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Im Reich der Schatten von Eckhard Meineke

Im Reich der Schatten


Von 

Eckhard Meineke

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8.08.2008 um 8:08 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Weimar, KulturBahnhof, 14. Mai 2008. Nikon F 601 mit Sigma f/3,5-5,6 28-200 mm auf Kodak VR 200 Plus. Belichtungskorrektur -0,3 LW. Scan: Nikon Coolscan V ED mit 3000 ppi (12 Megapixel). Bearbeitung: Ulead PhotoImpact 12: Verzerrung tonnenförmig -2,3 Grad. Adobe Photoshop 9 CS 2: Verzerren (rechts oben). Ulead PhotoImpact 12: Ausschnitt 5,5 Megapixel. Tonwertkorrektur: Weißpunkt auf 235, Gamma 1,2. Kontrast +6. Nachschärfen des auflösungsreduzierten Bildes 20/100. Rauschen entfernen 1/10.

http://de.youtube.com/watch?v=XJk5hxVb8ks

http://de.youtube.com/watch?v=wcMX-tXntS0&feature=related

http://de.youtube.com/watch?v=huGIb4j7Pw0

http://de.youtube.com/watch?v=Hr0Wv5DJhuk&feature=related


Anmerkungen:

d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.





Carsten Mundt, 8.08.2008 um 9:26 Uhr

http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/pli03468/index.html



Carsten Mundt, 8.08.2008 um 10:30 Uhr

Nun liegen meine "Bravo"-Jahre ja bereits eine Weile zurück und auch was das Entgegenschmettern von
" Bravos" zu Pop-Stars auf einer Bühne anbelangt, ist die Sturm-und-Drang-Zeit bereits vorüber ( obwohl ich ja vor 2 Jahren noch bei Robbie Williams im Münchner Olympiastadion war. Aber das ist eine andere Geschichte).

Nun kenne ich weder die eine, noch die andere der auf dem Plakat abgebildeteten Damen, aber Dank Deiner Links wurde auch diese Bildungslücke geschlossen.

Der Mensch besitzt die Fähigkeit, sich begeistern und mitreissen zu lassen.
Eine Eigenschaft, die durchaus positiv ist immer dann, wenn es gilt, Dinge zu leisten, bei denen ein Mensch seine eigene Persönlichkeit für einen Moment zurücknehmen muss. Das kann bei einer Oderflut der Fall sein, wenn plötzlich viele Menschen ihre Hilfsbereitschaft entdecken und gemeinsam Sandsäcke verteilen, wie überhaupt immer in Notsituationen der Mensch zum Schatten wird und das Individuum zurücktreten muss, weil nur die Gemeinschaft stark macht und das Überleben sichert.

Diese menschliche Eigenschaft, das Erlebnis in der Gemeinschaft und die Begeisterungsfähigkeit für eine gemeinsame Sache, kommt natürlich auch bei Konzerten, Fussball, Kirchentagen, Papstbesuchen oder Obamas zum Tragen.

Tragisch ist nur, dass man sich diese Eigenschaft auch zunutze machen kann, um Menschen für bestimmte Ziele einzuspannen und fehl zu leiten.
Wenn die Masse regiert und der einzelne Mensch nicht mehr nachdenkt, macht der Mob alles mit, was ihm aufgetragen wird, solange das gemeinsame Ziel als gerechtfertigt und gut empfunden wird. Geschickte Taktiker sind natürlich in der Lage, ihre eigenen Ziele entsprechend zu präsentieren und zu sagen, dass diese Ziele zum Wohle aller dienen.

