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Nikon

Volle Freiheit

Lass Deinen Ideen freien Lauf — mit der schnellen,
vielseitigen und handlichen D750.

Nikon
Gabriele Bendler

Gabriele Bendler

fotocommunity-Mitglied seit 2005 Zum Profil

Als „alte“ Canon-Nutzerin war ich doppelt gespannt auf die neue Nikon:
1. was ist dran an den Lobhudeleien der Nikon-Fotografen?
2. lohnt es sich für mich, eine Vollformatkamera zu besitzen?
Kurz gesagt: ich hatte bisher weder eine Vollformatkamera, noch eine Nikon in der Hand.

Zu meinem Hintergrund:
Ich fotografiere seit meiner Kindheit, seit zehn Jahren lege ich die Kamera kaum noch aus der Hand und seit sechs Jahren versuche ich auf autodidaktischem Wege besser und besser zu werden, meine Nische zu finden und in nicht allzu ferner Zukunft Geld mit meiner Art der Fotografie zu verdienen. Dabei bin ich nicht bestrebt das perfekte Foto zu machen, sondern meine Fotos in komplexe Zusammenhänge und Geschichten zu packen. Meine Spezialität sind themenbezogene Fotobücher, die Motivwahl ist dabei sehr abwechslungsreich.

Derzeit fotografiere ich mit einer Canon EOS 60D mit einem 18-135mm Kit-Objektiv, einem 50-250mm Tele sowie einem 10-24mm Tamron WW. Als Ersatzkamera habe ich noch eine Canon EOS 450D mit 18-55mm. Bei der 60D war der Hauptgrund des Kaufes das schwenkbare Display, ansonsten hätte ich mich wahrscheinlich für die noch näher am Vollformat liegende 7D entschieden.

Derzeit komme ich bei meiner Fotografie an Grenzen der Auflösung, wo ich darüber nachdenke, mir eine Vollformat-Kamera zuzulegen. Darum kommt dieser Test der Nikon D750 gerade recht und ich freute mich vor allem auch auf das schwenkbare Display.

Um es vorab zu sagen:
Vier Wochen Testzeitraum für solch eine Kamera ist viel, viel zu wenig. Ich habe maximal 20% der Möglichkeiten dieser Kamera ausnutzen können. Viel von der Testzeit ist mit dem Studieren des Benutzerhandbuches und Probieren an der Kamera abgegangen, denn so intuitiv sind die Einstellungsmöglichkeiten nicht, wie ich anfangs geglaubt hatte. Ich rate jedem Fotografen, der die D750 das erste Mal einsetzt und noch nie mit Nikon fotografiert hat, immer und überall das Benutzerhandbuch mitzunehmen, bis all seine Einstellungswünsche in Fleisch und Blut übergegangen sind. Das Handbuch lässt sich auch als App auf dem Smartphone installieren.

Hätte ich jede einzelne Funktion testen wollen, dann würde ich drei Monate benötigen, um auch nur annähernd das Potenzial der Nikon D750 abschätzen zu können. Das würde ich im Übrigen noch nachträglich tun wollen und alle Ergebnisse in Form eines Fotobuches gestalten. So habe ich mich in der Kürze der Zeit auf die Funktionen beschränkt, die ich für mein aktuelles Fotobuch benötige, an dem ich auch ohne den Test arbeite.

Das sind:
Tierfotografie
Landschaftsfotografie
Architektur + Street
Technik
HDR

Anhand meiner Beispielbilder gehe ich auf die Besonderheiten ein, die mir aufgefallen sind, alles andere, was mich fasziniert hat, streife ich nur kurz. Mein Test ist immer wieder ein subjektiver Vergleich mit meiner Canon 60D, die meine Standard-Reise-Kamera ist und deren Platz die Nikon D750 eventuell einmal einnehmen soll.

Der Body der Nikon D750:

Ich war erstaunt und erfreut, dass der Body kaum größer ist, als der meiner Canon 60D. Zusammen mit dem mitgelieferten AF-S Nikkor 24-85mm ist sie gerade mal 40g schwerer, als meine Canon 60D mit dem EFS 18-135mm (1330g) . Hinweis bzgl. der Objektive für jeden Umsteiger von Canon auf Nikon: Beim Aufsetzen des Objektivs muss in die entgegengesetzte Richtung gedreht werden, bevor der Bajonettverschluss einrastet, nicht wie bei Canon. Außerdem ist der Einstellring für die Brennweite bei Nikon weiter vorn angebracht.

