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Frau im Taubenwind von Agora Bilddiskussion intensiv

Frau im Taubenwind


Von 

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10.06.2012 um 18:11 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
Spielregeln der Sektion Agora - Bilddiskussion intensiv findet Ihr hier: http://www.fotocommunity.de/info/Agora_-_Bilddiskussion_intensiv




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1. Das Foto darf noch nicht auf der fotocommunity veröffentlicht worden sein
2. Der Fotograf bleibt bis zum Schluss anonym und darf sich erst in einem Schlusskommentar äußern, den er an uns ( Bilddiskussion_Intensiv@fotocommunity.net ) vorher sendet.
3. Bitte teile uns direkt mit, ob Du als Fotograf ( UserID) nach der Diskussion genannt werden möchtest.
4. Schreibe 2-3 Sätze zur Entstehung des Fotos

Wer gerne selbst einmal ein Foto diskutieren lassen möchte, sende es bitte an: Bilddiskussion_Intensiv@fotocommunity.net
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Eine alte Frau füttert Tauben auf dem Münsterplatz.

Scan vom Negativ (Kodak BW400); Minolta X-700, 50mm; ISO 400;

Anmerkungen:





Agora Bilddiskussion intensiv, 10.06.2012 um 18:12 Uhr



Der Fotograf schreibt:

Eine alte Frau füttert Tauben auf dem Münsterplatz.

Scan vom Negativ - Kodak BW400 ; Minolta X-700



Kommissar Lohmann, 10.06.2012 um 19:04 Uhr

Ein Bild nach meinem Geschmack. Ich mag das unscharfe Geflatter. Gibt es doch genau das Gefühl wieder was man hat, wenn ein Schwarm Tauben auffliegt. Dass das Bild seitenverkehrt ist interessiert eigentlich keinen ;)


Janne Jahny, 10.06.2012 um 19:18 Uhr

Aaah, Herr Lohmann, jetzt wo du es sagst ...... die Tauben fliegen in der Tat rückwärts ;-))

Nee, im Ernst: Dieses Bild kann man (ich) nicht im konstruktiven Sinn, losgelöst vom eigenen Geschmack, diskutieren.
Das ist ein Foto, das man entweder mag oder nicht.
Die "Wusch"-Technik ist ja momentan hier sehr beliebt und ich kann nur sagen, ich mags total. Alles beugt sich dem Thema "Geflatter", auch die Häusser, auch die Passantin, die offensichtlich füttert.
Ein lebendiger Shot mit passender Bildaufteilung.

LG



GünterG1, 10.06.2012 um 20:34 Uhr

Ja, ich muss ich mich auch als Anhänger der Wischtechnick outen, um schon mal vorweg zu nehmen, dass das Foto für mich einen gewissen Charme hat und die Bewegungen der Tauben gut festhält.
Die Tauben (zumindest großenteils) heben sich vom Hintergrund auch durch eine größere Schärfe ab.

Wie Walter schon sagt, ist die Betrachtung des Fotos auch anstrengend; das ist aber nicht bei allen verwischten Fotos so. Meiner Ansicht nach ist ein verwischtes Foto umso weniger anstrengend, je einfacher die verwischten Objekte bzw. Strukturen sind. Hier haben diese viel Struktur (Häuser, Fenster, Stühle, Menschen).

Um Abhilfe zu schaffen, bieten sich aus meiner Sicht 2 Möglichkeiten:

a) Auswahl des Fotoinhalts
Das geht hier nicht, weil die Tauben nun mal auf dem Platz hochfliegen; vielleicht wäre das Münster (wenn es das ist auf der linken Siete) eine homogenere Struktur gewesen.

b) Abschwächung der ungewollt unscharfen Anteile
Das könnte schwierig sein, bedarf einer intensiven Nachbearbeitung, könnte aber vielleicht wie folgt gehen:
- 2. Aufnahme des gleichen Motivs machen (ohne Verwischen; die Tauben sind dann auf dieser Aufnahme weg)
- Die 2 Aufnahmen überlagern, die nicht verwischte erst komplett maskieren und gezielt die Teile der nicht verwischten Ebene ins Bild holen, die auf diesem Foto hier zuviel Unruhe schaffen
- Um den gewollten Wischeffekt bestehen zu lassen, könnte die nicht verwischte Ebene (2. Ebene) ebenfalls vorher verwischt werden, dann aber eher in Richtung der vorhandenen Strukturen (am eheseten vermutlich senkrecht)
- Um die Tauben noch stärker hervorzubringen, könnte in der 2. Ebene der Kontrast abgemildert werden