Man kann spekulieren, ob das von Dir abgelichtete Plakat bewusst im Stil der politischen Propagande gehalten ist.
Man kann allerdings annehmen, dass die Darstellung von Personen, egal ob Popstar, oder Stalin, die sich von der Masse abheben (w)sollen, automatisch zu einer Darstellung dieser Personen führt, die diese im Verhältnis zur Masse größer erscheinen lässt. Eine perspektivische Erhöhung die auch zur Erhöhung der Person führt. Und natürlich stehen diese auch im Licht und wirken erleuchtet und erleuchtend.
Vermutlich kann man das gar nicht anders darstellen und die Plakate wirken daher nicht nur zufällig ähnlich.

lg Carsten



Carsten Mundt, 8.08.2008 um 10:52 Uhr

Hannah Montana ist übrigens Miley Cyrus, wie ich gerade lese.

" Miley Cyrus spielt Hannah Montana und feierte mit dieser Rolle in den USA ihren Durchbruch als Schauspielerin und Sängerin"

"Tagsüber ist Miley Stewart ein ganz normales Mädchen, das die Middle School bzw. High School besucht. Abends verwandelt sie sich mit Hilfe einer blonden Perücke und einer Sonnenbrille in die erfolgreiche Pop- Sängerin Hannah Montana."

( http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Montana
)

Das lässt natürlich noch eine andere Interpretation zu, nämlich dass berühmte Stars oder Personen des öffentlichen Lebens zweigeteilte Wesen sind.

Wir kennen das Gesicht, dass diese Leute der Öffentlichkeit zuwenden. Diese Menschen spielen eine Rolle, während die "wahre Persönlichkeit" im Schatten und unsichtbar bleiben muss.

Bei einer zu großen Diskrepanz zwischen Rolle und Schattenwelt zerbrechen diese Mensch daran. Beispiele gibt es genug.

lg Carsten




Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 11:37 Uhr

Lieber Carsten, schon einmal jetzt herzlichen Dank für die Bemühungen um dieses rätselhafte Bild und um
Mona Lisa von Eckhard Meineke
Mona Lisanicht in Diskussion
Von Eckhard Meineke
26.7.08, 12:09
. Ich antworte etwas später. Eckhard



Andreas Denhoff, 8.08.2008 um 11:40 Uhr

Für mich führt dieser Bereich ein sehr großes Schattendasein und meine Kinder sind (glücklicherweise) nicht infiltriert. So ist der Kelch an mir vorüber gegangen, mir fehlt da auch rein gar nichts und ich muss mich auch nicht aufklären lassen.
Gruß Andreas



Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 11:54 Uhr

Lieber Andreas, der Zweck des Bildes besteht nicht unbedingt darin, "zwei" Popstars vorzustellen (aber das hast Du dir sicher bereits gedacht). Außerdem sind bei Herrn M. alle Dinge wichtig, sogar der Titel und das Einstelldatum ;-). Eckhard


Carsten Mundt, 8.08.2008 um 13:53 Uhr

Nun, das Einstelldatum sollte man beim Herrn M. gewohnheitsmäßig mit beachten .. mmh.

Ein kleiner Auszug:

1741: Mit der schwedischen Kriegserklärung an Russland beginnt der sogenannte Krieg der Hüte
1793: Französische Revolution: Der französische Nationalkonvent verbietet alle königlichen Akademien zur Förderung der Künste.

1863: General Robert E. Lee1863: Nach der Niederlage in der Schlacht von Gettysburg sendet der Südstaaten-General Robert Edward Lee ein Rücktrittsgesuch an Präsident Jefferson Davis, das dieser jedoch umgehend ablehnt.
1869: August Bebel und Wilhelm Liebknecht gründen in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP).
1918: Am „Schwarzen Tag des deutschen Heeres“ gelingt es den Alliierten in der Panzerschlacht von Amiens, die deutsche Frontlinie zu durchbrechen.
1919: Die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien erkennt Afghanistan als freien und unabhängigen Staat an.
1935: Das deutsche Reichsinnenministerium löst alle Freimaurerlogen auf und zieht deren Vermögen ein.
1941: Die Kesselschlacht bei Uman während des Russlandfeldzugs im Zweiten Weltkrieg endet mit der Kapitulation der sowjetischen Armee. Jedoch können 10.000e Soldaten der Roten Armee unter Zurücklassung des schweren Kriegsgeräts entkommen


1975: In der Volksrepublik China brechen 62 Staudämme, einschließlich des Banqiao-Staudammes. 231.000 Menschen sterben. Es handelt sich um die schlimmste Talsperren-Katastrophe der Geschichte.

