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Bratislava: Denkmal für Samo Chalupka .... von Hartmut Sabathy

Bratislava: Denkmal für Samo Chalupka ....


Von 

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7.03.2012 um 7:40 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
lt http://www.inst.at/berge/perspektiven/kostalova.htm

Samo Chalupka (1812-1883) war der älteste und zugleich Bahnbrecher der volksliedhaften romantischen Poesie in slowakischer Sprache. Nach Anfängen im antikisierenden Klassizismus bzw. bereits Vorromantismus in tschechischer Sprache beginnt er schon zehn Jahre vor der Sprachkodifizierung slowakische Poesie zu schreiben. Ihr, vor allem Chalupkas Reimkunst, wird innerhalb der Gruppe der höchste Wohlklang zugeschrieben3. Drei Themen stimmt er in seinen Gedichten immer wieder an: den Freiheitskampf, sein Vaterland und die eigene Nation. Hervorgehoben wird dabei von seinen Kennern, daß für Chalupka die Topografie seiner slowakischen Heimat, Berge und Flüsse, eine große Rolle spielen. Sie sprechen von seinem topografischem Patriotismus4. Bereits in den tschechischen Gedichten äußert er tiefe Zuneigung und Verbundenheit mit der ihn umgebenden Landschaft. So in einem Sonettfragment "O Vy hlasy Tatry zvavé" (O ihr Stimmen der Tatra), wo er die gewaltigen Stimmen der Tatra-Berge um Widerhall seiner Sehnsüchte bittet, oder im Gedicht "Má otcina" (Mein Vaterland), in dem er seine Heimat als reich mit Naturschönheiten beschert und deren Volks als ebenso felsenfest wie das alte Tatragebirge besingt. Hier klingt bereits sein Wille an, in den Kampf zu fliegen, wie er schreibt, und für ein freies Vaterland seiner Enkel zu sterben. Zu erwähnen ist, daß sich Chalupka 1831 am polnischen Aufstand selbst beteiligt haben soll. Immer wieder wird von ihm diese Kampfbereitschaft verkündet, wobei er immer von neuem die Stärke und das Äußere der Slowaken von dem bergigen Charakter der Landschaft ableitet, von der Natürlichkeit einer Tatra-Tanne, wie es z.B. im Gedicht "Slovák, švárny Slovák" (Ein Slowake, ein fescher Slowake) heißt. Man kann sicherlich am Hintergrund der heroisch anmutenden Berglandschaft von Chalupkas wiederholter Idylisierung des Slowakenbildes sprechen, begründet in dem Schmerz über dessen Unfreiheit und Zurückgebliebenheit. In solchen Zeiten trauert die mächtige Mutter Tatra um ihre geknechteten Kinder und hüllt sich in dunkle Gewitterwolken ein, die einerseits Zeichen der Traurigkeit sind, andererseits den bevorstehenden, vom Dichter beschworenen Befreiungskampf anzudeuten scheinen. So im Gedicht "Smútok" (Die Trauer). In dieser schwer ertragenen Lage beginnt dem Dichter nicht nur die ruhmreiche, weil freie Vergangenheit des erwähnten Großmährischen Reiches durch die dunkle unfreie Gegenwart hindurch zu leuchten, sondern auch die zurückliegenden, ebenfalls immer wieder idealisierten Siegeszüge der Slowaken gegen alle ihre Unterdrücker, ob Römer, Türken oder Ungarn. Diesen Themen sind einige der bekanntesten Gedichte Chalupkas gewidmet: "Bolo i bude" (Es war und wird wieder), "Mor ho!" (Vernichte ihn!), "Boj pri Jelšave" (Die Schlacht bei Jelšava), oder "Bombura" (Bombura). Auch hier sind hohe Berge Symbole der slowakischen Widerstandskraft bzw. es klammern sich an sie des Dichters Sehnsüchte nach deren Wachrüttelung. Im Gedicht "Es war und wird wieder" wünscht er sich, daß sich die Slowaken eine vergleichbar herausragende Stellung unter den Völkern zurückerobern, wie sie sie im Großmährischen Reich im 9. Jahrhundert hatten bzw. wie herausragend sich der 2494 m hohe Berg Kriván in der westlichen Hohen Tatra ausnimmt. Insgesamt spielt gerade dieser Berg Kriván als Symbol der nationalen Erhebung im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Im August 1841 fand der erste der vielen nachfolgenden, zur Tradition gewordenen Nationalaufstiege auf den Kriván statt, damals angeführt von L'udovít Štúr. Als Erinnerung unter anderem an den antifaschistischen Kampf der Slowaken 1944 war er nach dem zweiten Weltkrieg mit einem Partisanenfeuer im Vordergrund als slowakisches Nationalsymbol im Staatswappen der Tschechoslowakei abgebildet.