Eine andere Variante wäre, nur den letzten Schritt auf die ungewollt unruhigen Teile des Bildes anzuwenden, bis die Unruhe auf das "gewollte Maß" reduziert ist. Was das "gewollte Maß" allerdings ist, hängt vom Betrachter.

Ob's so klappt weiß ich nicht, aber einen Versuch wäre es sicher wert.


LG
Günter



Hans-Peter B, 10.06.2012 um 20:51 Uhr

Bei mir wäre für dieses Foto ein ¨delet¨ so sicher gewesen, wie das Amen in der Kirche!
Wenn die Häuser oder wenigstens ein Teil des Bildes einen ruhenden Pol biilden würde, dann wäre es in meinen Augen sehenswert. Die Graustufen gefallen mir. Diese Unruhe ohne ruhenden Punkt machet es für mich jedoch unbrauchbar.
LG Hans-Peter



I arkadas I, 10.06.2012 um 21:43 Uhr

ich mags. ziemlich.. gerne.. !
lg



RE-Photos, 10.06.2012 um 21:58 Uhr

Ich schließe mich der Meinung von Hans-Peter an.
Dieses Bild ist mir zu unruhig. Die verwischte Technik der alten Dame und der Taube gibt die Atmosphäre sehr gut wieder, allerdings hätte wenigstens der Hintergrund schärfer sein müssen. Nicht super scharf, aber schärfer. Ich habe bei dem Bild das Gefühl, im Karussel zu fahren.



Günter Richter Paderborn, 11.06.2012 um 8:29 Uhr

Die unscharfen Tauben finde ich positiv. Aber diese bei einem Erdbeben aufzunehmen passt nicht.
Für mich ist das Ganze ein verunglückter Scan.
Gruß Günter



Frank Reimann, 11.06.2012 um 8:29 Uhr



Guten Morgen, zusammen!

Ich muss sagen, dass mir dieses Bild, so wie es ist, ausgesprochen zusagt! Und darum, dass es BetrachterInnen gefällt, geht es ja - glaube ich - auch ganz wesentlich. Das hängt natürlich viel mit dem persönlichen Geschmack zusammen, was bei mir aber trifft.

MIR gefällt zwar auch die technische Auseinandersetzung mit Photoshop & Co. und ich bin begeistert, was damit so alles möglich ist. Allerdings gehe ich lieber Fotografieren und freue mich, wenn das schon (fast) ausreicht.

Hier "sehe" ich alles, was ich sehen muss. Die (alte?) Dame, die Tauben und den Rahmen in dem das Geschehen stattfindet. Schärfe sehe ich nur ansatzweise, brauche sie aber nicht. Nichts lenkt von dem ab, was ich meiner Meinung nach sehen soll. Und trotzdem darf ich mich umschauen und versuchen, die Umgebung zu entdecken - ohne aber, mangels Ortskenntnis, die Seitenvertauschung zu erkennen. Diese glaube ich ganz bewusst eingesetzt, führt doch die Ausrichtung der alten Dame, die in ihrer dunklen Darstellung den Fokus bildet, den Blick immer wieder entgegen der Leserichtung in's Bild hinein.

Ob das Bild genau so "geplant" war oder aber mehr zufällig entstanden ist, ist mir jetzt eigentlich egal. Ich schaue es mir schon eine ganze Weile gerne an...

VG

Frank



Frank Reimann, 11.06.2012 um 8:34 Uhr



Ach, ja - meiner Meinung nach braucht nicht jedes Bild einen Titel, weil der doch gut in der Lage ist, die Interpretation zu beeinflussen. Hier wäre er aus meiner Sicht nicht nötig...