2008: Beginn der Olympiade in Peking

Solltest Du auf das zuletzt genannte Ereignis Bezug nehmen wollen, fiele mir auch dazu was ein, das sehr schön zu Deinem Jubelbild passen würde ...

Aber wem würde das Nutzen bringen, die Chinesen könnten es ohnehin nicht lesen, da ihre Internetzugänge zensiert sind ...



Kerstin Stolzenburg , 8.08.2008 um 15:00 Uhr

Lieber Eckhard, ich denke, dass die Eröffnung der Olympiade in Peking eine wichtige Ebene in diesem Bild darstellt; auch die Turnerin und ihre Schatten im verlinkten Bild weisen darauf hin.
Den Bildtitel würde ich zunächst als aus zwei Teilen zusammengesetzt betrachten. Der erste Teil könnte Das "Reich der Mitte" beinhalten, der zweite vielleicht das berühmte Chinesische Schattentheater.

"Nach der Auffassung von Experten geht das Wort "China" auf die Shang-Dynastie (etwa 1700-1100 v.Chr.) zurück. Damals existierten im Kernland des heutigen China zahlreiche kleine Fürstentümer. Egal, wie groß sie waren, sie hatten einen Fürsten, den der König der Shang-Dynastie mit Titel und Land belehnt hatte. Sie unterwarfen sich der Zentralmacht der Shang-Dynastie, widersetzten sich ihr jedoch hin und wieder, so daß es zu Kriegen kam. Das von dem König der Shang-Dynastie direkt beherrschte Gebiet war zwar nicht groß, da es aber der Sitz der Zentralmacht und der kulturelle, politische und wirtschaftliche Mittelpunkt war, zumal es geographisch im Zentrum des Landes lag, wurde es als "Reich der Mitte" bezeichnet, um es von den anderen kleinen Fürstentümern zu unterscheiden." Quelle: http://german.china.org.cn/german/9862.htm

"Das chinesische Schattentheater ist als Sonderform des Puppentheaters ein bedeutender Teil der Chinesischen Volkskunst und zugleich eine nationale Ausprägung der Kunstform Schattenspiel. Bei ihm werden transparente, zweidimensionale Figuren vor einer Lichtquelle dicht hinter einem Schirm bewegt, wodurch deren Umrisse auf die Oberfläche projiziert werden." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Schattentheater

Dass die Olympiade ausgerechnet in Peking stattfindet, wird nicht nur von den Sportlern selbst, sondern von vielen Menschen in der Welt kontrovers betrachtet. Man darf hier durchaus auch von den (mindestens) zwei Seelen in einer Brust sprechen.

Die Sektion "Marodes" könnte ein recht deutlicher Hinweis auf die Staatsform und die gesellschaftlichen Strukturen in diesem Land sein, die längst, vorsichtig gesagt, überholungsbedürftig sind. Wie man die Chinesen selbst in Bezug auf dieses Schattentheather einordnen muss, kann man als Außenstehender allerdings nur schwer beurteilen.
Ein Männlein steht im Walde von Pascal Mauf
Ein Männlein steht im Walde
Von Pascal Mauf
20.6.08, 19:51
9 Anmerkungen
In diesem Reich spuken noch sehr viele Drachen in den Wäldern herum.