In Chalupkas wohl berühmtestem Gedicht "Vernichte ihn!" fliegen die Tatra-Adler, sprich die wie Tannen gewachsenen und wie Felsen harten und stolzen slowakischen Söhne des einstigen Ruhms, wie der Dichter sie bezeichnet, in die Donauebene herunter, um dem römischen Kaiser als Zeichen des Wohlwollens Brot und Salz anzubieten, zugleich aber auch ihre Nichtbereitschaft zu demonstrieren, sich von ihm in die Knie zwingen zu lassen. Gleich darauf fallen sie opferwillig im Freiheitskampf gegen den sie beleidigenden Römer.

Im allgemeinen verhält es sich mit den erwähnten zwei Landschaftscharaktern so, daß die die Freiheit bedrohenden Feinde der Slowaken - historisch richtig - immer wieder aus dem Süden, aus der Ebene kommen - Römer, Türken und natürlich Ungarn, wie schon gesagt, wie in den anderen erwähnten Gedichten -, so daß sich ihnen die Slowaken zusammen mit den sie umgebenden hohen Bergen in den Weg stellen und sie mit Hilfe ihrer scheinbaren Kraft erfolgreich bekämpfen. Sie, die Berge, sind eine Art topografischer Bezugspunkt, die schützende und zugleich den heldenhaften Charakter vermachende Mutter, eine nationale Identitäts- und Kraftquelle.
an einem anderen Platz, weiter Westlich gibt es noch ein Denkmal für Ludovet Stur
, der zur gleichen Zeit wie Samo C. lebte, und die slowakische Schriftsprache entwickelte

einen angenehmen Mittwoch!

Anmerkungen:

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J.Jürgen Bögel, 23.01.2008 um 22:55 Uhr

Das Denkmal hast du gut getroffen ....
da hast du dir aber große Mühe gegeben mit der Beschreibung jetzt kenne ich Samo auch.
LG



Edeltrud Taschner, 24.01.2008 um 8:17 Uhr

Danke für die sehr ausführliche Information.
Auch an diesem Bild ist wieder erkennbar, wie intensiv und mit welcher Akribie Du Dich über die Plätze oder Denkmäler, die Dir bei Deinen Städteausflügen begegnen, informierst. Alle Achtung, kann ich nur sagen.
LG Edeltrud



Jana Fischerova , 24.01.2008 um 21:10 Uhr

Hartmut, Du tust richtig etwas für die Verbreitung slowakischer Kultur! Ich finde es toll, wie Du Dich mit der Geschichte und der Kultur auseinander setzt!
Jana



georg p. , 24.01.2008 um 22:59 Uhr

ein super foto ( va die bildaufteilung )
und wieder einmal hut ab vor deinem wissen

lg



DSK , 25.01.2008 um 12:25 Uhr

Find ich sehr gut
LG Micha
_____________________________



Günter Walther, 7.03.2012 um 8:04 Uhr

Interessantes Denkmal, leider ist das Foto sehr blass. Mehr Kontrast würde hier helfen. Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
MfG Günter



Karl H, 7.03.2012 um 8:14 Uhr

"Vernichte ihn" ... sehr romantisch ...

lg Karl



Wolfgang Weninger, 7.03.2012 um 21:17 Uhr

bei uns sind die Herren praktisch unbekannt, aber du weißt sehr viel über die lokalen Größen
Servus, Wolfgang



Wolfgang Bazer, 7.03.2012 um 22:33 Uhr

Die Wohngegend scheint aber recht trist zu sein...
LG Wolfgang



Klaus-Günter Albrecht, 11.03.2012 um 18:54 Uhr

Das war mir noch völlig neu. Prima Info!
Liebe Grüße Klaus



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