Sehr angenehm ist die Haptik aller Elemente am Body der D750. Alles was geöffnet oder länger berührt werden muss, ist mit griffigem Material ausgestattet. Hervorzuheben ist der Griff an der rechten Seite. Er ist noch tiefer als bei der Canon, liegt super in der Hand und verursacht bei längerem in-der-Hand-halten beim Foto-Touren-Gänger keine Krämpfe in den Fingern. Ausprobiert habe ich das bei einem 3-Stunden-Trip auf unserem Hausberg bei mildem Wetter und ebenfalls bei einer 3-Stunden-Tour bei Frost mit Handschuhen. Bei der Bergtour hatte ich sogar das mitgelieferte Tele AF-S Nikkkor 70-200mm die meiste Zeit montiert, wodurch die Kamera fast doppelt so schwer ist wie mit dem Standard-Zoom (2.433g).

Sehr gespannt war ich auf das schwenkbare Display. Im Gegensatz zur Canon 60D kann es nur nach oben und unten geschwenkt werden, nicht zur Seite, was ein „um die Ecke schauen“ nicht möglich macht. Der Mechanismus ist stabiler, dadurch auch etwas schwerfälliger und langsamer, trotz anfänglicher Schwierigkeiten aber doch mit einer Hand bedienbar. Man kann Überkopf- und Perspektiven nahe am Boden problemlos einfangen, was ich immer wieder sehr gern nutze, auch wenn ich viel lieber durch den Sucher schaue.

Der Sucher hat mir, im Gegensatz zu einigen Testberichten der einschlägigen Presse, anfangs beim Bildaufbau einige Schwierigkeiten bereitet. Ich hatte oft das Problem, mein Bild so auf den Schirm zu bekommen, wie ich es im Sucher gesehen habe (Randgestaltungen). Auf dem Display ist mein Motiv immer wieder weiter mittig abgebildet gewesen, als ich es beabsichtigt und im Sucher gesehen hatte. Ich habe dann sicherheitshalber immer großzügigere Bildausschnitte gewählt und den Zuschnitt am PC als Möglichkeit ins Auge gefasst. Ein paar reine Testaufnahmen aufgrund dieser Frage im Testfragebogen haben dann ergeben, dass es kein Problem des Suchers ist. Der bildet wirklich 1:1 das ab, was später auf dem Sensor erscheint. Das Problem ist, dass Sucherbild und Abbildung auf dem Display nicht übereinstimmen.

Die Bedienelemente am Kameragehäuse sind praktisch angeordnet, übersteigen die Zahl der Einstellungsmöglichkeiten meiner Canon bei Weitem. Vieles ist über die Menüführung einstellbar, einige Werte aber leider nur über gleichzeitiges Drücken eines Knopfes und Drehen an einem der beiden Einstellräder, was ich manchmal als umständlich empfand. Ein echter Besitzer einer D750 (im Gegensatz zum Tester) wird sich seine Stammeinstellungen über verschiedene Möglichkeiten der Speicherung festlegen und braucht die umständlichen Handgriffe dann nicht mehr. Was ich etwas vermisst habe, ist die Quick-Taste meiner Canon. Hier habe ich auf dem Display alle wichtigen Einstellungen auf einen Blick und komme über die Set-Taste in jeden angezeigten Menüpunkt und kann die Werte schnell meinen augenblicklichen Bedürfnissen anpassen.

Positiv am Aufbau der Nikon finde ich den Schacht für 2 Speicherkarten. Man kann wählen, was man mit diesen Karten anstellt: Ob man die 2. Karte als Überlaufbecken benutzt, bei RAW und JEPG-Aufnahmen beide Dateien auf je einer Karte abspeichert oder auf der 2. Karte eine Kopie der Aufnahme erstellen lässt. Der Akku ist solide und lädt schnell auf. Wie lange er genau hält, habe ich nicht ausprobiert, weil ich ihn vor jeder Tour neu aufgeladen habe, um nicht irgendwann mitten auf der Tour mit leerem Akku dazustehen.