Matthias von Schramm, 11.06.2012 um 9:19 Uhr

ich bemühe mich meistens ein foto im gesamten zu betrachten und dann seine bildlich inhaltliche wirkung bestenfalls zu genießen. das digitale zeitalter hat ja dazu geführt, dass die leute sich mit einem delet schnell aus der affäre und damit ihrer verantwortung entziehen wollen, dies hier ist ja aber dankenswerter weise zumindest vor seinem hochladen auf ein elektronisches medium ein analoges foto gewesen und ist es immer noch ... hinter diesem bildschirm.

auf den ersten blick verfehlte das bild bei mir seine wirkung. kein anhaltspunkt, wie auch schon erwähnt, nichts zum festhalten.

aber je länger ich das bild betrachtet, desto mehr wirkt es auf mich. langes betrachten macht freude und somit unterscheidet sich dieses bild sehr wesentlich von dem mäuseturm vorher, den ich nach kurzer zeit zuende geguckt habe. dies hier ist wirklich eine studie einer urbanen situation, die trotz wischeffekts alles wesentliche beinhaltet und mehr noch. zudem hat es was malerisches und deswegen mag ich es. das bild ist seitenverkehrt, was aber im übrigen keinen interessiert, wie ja allgemein bekannt ist :)

fotodiktatur ist doch was schönes, hach ;)



Kommissar Lohmann, 11.06.2012 um 10:02 Uhr

Matthias - warum glaubst du, dass das Bild analog ist?


Frank Reimann, 11.06.2012 um 10:12 Uhr

Scan vom Negativ (Kodak BW400); Minolta X-700, 50mm; ISO 400?

Aber ab da ist es sicher digital ;-)

VG

Frank



Kommissar Lohmann, 11.06.2012 um 10:16 Uhr

haha - ja ...sicher digital ;)


Matthias von Schramm, 11.06.2012 um 11:42 Uhr

sehr lustig so allgemein und auch im speziellen ;)


harry k., 11.06.2012 um 12:18 Uhr

Ja, ein Bild darf auch anstrengen! Das schadet in der digital-glücklichen Zone fc mal gar nicht ;-))
Mich wundern die Grautöne, der Bildschnitt und dieser Hügel mit Bäumen in einer Stadtszene.
Ich stelle mir das mal nur mit Häusern als HG fotografiert (nicht geschnitten!) vor ....

Kommt mir insgesamt wie eine fotografische Übung vor: Es sind dann doch relativ wenige Tauben (der Wind wird nicht so stark gewesen sein) und der Fotograf hat sich eigentlich nicht auf die Frau konzentriert.

Nächste Übung: Im WW-Bereich an die Frau ran und das Ganze in einer leichten Drehbewegung aufgenommen ;-))

Wenn das wirklich gespiegelt ist, dann finde ich das irgendwie kindisch. Analog fotografieren und dann spiegeln. Da fehlt für mich der Mut, dass Bild so zu lassen wie es fotografiert wurde.



Frank Reimann, 11.06.2012 um 15:10 Uhr

Ich würde Ortskenntnis vermuten ;-)


RE-Photos, 11.06.2012 um 15:17 Uhr

Das interessiert eh niemanden ;-)


Thomas Siedler, 11.06.2012 um 16:06 Uhr

Leider, leider ... mir fehlt der Wille zur Gestaltung, denn die Kunst bei solchen Bildern liegt für mich im Weglassen, in der Reduktion.


Jens Lotz, 11.06.2012 um 17:16 Uhr

Ich bin nun kein Anhänger der Anwendung der Bewegungsunschärfe auf das Gesamtbild. Heißt aber nicht, dass ich es nicht mag, wenn andere es tun und als Gestaltungsmittel ist es natürlich legitim.
Kurz und knapp, entgegen der Auffassung einiger hätte ich den HG hier nicht scharf sondern noch unschärfer bevorzugt. Damit ich nicht falsch verstanden werde, bin der Auffassung von Matthias, dass der urbane Hintergrund schon noch erkennbar sein soll, nur halt ein bischen der Härte aus den Strukturen nehmen, würde die Betrachtung deutlich erleichtern. Ob blendenmässig das 50er noch Reserven Richtung Offenblende hatte, hat der Bildautor ja nicht angegeben. Da es digitalisiert wurde, wäre das relativ einfach per digitalem Filter zu lösen. Die Szene gefällt mir eigentlich und der Bildaufbau ist für ein street auch nicht übel. Titel hätte es nicht gebraucht.
LG jens



