, wie ein Kind seinen Vater an der Krippe fragte: 'was sehen wir hier?' und der Vater sagte: 'Die Frau und das Stroh - das muss Rumpelstilzchen sein'."
Ayline Plachta spricht nun von der Aufgabe, für die da zu sein, die gar kein Bild vom Christentum haben, nicht einmal ein schlechtes. Hier wird erzählt, was es auf sich hat mit Baby, Hirten und Stern.
Die Passantin, die eben sagte, sie glaube nicht an Gott, findet diese Krippe auch ohne inhaltlichen Hintergrund einfach schön.
"Man schaut's mal an. Es strahlt doch 'ne gewisse Ruhe und Besinnlichkeit aus, und man schaut."
Das Kind in der Krippe - hier ist es eine nette Weihnachtsdekoration. Heimelig, romantisch. Die heilige Familie steht für diese Passantin für das, was Weihnachten ausmacht - den familiären Zusammenhalt, so sagt sie. Dass Maria mit diesem Josef nicht verheiratet war, ist nicht präsent.
Auch nicht, dass die Hirten nicht die netten anteilnehmenden Nachbarn waren, sondern damals eher den nicht gut angesehenen Teil der Gesellschaft markierten, und übrigens eher nach Schafsmist rochen, als nach Räucherkerzen. Und dass - ganz unerhört - ihr Schicksal gedreht werden könnte nicht durch einen mächtigen König, sondern dieses schutzlose Baby. Die politische Sprengkraft der Weihnachtsgeschichte - sie kann sich nur entfalten, wo sie auch erzählt wird.
In den Familien der Regierenden in Thüringen wurde sie erzählt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht stammt aus einem Pfarrhaus, ebenfalls ihr Stellvertreter, der Thüringer Kultusminister Christoph Matschie. Beide haben Theologie studiert. Lieberknecht wurde sogar Pastorin im Weimarer Land.
"Für mich ist ganz wichtig ein inneres Koordinatensystem, was ansetzt bei der 'Freiheit eines Christenmenschen'. Eine innere Unabhängigkeit zu haben, die ich mir doch in all den Jahren haben bewahren können, halte ich für ganz, ganz wichtig. Und zum anderen aber auch - Luther sagt es: 'ein dienstbarer Knecht zu sein'."
So antwortet die Ministerpräsidentin einem Fragenden mit christlichem Hintergrund. Doch sie weiß, vor welcher Öffentlichkeit sie steht. Und so formuliert sie ihre frommen Worte auch gerne um, geprägt durch die jahrzehntelange Minderheitenerfahrung.
"Ich will's aber mal, weil wir ja in einer mehrheitlich säkularen Öffentlichkeit sind, sagen: also für mich ist unumstößlich und prägt mich zutiefst Grundgesetz Artikel eins 'die Würde des Menschen'."
Gottvertrauen und Weltverantwortung gehören für Christen zusammen, so sagt es
Kirchenrat Thomas Seidel, er ist der Beauftragte der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands bei Landtag und Landesregierung. Seit Jahren begleitet er Regierende und Parlament und betreibt, ebenso wie sein katholisches Pendant vom Bistum Erfurt, Lobbyarbeit für seine Kirche.
Er ist auch erstaunt, dass so viele Christen in Regierungsverantwortung sind. Aber er erklärt es sich so: Christen sind es gewohnt, beide Seiten zusammen zu denken: die eigene Frömmigkeit und das Allgemeinwohl.
"Von daher ist es, dass man 'der Stadt Bestes sucht', wie es beim Propheten Jeremia heißt, durchaus gewissermaßen zum Erziehungsprogramm und zur ethisch-moralischen Ausstattung gehört. Insofern ist das nicht so verwunderlich."
Wobei, merkt Seidel an: dies sind die Reste einer bürgerlichen Kultur, die mit und parallel zu den Christen während der DDR-Zeit ja ebenfalls aus dem Land gejagt wurde, Großbürgerliche, Intellektuelle. Eine Kultur, die sich dann nur noch in Nischen halten konnte. In einigen wenigen Vereinen, in kleinen Kulturinstitutionen, und eben unter dem Dach der Kirche.