Das Fotografieren mit der Nikon D750:

Hier scheiden sich schon die ersten Geister. Es geht die Mär, dass eine Vollformatkamera etwas für Profis sei und Automatikprogramme hier praktisch nicht vorhanden seien. Vollkommener Irrtum bei der Nikon. Es gibt mehr als genug vollautomatische Voreinstellungsmöglichkeiten: Es gibt 16 Scene-Programme von Portrait über Landschaft, Sport und Tiere bis hin zu Nahaufnahmen, speziellen Beleuchtungssituationen oder Farbspezialitäten. Dazu kommen noch 7 Spezialeffekte, die man sofort auf die Aufnahme legen kann wie zum Beispiel Miniatureffekt, Farbzeichnung, Highkey, Colorkey oder Lowkey. Von den beiden automatischen Programmen mit und ohne Blitz ganz zu schweigen. Hier kann also auch der weniger geübte Fotograf zu tollen Bildern gelangen.

Landschafts- und Architektur-Fotografie:

Die klarsten Bilder mit knackiger Schärfe gibt es auch bei der D750 bei gutem Licht von hinten, tief stehender Sonne, am besten noch mit Gewitterhimmel, vor allem klarer Luft ohne viel Feuchtigkeit. Da die vier Testwochen angefüllt waren mit Nebelluft, sind solche Bilder in meiner Auswahl eher die Ausnahme. Die 51 Messpunkte der D750 sorgen dafür, dass immer schön scharf gestellt wird. Eine hohe Schärfentiefe erhält man hier am besten mit ganz kleiner Blende. Dank des großen Bereiches bei den ISO-Werten hat man hier keinerlei Probleme, bei einigermaßen gutem Licht die Blende ganz nach unter zu drehen.

Etwas größere Probleme gibt es bei Gegenlicht. Hier muss unbedingt auf die Art der Belichtungsmessung geachtet werden . Für die besonders knackigen Herbstfarben gibt es das Scene-Programm „Herbstfarben“, das ich sehr schätze, weil es die Kontraste sehr viel besser hervorbringt und man sich viel Arbeit am PC sparen kann.

Die einzige Aufnahmesituation für den Modus M, in dem ich wirklich alles selbst eingestellt habe, fand bei den Aufnahmen zur blauen Stunde in Stuttgart beim Porschemuseum statt. Hier muss der Fotograf wirklich genau wissen, was er tut, ansonsten ist die Blaue Stunde vorüber, außerdem ist ein Stativ unumgänglich. Hier darf er sich wieder als echter Fotograf ohne Netz und doppelten Boden fühlen. Das ist praktisch immer möglich, aber die Möglichkeiten der Kamera laden ein zum Probieren und Zeitsparen. Im Museum selbst habe ich ebenfalls mit Stativ fotografiert. Nur die Aufnahme am Boden ist ohne entstanden. Hier kam das schwenkbare Display zum Einsatz.

Den hohen ISO-Bereich habe ich testen können bei Nebel in Stralsund. Ich wollte die wirklich unheimliche Stimmung am Morgen in den Gassen der Altstadt einfangen und bin sehr mit dem Ergebnis zufrieden. Das Rauschen in den dunklen Bereichen hält sich in Grenzen, nur die Schärfe ist nicht mehr so hoch. Dieser hohe ISO-Bereich sollte bei extremer Dunkelheit aber nur in Ausnahmesituationen benutzt werden, wenn kein Stativ zur Hand ist, denn die Qualität der Aufnahmen nimmt bei Verschlechterung der Lichtverhältnisse immer mehr ab. Vor allem die Schärfentiefe ist dann kaum noch zu erreichen, da die Blende ganz groß gestellt werden muss.

