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einer der Raben Odins oder die Panorama-Software ...
ist ja interessant !
sicher kommt Munin auch noch ...
:-)
cooles Dohlen-Foto mit Fussbad !
schönen Gruss !
Martin
Hugin tippelt und macht Wellengang..
der schaut irgendwie ein bisschen um die "Ecke"..
Ausschau nach Besserung....:-))
das Foto entspricht wohl der heutigen Stimmung in vielen Regionen...
bin gespannt auf die Interpretationen hier...
das wird bestimmt noch spannend...:-)
@Jürgen: Zum "Germanischen": Das Bild war an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang ursprünglich eigentlich gar nicht "geplant" (es soll auch keine mythologische Serie werden). Da meine Fotos ja meist mehr als eine "Deutungsebene" haben, ist auch hier der "Hugin" nach der ersten Ebene, mit dem Rabenvogel im Regen, erst die zweite Ebene (wobei diese von der Übersetzung des Namens direkt ausgeht ;-)
Übrigens mag ich es sehr gern, wenn man Fotos hierher verlinkt, wenn sie einen Bezug zu diesem Bild bzw. zur Anmerkung haben. Ich sehe das nicht als Eigenwerbung. Danke dafür.
Gruß. Kerstin
"Zwei Raben sitzen auf seinen (Odins) Schultern und sagen ihm alles ins Ohr, was sie sehen und hören. Sie heißen Hugin und Munin. Bei Tagesanbruch entsendet er sie, um über die ganze Welt zu fliegen, und zur Frühstückszeit kehren sie zurück. Von ihnen erfährt er viele Neuigkeiten.
Diese Funktion stimmt allerdings mit der Darstellung der beiden Vögel in der Lieder-Edda nicht überein. Hier erscheint vor allem Hugin als Vogel des Schlachtfeldes, der die Krieger erfreut und der Sigurds Blut trinkt. Die aus den Namen erschlossene Funktion der beiden Raben als Personifikation intellektueller Fähigkeiten Odins sind vor diesem Hintergrund kritisch zu hinterfragen."
(W. Pedia)
Zunächst einmal möchte ich kritisch anmerken, dass es wieder ganz typisch für die Götter ist, ihre Boten auszusenden, anstatt ihren Krempel selbst zu erledigen. Aber das scheint im Himmelsreich (und nicht nur dort) eine weit verbreitete Untugend zu sein, denn von Götterboten und Tiergestalten, die den faulen Göttern zur Seite stehen, wurde immer wieder berichtet.
Die Tatsache, dass Raben Aasfresser sind könnte dazu beigetragen haben, dass sie einem Kriegsgott zugedichtet wurden, denn das Erscheinen der Vögel nach einer Schlacht auf dem Schlachtfeld dürfte mit den Eßgewohnheiten der Raben in Zusammenhang stehen.
Dass sie darüberhinaus auch selten kluge Vögel sind, dürfte zur Deutung beigtragen haben, dass sie Augen, Ohren und Gedächtnis des Odin waren (oder sind, denn wer will schon sagen, wann die Götter wieder in Erscheinung treten).
Deiner Ankündigung, dass es ein tristes Bild sei, liebe Kerstin, muss ich widersprechen. Es ist sicherlich kein tristes Bild, denn es transportiert etwas und lässt Gedanken schweifen. Ich denke eher, Du sprachst auf die Szene an sich an, die einen verlorenen Raben unterwegs bei trostlosem Wetter zeigt.
Durch die Ansicht von hinten und den scheinbar leicht watschelnden Gang könnte man durchaus im ersten Augenblick auch an einen Pinguin denken. Allerdings, und das war mein erster Gedanke, auch an eine Person, die in einen Mantel und Schal gehüllt, mutterseelenalleine durch das unfreundliche Wetter läuft.
Ein wenig ziellos, so scheint es. Und ausserdem trifft man Raben, wie auch Menschen, doch meistens zu zweit oder in Gruppen an. Eingedenk dessen wird die Stimmung der Einsamkeit und des Verlorenseins noch unterstrichen. Nun hat der arme Götterbote in einer Zeit, in der für Götter und Mythen kein Platz mehr ist, den Kontakt zu seinem Odin verloren, denn wo man an Odin nicht mehr glaubt, gibt es ihn nicht mehr. Denn manche Dinge entstehen erst und werden Realität, wenn wir ganz fest daran glauben.