eja, 11.06.2012 um 17:39 Uhr

Ich gehe mit den "Gegnern" der "Wusch- Technik. Von Bewegungsunschärfe kann hier ja wohl nicht ernsthaft die Rede sein, denn dann wären hauptsächlich die Tauben unscharf. Hier ist alles unscharf. Unschärfe stellt ja keinen Wert an sich dar. Sie kann sicherlich auch als Gestaltungsmittel eingesetzt werden. Der Sinn oder die diesbezügliche Bildaussage erschließt sich mir hier allerdings nicht und auch der Fotograf gibt keine Erklärung. So ist diese Aufnahme für mich nur schrecklich verwackelt.
Grüße von eja



Janne Jahny, 11.06.2012 um 17:50 Uhr

Jetzt schau ich mir das Bild zum 4. oder 5. Mal an:
ich verstehe die Kritik, dass wenigstens ein fixer Bereich sein sollte, damit das Auge was zum Festhalten hat. Ich hab diese Kritik selber auch schon oft geäussert.
Mir gehts da wie MvS: nach einer Weile erreicht mich eine ganz bestimmte Wirkung, die dieses Bild von anderen "Wusch"-Bildern extrem unterscheidet. Ich kann nicht mal genau sagen, woher das kommt. Meine Augen gehen jedenfalls immer wieder zu den teilweise etwas schärferen Konturen der Tauben.
Da flattert Lebendigkeit und alles Andere, sogar die Frau, wird nebensächlich.
Nee, es bleibt dabei: Daumen hoch.

LG



elevatorjwo, 11.06.2012 um 20:30 Uhr

Ausnahmsweise kann ich mich mal voll und ganz Kommissar Lohmann und Matthias von Schramm anschließen. Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass das Bild durch das Focussieren auf die Tauben fast einen 3-D-Charakter bekommt. Selbst, wenn es so nicht direkt beabsichtigt sein sollte, genial.


Klaus-Günter Albrecht, 11.06.2012 um 21:37 Uhr

Dadurch das es so sperrig ist und gängigen Regeln verweigert ist es interessant auf seine Art. Dynamik gegen der Strich.
Liebe Grüße Klaus



jbw, 11.06.2012 um 22:27 Uhr

Diese verwackelte Unschärfe macht mich ganz schön 'Kirre',da verweigern sich meine Augen länger hin zu sehen.
Wozu soll das gut sein? Der Haufen 'Flattermänner' würde auch, normal aufgenommen, genug an Bewegung zeigen,um diese Fütterungsszene darzu stellen.



Kommissar Lohmann, 11.06.2012 um 23:03 Uhr

@Walter Fischer -- ich bin da zufällig Zuhause ;)


AnnaCaravela, 12.06.2012 um 9:43 Uhr

Mir gefällt das Bild überhaupt nicht, da es so unscharf ist. Da weiß man gar nicht, wohin man schauen soll. Ich finde, es hätte einen scharfen Punkt im Bild gebraucht, und zwar die Frau. Denn sie ist im Vordergrund und hebt sich dunkel gegen den Hintergrund ab. Sie sollte als Hauptsache im Bild scharf sein.
Aber weil alles unscharf ist, mag ich das Bild nicht gerne lange anschauen. Da flackert alles und man wird ganz "wuschig" beim Hinschauen. Ich finde ja auch, dass man manchmal gegen den Mainstream sein sollte, aber es eignet sich nicht jedes Bild dazu. Die Tauben sind ja schon immer unscharf und das hätte vollkommen gereicht.



Herbert Rieger, 12.06.2012 um 9:53 Uhr

Das ist wohl sehr übertrieben.
Nicht nur die arme Frau schlottert im Wind, sondern es erbeben auch alle Bauwerke in dem Orkan der Vögel.
Nee, das ist ja gut gemeint, aber zu viel.