Ein besonderes Highlight der D750 ist die lichterbetonte Belichtungsmessung. Hier richten sich die Belichtungswerte nach den hellsten Bereichen im Bild so, dass die Verluste im Bereich der Lichter kaum merklich sind. Vor allem bei angestrahlten Gebäuden, Leuchtreklamen, Aufnahmen von Feuerwerk und in lichtergeschmückten Straßen ist das von großem Vorteil. Vor allem überstrahlt das Licht die direkte Umgebung dann nicht mehr. Mit meiner Canon habe ich dies durch die Spotmessung versucht zu erreichen, allerdings nie eine so scharfe Kante bei Leuchtreklamen hinbekommen, wie mit der D750.

Tierfotografie:

Bei Tieren, die sich schnell bewegen, ist es von Vorteil, den automatischen oder den kontinuierlichen Autofokus einzustellen. Hier stellt die Kamera so oft scharf, bis der Auslöser gedrückt wird. Ich habe das mit meinem Hund ausprobier, der zu keinem Zeitpunkt stillhält. Um auch jede Sequenz der Bewegung zu erfassen, ist die Einstellung der Serienbildfunktion perfekt. 6,5 Bilder pro Sekunde soll die Nikon bearbeiten. Da kommt garantiert mindestens ein tolles Bild beim Shooting heraus. Diese kontinuierliche Scharfstellung beeindruckte mich vor allem bei großen Brennweiten, denn hier ist es besonders problematisch, scharfe Bilder zu bekommen.

HDR-Fotografie:

Mit der D750 ist es möglich, Belichtungsreihen mit bis zu neun Einzelbildern zu erstellen. Wo ich mit der Canon bei drei Bildern oft schon Probleme hatte, sie ohne Verwackeln freihand aufzunehmen, konnte ich Dank der hohen Serienbildleistung freihand Belichtungsreihen mit 5 Bildern erstellen. Die Einstellungsmöglichkeiten gehen hier sogar so weit, dass nicht nur die Belichtung variiert werden kann, sondern bei zugeschaltetem Blitz auch die Blitzleistung. Bei langen Belichtungsreihen ist allerdings ein Stativ nicht zu umgehen. Die Qualität meiner Rohbilder, die ich nach der HDR-Bearbeitung und dem Tonemapping erhalte, war noch nie so hoch: Schärfe und Rauscharmut sind spitzenklasse.

Bildbearbeitung in der Kamera:

Hier sind viele Dinge möglich, von denen ich wohl die wenigsten benutzen würde, weil ich meine Bearbeitung am liebsten am PC erledige. Der Bildschirm ist einfach viel größer. Zwei Funktionen finde ich aber genial. Die eine spart mir ein Objektiv (Fisheye), die andere einen Filter (Sterncheneffekt). Wer Lust hat, kann hier schon beschneiden, ausrichten, rote Augen ausmerzen, Verzerrungen beseitigen, monochrome Bearbeitung anstellen usw. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.

Fazit für die Kamera

1. Auch für eine Vollformatkamera ist optimales Licht von ganz großem Vorteil. Bei perfektem Licht kommen sensationelle Ergebnisse fast von allein, wenn Punkt 2 beachtet wurde.
2. Auch mit einer Vollformatkamera wie der Nikon D750 kann man miese Bilder bekommen, wenn man sie falsch einsetzt.
3. Die Nikon D750 ist ein Juwel, das erst freigelegt werden muss. Es braucht Zeit, sich mit der Kamera zu beschäftigen. Schnell, schnell mag sie gar nicht und als Spielzeug will sie nicht angesehen werden, trotz der vielen spielerischen Möglichkeiten.
4. Die Fülle von Funktionen wird wahrscheinlich nie von einem einzigen Fotografen voll ausgeschöpft werden. Jeder Fotograf wird sich seine Highlights heraussuchen und sie immer wieder mit Freude nutzen.

Fazit für mich:

Die Vorteile der Nikon D750 liegen eindeutig in der deutlich besseren Auflösung und Dateigröße im Vergleich zu meiner Canon 60D. Die Schärfe vor allem bei den HDR-Belichtungsreihen ist erstaunlich. Die 12.800 ISO ermöglichen Aufnahmen von Hand, die mit meiner Kamera schier unmöglich sind. Auch bei Tier- und Sportaufnahmen ist die Nikon aufgrund des schnellen kontinuierlichen Autofokus klar im Vorteil . Bei der Gestaltung meiner Bilder lässt die Nikon keine Wünsche offen, es gibt für jedes Motiv einen tollen Aufnahmemodus. Das klappbare Display ist trotz seiner Schwergängigkeit und Einschränkungen in den Bewegungen im Vergleich zur Canon 60D ein sehr vorteilhaftes Detail. Die D750 ist eine tolle Kamera für unterwegs und erfordert kein riesiges Extragepäck, wenn man im Bereich des Standardzoom fotografiert. Bei Teleaufnahmen sieht die Sache schon anders aus. Sollte ich mir je eine Vollformatkamera zulegen, wird es eine Nikon D750 sein, denn sie ist vom Preis-Leistungsverhältnis her unschlagbar und eine tolle Kombination aus Profikamera und Kamera für ambitionierte Amateure.

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Julia Knuth

Julia Knuth

fotocommunity-Mitglied seit 2012 Zum Profil

Vor gut vier Wochen ergatterte ich mir einen Platz als Produkttesterin für die Nikon D750. Als die Zusage bei mir eintraf, war ich erfreut und sprachlos zugleich und konnte mein Glück kaum fassen, dass ich eine der Produkttesterinnen bin. Ich packte das Paket als es bei mir ankam direkt aus. Die Kamera erschien mir zuerst wie jede andere DSLR Kamera von Nikon. Jedoch bei den ersten Fotos und nach dem ersten Anfassen merkte ich, dass die Nikon D750 etwas Besonderes ist. Meine Ansprüche waren für die Nikon D750 sehr hoch, denn ich finde bei diesem Preis sollte die Kamera gute Arbeit leisten. Nun musste sie vier Wochen lang beweisen, was sie drauf hat.

Gehäuse:

Auf den ersten Blick wirkt die D750 wie jede andere professionelle DSLR von Nikon auch: groß, wuchtig ,robust. Doch nimmt man die neue Nikon in die Hand merkt man, dass Nikon etwas verändert hat. Die Kamera liegt angenehm in der Hand, so dass man auch mit kleinen Händen beim Fotografieren guten Halt hat und keine Angst haben muss, dass sie aus der Hand fällt . Das Gehäuse ist wertig, zwar nicht Vollmetall, aber das stört nicht. Die Kamera wirkt hochwertig verarbeitet, wie es sich für eine 2.000 Euro Kamera gehört.

Bedienung:

Die Bedienung der Kamera ist wie bei jeder Nikon leicht zu verstehen. Neue Optionen können leicht in der beiliegenden Gebrauchsanweisung nachgelesen werden. Dort wird es gut und verständlich erklärt. Jedoch finde ich das per Tastendruck gesperrte Drehrad nicht sehr angenehm und umständlich beim Fotografieren, da zugleich der Druckknopf gedrückt werden muss, bevor man das Rad verstellen kann. Gleiches gilt für das Rad darunter: ein Knopf muss gedrückt werden, um das Rad zu verstellen. Vorteil daran ist, dass nicht versehentlich beim Herankommen eine Einstellung verstellt werden kann. Der kleine Bildschirm oben auf der Kamera gefällt mir sehr gut, da es mit dem Powerknopf beleuchtet werden kann, so dass man auch im Dunkeln seine Einstellungen sehen kann. Das Nachstellen der Blende durch manuelles Steuern erbrachte noch einmal zusätzlich neue Möglichkeiten beim Fotografieren. Der bewegliche Bildschirm macht dem Verrenken beim Fotografieren ein Ende. Das ausklappbare Display kann um 90 Grad nach oben und um 90 Grad nach unten geklappt werden. Durch das Herausklappen des Bildschirms lässt es sich sehr gut fotografieren, ohne dass man sich selber in ungünstige Positionen bringen muss. Die Nikon D750 verfügt über zwei SD-Speicherkartenfächer, so dass man RAW und JPEG getrennt von einander speichern könnte, jedoch ist auch ein normaler Gebrauch von nur einem Speicherfach möglich.

Bildqualität:

Trotz schlechter Lichtverhältnisse erbrachte die Nikon D750 superscharfe und farbenfrohe Ergebnisse, die sich sehen lassen können.

