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Fächer von Agora Bilddiskussion intensiv

Fächer


Von 

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1.07.2013 um 12:30 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
Spielregeln der Sektion Agora - Bilddiskussion intensiv findet Ihr hier: http://www.fotocommunity.de/info/Agora_-_Bilddiskussion_intensiv




Wichtig:

Hier werden unkonstruktive und/oder verletzende Anmerkungen gelöscht. Wir bitten darum die Diskussion aufs Bild zu fokussieren und persönliche Streitigkeiten, genauso wie irgendwelche Vermutungen über den Bildautor, aus der Diskussion herauszulassen.

1. Das Foto darf noch nicht auf der fotocommunity veröffentlicht worden sein
2. Der Fotograf bleibt bis zum Schluss anonym und darf sich erst in einem Schlusskommentar äußern, den er an uns ( Bilddiskussion_Intensiv@fotocommunity.net ) vorher sendet.
3. Bitte teile uns direkt mit, ob Du als Fotograf ( UserID) nach der Diskussion genannt werden möchtest.
4. Beschreibe, warum Du das Foto genau so aufgenommen hast. Welche Idee steht dahinter?

Anmerkungen:





Agora Bilddiskussion intensiv, 1.07.2013 um 12:31 Uhr

Der Fotograf schreibt:
Das Bild zeigt einen alten Werkzeug- und Ersatzteileschrank im Werkzeugmuseeum Remscheid (NRW). Im Hintergrund sieht man ein großes Poster mit Arbeitern um 1900 in einer Fabrik.
Aufgenommen wurde das Foto mit einem Canon 50mm f1,8. Ich habe das Bild zwar nicht in s/w geschossen, aber später am PC gefiel mir die s/w Version viel besser.
Das Bild sollte wenig zeigen, viel Platz für eigene Gedanken lassen und nach alt aussehen.



Morgen -- Rot, 1.07.2013 um 15:04 Uhr

Sorry, lieber Remscheider(?) sw-Fotograf,

aber bei diesem Bild wird der Unterschied von echter sw-Fotografie zu solcher, die durch digitale (Nach)Bearbeitung entsteht, nur allzu deutlich.
Damit meine ich das zu vor eingestellte Bild.

Das Motiv gefällt mir.
Der Schnitt wirkt auf mich aber unglücklich, links zu wenig, rechts zu viel (anthrazitfarbene Suppe).
Das alte "Poster" hätte mehr verdient.
Ich komme zwar aus der Gegend, das Museum kenne ich aber (noch) nicht.
Steht ab jetzt auf der "To-Do"-Liste.
Danke für den Tip!

Das Spiel mit der knappen Schärfeebene ist nicht schlecht!

Grüsse aus der Nachbarschaft, Annett



Clara Hase, 1.07.2013 um 18:57 Uhr

mich irritiert schon der Titel - es sind Schübe, Schubladen, von mir aus Schubkisten

Ich meine Morgen-Rot hat Recht, rechts verliert sich das alles im Staub der Vergangenheit
und vorne möchte man eine Lade aufziehen.


Mal abgesehen von den grossen Zahlen, sieht man herzlich wenig von diesem "gelebten Leben" einer Schublade - es vermuschelt alles zu unscharfen Flecken.

Schärferverlauf ist zu knapp - dreissigstel sollte man auch in der Hand noch halten können, wäre evt Blende weiter zu.



Andreas Henschel, 1.07.2013 um 19:41 Uhr

Mir gefallen die knackigen Kontraste, die Fluchtlinien, die durch die Schubladenstruktur entsteht, die Kratzer und damit die Verruchtheit der (Werkzeug-) Kommode.
Der schwarze Hintergrund ist für mich zu diffus. Ich kann dort nichts erkennen, was mich in Verbindung mit diesen Schubladen bringt. Die Fläche ist zwar ein bisschen lebendig, aber die hat mir einen zu grossen Schwarzanteil. Von daher wird die Bildaussage für mich reduziert auf 'alte Kommode'.
Der Anschnitt der Kommode vorne empfinde ich als gelungen, weil sonst die senkrechte kante das Bild auseinander schneiden würde. Ich mag den Schärfeverlauf sehr, weil er auch hier die Tiefe des Bildes unterstützt. S/W steht dem Bild. Ob man diesem Bild die digitale Entstehung ansieht, müsste man mir mal genauer erklären. Fest steht, dass dieses Bild an einem Monitor angeschaut wird, der digital befüttert wird.
Danke fürs Zeigen
Andreas



