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Verkleinern

Ein Jahr lang habe ich mich mit verschiedenen Möglichkeiten des optimalen Verkleinern der Bilder speziell für die fotocommunity beschäftigt. Nun bin ich an einem Punkt angelangt an dem ich behaupten möchte ich kenne kein Verfahren, welches mir bessere Ergebnisse am fertigen Bild liefert wie jenes, welches ich hier vorstellen möchte.

Als kleiner Hinweis sei gesagt, dass die Wahl meiner Bildbearbeitung Photoshop CS2 der Firma Adobe ist und das einige Funktionen nur in diesem Programm funktionieren werden. Andere Bildbearbeitungsprogramme, wie z.B. der Paint Shop Pro von Jasc, bieten sicherlich ähnliche Funktionen an, einen entsprechenden Workflow sollte man daher auch bei diesen Programmen nachvollziehen können.

Dank geht an Thomas Kunze, der die Menüeinträge auf die deutsche Version von Photoshop CS2 übertragen hat.

Inhaltsverzeichnis

Methodenvergleich

Gleich vorweg der Vergleich zwischen 3 verschiedener Vekleinerungsmethoden. Zum einen eine simple, einstufige Verkleinerung mit dem Filter Bicubic Sharper. Das zweite Bild ist eine stufenweise Verkleinerung im RGB Farbraum mit Nachschärfung durch die Unsharp Mask, im letzten Bild wurde meine Methode verwendet.

Bild:0_Vergleich01.jpg Bild:0_Vergleich02.jpg Bild:0_Vergleich03.jpg
* * *
Bild:0_Vergleich11.jpg Bild:0_Vergleich12.jpg Bild:0_Vergleich13.jpg
Bicubic Sharper Unsharp Mask Kombiniert

Wenn Sie nun der Auffassung sind, es lohnt sich meine Methode näher zu betrachten, lesen Sie weiter.

5 Schritte zum Glück

Der Workflow sieht grob skizziert wie folgt aus:

  1. Das Gesamtbild intelligent Vorschärfen.
  2. Wechseln des Farbraumes zu CMYK; Auswahl der Farben CMY.
  3. Stufenweises Schärfen und Verkleinern, nur in den Farbbereichen CMY.
  4. Auswahl und Schärfen des schwarzen Anteils K; Wechseln des Farbraumes zu RGB.
  5. Intelligentes Nachschärfen der im Bild vorhandenen Kanten.

Der Nachteil RGB zu CMYK

Nicht zu verschweigen ist der Verlust bzw. die Verfälschung von Farben bei der Konvertierung von RGB zu CMYK. Besonders die Extrembereiche der Farben in RGB können im CMYK Farbraum nicht dargestellt werden. So wirken reine Rot-, Blau-, oder Grüntöne nach der Umwandlung etwas fahler.

Meiner Erfahrung nach ist dies aber eher von Vorteil denn von Nachteil. Besonders Rottöne werden bei meiner Nikon D70 bereits beim Originalbild viel zu kräftig aufgenommen und ich neige dazu dieses zu kräftige Rot teilweise zu entsättigen um eine natürliche Farbgebung zu erreichen.

Los geht's

Ich empfehle während des Nachvollziehens eine Aktion aufzunehmen, welche man anschließend bequem auf alle Bilder anwenden kann, die man verkleinert haben möchte. Das spart Zeit!

1. Das Gesamtbild intelligent vorschärfen

Meistens ist ein Bild, sei es im AF noch so scharf angezeigt, als fertiges Bild leicht verschwommen. Das ist nichts Schlimmes und hat nichts damit zu tun, dass die Kamera nicht richtig funktioniert sondern hat technische Gründe. So sehen wir durch den Sucher ein natürliches Bild, welches ebenso auf den Sensor der Kamera fällt. Hier werden die einzelnen Lichtinformationen jedoch auf die vorhandenen Messfelder aufgeteilt, der Chip muss also die Informationen komprimieren. Als Ergebnis wirkt das Bild ein wenig verschwommen.

Smart Sharpen
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Smart Sharpen
Um diesen Effekt zu reduzieren liefert Photoshop CS2 einen Filter namens Selektiver Scharfzeichner (Smart Sharpen) mit. Ich nutze diesen Filter nur sehr sachte, da er an dieser Stelle ausschließlich dazu gedacht ist, das Bild für die anschließende Verkleinerung vorzuschärfen. Ein zu heftiger Einsatz könnte schon jetzt das Endergebnis negativ beeinflussen.

Den Filter findet man unter: Filter -> Scharzeichnungsfilter -> Selektiver Scharfzeichner (Filter -> Sharpen -> Smart Sharpen)


2. Wechseln des Farbraumes zu CMYK und Auswahl der Farben CMY

Dieser Schritt darf nicht vergessen werden, wenn er auch recht einfach ist.

Das Wechseln erfolgt über: Bild -> Modus -> CMYK-Farbe (Image -> Mode -> CMYK Color)

Channels-Palette
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Channels-Palette

Anschließend wählt man die Kanäle Cyan, Magenta und Yellow aus. Das erfolgt in der Kanäle-Palette (Channels-Palette), im selben Fenster in dem sich auch die Ebenen (Layer) befinden. Mittels der Shift Taste können zur ersten Auswahl weitere Kanäle gewählt werden.