Fazit:

Die Nikon D750 ist kein Schnäppchen, aber das beste Komplettpaket mit Vollformat Sensor. Die Ausstattung der Nikon D750 ist sehr umfangreich. Die DSLR bietet sich durch die zahlreichen Szenenautomatiken, die interne Bildbearbeitung und die Vollautomatiken für Einsteiger an. Durch die umfangreichen Individualisierungsoptionen und die manuelle Steuerung kann sie aber auch von Hobby -und Profifotografen hervorragend genutzt werden. Es fehlt an nichts und macht ihrem Preis alle Ehre. Durch den hohen Kontrast der Aufnahmen und die Sättigung der Farben liefert die Nikon D750 Bilder in Topqualität und lässt das Fotografenherz höher schlagen.

Positiv:
- Sehr gute Bildqualität
- Klein und griffig
- Klappbarer Bildschirm
- Umfangreiche Ausstattung
- Schneller Autofokus
- Lange Akkulaufzeit

Negativ:
- Per Tastendruck gesperrtes Drehrad
- Autofokus im Liveview deutlich langsamer
- Preis

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Nikolaj Wiegard

Nikolaj Wiegard

fotocommunity-Mitglied seit 2012 Zum Profil

Dies ist mein Test zur neuen Nikon D750, die mir für vier Wochen von Nikon zur Verfügung gestellt wurde. Ich habe die Kamera bei Shootings eingesetzt, eine Hochzeit damit fotografiert und auch Landschafts- und Naturaufnahmen gemacht. Ich habe keine Laborergebnisse für den Leser, denn die gibt es bereits ausreichend im Internet. Ich möchte meine ganz persönlichen und praktischen Erfahrungen mit dieser Kamera schildern und das auch speziell auf die Merkmale, die für mich selbst interessant sind.

Allgemein

Die D750 ist eine Vollformat Kamera, die gerade auf der letzten photokina ihre Premiere gefeiert hat und dort vorgestellt wurde. Sie steht im Nikon-Regal eine Stufe über der aktuellen D610 und ist unter der D810 positioniert, ersetzt quasi die gute alte Nikon D700. Der Unterschied zur Letzteren besteht äußerlich und offensichtlich zunächst mal im Gehäuse: Neben den Kameras im Profibody wie der D810, natürlich der D4 und eben auch der D700 hat Nikon die D750 in ein sogenanntes Consumer-Gehäuse gesteckt und damit unterscheidet sie sich äußerlich kaum von ihrer kleineren Vollformat-Schwester D610 und der APSC Kamera D7100. Alle drei Kameras sind relativ gleich groß und auch die Anordnung der Knöpfe und Bedienelemente ist in etwa gleich. Der wesentliche Unterschied an der D750 ist jedoch ihr klappbares Display, welches sich horizontal kippen lässt, genauso wie an der kleinen D5100, was ich da ja so sehr liebe. Wünschenswert wäre hier noch die Neigung um mehrere Achsen, so dass man das Display z.B. auch von vorne sehen kann.

Haptik

Vom Handling her gefällt mir die D750 bisher am besten, sie ist nicht zu klein und auch nicht zu groß. Zum ersten Mal habe ich nicht das Bedürfnis, gleich einen Batteriegriff anschrauben zu müssen, meine doch recht kleinen Hände füllt sie sehr gut aus und ich habe den Griff lediglich beim hochkant Fotografieren vermisst. Die Verarbeitung ist in meinen Augen sehr hochwertig, jeder Knopf lässt sich komfortabel erreichen, das Feedback beim Drücken ist deutlich, jedoch nicht aufdringlich. Das Auslösegeräusch ist vergleichbar dem der D7100, hier kann ich in puncto Lautstärke keinen Unterschied feststellen.

WLAN

In der D750 werkelt wie gesagt ein Vollformat Sensor mit 24 Megapixeln Auflösung und einem weiteren, sehr interessanten Feature: direkt eingebautes WLAN. Hier hat man nun nämlich die Möglichkeit, Bilder direkt auf ein Smartphone oder ein Tablet zu senden und auch, wie bei meiner Olympus OMD, die Kamera mittels App mit dem Smartphone fernzusteuern. Das mag jetzt vielleicht für den ein oder anderen überflüssig klingen, aber bei Langzeitaufnahmen ist eine Fernbedienung unverzichtbar und ein Smartphone habe ich persönlich immer dabei. Zusätzlich kann ich bei einem Shooting dem Model oder dem Kunden gleich auf einem Tablet die Ergebnisse zeigen, auch bei meinen Workshops ist das für die Teilnehmer sehr hilfreich.