"Zu dieser bürgerlichen Kultur gehört das, was zum Christentum auch gehört: dass man liest, dass man Musik hört und Musik macht, dass man sich überhaupt sozusagen mit dem, was in der Welt geschieht, mit Politik und allen öffentlichen Fragen intensiv auseinander setzt."
Für Christine Lieberknecht und Christoph Matschie, um bei diesen beiden Beispielen zu bleiben, gehört ihre christliche Prägung nicht zu einem politischen Programm. Sie machen zwar keinen Hehl aus ihrer Haltung, exponieren sich an einigen Stellen auch - Christine Lieberknecht zum Beispiel in der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands - aber sie wissen, dass sie sich in einem säkularen Umfeld bewegen. Sie missionieren nicht, sie tun ihre Arbeit. Dies zumindest ist ihr Selbstverständnis. Christine Lieberknecht zum Beispiel sagt, sie habe bei der Berufung ihres Kabinetts nicht nach konfessionellen Gesichtspunkten geschaut.
"Und ich muss ehrlich sagen: das spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Eigentlich keine Rolle. Sondern entscheidend ist: Die Minister müssen es können."
Sie müssen zum Beispiel kommunizieren können, Demokratie können und ertragen - Tugenden, die aber in der DDR eben vor allem in Kirchenräumen geübt wurden. Von Christen, wie von Nichtchristen. Dabei wurde natürlich auch religiöses Wissen weitergegeben, mal direkt, mal nebenbei.
Auf diese Grundausstattung beruft sich auch Christoph Matschie, der SPD-Landeschef und Kultusminister. Die Erfahrung aus der kirchlichen Umwelt- und Friedensarbeit seien sein Pfund. Einschließlich des Wissens, dass Politik Mut braucht, erst recht, wenn sie aus der Minderheitenposition kommt.
"Und das ist vielleicht schon ein Unterschied zum Weg in die Politik, wie er in den alten Bundesländern üblich war. Wenn man sich dort für die SPD entschieden hat, oder für die CDU, dann war man nicht eine kleine Minderheitsgruppe in der Gesellschaft, sondern hat sich einer breiten gesellschaftlichen Bewegung angeschlossen."
Politik braucht also eine Grundhaltung, die trägt. Es ist auch für die Thüringer Regierenden nicht ausgeschlossen, dass die auf anderen kulturellen Traditionen und Werten, fußt. Nur sind es hier halt die christlichen.
"Und eins, was man heute noch beobachten kann, ist, dass diejenigen, die den Weg gehen mussten, wenige zu sein, in der Minderheit zu sein, dass die heute auch immer noch vielleicht eher bereit sind, unkonventionelle Wege zu gehen, die noch nicht Mainstream sind."
Brandenburgs Ex-Innenminister Jörg Schönbohm ist um starke Worte selten verlegen. Seine Äußerungen über Stillosigkeit der Ostdeutschen im Umgang und bei der Kleidung relativierte er jetzt aber doch. Bei seinen Bemerkungen sei es ihm um politische Vertreter und Amtsträger in Brandenburg gegangen - vor allem von SPD und Linkspartei -, sagte der CDU-Politiker. Er bleibt aber dabei: Aufgrund der "Entchristlichung" in der DDR fehle vielen Menschen "ein geistiger Halt". Schönbohm plädiert für die Wiederbelebung des Christentums im "entkirchlichten" Osten. Damit stößt der auf massiven Widerstand, nicht nur beim politischen Gegner, sondern auch in den eigenen Reihen. Axel Flemming:
"Viel Feind, viel Ehr!" mit dieser Devise hält und hielt es der 72-jährige Ex-General als Politiker gerne: Nach 40 Jahren Indoktrination in der DDR müsse mal intensiv darüber gesprochen werden, wie Verwahrlosung und Entbürgerlichung verhindert werden könnten.
"Mir geht es darum: im Westen haben wir zum Teil eine wachsende Gleichgültigkeit, aber keine grundsätzliche Infragestellung des Christentums. Im Osten hatten wir 1953 noch 85 Prozent der Bevölkerung waren getaufte Christen. Jetzt haben wir noch 20 bis 22 Prozent. Wir haben dreimal mehr Jugendweihe als Konfirmation. Das heißt: wir haben hier einen kämpferischen Atheismus, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen."