Die beiden Künstlerinnen im Bild, die ja eigentlich nur eine Person sind, spielen scheinbar eine ganz unterschiedliche Rolle. Ich kannte sie bislang zwar auch nicht, habe jedoch einmal die Songtexte überflogen und muss sagen, dass die eine Sängerin mit ihren Liedern vielleicht eher die Zweifel einer jungen Frau im Teenageralter verkörpert, die andere dagegen die jugendliche Selbstüberschätzung (bis hin zum Superman) in ihrer gesamten Bandbreite darstellt.
Auch hier findet man also wieder die zwei Seelen in einer Brust. Und da die Sängerin ja auch nur ausspricht, was heute scheinbar in den meisten "durchschnittlichen" Teenagern vorgeht, da sich die Musik ja auch verkaufen soll (d.h., der junge Mensch muss sich darin wiedererkennen), kann man diese noch nicht mit sich im Einklang befindliche Persönlichkeit wohl verallgemeinert sehen.
Die Schatten im Bild spiegeln also eigentlich die durch die Sängerin verkörperten Charaktere. Dass wir die Schatten in der Symbolik auch als Unterbewusstes bzw. als die Seele betrachten können, haben wir ja an anderer Stelle bereits besprochen. Wir bewegen uns also auch hier in einem Reich der Schatten.

Wenn man in Bezug auf die Olympiade einmal nicht nur das Jahr 2008 betrachtet, so begannen am 14. Mai 1900 in Paris die II. Olympischen Spiele der Neuzeit. Eine Besonderheit dieser Spiele war, und vielleicht könnte man auch diesen Aspekt unter der im Bild dargestellten Spaltung bzw. Einheit betrachten, dass sie sich erstmals öffneten für die Teilnahme von Frauen an den Wettbewerben und somit einen wichtigen und zukunftsweisenden Schritt für die Gleichberechtigung der Geschlechter bedeuteten.

"Jana", in deren Name ja auch Jan enthalten ist, erinnerte mich im ersten Moment ein wenig an die Hauptfigur des Romans "Middlesex" von Jeffrey Eugenides, Calliope Stephanides, die als Hermaphrodit zur Welt kam. "Mit dem Wort „Hermaphrodit" bezeichnet man von alters her Menschen, die männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale gleichzeitig aufweisen. In der griechischen Mythologie war Hermaphroditos, der Sohn des Hermes und der Aphrodite, ein hübscher, aber sehr prüder Jüngling. Als er die Liebe einer Nymphe zurückwies, umarmte ihn diese so leidenschaftlich, dass ihre Körper verschmolzen und sie buchstäblich „ein Fleisch" wurden. Heute ist es mit Hilfe von Hormonbehandlungen und eines chirurgischen Eingriffes möglich, die Entwicklung eines „sexuell unfertigen" Kindes weitgehend zu vervollständigen."
http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/hermaphroditismus
.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermaphroditismus

Andererseits könnte man bei dieser Darstellung, ohne auf die männlichen und weiblichen Merkmale einzugehen, symbolisch auch von einer multiplen Persönlichkeit sprechen.
Diese genetisch bedingten bzw. krankhaften Störungen stellen nicht nur eine bloße äußere Beeinträchtigung einer Persönlichkeit dar, sie dürften sich in hohem Maße auch auf das Innere, auf die Seele und das Unterbewusstsein auswirken.

Kerstin



Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 21:33 Uhr

@ Doris: Zumindest die Frage der 88888 lässt sich leicht lösen, liebe Doris, denn aus einem alten Aberglauben heraus mussten die olympischen Wettbewerbe genau um diese Uhrzeit beginnen. Damit ist natürlich der Bezug zu diesem Ereignis gegeben. Man nennt so etwas Parabel. Allerdings hat heute das chinesische Organisationskomitee behauptet, man hätte die Spiele auch zu einer Zeit stattfinden lassen können, in der die Luft in Peking nicht zu Reizungen der Atemwege führt und in der es nicht so heiß ist, aber das olympische Komitee habe es so gewollt. Eckhard


Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 22:13 Uhr

@ Carsten (1 und 2): Lieber Carsten, das verlinkte Bild passt (leider) sehr gut zu dem Thema, das das Bild anspricht.