Und so müssen auch viele der armen Menschlein allein durch ihr Leben ziehen, ohne von den Segnungen der Götter oder eines Gottes profitieren zu können.
Und das ist vielleicht in der Tat ein wenig traurig.
So möchte man den armen Kerl auf den Arm nehmen und knuddeln, um ihn aus seiner Verlorenheit zu befreien.
Aber dann würde sicher jemand sagen, ich hätte einen Vogel :)
Eine so lange Anmerkung, wie ich sie hier gesehen habe, mag ich nicht schreiben :-)
Wollte nur kurz zurufen, dass mir das Bild gefällt, auch wenn es für mich eine eher pessimistisch-deprimierte Stimmung rüberbringt.
Manfred
@Martin Fuchs: Lieber Martin, die Software ist es natürlich nicht und Munin ist derzeit auch nicht vorgesehen ;-)) Wahrscheinlich müssen auch Dohlen ab und zu einmal ein Fußbad nehmen ...
Gruß. Kerstin
@Uwe Peuker: Lieber Uwe, das wollen wir nicht hoffen, wobei es im übertragenen Sinn durchaus einen Zusammenhang mit einer meiner Bildintentionen gibt.
LG. Kerstin
@MarlenD.: Liebe Marlen, danke. Ja, bei uns war es heute richtig nasskalt und grau, fast wie im Bild. Man könnte bald die Heizung anstellen.
Ich hätte natürlich ein paar Informationen zum "Hugin" dazuschreiben können, dann hätte man nicht googeln müssen ... Mache ich dann nächstes Mal ;-))
Ich hoffe, dass Ihr in der Eifel wenigstens besseres Wetter habt. Wünsche Dir ebenfalls ein schönes Wochenende. Kerstin
@Birgitt Volz: Liebe Birgitt, an diesem Tag in Berlin hatte es pausenlos abwechselnd genieselt und geregnet. Da man aber trotzdem die wenigen freien Stunden einer Dienstreise nutzen möchte, um etwas von der Stadt zu sehen, nimmt man natürlich auch so ein Wetter in Kauf ;-) Mein äußerer Zustand war also durchaus vergleichbar mit dem des Vogels ...
Liebe Grüße. Kerstin
habe gerade einen vollen Arbeitssamstag beendet und sehe mich innerlich auch so daher watscheln, innerlich ziemlich viel Regen, aber trotzdem auch in meinem Element. Sonst finde ich es bei uns in Berlin eigentlich selten soooo!
Einer der beiden Raben Odins...oder sogar beide, wenn man den Spiegelkameraden mitzählt.
Seltsam ist, daß ausgerechnet die Raben in der deutschen Literatur häufiger vorzukommen scheinen, als alle anderen Vogelarten.
Du hast das Kunststück fertiggebracht, den schwarzen Vogel auf quasi schwarzem Grund abzulichten...und das noch im Regen ;-))
Gruß
Peter
@ManfredG.: Lieber Manfred, was Du schreibst, beschreibt die Emotionen, die man mit diesem Bild verbinden kann, sehr gut. Danke, auch für das Lob natürlich.
Liebe Grüße. Kerstin
@Adrian: Lieber Adrian, es ist natürlich schon ein wenig gewagt, einen (vermutlich) gewöhnlichen Berliner Rabenvogel mit dem Hugin in Verbindung zu bringen ;-)) Aber wir können es ruhig noch auf die Spitze treiben, indem wir die Eisregengeschichte einbauen ;-)) - Als Rabe Odins sollte er das aushalten können!!
Gruß. Kerstin
@Carsten: Lieber Carsten, ich kenne natürlich die von Dir mit dem Link angesprochenen verschiedenen Darstellungen der Rabenvögel in der Mythologie. Die Lieder-Edda hatte ich vor längerer Zeit bereits gelesen. In diesem Bild soll in übertragenem Sinne vor allem das Denken im Mittelpunkt stehen.
Herrlich, der Absatz über die faulen Götter, die ihren Krempel selbst erledigen könnten ;-)) Das haben wir Menschen uns allerdings fein abgeschaut. Ich könnte Dir durchaus Vergleichbares aus dem Alltag berichten ...
