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Sey willkommen, o fremder Wanderer, der du dich auf meine Seite verirrtest! Es ist mir eine Freude, dich hier zu begrüßen!
Mögen die gefangenen Seelen, die ich auf diesen Seiten präsentiere, dein Wohlgefallen erregen und dein Auge laben!
Wo nicht, so stehe nicht an, mich das wissen zu lassen und Beschwerde zu führen, in welcher Weise ich die Kunst meines Handwerks vernachlässiget habe.
Solltest du dagegen an meiner Kunst Gefallen finden, so lasse mich das gern wissen, aber nur ehrlich und in Maßen, auf dass ich nicht eitel werde und Schaden nehme an meiner Seele, indem sie sich durch die Schmeicheleien heuchlerischer Afterredner zum Hochmut verführen lässet.
Halte dich darum an das alte Motto meines schwäbischen Zuchtmeisters: „Nit g’schimpft is g’lobet g’nug!“, aber gib mir Führung und teile deine Gedanken mit mir, auf dass ich meine Kunst Schritt für Schritt trefflich verfeinere.
Zur Person:
Ich bin, ich gestehe es!, dem maurischen Bohnensud und dem Anblick geschwinder, blank blitzender Zauberrösser verfallen und labe meine Ohren gern an schreienden Silberlingen mit dem kriegerischen Bardengesang, den man auch „Erzgetön“ nennet.
Zum Handwerkszeug:
Ich arbeite mit einem Lichtfänger aus dem Land der aufgehenden Sonne und mehreren magischen Augen, die Kleines groß, weit Entferntes nah und Nahes weit entfernt erscheinen lassen. Leider sind mir die darin eingeschlossenen lichtfangenden Kobolde noch nicht immer willig unterthan, sondern treiben allerley Schabernack zu ihrer eigenen Kurzweil, und ich muss mich noch oftmals mühsam auf den rechten Bannspruch besinnen, der sie artig zurück in meine Dienste stellt. ;-)
Gott zum Gruße, liebe Brüder und Schwestern im Geiste der Seelenfängerey,
ich melde mich hiermit in euren Reihen zurück. Als Schadzoll für die Tage, in denen ihr nichts von mir gehöret habt, bringe ich euch gebundene Seelen aus einer Ansiedlung in den trockengelegten Sümpfen des nördlichen Reiches, die sich „Papenburg“ nennet, eine einstige Zwingburg des Bischofs von Münster, von der jedoch keine Spuren erhalten sind. Wie es allerdings den Menschen hier gelingen konnte, die Sümpfe trocken zu legen, ist ein Mysterium, fällt das Wasser in dieser Gegend doch Tag und Nacht in Strömen vom Himmel, mit nur geringen Pausen, in denen sich Mensch und Vieh erholen können.
Vielleicht haben die Eingeborenen deshalb gelernt, schwimmende Städte aus Stahl zu bauen – Teufelswerk, wenn ihr mich fragt, schließlich weiß doch jedes Kind, dass Eisen nicht schwimmen kann! Um mich mit eignen Augen von dem Unglaublichen zu überzeugen, habe ich mir eine solche schwimmende Stadt angesehen, auch die Stätte, an der sie gebaut wird und wie sie auf einem Fluss ins Meer schwimmt, der eigentlich viel zu klein dafür ist. Wie gesagt, Teufelswerk! Der HERR hat dann auch nicht darauf verzichtet, mich prompt für meine Neugier zu strafen, indem er einen Regenguss vom Himmel schickte, der meinen nipponesischen Lichtfänger um ein Haar ersäuft hätte (und mich gleich mit)!
Das Richtfest der schwimmenden Stadt wurde mit einem großen Bardengeschrey gefeiert, dessen Höhepunkt eine Gruppe alter, erfahrener Barden-Kämpen bildete, die in ihrem Namens-Wappen ein gefährliches Spinnentier führen. Auch hier strafte der HERR alle 26 000 Jünger des Bardengeschreys für den gottlosen Lärm, indem er uns pünktlich zum Konzerteinlass einen 8-stündigen Landregen schickte, der wundersamer Weise in dem Moment nachließ, als endlich die nach ihrem Wappentier „SCORPIONS“ genannten Barden auftraten.
Die Bilder zu diesen Ereignissen findet ihr in meinem Ordner „Mystische Orte“ – ist doch wahrlich viel Verwunderliches dabey, angefangen mit der Frage, wie Menschen in dieser fortwährenden Nässe leben können, über das Mysterium der schwimmenden Städte aus Eisen und ihren gefahrvollen Weg ins Meer bis zu der Frage, wie 26 000 Menschen auf einen so kleinen Platz zwischen Straße, Deich und Ausrüstungskai passen und welcher Bewegungsunfähigkeitszauber sie veranlasst, 8 Stunden still und geduldig im strömenden Regen zu verharren, nur einem Bardengeschrey zuliebe! ;-)
hallo lichtfänger,
ich freue mich sehr über deine worte und die intensive auseinandersetzung mit meiner poesie.
ich gebe dir vollkommen recht, es ist eine lüge zu behaupten, die kindheit wäre eine selige zeit...kinder tragen verdammt schwer an so mancher last und die bedrückung in dieser zeit ist grausam, zumal sich die haltung und wertschätzung zur eigenen person in dieser zeit entwickelt und oftmals in verzweiflung endet, da die wertschätzung und der respekt der kindlchen seele nicht genüge getan wird, sondern viele kinder der demütung, willkür und strafe ausgeliefert sind!
in keiner zeile habe ich behauptet, dass die kindheit eine selige zeit sei....
es ist mein anliegen mit meinen zeilen zu beschreiben, dass wir vielleicht in der todestunde dahin zurückkehren, wo wir hergekommen sind, ein uns unbekannter ort, so wie der tod unbekannt ist und in die ungewißheit führt.
vielleicht bringt uns der weg des todes wieder in die momente, in welchen wir glücklich waren, auch die glücklichen momente der kindheit, in welchen wir selbstvergessen und losgelöst aller dinge um uns herum und beseelt durch unser tun in unsere eigene welt versinken konnten...die augenblicke in welchen wir abgeschirmt von äußeren bedingungen uns selbst überlassen waren und wir aufatmen konnten und wußten, dass es noch andere dinge gibt, als das normalgelebte leben, als das was man uns lehrte...mit meinen worte beschreibe ich nicht klischeehafte beschreibungen der kindheit, sondern besselte glücksmomente aus dieser, die du bestimmt auch erfahren hast.
mir gefällt sehr, wie du das reifen des menschen beschreibst...und dass die seele nicht altert, ist eine weise erkenntnis, einerseits beruhigend, anderseits auch unsicherheiten mit sich bringend.
es ist wirklich auffällig, dass oftmals junge personen als grabskulpturen oder reliefs festgehalten werden. natürlich gibt es auch darstellung von alten menschen, die sind jedoch weniger vertreten.
das motiv habe ich in dresden auf dem "neuen Annenfriedhof" aufgenommen. der friedhof ist wunderschön und beherbergt zahlreiche schätze.
ich wünsche dir einen schönen sonntag!
herzlichst helga
hallo lichtfänger,
ich bin gar sehr erfreut und entzückt über deine lieblichen worte.
sie klingen gar wohl in meinen ohren und herzen wieder.
hab seligen dank hierfür.
ein gruß sendet helga