Nun, meine „Bravo“-Jahre hatte ich auch. Wenn ich mich recht erinnere, war das damals die Zeit, in der die letzten einigermaßen niveauvollen Jugendzeitschriften, in denen etwas über die Welt als solche zu lesen war, eingingen beziehungsweise von den Blättern der Musikszene geschluckt wurden. In meinem Fall verhielt es sich so, dass die Zeitschrift „Rasselbande“ - deren Lektüre war uns noch den Lehrern empfohlen worden – in der Zeitschrift „Wir“ aufging. Anschließend ging die Zeitschrift „Wir“ in der Zeitschrift „OK“ auf. Anschließend ging die Zeitschrift „OK“ in der Zeitschrift „Bravo“ auf. Und in der Übergangszeit waren immer die beiden Logos der Zeitschriften zugleich zu sehen, aber das Logo der aufgesogenen Zeitschrift wurde immer kleiner, bis es weg war.

Was nun die Eigenschaft betrifft, sich begeistern zu können und sich mitreißen zu lassen, ist sie in meinen Augen erst einmal eine positive Eigenschaft, die schließlich die ganz großen Gemeinschaftsanstrengungen ermöglicht. Ich würde aber nicht sagen, dass der Einzelne bei dieser Art von gemeinschaftlichen Anstrengungen zum Schatten wird.

Die Frage ist allerdings, wie und ob diese Eigenschaft ausgenutzt wird. Davon kann natürlich bei
Kirchentagen und beim Papstbesuch nicht die Rede sein. Was die anderen Beispiele betrifft, schon eher, und ich bin gewiss nicht der einzige, der das letztgenannte Beispiel unter die Missbrauchsfälle zählt.

Was die Darstellung der „beiden Popstars“ und der jubelnden Schatten betrifft, hast Du sicher in den verlinkten Videos gesehen, dass es da genauso aussieht. Allerdings gibt es keine Notwenigkeit, die jubelnden Schatten auf einem Plakat abzubilden, das für das Konzert „zweier“ „Popstars“ wirbt. Hier wird dieses prekäre Gemeinschaftserlebnis mit abgebildet, weil es offenbar in die Bedürfnis gewisser unkritischer Mitmenschen gehört. Eckhard



Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 22:17 Uhr

@ Carsten (3): Lieber Carsten, wer öffentlich auftritt, hat stets mit dem „Bühne-Backstage“-Problem zu tun. Und natürlich ließen sich eine Menge Leute nennen, die an der Rolle, die findige Manager ihnen zugedacht haben, zerbrochen sind. Aber auf dem Plakat wird, wenn Du noch einmal hinschaust, ein Konzert von Miley Cyrus UND Hannah Montana angekündigt. Und da hört der Spaß doch wohl auf. Eckhard


Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 22:19 Uhr

@ Carsten (4): Lieber Carsten, es sind natürlich die Olympischen Spiele. Eckhard


Eckhard Meineke , 8.08.2008 um 22:31 Uhr

@ Kerstin: Liebe Kerstin, die parabelhafte Funktion des Bildes hast Du der Autorenintention entsprechend gedeutet, und wenn in der Mitte die Schatten sind, dann geht es um das Reich der Mitte, das auf verschiedene Weise mit dem Phänomen der Schatten zu tun hat; das Schattentheater hast Du erwähnt, und natürlich bezieht sich „Marodes“ auf die Ebene der Parabel und auf die Ebene dessen, was mit der Parabel gemeint ist. Auf der Parabelebene haben wir es mit einer Person in zwei Rollen zu tun, die sich sehr schön mit der Frage aller Jugendlichen verbinden lässt, welche Rolle sie eigentlich spielen, wer sie sind, was aus ihnen werden kann. So sind die Schatten und die, die im Licht stehen, miteinander verbunden. Leider sind sie aber alle durch Manipulation erzeugte Kunstprodukte, die mehr „gelebt werden“ als dass sie selbst leben.