Das "Triste" bezog sich in der Tat zunächst einmal auf die sichtbare Szene im Bild. Ein tristes Bild, in dem Sinn, dass es keine Aussage hat, sollte es natürlich nicht sein. Würde ich so etwas einstellen? ;-)))
Die Person hast Du richtig gesehen. Ein wenig abstrahiert kann man sie in dem Vogel erkennen. Da auch Hugin, was die möglichen Bilddeutungen betrifft, symbolisch für einen Menschen stehen könnte, trifft diese Auffassung natürlich zu.
Die im Bild vermittelte Stimmung wurde ja bereits angesprochen; ganz allein war Hugin allerdings nicht; er hatte immerhin sein Spiegelbild dabei ;-))
Mit den Menschen, die allein durch ihr Leben ziehen, magst Du Recht haben. Ein seelischer Halt, den sie im Glauben (in einem Glauben) finden, kann ihnen Kraft und Zuversicht geben. Allerdings wird das "triste" Äußere erst verschwinden, wenn die Menschlein selbst durch das Öffnen der Fenster zum Inneren dort für Licht sorgen. Ein Glaube allein wird das nicht bewerkstelligen können.
Was das "Knuddeln" von Dohlen betrifft, ist das gar nicht so lächerlich. Guten Freunden von mir ist vor ca. 3 Jahren eine Dohle zugeflogen. Sie war von Beginn an absolut zutraulich, setzte sich jedermann auf die Schulter, ließ sich streicheln und lief auf der Terasse ganz frech über den Tisch, wenn wir beim Gläschen Wein plauderten. Rudi hieß der nette Rabenvogel (hätte natürlich auch eine Dame sein können ;-)) So unerwartet, wie er gekommen war, war er eines Tages auch wieder verschwunden.
Gruß. Kerstin
@Manfred Jochum: Lieber Manfred, über Deinen kurzen Zuruf freue ich mich genauso, wie über eine lange Anmerkung!
Die Stimmung sollte genauso ankommen; freut mich, wenn es gelungen ist.
Kerstin
@piet h.: Lieber Piet, um solch ein Wetter zum Fotografieren zu finden, musste ich extra eine Dienstreise nach Berlin machen ;-))
Aber es hat ja vielleicht alles einen Sinn, vordergründig zumindest den, dass ich den Rabenvogel in der Pfütze traf ...
Gruß. Kerstin
@Peter Kloth-Schad: Lieber Peter, freut mich, dass Du das mit dem Spiegelbild so gesehen hast.
Rabenvögel sind, anders als die meisten Vogelarten, besonders kluge Tiere mit einigen Eigenschaften, die sie dem Menschen symbolisch gesehen ähnlich erscheinen lassen (in der Mythologie wird im Allgemeinen nicht zwischen Raben und Krähen unterschieden). Da Rabenvögel Geräusche imitieren und (beispielsweise die Dohlen) sogar menschliche Laute wiedergeben können, sind die Rabevögel Symbole für Weisheit, Prophezeiungen und Geschwätzigkeit (Als Strafe für ihre Schwatzhaftigkeit soll Apollon das früher weiße Gefieder des Raben schwarz gefärbt haben.) Raben sind Aasfresser, deshalb stehen sie auch für Bosheit und das Böse an sich. Auf Galgen sitzende Raben warten auf den Tod der Gehenkten, um das Fleisch aus dem Körper zu picken. Und natürlich denkt man an die Bilder von Rabenschwärmen über mit Toten übersäten Schlachtfeldern. Sie gelten deshalb auch als Unglücksbringer. Einen bekannten Unglücksraben kennen wir in der Gestalt des "Hans Huckebein" (Wilhelm Busch).
Schwarzer Rabe auf schwarzem Grund könnte auch so aussehen ;-)) Der Regen kam noch erschwerend dazu ;-)) Gruß. Kerstin
Eine kluge und klug geführte Diskussion hat sich um diese Aufnahme entwickelt. Ich gestehe, daß sie mich in weiten Teilen fast stärker gebunden hat, als das Bild selbst. Aber vielleicht liegt gerade hierin Kerstins besondere Begabung, womit ich das fotografische Ergebnis nicht schmälere - auch nicht kann, das steht für sich. So gelingt es aus meiner Sicht nur noch E. Meinecke, wenn auch anders.
