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Wer bin ich? Zu dem noch, der ich vor einem halben Jahr war? Wenn ich meine eigenen Bilder anschaue, merke ich, wie ich mich verändere? Verändern mich die Bilder? Verändere ich mich und sehe deshalb andere Bilder? Oder die Bilder anders? Wenn ich mich verändere, bleibe ich nicht der, der ich war. Und bin ich etwas anderes als bisher, so ist klar, dass meine Bilder nicht die meinen sind. Aber wessen Bilder sind sie? Wessen Bilder trage ich heute in mir, wenn sie mich – auch in diesem Augenblick – morgen zu einem anderen werden lassen? Und wenn mich die Bilder ändern: wie konnten sie mich zu dem machen, der ich heute bin, wenn sie von einem anderen gemacht worden sind? Oder warum mache ich sie, wenn ich weiß, dass sie mich verändern? Wer bin ich? Wie soll ich morgen wissen, was ich noch gestern war?
Sehr frei nach Rilke.
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Doppelbelichtung
Wer ich bin, ist nun nicht mehr zu sagen,
das eine Bild hat das andere durchschlagen,
ein anderes Jahr durchschlägt dieses Jahr
und meine Geschichte durchschlägt, was ich war;
zwei Wesen in einer unteilbaren Zeit,
das eine verblassend, das andere weit-
gewinkelt und schärfer belichtet denn je..
(...)
Magda Székely