Gegen die Gleichberechtigung kann kein vernünftiger Mensch etwas haben. Allerdings war dieser Gesichtspunkt bei diesem Bild für mich nicht wichtig. Bei „Jana“ hatte ich eher an die weibliche Form von „Janus“ gedacht, aber deine Deutung ist in Bezug auf die Verschmelzung weiblicher und männlicher Eigenschaften äußert wertvoll. Und mit dem Hochleistungssport hat sie auch viel zu tun, auch wenn jetzt das Doping nicht mehr so plump ist wie in der DDR. Eckhard



Carsten Mundt, 9.08.2008 um 1:04 Uhr

Lieber Eckhard,

eine Aussage, die gerne in der FC verwendet wird, ist "geniales Bild".
Ich möchte sagen, dass es in diesem Fall ein Prädikat ist, das durchaus seine Berechtigung hat.
Ein vielschichtigeres Bild als dieses findet man nicht sehr oft. Da ist Dir wirklich ein kleines Meisterwerk gelungen.
Auf die Bedeutung des Janus/Jana bin ich, ehrlich gesagt, nicht sofort gekommen. Im Nachhinein natürlich offensichtlich ;)
Eine Gelegenheit, die Schnelllebigkeit unseres Lebens ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Die Anmerkungen von heute morgen schrieb ich während der Kaffeepause im Büro. Ich konnte die verlinkten Videos zwar anschauen, aber nur kurz und ganz ohne Ton.

Was nun den Janus angeht:
die Spiele werden ja immer kritisiert. Und oft auch politisiert. Ich erinnere mich noch an den Boykott der Spiele von 1980 in Moskau, die vom Afghanistan-Konflikt überschattet waren, so wie die jetzigen Spiele vom Tibet-Konflikt und anderen Fragen überschattet werden.

Man kann daher wahrlich von einem Schattentheater sprechen, so wie es Kerstin so treffend angeführt hat.

Ich habe übrigens in meiner Jugend auch ganz andere Publikationen als die Bravo gelesen.
Wie Du Dir denken kannst, habe ich das "Che" und den Maximo Lider nicht ganz zufällig eingestellt.

Was die Selbstlosigkeit der Kirchentage betrifft .. auch das könnte man kritisch hinterfragen.

lg Carsten



Kerstin Stolzenburg , 9.08.2008 um 7:42 Uhr

Lieber Eckhard, ich kann Carsten natürlich nur beipflichten, wenn er dieses Bild für seine Vielschichtigkeit lobt. Es ist wirklich äußerst gut durchdacht. Neben dem Einstelldatum, anlässlich dessen einen, wenn man das Foto nicht bereits auf andere Weise mit der Olympiade hätte in Verbindung bringen können, selbst Google mit einer kleinen Grafik auf den Beginn der Spiele hinwies, war eben auch das Datum der Aufnahme selbst, also der 14. Mai, einmal der Beginn Olympischer Spiele. Ich schrieb es im Zusammenhang mit der Gleichberechtigung.
Auf die Uhrzeit selbst hatte ich zugegebenermaßen zu wenig geachtet, aber das ist natürlich ein weiterer Punkt, der das Bild zu einem Gesamtkunstwerk macht und der hier einmal ganz deutlich zeigt, wie ein Foto eben auch durch den Titel bzw. durch die Beschreibung in seiner Aussagekraft deutlich unterstützt werden kann. Ohne diesen sehr gut gewählten Bildtitel wäre es deutlich schwieriger gewesen, auf eine solche Deutungsebene zu kommen und dabei gleizeitig den Interpretationsrahmen abzustecken.
Bezüglich des Datums gab es in der FAZ einen interessanten Artikel, den ich gern verlinken möchte: http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E2ED
AEC8E1855422FB2F4BFE82EEA6A66~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Interessant war auch zu lesen, dass man mit Silberjodit außerhalb der Stadt die Wolken zum Abregnen zwang, damit es während der Eröffnungsfeier im Stadion trocken bleibt:
http://www.zeit.de/online/2008/09/china-regen