Also, es muss gesagt werden : Ich sehe überhaupt keinen Raben, sondern eine ältere Dame (kleingeschrumpft, von wem weiß ich nicht) von hinten, die verzweifelt versucht, ihr langes Abendkleid über die Pfützenebene zu heben. Eigentlich wollte sie doch zum Geschäftsjubiläum, aber dann fuhr ihr das letzte Taxi vor der Nase weg und so sah sich sich gezwungen, die letzte Wegstrecke zu Fuß zurückzulegen.Nur gut, dass sie heute beschlossen hatte, ihren geliebten Pelz wieder um die Schultern zu tragen, so fror sie wenigstens nicht.
Kerstin, Du hast ein starkes Stück Foto abgeliefert.
Ein schönes Wochenende wünscht Dir : Ralf
@Andreas Pawlouschek: Lieber Andreas, ich kann mich für dieses besondere Lob nur bedanken und gebe es, was die Diskussion betrifft, an alle weiter, die daran mitgewirkt haben. Allein wäre sie nicht möglich.
Gruß. Kerstin
@Ralf J. Diemb: Lieber Ralf, danke; das ist eine wundervolle Sicht der Dinge und ein herrlich geschriebener Text. Man möchte der älteren Dame fast behilflich sein, aus der Pfütze herauszutreten. Sie wird sich ihr Schuhwerk ruiniert haben ;-))
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag. Meiner wird sicher interessant; ich fahre gleich zur art Basel.
Gruß. Kerstin
Carsten Mundts Text zaubert mir ein breites Lächeln ins Gesicht ... Von mir nur so viel : dunkel, mystisch und unbehaglich, aber durchaus faszinierend. Übrigens - wir könnten Regen gebrauchen ;-)
Liebe Grüße, Hanne
Ein völlig unverständliches Bild für mich, liebe Kerstin! Ich sitze hier am am Schlepptop im Garten und warte auf den Kaffee. Allerdings sind meine Füße auch im Wasser - in einem Bottich! Regen - was ist das??? :-))
Dein Nebelkrähen-Hugin hat es da wohl nicht so gut getroffen (und Du damit auch nicht auf Deiner Dienstreise) aber so kann er doch noch noch zu einer Gedankenreise in mystische Welten inspirieren.
Nebenbei: Herr Wiki sagt: "Die Nebelkrähe wird je nach Lehrmeinung als Unterart der Aaskrähe (Corvus corone, dann Corvus corone cornix) oder als eigenständige Art (Corvus cornix) angesehen. Letzteres ist erst seit 2002 üblich und noch umstritten. Die Nebelkrähe ging aus der Rabenkrähe, der sie noch sehr in Verhalten und Struktur ähnelt, in Folge der Eiszeit im nördlichen Europa hervor. Die geographische Trennlinie zwischen den Arten bzw. Unterarten bildet unter anderem die Elbe. In diesen Kontaktzonen vermischen sich die Arten (Intergradation) und zeigen Gefiedermerkmale beider Elternteile."
Gruß KD
Nach deinem Flamencorot nun ein schlichtes Grau in Grau? Wie so die Stimmungen schwanken, wie im richtigen Leben. Auch wenn man nicht in die Seele des Raben schauen kann, so habe ich bei aller Trübheit der Szenerie das Gefühl, er genießt den Regen. Solange der so ist, würde ich auch meine Schuhe ausziehen und durchs Nass schlendern.
Gruß Andreas
das selbstverständliche getapse durch die pfütze erinnert mich an kinder. wir springen so oft drüber, aber die kinder laufen gerne duch, dass es spritzt.
lg renate
@Karl-Dieter Frost: Lieber Karl-Dieter, am heutigen Morgen sieht es bei uns nun auch so aus, als könnte sich die Sonne für ein Ganztagsstrahlen entscheiden ;-) Für die Vegetation war der Regen sehr gut; im Garten wächst alles sehr üppig (allerdings auch das Gras und das Unkraut ;-)) Mit "Schlepptop" ;-) und Wasserbottich auf den Kaffee zu warten, ist natürlich eine wirklich sehr schöne Vorstellung ... Ich hoffe mal auf das nächste Wochenende.
Danke auch für die Informationen zur Nebelkrähe. Dass die Elbe diesbezüglich noch eine Trennlinie darstellen könnte, war mir gar nicht bewusst.
Gruß. Kerstin
@Andreas Denhoff: Lieber Andreas, im Leben kann es ja nicht nur Flamencorot geben; das würde man (und die Augen ;-)) möglicherweise auch gar nicht aushalten. Ein wenig Abwechslung kann vielleicht nicht schaden ;-) Das Grau in Grau wollte ich hier auch im Zusammenhang mit der Bedeutung des Wortes Hugin und im globalen Zusammenhang sehen.