Soweit Schönbohms Problemumschreibung. Widerstand gegen die Äußerungen kam schnell.
Und zwar aus den Reihen der Kirche, zum Beispiel vom evangelischen Bischof Gerhard Ulrich, nach dessen Ansicht Schönbohm übers Ziel hinausschießt.
Und auch der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer widersprach Schönbohm: man könne nicht alles, was heute schiefgeht, der DDR aufladen. Er halte es nicht für ein Allheilmittel, den Osten jetzt wieder zu christianisieren.
Schönbohm geht zum Angriff über:
"Herr Schorlemmer ist für mich immer gut für alle möglichen Äußerungen, dass er mal wieder in der Öffentlichkeit vorkommt. Und wenn Herr Schorlemmer gesagt hat, ich fordere Zwangschristianisierung und Zwangstaufe, dann kann ich nur sagen, der weiß gar nicht, der hat gar nicht gelesen, was ich gesagt habe. Die letzte Zwangschristianisierung fand statt als dort die Märtyrer hingerichtet wurden, im 9. Jahrhundert, im 10. Jahrhundert. Also: Das ist doch alles Quark. Sie können doch Menschen nicht Zwangschristianisieren. Sie können ein Angebot machen und dafür werben."
Allerdings waren gerade die Politiker der Anfangszeit in Brandenburg nicht nur der Sozialdemokratie, sondern auch der evangelischen Kirche verbunden.
Das Land wurde beim Wiederaufbau nach dem Fall der Mauer geprägt durch die Christen Manfred Stolpe, Regine Hildebrandt und Steffen Reiche.
"Ich glaube, die waren nicht gewillt, sich damit auseinanderzusetzen. Es gab auch andere Probleme. Aber ich will mal ein Beispiel nennen: Steffen Reiche als ehemaliger ordinierter Pfarrer, Manfred Stolpe als ehemaliger Konsistorialpräsident waren nicht dafür, Religionsunterricht an die Schule zu nehmen. Das waren sie erst über Verhandlungen. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Und das mache ich ihnen auch zum Vorwurf. Wenn junge Menschen in der Kirche sind, wie mir Pastoren erzählen, die Fragen 'Mutter, was macht denn der Mann da am Kreuz', die gar keine Vorstellung haben, wo wir herkommen und wie unsere Kultur sich entwickelt hat, also das ist mit Sicherheit falsch gemacht worden ..."
… also Jesus ein Unbekannter in Brandenburg?
Zur Chronologie der Ereignisse gehört aber auch: Während der letzten zehn Jahre war die CDU in Brandenburg an der Regierung beteiligt. Nach erheblichen Diskussionen entschloss sich die Koalition, den Religionsunterricht wieder im Kernbereich des Unterrichts stattfindet zu lassen, mit der Vorgabe, dass er nicht benotet wird.
Die Kinder, die sich dafür entscheiden, können LER abwählen, das staatlich erteilte Fach "Lebenskunde, Ethik, Religion". Die mangelnde christliche Milieubindung hat aber nicht nur mit Kulturferne oder mangelnder Religionsausübung zu tun.
Auch andere Massenorganisationen, Gewerkschaften, Parteien, selbst Vereine leiden an Mitgliederschwund.
Der Osten könnte somit Vorreiter für die deutsche Gesamtgesellschaft sein: "Für mich ist der entscheidende Unterschied: beim andern ist das eine Entwicklung, die sich mit einer Art Entkirchlichung ergibt. Hier war die Entkirchlichung ein Programm und das sind die Nachwirkungen der DDR-Indoktrination."
"Wir dürfen der DDR nicht im Nachhinein eine identitätsstiftende Kraft geben, die sie nie hatte", wird Schönbohm nicht müde zu predigen.
Wenigstens bei der CDU in Brandenburg hat das C noch eine gewisse Bedeutung.
Beim jüngsten Parteitag gab es zum Auftakt geistliche Worte und es wurde gesungen.
Mit "Lobet den Herrn" ist ausdrücklich nicht Schönbohm gemeint.