Inselblick, 1.07.2013 um 20:42 Uhr

Sowas wie ein alter Apothekenschrank. Die gefallen mir sowieso immer. Wie mir auch allgemein Detailaufnahmen von Dingen mit Patina gefallen. Das ist hier gut gelungen. Die Oberflächenstruktur kommt sehr gut zur Geltung. Die Schärfe sitzt exakt dort wo sie sitzen muss. Schön auch der unscharfe sehr dunkle Hintergrund. Wurde wahrscheinlich mit vorhandenem Licht aufgenommen. Schwarzweiss passt hier super.
Für mich ein perfektes Foto.
Die Anmerkung des Fotografen und die Kommentare lese ich immer erst später: Es sollte nach alt aussehen und Platz für eigene Gedanken lassen. Das tut es wohl.
Das Poster im Hintergrund ist nicht als solches zu erkennen. Ich weiß nicht ob das so beabsichtigt war, denke aber dass das nicht wichtig ist für das Bild. Ich habe gedacht da sind echte Menschen im Hintergrund. Die geringe Schärfentiefe gibt dem Bild Tiefe und Raum.
LG Inselblick



Pixelfärber, 2.07.2013 um 13:58 Uhr

Der Schrank wirkt plastisch, weil die Vorderkante noch im Bild ist, auch die Knäufe an den Schubladen tragen zu dieser Wirkung bei. Er regt mich auch zu ein paar Gedanken an. Zum Beispiel enthalten die Zettel, die auf den Schubladen kleben, Durchmesserangaben. Vielleicht waren zuletzt Muttern und Schrauben drin. Die großen Nummern ermöglichten den raschen Zugriff für Leute, die schon wussten, was in welcher Schublade lag. Der Schrank sieht aus, als ob sehr häufig zugegriffen wurde. Das Motiv gefällt mir. Der Schrank steht auch gut im Licht.

Die Fluchtlinien führen den Blick ins Dunkel. Schön wäre es, wenn sie den Blick in die dunkle Vergangenheit führen würden. Aber ohne den Hinweis, dass dort ein Poster von Fabrikarbeitern um 1900 hängt, sehe ich nichts, und mit dem Hinweis auch nur das, was ich mir einbilde (Oberkörper? Gesichter? Helle und dunkle Kopfbedeckungen?) Um die Gedanken anzuregen, muss wenigstens schemenhaft noch etwas erkennbar sein. Bei der Umsetzung von Farbe in SW hat man (mit geeigneter Software) viel mehr Spielraum, Helles dunkler und Dunkles heller zu machen als bei Farbe oder bei einer SW-Aufnahme in JPG. Deswegen finde ich Deine Vorgehensweise prinzipiell richtig.

Aber wenn es zu dunkel war, warum nicht z.B. ISO 800? Denn auch die Blende war zu weit offen, um noch etwas vom Poster sichtbar zu machen. Dagegen finde ich es gut, den Fokus gleich auf die ersten Schubladen links zu richten, weil man so gerade noch die Zettel auf den Schubladen lesen kann.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Vielleicht wäre es besser gewesen, auf den Hinweis mit dem Poster zu verzichten und den dunklen Bereich kräftig zu beschneiden und die noch verbleibenden hellen Stellen etwas abzudunkeln, damit er nicht so unruhig wirkt.



Kerstin Marsidis, 2.07.2013 um 16:17 Uhr

ich habe auch gedacht, im Hintergrund würden echte Menschen vorbeigehen. Nun weiß ich, dass dort ein Poster mit einer Fabrikszene von 1900 hängt und finde es schade, dass man davon nicht etwas mehr erkennen kann.
Gerade der Gedanke, dort wuseln irgendwelche Leute im Hintergrund hat meine Fantasie angeregt. Der Schrank wirkt so alt wie er ist und die Bildaufteilung lässt meinen Blick unweigerlich von den Schubladen zu den vermeintlichen Menschen rechts im Dunkeln wandern. Irgendwie richtig spannend, weil man diese "Menschen" nur so schemenhaft erkennen kann und ich mich frage, was machen die da eigentlich, braucht jemand vielleicht was aus dem Schrank, woran werkeln die Leute da? ;-) Aber dort ist ja niemand. Nur ein Poster :-)



