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In einer Schaufensterauslage eines Antiquitätengeschäfts in der Berner Altstadt verzauberte mich der Anblick dieser hübschen Frau aus einer längst vergangenen Zeit. Das Foto ist ein Teil einer Visitenkarte und kann in diesem Geschäft für einen Franken erworben werden. Wie war ihr Leben, ihre Liebe, ihre Tätigkeiten?
Als Visitenkartenporträt (auch Visitenkartenfoto, Visit oder Carte de visite, Abkürzung CDV) bezeichnet man Fotos und Porträtfotografien, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts im standardisierten Format von 5,5 × 9 cm auf Karton aufgezogen wurden – sie hatten demnach etwa die Größe einer heutigen Visitenkarte. Diese wurden häufig zwischen Freunden und Familienangehörigen ausgetauscht und in speziellen Alben gesammelt.
Das Verfahren wurde 1854 von André Adolphe-Eugène Disdéri patentiert und hielt sich danach noch knapp bis ins 20. Jahrhundert. Bei den deutschen Studentenverbindungen wurden die Bilder noch bis in die beginnenden 1920er Jahre als Erinnerungsstücke verschenkt. (..wikipedia)
Danke für die Information. Es ist doch herrlich, sich anhand solcher Fotos Geschichten auszudenken (die wahrscheinlich mehr über uns als über die abgebildete Person aussagen ;-) ).
Ja, eine solche Kartonfoto habe ich auch noch von meiner Mutter in jungen Jahren, datiert 1919. Sie ist mir aber mehr Wert als 1 Franken!
Liebe Grüsse
WillY
Fräulein Deppeler ist eine attraktive junge Frau
mit schöner Haartracht.
Das ist natürlich eine ganz besondere Visitenkarte.
Heute fast nicht vorstellbar so eine Art Visitenkarte zu bekommen.
Sehr schön von Dir festgehalten!
Liebe Grüsse in ein schönes Wochenende
Erwin
Arthur, herzlichen Dank für die nette Anmerkung
Interessantes Motiv! Also das Fräulein Deppeler musste wohl lange stillhalten beim Fotografen, deshalb ist kein Lächeln ins Porträt geflitzt eher ein Ansatz von Stirnrunzeln ... oder ein erwartungsvoller Blick, ob der Fotograf seine Arbeit wohl gut macht! LG Ulrike
Noch mag ich mich an solche Bilder erinnern aus unserer Familie nur waren wir nicht gescheit genug aufzubewahren! Deine Erläuterung zu diesem Bild ist äusserst lehrreich. Liebe Grüsse Prisca
Solche Darstellungen sind Zeitdokumente, die für die nachkommenden Generationen äußerst interessant sind.
Wie und wo hat ein Mensch damals gelebt, wie war er gekleidet.
Diese Dame hatte Stil und eine äußerst gepflegte Frisur, was heute nicht immer der Fall ist.
Man sollte das Gestrige nicht immer verwerfen, sondern kann aus der Zeit vieles für sich noch verwenden.
Das war mal eine nette Idee gewesen, die viel Stoff zum Nachdenken gibt.
Mit freundlichen Grüßen,
Norbert
Wer spricht heute noch von Fräuleins und Jünglingen?
Nicht nur die Fototechnik hat sich geändert, sondern auch die Sprache. Dass Du Dich als Fotograf mit solchen Motiven auseinandersetzest, finde ich naheliegend. Die Psychologie dahinter, das Verborgene hinter dem Portrait machts spannend, als würdest Du hin zu einem Hochhaus blicken und Dir ausdenken, was dort hinter der Fassade in den einzelnen Wohnungen gesprochen wird und gerade geschieht. Unermesslich.
frl. deppelter dürfte aus einer besser betuchten familie stammen. ein einfacher arbeiter konnte sich damals solche luxus visitenkarten gar nicht leisten...
diese karte regt meine fantasie an...wie war wohl ihr leben? war sie bedeppt? war sie eine fürsorgliche mutter und ehefrau oder blieb sie das ganze leben lang eine alte jungfer? ihre zeitgenossen wussten es. für uns bleiben diese fragen unbeantwortet.
ciao, paul