Nach der Kritik des brandenburgischen CDU- Ehrenvorsitzenden an angeblich mangelnden Umgangsformen Ostdeutscher ist seine Partei auf deutliche Distanz zu ihm gegangen.
Bei seinen Äußerungen handele es sich um eine Einzelmeinung "zu den gesellschaftlichen Unterschieden zwischen Ost und West", die nicht der Auffassung der Landespartei entspreche, beschloss der Parteitag in Potsdam mehrheitlich. Der Parteivorstand wurde darin aufgefordert, noch einmal mit Schönbohm über das Thema zu reden.
In der Folge milderte Schönbohm seine Worte, blieb aber dabei: durch manche Behörde wehe noch "der Geist der DDR". Als Geisterjäger gegen die Unsitten des verblichenen Staates hatte er sich schon einmal betätigt und polarisiert. Nach einer Reihe von Kindstötungen im Sommer 2005 löste er eine Debatte um 'Zwangsproletarisierung in der DDR' aus.
"Das Thema Zwangsproletarisierung ist für mich durch. Ich habe da Fehler gemacht, aber aus diesen Fehlern gelernt. Heute ist eine andere Sache. Mir geht es darum, dass ich sage zu einer Entwicklung in einer Gesellschaft, die werteorientiert ist, und das wird immer wieder betont, wir haben keine Werte: wo kommen denn die Werte her? Es wird ja gesagt, die Gesellschaft kann nicht die Voraussetzungen schaffen, auf denen sie beruht. Aber ich denke einen Teil dieser Voraussetzungen hängt zusammen auch mit dem Christentum, dem christlichen Glauben."
Die Linke lehnt Schönbohms Gedanken grundsätzlich ab, wie auch die SPD.
Und wie schon damals sind auch in der CDU die meisten mit der Wortwahl nicht zufrieden.
Auch die, die sich selbst explizit als Christen bezeichnen.
Zum Beispiel Hans-Georg von der Marwitz, der sagt: "Ohne die Christen in meinem Dorf wäre das Finden einer neuen Heimat sehr viel schwerer geworden.'
Als er 1990 nach Friedersdorf im Oderbruch ging, gab es dort 46 Gemeindeglieder.
Heute sind es 100: "Also von einer Entkirchlichung zu reden, halte ich für ausgesprochen gewagt. Selbstverständlich sind nicht die volkskirchlichen Strukturen hier existent wie im süddeutschen Raum. Die Brüche haben hier zu Veränderungen und auch zu Nischenbildung geführt - keine Frage."
Marwitz sitzt jetzt für die CDU im Deutschen Bundestag. Er weiß: Brandenburg ist nicht Diaspora, aber Christ zu sein ist hier längst nicht mehr selbstverständlich.
Da ist auch immer wieder der Politiker gefragt, der erklärt und erklären muss, was er will und was ihm wichtig ist:
Marwitz: "Aber es wächst sehr vieles mit der Zeit und ich sehe auch meine Aufgaben in den verschiedenen christlichen Werken, in denen ich tätig bin, ein christliches Bewusstsein zu diskutieren - erst mal zu leben, aber natürlich auch zu diskutieren - Vorurteile, zumindest in den Kreisen, in denen christliches Leben keine Rolle spielt, abzubauen."
Schönbohm: "Sie können Vorbild sein. Und ich hab in meiner evangelischen Kirche auch Ärger gehabt wegen Ausländerpolitik, Rüstungskontrolle Nuklearwaffen vor 40 Jahren schon - Aber ich habe immer gesagt ich bleibe ein kämpferisches Mitglied dieser Kirche und dabei bleibe ich auch. Wenn sie mich angreifen, das zeigt: die evangelische Kirche lebt."
Marwitz: "Es braucht auch in christlichen Gemeinschaften ein Vertrauen. Und die Erfahrung, dass christliches Leben für die Menschen Stütze und Halt und Perspektive gibt. Und da sind wir Christen auch in besonderem Maße mit gefordert, das mit Leben zu erfüllen. Und da ist es nicht hilfreich, von entchristlichten Räumen zu reden."
Die aktiven Politiker der CDU in Brandenburg haben nun genügend Zeit Strategien zu entwickeln, wie ihre Partei christliche Werte in Zukunft unters Volk bringen will.