Katja Strohschein, 2.07.2013 um 17:04 Uhr

wunderschön !
lg Katja



Jeremy8888, 2.07.2013 um 23:55 Uhr

Interessantes Bild, da Gestaltung nicht klassisch und daher provozierend für den Betrachter. Ich habe einmal versucht, den Hintergrund rechts etwas aufzuhellen. Das bringt leider nicht wirklich etwas, da leider kein differenziertes Bokeh entsteht und die großen hellen Flecken die Aufmerksamkeit vom Kasten ablenken. Das Bild wirkt dadurch stark unausgewogen. Ich würde es daher genau so lassen, wie es ist: Natürlich entsteht Spannung zwischen Vorder- und Hintergrund, natürlich wurde kein goldener Schnitt gewählt. Love it or leave it.


roswitha v.g., 3.07.2013 um 7:33 Uhr

mag die bildidee. aber schärfentiefe ist mir hier mit blende 1,8 einfach zu knapp, so dass ich das ganze eher als studie zum thema schärfe/unschärfe betrachte. - schade, eigentlich kann man die idee recht gut realisieren, so, dass auch der betrachter, ohne erst lesen zu müssen, weiß, was der fotograf sich eigentlich gedacht hat.

den vergleich zwischen "echter sw-fotografie zur digitalen" finde ich als kritikpunkt zu weit hergeholt.

danke für das zeigen deines bildes!
lg kerstin



pixobox, 3.07.2013 um 13:06 Uhr

In einer Werkstatt ...vorne Schubfächer mit Werkzeug oder Ersatzteilen, hinten, nur zu erahnen, Personen, die irgendwelche Arbeit verrichten. Das Bild bezieht seine Spannung daraus, dass man nichts Genaues weiß, weder, was die Schubladen enthalten, noch, was in der Werkstatt hergestellt oder repariert wird. Die beiden scharf abgebildeten Schubladen wirken wie der Klappentext eines Buches. Wir lesen von handwerklicher Arbeit und vermuten, dass mit Metall umgegangen wird (Verschmutzung, Durchmesserangaben). Mehr wird nicht verraten - ein Leser wäre jetzt auf den Inhalt des Buches gespannt, mit dem Klappentext alleine ist keiner zufrieden. Der Betrachter des Fotos aber muss sich begnügen. Ihm wird nur die Fantasie weiterhelfen, wenn er hinter das Offenkundige blicken will. -

Wie die S/W-Darstellungsweise zustande gekommen ist, kann kaum von Belang sein. Von allen digitalen Bearbeitungsoptionen ist die s/w-Reduzierung wohl eine der gängigsten und bietet ausreichende Möglichkeiten, ein "echtes" S/W-Foto zu simulieren. Ob diese Möglichkeiten beim vorliegenden Foto zufriedenstellend genutzt wurden, möchte ich bejahen, ist aber Geschmacksache.




Klaus-Günter Albrecht, 4.07.2013 um 10:48 Uhr

Der Schärfebereich ist eng, muß aber auch nicht weiter reichen. Wenn Dein Ziel war, das Vergessen dieser einstigen Arbeitswelt deutlich zu machen, dann macht das Bild einen Sinn. Dazu ist auch die Reduktion auf Schwarzweiß passend.
Liebe Grüße Klaus



Auferstanden aus Ruinen, 5.07.2013 um 12:27 Uhr

Mir gefällt die Aufnahme auch recht gut.

Da ich ein Liebhaber von schmalen Schärfebereichen bin stört es mich nicht, dass hier nur die vorderen zwei Schubladen scharf sind.
Das Benutzte, das Alte dieses Schrankes kommt sehr gut zur Geltung.

Um speziell den industriellen Standpunkt dieses Schrankes hervorzuheben würde ich mir wünschen, dass gerade das Poster mit den historischen Arbeitern zu erkennen wäre. Hätte der Fotograf nicht erwähnt, dass dort ein Poster mit Arbeitern ist, ich hätte es nicht bemerkt. Für mich muss das Poster nicht scharf sein, aber der rechte Bildbereich sollte offener sein.






Joe Cuhl, 5.07.2013 um 13:22 Uhr

Eine morbide Stimmung - Das Poster im HiGrund erkenne ich nicht als solches. Habe mir das Foto jetzt mehrmals angeschaut und empfinde immer noch, sowohl bei Spontanbetrachtung, als auc hbei längerem Hinsehen, dass die Schärfe eher auf die nächste Spalte der Schubladen gehört hätte. Es fehlt mir eine "hinleitende" Unschärfe im Vordergrund. Der Blick wird immer wieder nach links auf die scharfen Bereiche gezogen und muss sich dann neu ins Bild reinarbeiten. Das ist anstrengend und etwas verwirrend. Gut finde ich, dass auch die Seitenwand des Schrankes im Vordergrund noch Zeichnung hat.