Was Janus betrifft, so war dies für mich bei Deinem Bild "Prototypen (4)" noch deutlicher sichtbar als bei "Jana". Bei "Jana" hatte ich doch sehr stark die männliche und weibliche Komponente in einer Person im Blick, die es ja auch in der Realität in unterschiedlicher Ausprägung gibt und die die betroffenen Menschen sicherlich nicht unwesentlich belasten. Aber auch Medikamente können in der Tat zu solchen hormonellen Veränderungen und ansatzweise auch zu einem solchen Aussehen führen, wenn sie falsch dosiert oder in dieser Konzentration notwendig sind. Dopingmittel muss man sicherlich in gewissem Maße hinzurechnen, wenn man beispielsweise an die zusätzlichen Testosterongaben bei den Radfahrern denkt, die erschreckende Folgen haben können, wie ich einmal in einem Fernsehbericht sehen konnte.
Man kann gar nicht sagen, ob es ein Vorteil ist, dass das Doping, das im Leistungssport nach wie vor und teilweise massiv genutzt wird, weniger plump ist als zu DDR-Zeiten. Man kann es vielleicht besser verschleiern, abgeschafft ist es damit nicht.

Kerstin



Eckhard Meineke , 9.08.2008 um 9:08 Uhr

@ Carsten: Mit dem Lob in der fc ist es so eine Sache. Viele Leute verwenden die höchstmöglichen Prädikate - jenseits von "genial" geht ja eigentlich nichts mehr - ohne zu bedenken, dass sie damit diese Prädikate entwerten. Als Sprachwissenschaftler weiß ich über dieses Galanterieparadoxon natürlich Bescheid. Es führt dazu, dass die im Galanteriekontext verwendeten Wörter auf Dauer entwertet werden. So war "frouwe", das eigentlich "adlige Herrin" bedeutete, einmal galante Anrede auch für bürgerliche Frauen, aber das führte dazu, dass "Frau" das Normalwort für die Frau wurde und auch in der Anrede nicht mehr galant ist. Der bezeichnete Gegenstandsbereich schlägt sozusagen auf die Wortwertigkeit durch.

Was die youtube-Videos betrifft, müsstest Du eine Lösung für's Büro finden ... Kopfhörer? ;-)

Leider werden die "Spiele" immer von irgendetwas überschattet, so dass sie schon von daher "Schattentheater" sind. Mit "Schatten" meinte ich eher Leute, die sich in die Rolle der Schatten drängen lassen oder in diese Rolle gedrängt werden. Totalitäre Regime neigen dazu, und der Bombast der Eröffnungsfeier, der im Westen überhaupt nicht finanzierbar wäre, wurde natürlich mit einer anderen Inszenierung verglichen, für die Leni Riefenstahl verantwortlich zeichnet.

Gut, ich habe neben der Bravo auch Anderes gelesen, und die Bravo hat mir auch nicht sonderlich geschadet. Es ist eine Phase ... die heute von Klingelton-, Musik- und Bekleidungsverkäufern vermutlich noch mehr ausgenutzt wird als seinerzeit.

Dass dein Bild mit meinem etwas zu tun hatte, dachte ich mir bereits (verschränkte Elementarteilchen ;-)).

Nun, zu den Kirchentagen will ich mich nicht äußern, da ich sie nur von außen mitbekomme. Ich denke, dass da doch der gute Wille überwiegt. Eckhard



Eckhard Meineke , 9.08.2008 um 9:24 Uhr

Liebe Kerstin, das Aufnahmedatum ist Zufall. Da ich im Semester jede Woche zweimal die Ehre und Freude habe, den Kulturbahnhof Weimar aufzusuchen, um von da aus weiter nach Jena zu fahren, fiel mir das Plakat, das dort seit Monaten hängt, irgendwann einmal auf und ich fragte mich, wen um Himmels willen dergleichen interessieren könnte. Nun, Tante Google und Frau W. I. Kipedia brachte mich dann auf die Lösung. Erst hatte ich das Ganze nur für eine einfältige Disneyproduktion gehalten, aber dass diese Leute derart durchtrieben sind, eine Sängerin und die von ihr gespielte Kunstfigur als zwei Personen in einem Konzert auftreten zu lassen, hat selbst mich noch überrascht.

