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Verwackelte Bilder vom Stativ

Siehe auch unter Stativ


Die meisten Spiegelreflexkameras (je nach Modell) sind empfindlich für Unschärfen im Verschlußzeitenbereich zwischen ungefähr 1/8sek und 1/60sek. Bei längeren Brennweiten (über 200mm) kann auch eine 1/125sek oder darüber, von einem nicht ganz so stabilen Stativ, noch zu Unschärfen führen. Im Verschlußzeitenbereich unter 1/4sek, und ziemlich sicher unter 1sek, beträgt die Zeit der "Verwackelung" während der Aufnahme nur einen Bruchteil der Gesamtbelichtungszeit und die Vibrationen werden kaum, oder meist gar nicht, sichtbar.


Das muss man sich bei Alustativen etwa so vorstellen:

Der Schwingspiegelschlag der SLR versetzt die Kamera/Objektivkombination in Schwingungen, diese Schwingungen übertragen sich auf Stativkopf und Stativ, bewegen sich mit Schallgeschwindigkeit (bei Alu etwa 5000m/sek) durch die Stativbeine, werden am unteren Ende reflektiert, bewegen sich zurück durch den Stativkopf auf die Kamera/Objektivkombo und bringen diese zum vibrieren.
Und da jetzt der Verschluß zur Belichtung offen steht, wird das Bild "verwackelt", unscharf.


Je instabiler dabei die Stativ/Stativkopf-Kombination und je schwerer die Objektiv/Kamera-Kombination ist, desto länger (Massenträgheit) fallen die Auslenkungen dieser Vibrationen aus. Da langbrennweitige Objektive zusätzlich einen geringen Bildwinkel haben und damit die Vibrationen zu einer relativ grossen Winkeländerung im Motiv führen, sind Teleobjektive anfälliger für Verwackelungsunschärfen und benötigen stabile Stative.

Erschwerend kommt ausserdem hinzu (als wenn das alles nicht schon genug wäre...), dass gerade lange Teleobjektive mit eigener Stativaufnahme sich auf einem Stativ im "instabilen Gleichgewicht" befinden. Kleinste Erschütterungen führen hier zu relativ grossen Auslenkungen und langen Schwingzeiten. Deshalb legen einige Fotografen eine Hand leicht auf die Sonnenblende, oder legen einen Bohnensack auf das Objektiv um diese Schwingungen zu dämpfen und dieses "instabile Gleichgewicht" zu vermeiden.

Grad für längere, schwerere und damit vibrationsgefärdete Brennweiten (über 200mm) kann es sinnvoll sein (weil deutlich günstiger als Carbon!) in "LowTech" (schwingungsdämpfende Berlebach (http://www.berlebach.de/) oder Wolf (http://www.holzstative.de/) Holzstative) zu investieren.

Die Kamerahersteller versuchen mit der Spiegelvorauslösung bei einigen Spiegelreflexkameras die Schwingungs- und damit Unschärfenproblematik auf dem Stativ zu umgehen, indem der Schwingspiegel vor der Belichtung hochgeklappt (manuell vor der Aufnahme oder per Menüeinstellung) und die Belichtung erst beginnt wenn die Schwingungen bereits abgeklungen sind.

Stativtuning


Eine vergleichbare, professionell hergestellte Mittelplatte gibt es als Fertigteil für das Manfrotto 055CLB bei Naturfoto Burzynski, 28€ Plus Versand.

  • Objektivabstützung (http://www.wildlifepaparazzo.de/paparazzo/selbstgemacht/allgemein/objektivab.html)

"wackelige" Batteriegriffe


Wer einen Batteriegriff aus Kunststoff an seiner Kamera verwendet und Probleme mit unscharfen Bildern vom Stativ hat, sollte seine Kamera mal ohne Batteriegriff auf das Stativ schrauben!

Was nützt einem das stabilste Stativ und der massivste Stativkopf, wenn die Verbindung zwischen Batteriegriff und Kamera nicht hundertprozentig verwindungssteif ist? Grad schwere Objektive wie zb. ein Nikkor AF 2.8/80-200mm Schiebezoom ohne Stativschelle überfordern diese Verbindung.


  Letzte Änderung: 22:27, 12. Jul 2007 von Dominic Brocher . Basiert auf dem Text von Marc S. und Volker (volkerm). - Aufrufe: 14836
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