Gruß ausm Pott
JC



Thomas Bregulla, 6.07.2013 um 10:26 Uhr

Offenblende ist eben nicht immer die beste Wahl. Im Grunde genommen sogar am seltensten. Hier hätte man das Bild am Ende des Schranks schneiden können und hätte keinen Verlust erlitten. Das bisschen Kontext, was man neben den Schrank vermuten könnte, verschwindet in einer unerkennbaren, dunklen Suppe.
Erinnert mich an frühe Nagelreihenaufnahmen, bei der Schärfe und Tiefenschärfe experimentell versucht wurden, und meistens mit der Frage endeten: "Warum ist die Schärfe nicht da, wo ich sie haben wollte..."
Die Schwarz-Weiß Konvertierung ist geschmacksfrage - nicht alles, was s/w und stark kontrastig ist, ist automatisch gut. - Aber, wenn man es selbst noch nicht gesehen hat, reizt es das Auge besonders, und dann empfindet man eben so .. nach einem halben Jahr, mag man es sich dann aber nicht mehr ansehen.
Ich spreche da aus Erfahrung.

Hinweis: Die Blende zudrehen, weniger mit der Tiefenschärfe spielen und sehen .. sehen .. sehen. Irgendwann macht es mal klick, dass ein Bild interessanter wird, wenn man den Blick kreisen lassen kann und nicht mit voller Wucht vom Fotografen gegen den Schrank gekloppt wird: "Guck hier, gefälligst da wo ich es hinhabenwollte!" .. Aua.



Matthias von Schramm, 7.07.2013 um 9:24 Uhr

ich widerspreche meinem vorredner, dass offenblende in den seltensten fällen eine gute wahl ist. dies ist eine frage der fotografischen perspektive, bzw. der erzählerischen herangehensweise an ein foto. aber wer für alles offen ist - das stimmt - muss am ende was feststellen? genau!

now what?!

aber wenn ich mich dem inhalt dieses fotos nähere, da bemerke ich schnell die verzichtbarkeit der offenen blende und somit einer großen unschärfeebene.es geht hier um fächer, schubladen, wie auch immer. es geht um diese schönen kästen in der sich geheimnisse vor uns verbergen. ich muss diese kästen (deren wahre farbe mich jetzt sehr interessiert hätte - etwas schön warm holziges vielleicht?) in ihrer ästhetischen eigenschaft sehen und nicht versuchen offenblendtechnisch zu abstrahieren, zusätzlich anonymisieren. das ist zuviel des gutem. auch macht es keinen sinn, dass man von dem poster im hintergrund so gar nichts mehr erkennen kann.



Der Jürgen, 7.07.2013 um 9:48 Uhr

mir gefällt es nicht. ein fotografisches mittel am falschen motiv völlig verfehlt.


Morgen -- Rot, 7.07.2013 um 12:50 Uhr

Ich habe mich hier schon zum Schnitt und zur Aufnahmetechnik geäussert.
Beides wirkt ein wenig unvollkommen auf mich.

Indirekt habe ich auch schon die Offenblende kritisiert.
Das Poster, das ich persönlich noch nicht kenne (wird sich demnächst ändern), verschwimmt im Düster und ist nicht als solches zu erkennen.
Selbst als Offenblenden-Anhägerin empfinde ich den geringen Schärfebereich auch als zu heftig. Ein wenig mehr wäre wirklich mehr gewesen.




Dörte Christiansen, 7.07.2013 um 20:54 Uhr

ich finde es .......genial...


Frank Paukstat, 8.07.2013 um 12:43 Uhr

Im Grunde gefällt mir das Bild, habe es sogar auf meiner Favoritenliste. Aber die Anmerkungen stimmen schon. Links ist das Motiv scharf - auf wenn es etwas mehr sein könnte - und dann verschwindet alles zu früh in Unschärfe. Rechts ist dunkler bis schwarzer Matsch. Das irritiert ein wenig den Betrachter. Jedoch hat das auch seinen Reiz. Irgendwie sehr widersprüchlich, ich weiss.

Das Motiv selber - ein Apothekerschrank? - ist gut umgesetzt, die Linien verlaufen fast gleich. Bei solch altem Möbel sollte eh nicht alles auf Kante ausgerichtet sein, würde den Charme des Möbels zerstören.