Der Vogel machte nicht den Eindruck, als würden ihn die nassen Füße stören; er watete recht gemächlich vor mir durch die Pfütze und ließ sich dabei auch nicht stören. Ob Tiere den Regen bewusst genießen können, weiß ich gar nicht, vielleicht ist das wirklich so; zumindest dürfte er für sie angenehmer sein als Schneee oder Eis im Winter.
Gruß. Kerstin
Sich Gedanken machen ... der Test, ob ein Tier oder ein Kind bereits ein Bewusstsein seiner selbst entwickelt hat, ist der Spiegeltest. Die meisten höheren Tiere bestehen ihn nicht, sondern sehen ihr eigenes Spiegelbild als einen Artgenossen und damit als Rivalen an. Bislang wurde von einzelnen Affen berichtet, die das Spiegelbild als solches durchschauten und es dann etwa zur Begutachtung von Körpergegenden nutzten, die sie sonst nicht sehen konnten. Die Dokumentation „Kluge Vögel“ von 2007, in diesen Tagen wieder ausgestrahlt, zeigte einen Vertreter der Papageien- oder Rabenvögel, der mit einem aufgeklebten gelben Punkt markiert wurde und den Spiegel dazu nutzte, diesen Punkt wieder abzubekommen. Demnach haben einzelne Affen sowie Vertreter der Arten Papageien- und Rabenvögel ein Selbstbewusstsein. Das hängt damit zusammen, dass ihr Gehirn im Verhältnis zur Körpermasse die gleiche Größenrelation hat wie das menschliche Gehirn und vor allem damit, dass der Anteil des Vogelgehirns, der von der Struktur der Neocortex des Menschen entspricht, weitaus größer ist, als man früher annahm. Die Intelligenz dieser Vögel entspricht etwa der eines fünfjährigen Kindes. In der angesprochenen Dokumentation wurde ausgeprägter Werkzeuggebrauch in der freien Natur und erstaunliches technisches Verständnis in arrangierten Versuchsaufbauten gezeigt. Allerdings klappt es bei den Rabenvögeln nicht immer mit der gegenseitigen Hilfe, was aber bei bestimmten Wüstenvögeln der Fall ist, die ganz eindeutig kooperieren, etwa dann, wenn eine Schlange von den Nestern verjagt werden soll. Die mangelnde Kooperationsfähigkeit der Rabenvögel entspricht ebenfalls einem bestimmten Entwicklungsstadium des Kindes. Ein vorgeführter Papageienvogel konnte zweifelsfrei Farben unterscheiden und die Anzahl der Gegenstände einer bestimmten Farbe innerhalb einer Menge verschiedenfarbiger Gegenstände angeben.
Insoweit hat die polytheistische Mythologie des Nordens gar nicht so Unrecht, wenn sie ausgerechnet zwei Raben als „der Gedanke“ und „die Erinnerung“ in der Rolle der Informationsbeschaffer Odins auftreten lässt. Wahrscheinlich ist die Klugheit dieser Vögel bereits immer gefühlt worden, auch wenn der empirische Nachweis des Grundes erst kürzlich gelang.
Was Absicht betrifft, den abgebildeten Raben im Regen als Sinnbild eines Menschen aufzufassen, so ist nach den geschilderten Tatsachen gerade dieser Vogel dafür gut geeignet. Ein Wellensittich wäre da durchaus fehl am Platz. In anderem Zusammenhang lesen und hören wir davon, dass der Mensch seinen Schatten oder sein Spiegelbild als Sinnbild für die Seele an den Teufel verkauft hat. Der Rabe hier im Bild macht das Spiegelbild auch zum Problem, indem er die bekannten konzentrischen Kreise erzeugt, die das Spiegelbild verzerren. Für den gemeinten Menschen bedeutet das, dass er das, was sein Bewusstsein ausmacht, selbst in Zweifel zieht, also sich nach seiner wahren Identität fragt. Diese Haltung ist in verschiedenen Lebensphasen ungleich stark ausgeprägt und in der reiferen Jugend zuweilen ausgesprochen gefährlich. Wenn ich nicht irre, hat eine mir bekannte Fotografin dieses Thema bereits mehrfach auf verschiedene Weise dargestellt. Auf jeden Fall ist für den, der sein Spiegelbild einmal zum Schwingen gebracht hat, das Leben nie wieder wie vorher. Aber wir dürfen annehmen, dass das jedenfalls etwas ist, was nur der Mensch kann. Eckhard
@Eckhard: Lieber Eckhard, danke für die interessante Besprechung. Ich hatte zwar von der Elster Gerti und dem bestandenen Spiegeltest gelesen, die Dokumentation allerdings leider nicht gesehen.