Akku

Die Stromversorgung wird über den 1.900 mAh starken Akku ENEL15 gewährleistet, der je nach Aufnahmeart bis zu 1.100 Bilder garantieren soll. In der Praxis habe ich ihn nicht leer geknipst, bei mehreren Shootings und auch einer Hochzeit während meines Test musste ich ihn jedenfalls nicht wechseln. Praktisch, dass dieser Akku auch in den Kameras D7100, D610 und D810 werkelt, somit hatte ich genügend baugleiche Reserveakkus parat. Im Liveview und auch bei Serienbildaufnahmen sowie im Video-Modus zieht die Kamera am meisten Strom, aber auch hier reicht die Leistung des Akkus für den Normalgebrauch völlig aus.

Speicherkarten

Bilder speichert die D750 aus zwei SD-Karten, die beide über die seitliche Klappe eingeschoben werden. Hier lassen sich auch verschiedene Varianten der Speicherung einstellen, so kann entweder das RAW auf der einen, ein JPEG auf der anderen Karte oder ein RAW-Backup von der einen auf die andere Karte eingestellt werden. Oder man wählt die durchgehende Speicherung, somit werden beide Karten der Reihe nach befüllt. Das ist in meinen Augen ein nicht unerheblicher Vorteil, denn eine Sicherungskopie gleich in der Kamera lässt den Hochzeitsfotografen doch ein wenig besser schlafen und beruhigter seine Arbeit verrichten.

ISO

Das ISO-Spektrum reicht von 100 bis 12.800, wobei auch 0,3/0,7 und 1 LW unter ISO 100, also ISO 50 und nach oben bis zu 2 LW auf ISO 51.200 geregelt werden kann. ISO 50 kann unter Umständen helfen, wenn man z.B. tagsüber draußen etwas länger belichten möchte. ISO 51.200 hingegen ist, wie zu erwarten, nicht wirklich brauchbar, aber in den Bereichen um 3200, 5000 oder sogar 6400 erstaunlich rauschfrei und detailreich. In der Astrofotografie benötigt man viel Licht, was aber nicht nur mit der Belichtungszeit realisiert werden kann, sofern man die Sterne noch als Punkte darstellen will. Hier gilt die Faustformel bei Vollformat: 500/Brennweite. In meinem Fall verwendete ich das Nikkor 1424 f/2.8 bei 14 mm, könnte damit also mit knapp 36 Sekunden belichten. Das wäre bei ISO 100 natürlich noch viel zu dunkel, kein Stern wäre sichtbar. Um nun mehr Licht auf den Sensor zu bringen muss also die ISO erhöht werden, in dem Fall eben ISO 3200 bei 30 Sekunden und Blende f/2.8

Seine Fotos mit der Kamera:

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Klaus Bornemann

Klaus Bornemann

fotocommunity-Mitglied seit 2005 Zum Profil

Für mich ist Nikon absolutes Neuland. Da viele Kollegen bei der Konzertfotografie von dem guten Rauschverhalten der Japaner schwärmen, war meine Neugierde geweckt, als die fotocommunity Tester suchte. Soll die D750 nicht eine Vollformatkamera sein? Da kam zwar ein riesengroßes Paket in meinem Flur an, allerdings war es sehr leicht. Mein erster Impuls war, ob vielleicht das Zusatz-Objektiv NIKKOR AF-S 35mm, 1:1.8 Blende vorab verschickt wurde. Dies war nicht der Fall, die Ausstattung war komplett. Ein Body Nikon D750 mit dem Standardzoom AF-S 24-85 1:3,5-4G Blende. Der Kamera-Body wiegt mit Akku knapp unter 850 Gramm, das Standard-Zoom 485 Gramm. Die Festbrennweite hat ein Gewicht von 330 Gramm.
Die Haptik ist ansprechend. Die D750 liegt gut in der Hand. Sehr praktisch ist das in der gewählten Position feststellbare Multifunktionswahlrad auf der linken Seite. Da ich fast ausschließlich im Programm "M" fotografiere, ist es sehr erfreulich, dass sich durch ein Daumen- und ein Zeigefingerrad Blende und Zeit ohne umschalten schnell bedienen lassen. Dabei sind zusätzlich 16 Motivprogramme integriert worden. Ich habe immer wieder festgestellt, dass interessierte Hobbyfotografen lieber in der Automatik-Stellung knipsen, anstatt sich mit den Programmen auseinanderzusetzen. Dabei sind diese Programme nicht zu unterschätzende Helferlein, um sehr ansprechende Bilder machen zu können. Gerade im Urlaub kann man sich schnell auf neue Situationen einlassen. Im Restaurant das Programm "Food" wählen, die nette Bedienung im Programm "Portrait" ablichten und auf "Sport" stellen, um z.B. beim Marathon tolle Bilder zu machen. Im Programm "Nachtaufnahmen" entweder ein Stativ benutzen oder die Kamera auf einen wackelfreien Untergrund setzen, um stimmungsvolle Bilder zu bekommen. Für fast jede Situation gibt es die richtigen Blenden- und Zeitvorschläge.
Je mehr man sich mit der Kamera auseinandersetzt, dies gilt übrigens für alle Hersteller und Modelle, umso schöner das Ergebnis. Hier macht die Übung wirklich den Meister. Wer sich allerdings diese Vollformatkamera mit 24,3 Millionen Pixel pro Bild zulegt, ist wahrscheinlich kein Anfänger.
Natürlich hat die Spiegelreflex-Kamera einen Sucher. Sehr praktisch ist der nach oben und nach unten neigbare 3,2 Zoll große Monitor. In den DSLR Kameras von Nikon eine Neuheit. Im rechten Griff befinden sich 2 Kartenslots für SD-Karten. Diese lassen sich problemlos einzeln steuern und formatieren. Ich bevorzuge RAW bei Karte 1, während gleichzeitig Karte 2 das Bild im JPEG Modus sichert. Sollte eine Karte patzen, sind die Fotografien nicht ganz verloren. Ein eingebauter Blitz hilft als Aufhellquelle, mehr auch nicht. Der Akku ist für 1200 Abschüsse ausgelegt. Dies kann ich in der Praxis nicht bestätigen. Was allerdings auch daran liegen kann, dass der Akku ein paar mal aufgeladen werden sollte, ehe er so lange durchhält. Stundenlange Sessions waren allerdings problemlos möglich und ich hatte nie das Gefühl, dass ich bald auf dem Trockenen sitzen würde.
Landschaftsfotografien wurden knackig scharf abgebildet. Bei Portraits war vielleicht nicht das richtige Objektiv am Start, die Ergebnisse lassen sich aber sehen. Meiner Ansicht nach reagierte der Autofokus allerdings nicht exakt. Dies sind allerdings Einstellungsparameter die sich wahrscheinlich beheben lassen. Bei Außenaufnahmen mit 800 ISO war das Rauschverhalten bei 200% Ansicht gleich 0. Im Konzert waren für mich dann ganz klar die Grenzen erreicht. Bei 3600 ISO verwischten die Bilder. Das Rauschen war zwar gebannt, aber eine Alternative ist dies nicht wirklich. Der Autofokus arbeitete zwar wie verrückt, machte aber was er wollte. Das Ergebnis war unscharf. Mit einem 70-200 mm Objektiv wäre man im manuellen Fokussieren vielleicht besser aufgehoben.
Ein Sparfuchs ist die D750 bestimmt nicht. Wer über 2000 Euro für einen Kamera-Body ausgibt, will einen vernünftigen Gegenwert bekommen. Ob diese Klientel die Automatik und die Motivprogramme benötigt, darf angezweifelt werden, da sich in dieser Klasse eher ambitionierte Amateur-Fotografen aufhalten werden. Für diese kann ich allerdings einen Kauftipp abgeben. Die Vollausstattung und der schwenkbare Monitor machen Spaß. Genauso die Bildergebnisse, ohne Konzertfotografie.

Seine Fotos mit der Kamera:

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