Janina Kufner, 12.06.2012 um 14:14 Uhr

auch wenn mir der Aufbau und die Absicht hinter dem Foto gefällt, ist es mir doch zu unruhig geworden. Ich hätte erwartet, dass die Tauben ruhig und scharf im Kontrast zur dahin rasenden Welt im Bild stehen, damit ich etwas habe, auf dem mein Blick ruhen kann.

Gute Idee, leider nicht so gut umgesetzt ist mein Fazit.



Wolf Schroedax, 12.06.2012 um 17:09 Uhr

Hilft mir jemand, die Belichtungszeit herauszufinden, bitte ???


Frank Reimann, 12.06.2012 um 17:29 Uhr

OK, ich fang mal an.

Ich meine, mehrere auffliegende Tauben zu erkennen, bei denen eine Flügelbewegung um die Schulter von ungefähr 90 Grad zu erkennen ist.

Kennt jemand die Flügelschlagfrequenz von Tauben?

Frank



Muschelsucherin, 12.06.2012 um 17:35 Uhr

Ein wenig Ruhe, irgendwo im Bild, hätte mir gut gefallen.
Eben dieses Stück Ruhe, von dem aus die Augen anfangen können, das Bild zu erkunden oder einfach einen Anhaltspunkt.
Das Verwischte bei Vogelschwärmen mag ich sehr gerne, auch Bewegungsunschärfen bei laufenden Menschen, aber die wenigsten Häuser strahlen eine solche Unruhe aus, wie sie hier zu sehen ist.
Da hier al l e s dem großen Wusch geopfert wurde, ist das Bild für mein Empfinden zu unruhig, es macht mich nervös, weil das Auge nirgendwo Halt findet.
M.S.



Frank Reimann, 12.06.2012 um 17:43 Uhr

Ich lege noch was nach:

Google:
www.smnk.de/SMNK/02-Forsch.../Seminararbeit_Kolibri.pdf

...Flügelschlagfrequenz liegt bei den meisten zwischen 60 bis 80 Flügelschlägen pro Sekunde, also neun mal schneller als bei einer Taube...

> Taube = 7 - 9 mal (näherungsweise)

Nehmen wir mal an, man könnte tatsächlich nur eine Auf- und Abbewegung sehen, wäre das ca. 1/10 Sekunde. Bei nur einer Hälfte des kompletten Flügelschlags eben die Hälfte. Und das würde bei trübem Wetter ungefähr Blende 8-11 entsprechen.

Die grundsätzliche Tiefenschärfe scheint (Fenstersprossen im Hintergrund) vorhanden gewesen zu sein.

Hab' ich jetzt Mist erzählt? ;-)

Ciao

Frank



Alfons Gellweiler, 12.06.2012 um 18:15 Uhr


Ich sehe den Versuch, durch Mitziehen der Kamera von links nach rechts, die Tauben vor unscharfem Hintergrund scharf abzubilden. In Ansätzen ist das auch gelungen; die Körper der Vögel sind beinahe ein bisschen scharf vor ziemlich wuschiger Frau und leicht beschleunigter Architektur.
Ob ich das Bild deshalb mag? Ein wenig schon.
Dieses unangenehme Geflattere, bei dem ich die Augen schließen möchte, zusammenzucke und an Luftgewehr denke, wird schon vermittelt. Noch intensiver und bedrohlicher allerdings würde es wirken ohne den hellen Himmel, oben also deutlich beschnitten.



Günter Linderer, 12.06.2012 um 19:35 Uhr

Objektive analoger SLR-Kameras haben einen Blendenring. Man kann damit Bewegungseffekte erzeugen, indem man bei kleinster Anfangsblende und etwas längerer Belichtungszeit während des Auslösens die Blende an eben diesem Ring auf maximale Öffnung dreht. Benutzt wurde das meistens, um auf den Fotografen zukommende Objekte, z.B. Autos, eine gewisse Bewegungsdynamik zu verleihen. Vielleicht wurde das Foto so gemacht.
In Photoshop heißt der Filter heute "Radialer Weichzeichner (strahlenförmig)".
Mir gefällt das analoge Experiment. Ich könnte mir das Bild in einer Größe von sagen wir 120x80 cm vorstellen, um es dann aus etwas größerer Entfernung betrachten zu können. Erst dann kommt der 3D-Effekt richtig zur Geltung.
;) Günter



Frank Reimann, 12.06.2012 um 21:09 Uhr

Ich kannte das bisher nur mit dem Zoomring oder -schieber...