Dass Tiere ihr Spiegelbild als Artgenossen betrachten, konnte ich bereits in früher Jugend bei unserem langjährigen Hausgenossen, dem von Dir angesprochenen Wellensittich, beobachten, der sich mit seinem Spiegelbild manchmal derart intensiv unterhalten hat, dass er der Wirklichkeit völlig entrückt zu sein schien ;-)) Rivalität war zumindest in diesem Fall nicht zu bemerken (er liebte seinen Spiegel ;-)) - allerdings auch keine ausgeprägte Intelligenz.
Von der Kooperationsfähigkeit hatte ich in einer Fernsehsendung über Pinguine gehört. Sie sollen ihre Beute gemeinsam jagen, indem sie sie zusammentreiben. Von dem Erlebnis der Treibjagd mit 8 Mähdreschern, das ich einmal in einem Praktikum hatte und das man sich, bildlich gesehen, ähnlich vorstellen muss, werde ich an dieser Stelle allerdings besser nicht berichten...
Ich denke auch, dass die Menschen bereits sehr früh bewusst Beobachtungen bezüglich der Tiere gemacht haben; machen mussten, da sie physisch in viel stärkerem Maße direkt von der Natur abhängig waren, als wir es heute sind.
Den letzten Absatz Deiner Besprechung brauche ich nicht weiter kommentieren, er ist wunderbar geschrieben und trifft natürlich eine der Deutungsebenen direkt.
Es gibt allerdings noch einen weiteren Ansatz, neben den bereits angesprochenen, der vielleicht gleichzeitig der Auslöser war, das Bild zu diesem Zeitpunkt einzustellen. Ich habe bewusst nur den Hugin als den Denker hier abbilden wollen. In seiner Eigenschaft als einer der Berater Odins kennt er die Welt, die Menschen auf ihr und ihre Entwicklung. Er ist klug und nachdenklich (im übertragenen Sinne) und steht trotzdem in grauer Umgebung ratlos im Regen mit den Füßen im Wasser.
Nachdem wir uns in der letzten Zeit über einige die Erde aktuell tangierende Themen unterhalten hatten, beispielsweise anlässlich Deiner Bilder "Am Ball", der Serie "Waldspaziergang" oder Carstens Bild "Melkøya", kam mir das Bild des Rabenvogels aus der Nordischen Mythologie in den Sinn, der bei aller Weisheit im Angesicht der derzeitigen Entwicklungen und der Einstellung mancher Menschen dieser Problematik gegenüber vielleicht auch keinen Rat mehr wüsste.
Dieses Bild hat alles drin,
was sich so bei einer Pfütze
abspielt.
Von nahezu konzentrischen
Kreisen, bis verlorene durch die
Tropfen hervorgerufene kleine
Kreise
Finde es sehr stimmungsvoll und
der Situation "regengerecht" aufgenommen.
Daß es sich um Berlin handelt, ist natürlich
nicht zu ersehen ( braucht es auch nicht), aber
mich freuts trotzdem, zeigt es doch, daß
du dort warst, und ich bin Berlinerin.
LG Elfi
( ich habe hier der Zeit wegen keinen
Kommentar lesen können, verzeih)
@E-Punkt: Liebe Elfi, ich schreibe den Aufnahmeort nur der Vollständigkeit halber dazu. Das hat nicht immer eine tiefere Bedeutung.
Ich wusste bislang gar nicht, dass Du Berlinerin bist. Ich habe während des Studiums auch fünf Jahre in der Stadt gelebt ;-)
LG. Kerstin
@Feldweg: Als Symbol für die Erinnerung befände sich Munin in einem äußerst tristen Umfeld ;-) Auch wenn man in allem etwas Schönes finden kann, wünsche ich niemandem, dass seine Erinnerungen so düster aussehen.
Hugin war als Titel für das Bild natürlich nicht zufällig gewählt.
Gruß. Kerstin