Gruß Frank



Arnold Braunschweiger, 9.07.2013 um 16:22 Uhr

Interessant sind die Beschriftungen auf dem Schrank, die machen ihn besonders; davon gerne mehr.

Die "selektive" Schärfe ist nicht so mein Ding; oft - meine ich - werden die Bilder besser, wenn man die Schärfe bzw. das Motiv nach hinten legt, d.h. wenn man ins Bild hineingeführt wird und nicht vorher gestoppt wird.

weitermachen :-)



L.Friebel, 9.07.2013 um 17:23 Uhr

... beim Bildschnitt gebe ich meinen Vorrednern Recht. Ansonsten ist sowohl das Motiv als auch dessen Umsetzung , Nachbearbeitung und Präsentation sehr gelungen.
Kurz um ... mir gefällt's !!!

Gruß Lars



WMeyer, 10.07.2013 um 17:06 Uhr

Ein Bild, das so hervorragende Ansätze zeigt, dass es sich lohnt, über Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken. Das Auge wird konsequent und geradezu zwingend in den rechten Hintergrund geleitet. Da drängt es sich auf, etwas mehr abzublenden, um das Poster erkennbarer werden zu lassen, zumal es ja in den historischen Kontext gehört. Ich hätte dazu geneigt, die Blende geringfügig zu schließen, weil der daduch gewonnene größere Schärfebereich nicht nur das Poster hätte deutlicher werden lassen; vielmehr hätte sich dies auch entsprechend auf die Lesbarkeit der Beschriftungen auf den Schubladen - insbesondere in der zweiten senkrechten Reihe - ausgewirkt. Vielleicht hätte man dann eine Logik bzw. Systematik erkennen oder zumindest vermuten können, was wiederum ein Nachdenken darüber ausgelöst hätte, welche Geschichte dieses Bild erzählen will. Das Foto wäre für meine Begriffe interessanter und spannender geworden.


-Wackerstein-, 12.07.2013 um 12:42 Uhr

Mir gefällt das Motiv wirklich gut. Aus meiner Sicht stört die "fehlerhafte" rechte Seite überhaupt nicht, im Gegenteil. Würden wir nun alle nicht wissen, dass dort "nur" ein Poster hängt, wäre der Bildinhalt an der Stelle irrelevant, denn das Hauptmotiv ist ja augenscheinlich der Schrank, der Blick des Betrachters wird ins "Leere" geführt. Gerade der Schärfeverlauf soll diesen Eindruck verstärken, deshalb mag ich die offene Blende in diesem Bild sehr. Die Bearbeitung in s/w gefällt mir sehr gut. Das Originalbild stark entsättigt wäre vielleicht auch ein Hingucker. Alles in allem aus meiner Sicht ein wirklich gelungenes Bild, an dem es nicht viel zu bekritteln gibt.

Wackerstein



Kerstin Marsidis, 12.07.2013 um 13:01 Uhr

Leider weiß man aber, dass dort im "Leeren" ein Poster hängt, daher finde ich es schade, nicht mehr davon zu sehen :-)
Ich hatte das Foto anfangs betrachtet ohne die Beschreibung zum Bild zu lesen. Und ich fand das schemenhafte, schattenhafte rechts überaus interessant. Meine Fantasie sah irgendwelche menschlichen Schatten, fast wie ein Blick in die Vergangenheit. Als ich dann las, dass die Schatten zu einem Poster gehörten, war ich irgendwie enttäuscht, der Reiz war plötzlich weg und ich dachte mir, dass ich dann doch etwas mehr vom Poster hätte sehen wollen.



WMeyer, 12.07.2013 um 13:29 Uhr

@Kerstin Marsidis: Genau! Du hast den entscheidenden Punkt bei diesem ansonsten vorzeigenswerten Bild sehr präzise herausgearbeitet: Wenn der Blick "ins Leere" geführt wird, wo sich vom Fotografen selbst erwähnte bildrelevante Informationen befinden sollen, so kann man doch mit Fug und Recht die Ansicht vertreten, dass der Autor seinem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden ist.


Agora Bilddiskussion intensiv, 12.07.2013 um 17:25 Uhr

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105 Anmerkungen


Tobi Groß schreibt: Mein Statement:
Ich danke allen Teilnehmern für Ihre ehrliche und offene Kritik. Ich habe mich natürlich sehr über die positiven Feedbacks gefreut.

Aber auch über die negativen! Denn daraus kann man lernen und andere Sichtweisen erkunden.
Für mich war das ganze hier eine sehr gute und auch hilfreiche Sache.





 
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