Den Artikel in der FAZ hatte ich gelesen, weil wir sie beziehen, und er war auch Anlass, das Bild mit dieser Parabelfunktion einzustellen. Was den Zahlenaberglauben betrifft, hatte ich ja bereits unter Carstens Bild



etwas dazu geschrieben. Der christliche Glaube kennt ihn ja auch. Und nicht nur chinesische Paare haben sich diesen Heiratstermin gewählt. In Münster wurde aus dem Standesamt Entsprechendes berichtet, und die Standesbeamtin, die an diesem Tag eine "Sonderschicht" fahren musste, hatte selbst am 8. 8. 1988 geheiratet ;-).

Silberjodid: BRAVO!

Peking ... äh Doping: Natürlich ist Jana eine spezielle Figur, aber zum Doping, das selbstverständlich auch anderswo mit den entsprechenden Konsequenzen betrieben wurde - gab es nicht einmal diese Kugelstoßerinnen, Speerwerferinnen und Diskuswerferinnen mit tiefer Stimme, V-förmigem Oberkörper und Bartwuchs? - passt sie sehr gut. Natürlich auch zu der Verschränkung männlicher und weiblicher Charakterzüge in einer Person. Heute gefeiert - morgen Opfer. Eckhard



Viktor Hazilov, 9.08.2008 um 13:29 Uhr

super gut


Trude S., 9.08.2008 um 18:36 Uhr

keine Ahnung ...... aber die Vermutung, daß solches auch gegenwärtig ähnlich aussieht.
Oder lieg ich hier völlig falsch, denn die Vorkommentare konnte ich zeitlich nicht verinnerlichen :-)



Eckhard Meineke , 10.08.2008 um 22:36 Uhr

@ Doris: Danke! Der Herr Lehrer ;-).


Eckhard Meineke , 10.08.2008 um 22:36 Uhr

@ Viktor: Danke! Eckhard


Eckhard Meineke , 10.08.2008 um 22:39 Uhr

@ Trude: Du musst natürlich nicht alles lesen ;-). Eckhard


Eckhard Meineke , 10.08.2008 um 22:39 Uhr

@ Manfred: Dafür musste ich extra die Uhr genau einstellen ;-). Eckhard


werner weis, 29.07.2009 um 15:30 Uhr

es gibt ihn, den Pop-Star, das "Sternchen"
es gibt ihn aber auch und weiterhin: den Rock-Star
souverän tritt er ans Mikrophon
in diesem Moment kann das Kommerzielle aussetzen
-------------------------------------------------------------------------------
dieses Plakat langweilt mich sehr



Eckhard Meineke, 30.07.2009 um 17:06 Uhr

Lieber Werner, der Witz ist, dass die beiden Damen nur eine sind; die andere wird auch von der einen gespielt. Also ein doppelte Fake, denn auch das Sternchen als solches ist ein völliges Plastikprodukt aus der Disneywelt. Klar, dass wir von Eric Clapton mehr halten ;-). Eckhard

Billig von Eckhard Meineke
Billignicht in Diskussion
Von Eckhard Meineke
11.9.08, 12:17




werner weis, 5.07.2010 um 0:21 Uhr


was ist noch echt
was sollen wir glauben
wem sollen wir folgen
-----------------------------------
oh, wir unterlassen besser alles


=================
Deine Fotografie bekommt lang-
sam immer mehr Sinn und Drive



Eckhard Meineke, 5.07.2010 um 14:01 Uhr

Lieber Werner, dass da "zwei Persone" als "Stars" auftreten, von denen eine nur von der anderen in einer Fernsehserie gespielt wird, ist schon mehr als Verdummung; das hat 1984-Format. Vielleicht sollte es einmal ein verschärftes Remake dieses Romans und Films geben. Eckhard





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