Wolf Schroedax, 12.06.2012 um 23:26 Uhr

Danke, Frank.
@"3D"-Effekt: Er scheint mir nur deshalb so schwach zu sein, weil der Taubenschwarm sich so wenig vom Hintergrund abhebt. Ein deutlicherer Tiefeneffekt wäre aber das Aha bei dem Bild ....!!!



Kurzkarl, 12.06.2012 um 23:27 Uhr

Ich war ehrlichgesagt sofort gefesselt, das Foto erinnerte mich sofort an verschiedene Gemälde von Richter z.b.:
http://images.zeit.de/kultur/kunst/2012-01/fs-gerhard-richter-bil
der/GR_Nuba_cropped.jpg


http://3.bp.blogspot.com/-QM8KTb7YiuI/TzbJ-lhnC2I/AAAAAAAAA8Q/Ehb
FnBuc4hE/s1600/Gerhard+Richter3.jpg


http://www.artinfo24.com/pictures/gerhard_richter_frau_mit_kind.j
pg


Er hat nach Fotos gemalt, hier hat das Foto selbst abstrahiert.



harry k., 12.06.2012 um 23:32 Uhr

Das hab ich auch noch nie gehört. Ich verändere damit während des Belichtungsvorgangs die einfallende Lichtmenge. Das erzeugt ggf. Über- oder Unterbelichtung, aber doch keinen Wischeffekt.
Hab ich gerade auch an der digitalen mit manueller Einstellung versucht. Ich sehe keinen Effekt wie zB beim zoomen.



Muschelsucherin, 13.06.2012 um 0:19 Uhr

@ kurzkarl....
Richter hat in seinen Bildern - trotz Wischeffektes - immer auch Ruhemomente gezeigt. Die sind hier in diesem Foto nicht vorhanden.



lophoto, 13.06.2012 um 10:28 Uhr

früher tonne heute kunst
ich mag es lieber detailierter und klarer



harry k., 13.06.2012 um 11:21 Uhr

Na, dass ist doch mal 'ne tiefgründige Bemerkung.
Und v. a. so nahe am Bild.



Wolf Schroedax, 13.06.2012 um 11:31 Uhr

Richter-Malerei als Maßstab für Unschärfe im Foto greift fehl. Fotounschärfe wie Richter geht aufnahmetechnisch nicht. Bei PS wird´s aber sicher eine Taste geben, die ein Foto verrichtert. Viel Spaß !
Wenn hier von einem Tiefeneffekt die Rede war, dann deshalb, weil, wenn man versucht, die relativ scharfen Bauchkonturen einiger Tauben als Muster zusammenzusehen, die Ahnung eines solchen Effektes haben
kann.
Das weiß jedes Kind:
der Markt ist vorbei
am Müsterplatz
herrscht wieder
Stille und Taubenwind...



Wolfgang Bazer, 13.06.2012 um 16:29 Uhr

Die wild umerflattenden Tauben so unscharf zu zeigen, halte ich für ein gutes Stilmittel. Aber dass auch die still dastehende Taubenfüttererin so unscharf ist, empfinde ich dann doch als großes Manko.
VG Wolfgang



Bo), 13.06.2012 um 18:48 Uhr

Es erinnert mich von der Idee her an ein Foto von Ragnar Axelsson
http://www.rax.is/Gallery/Iceland/index.html

Bild 30 von 31
wo er mit Mitzieheffekt eine Schafherde fotografiert hat.
Er hat dabei das Glück gehabt, daß genau ein Schaf scharf geworden ist (was man aber erst nach einigem Suchen findet) und daß sein Hintergrund ruhiger und dunkler ist. Das Taubenbild könnte in meinen Augen ein richtiger Knaller sein, wenn die Tauben im Sonnenlicht vor dunklem Wolkenhimmel flögen. Die Frau nicht so "ausgefranst" unscharf zu bekommen wäre natürlich auch nicht schlecht, ich weiß aber auch nicht, wie das gehen sollte.
Gruß Michael