Sie müssen sich erst einmal in ihre Oppositionsrolle fügen. Nach zehn Jahren rot-schwarzer Regierung wechselte Ministerpräsident Matthias Platzeck nach der Wahl Ende September zu rot-rot.
Seitdem macht das Land immer wieder mit der Stasi-Belastung von Abgeordneten negative Schlagzeilen. Da ist die Entkirchlichung momentan nur ein Nebenkriegsschauplatz.
Immerhin: Platzeck leistete die Eidesformel mit dem Wunsch nach Beistand von oben:
"Ich schwöre, dass ich meine ganze Kraft dem Wohle der Menschen des Landes Brandenburg widmen ihren Nutzen mehren, Schaden von ihnen wenden, das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können unparteiisch verwalten, Verfassung und Gesetz wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen Jedermann üben werde, so wahr mir Gott helfe."
Außer Platzeck baten nur Innenminister Rainer Speer und Wissenschaftsministerin Martina Münch um Gottes Hilfe.
Beide gehören der SPD an, Münch kommt aus dem Westen.
Lieber Eckhard, das, was das Weihnachtsfest wirklich ausmacht ist doch kaum noch in einer "reinen" Form irgendwo zu finden. Nicht mal mehr in den z.B. mit Weihnachtsbäumen geschmückten Kirchen. Über die Jahrhunderte hat sich ein Zerrbild entwickelt, das aber einfach der gesellschaftlichen Entwicklung einhergeht. Man kann es beklagen, man kann sich das Beste heraussuchen, man kann mitfeiern oder ignorieren, aber egal, ob man gläubiger Christ oder nur gläubiger Mensch oder sogar antireligiös eingestellt ist - Jahrestage sind gute Anlässe für manche besinnlichen Gedanken, Reflexionen und Verhaltensweisen.
Die interessanten Anmerkungen meiner Vorschreiber (einschließlich der Deinen) - soweit sie für mich an einem Abend erfassbar sind :-) - legen mir viele zustimmungsfähige Spuren aber auch das Gegenteil.
Wenn man aber Jesus Christus als Gottes Sohn in Frage stellt (die Diskussionsstellen kann ich nicht so schnell verlinken), gibt es doch auch nicht wirklich eine Frage der Alternative - es sei denn man sagt wozu, oder? ;-)
Gruß KD
Lieber KD, unter dem Bild "Erwarten" habe ich einen Text verlinkt, in dem sich ein bedeutender zeitgenössischer Theologe zum Problem des Wunders äußert und damit auch zu Jesus Christus. Die beiden Bilder "Alternativ" und "Erwarten" befassen sich beide mit dem Thema der Adventszeit, speziell damit, was die Menschen heutzutage von ihr erwarten und was sie erwartet. Gleichgültig, ob man Jesus nun als Gottes Sohn annimmt oder nicht - die Adventszeit muss nicht explizit mit Dessous als Alternative Sinnlichkeit zur gewohnten "Besinnlichkeit" verknüpft werden; das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Sinnlichkeit und Besinnlichkeit gehören in verschiedene Sphären des Seins, und es ist das Elend aller Zeiten, dass stets Dinge miteinander vermanscht werden, die nicht in eine Soße gehören. Eckhard
in der fc finde ich viele Bilder, die eher das Unechte des Karnevals dokumentieren - auch ohne über die Dokumentation hinauszukommen - Deine Fotografie zeigt hier die Gratwanderung zwischen scheinbar-Echtem und deutlich Unechtem, dies ist weit mehr als Dokumentation - ich lobe also erneut diese Fotografie, sie hat es verdient - - und hier
bei Paul - - fand ich ein Karnevals-Foto, das mehr ist als Dokumentation:
Lieber Werner, der Karneval ist ja von Hause aus eine Parodie, und jeder weiß es. Hier ist nicht klar, was es sein soll, und es fragt sich auch, ob die Macher einer solchen Reklame das wirklich wissen. Eckhard
Welch eine Überraschung, auch Du hast die kleine Coolpix L 19, zumal wir ja auch mit dem gleichen Bildbearbeitungsprogramm unsere Fotos hinbiegen :-)
Danke für die Verlinkung, die mich das hat entdecken lassen....
Es grüßt Ilse