Günter Linderer, 14.06.2012 um 10:25 Uhr

@Frank Reimann & harry k.
Ihr habt Recht, es ist der Zoomring, nicht der Blendenring. Hab's gerade nochmal nachgeschlagen: "Der Zoom-Effekt ist eine interessante kreative Möglichkeit um einem Foto eine dynamische Komponente zu verleihen. Dies wird darüber erreicht, dass während der Belichtung die Brennweite verändert wird."
Sorry, das war im Übereifer ein dummer Fehler von mir.

Hier noch ein link zu einem Fotografen, für den die Unschärfe das prägende Stilmittel ist: http://www.tilmannkrieg.com





elevatorjwo, 14.06.2012 um 10:46 Uhr

@Günter Linderer:
die TK Fotos sind wirklich sehenswert.
Allen Kritikern dieser Art von Fotografie sei es angeraten, sich diese Fotos anzusehen und dann zu schauen, welche Bedeutung die Bildgestaltung hier in Sachen Farbkomposition und geometrischer Gestaltungsregeln bekommt.



Günter Linderer, 14.06.2012 um 10:58 Uhr

@elevatorjwo
Ich hatte mal die Gelegenheit, die Fotos in Riesenformaten zu sehen. Sehr beeindruckend.



AnnaCaravela, 14.06.2012 um 11:10 Uhr

@elevatorjwo: habs mir auch mal angesehen. Und mir gefallen die Bilder von TK bis auf eine Ausnahme überhaupt nicht. Personen, wo der Kopf fehlt, unscharf und von hinten, ist leider nicht mein Geschmack. Kunst kommt von Können und dahinter steckt für mich einfach kein Können. Das schafft meine kleine Cousine (10 J.) mit ihrer Handykamera.

Liebe Grüße



elevatorjwo, 14.06.2012 um 11:21 Uhr

@AnnaCaravela:
Ich will das mal mit einem Zitat beantworten:
"Heute kann jeder Fotograf werden, weil man mit Photoshop im Nachhinein so viel richten kann. Aber jeder, der anfängt, steht vor dem gleichen Problem wie vor 40 Jahren: Um an die interessanten Sachen zu kommen, muss man etwas Interessantes zeigen. Die Kunst der Fotografie besteht darin, etwas Neues zu schaffen, etwas so abzubilden, wie es noch kein anderer gezeigt hat. Viele Fotografen gehen aber nicht von ihren eigenen Gedanken aus, sondern von existierenden Bildern. Die Fotografie ist eine Kuh geworden, die alles siebenmal wiederkäut.
(Peter Lindbergh)"



harry k., 14.06.2012 um 11:48 Uhr

elevatorjwo : Ganz ketzerisch gefragt: Das wäre dann was neues, dass in der Fotografie die Bildgestaltung etwas Existenzielles ist? Den Meisten in der fc vielleicht schon ;-))
Nee, jetzt mal ernst. Egal wie du verfremdest, das Bild muss passen, auch ohne Verfremdung. Das wird leider von vielen Bastlern übersehen.
Mit Verfremdung, auch mit der nachträglichen, willst du ja gewisse Aspekte des Bildes herausheben. Diese müssen aber erstmal vorhanden sein.



elevatorjwo, 14.06.2012 um 12:10 Uhr

Das ist alles richtig!
Aber - Kunst wird num mal subjektiv geschaffen und natürlich auch subjektiv wahrgenommen.
Joseph Beuys z.B. wurde von der Reinigungskraft, die seine Badewanne schrubbte, anders wahrgenommen als von seinen Fans ;-)



Gabriela Ürlings, 14.06.2012 um 15:26 Uhr

Hier geht es weiter:
Herbstnebel von Agora Bilddiskussion intensiv
Herbstnebel
Von
14.6.12, 12:04
26 Anmerkungen


German Angst bedankt sich für die Diskussion.





 
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