Ihnen wird auffallen, dass die angezeigten Farben des Bildes nun anders aussehen, sie enthalten kein Schwarz mehr.


3. Stufenweises Schärfen und Verkleinern in den Farbbereichen CMY

Mein Ausgangsbild hat Querformat und die Größe 3008 x 2000 Pixel. Ich möchte es auf die von mir in der FC ausgesuchte Größe 800 x 532 Pixel verkleinern. Dies geschieht in gerade mal 3 Schritten.

Das Schärfen wird jeweils vor der Verkleinerung angewendet, durch die Verkleinerung selbst werden Überschärfungen wieder abgemildet. Dennoch wird bei jedem Schritt die Dosierung ein wenig zurückgenommen.

Den Schärfefilter findet man unter: Filter -> Scharfzeichnungsfilter -> Unscharf maskieren (Filter -> Sharpen -> Unsharpen Mask)

Das Bild kann man verkleinern durch: Bild -> Bildgröße ... (Image -> Image Size ...)

Schritt 1: 3008 x 2000 auf 2400 x 1596

Bild:3_Schärfen01.jpg * Bild:3_Resize01.jpg

Schritt 2: 2400 x 1596 auf 1600 x 1064

Bild:3_Schärfen02.jpg * Bild:3_Resize02.jpg

Schritt 3: 1600 x 1064 auf 800 x 532

Bild:3_Schärfen03.jpg * Bild:3_Resize03.jpg

4. Auswahl und Schärfen des schwarzen Anteils K und Wechseln des Farbraumes zu RGB

Wahl des Black Channels
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Wahl des Black Channels

Bei der Verkleinerung des Bildes wurde der schwarze Anteil des Bildes nicht mit geschärft. Dieser Trick beugt störenden Rändern, sogenannte Halos vor. Halos sind feine weiße Säume an dunklen Kanten. Um dem Bild weitere Schärfe zu geben werden nun die schwarzen Anteile des Bildes leicht geschärft.
Dazu wählt man in der Kanalpalette den Kanal Black aus.

Nachschärfen mit Unsharpen Mask
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Nachschärfen mit Unsharpen Mask

Das Bild ist jetzt schwarz-weiß und kann durch die Unscharf maskieren (Unsharpen Mask) nachgeschärft werden.

Anschließend bringen wir das Bild zurück in den Farbraum RGB.

Das Wechseln erfolgt über: Bild -> Modus -> RGB-Farbe (Image -> Mode -> RGB Color)


5. Intelligentes Nachschärfen der im Bild vorhandenen Kanten

Wer mit dem Ergebnis bereits zufrieden ist, kann diesen letzten Schritt auch auslassen. Hier geht es wirklich nur noch darum auch das letzte bisschen Schärfe aus dem Bild zu holen und es durch das gezielte Nachschärfen der Kanten plastischer zu machen. Der Effekt ist jedoch so schwach, dass er dem Betrachter meist nicht auffällt, man spürt die Verbesserung eher. Die Vorgehensweise ist etwas komplizierter und erfordert etwas Feingefühl.

Schritt 1: Wechseln des Farbraumes zu Lab

Kanten kann man am besten dann finden, wenn man sich nur auf die Unterschiede der Helligkeit konzentrieren muss. Der Lab Modus bietet einen Kanal Lab-Helligkeit (Lightness), welcher genau dies abbildet. Daher erfolgen alle Aktionen im Lab Modus.

Das Wechseln erfolgt über: Bild -> Modus -> LAB-Farbe (Image -> Mode -> Lab Color)

Schritt 2: Auswählen und duplizieren des Kanals Lab-Helligkeit (Lightness)

Lightness-Channel
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Lightness-Channel

In der Kanalplatte wählen wir den Kanal Lab-Helligkeit (Lightness) aus. Das Bild wird dadurch grau angezeigt, da nur noch die Helligkeitsinformationen gewählt sind.

Duplicate Channel
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Duplicate Channel
Mit einem Rechtsklick der Maustaste (bzw. ctrl + klick auf Mac) auf den Kanal Lab-Helligkeit (Lightness) und der Auswahl Kanal duplizieren ... (Duplicate Channel) duplizieren wir den Kanal und benennen ihn SchärfeMaske.


Schritt 3: Auswahl und Maskierung der Kanten

Mittels des Filter Konturen finden (Find Edges) lassen sich leicht die Kanten des Bildes finden.

Angewendet wird der Filter unter: Filter -> Stilisierungsfilter -> Konturen finden (Filter -> Stylize -> Find Edge)

Levels
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Levels

Anschließend benutzen wir die Tonwertkurve (Levels) um störende Hintergrundkanten auszublenden. Nur die Kanten, welche entscheidend für das Bild sind sollen geschärft werden, jedoch keine Kanten, welche auf Grund eines verrauschten Hintergrundes entstehen.

Die Levels findet man unter: Bild -> Anpassen -> Tonwertkurve ... (Image -> Adjustments -> Levels ...)

Gaussian Blur
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Gaussian Blur

Da die Auswahl jedoch zu hart ist, wenden wir nun den Filter Gaußcher Weichzeichner (Gaussian Blur) an um die Kanten abzusoften.

Den Filter findet man unter: Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaußcher Weichzeichner ... (Filter -> Blur -> Gaussian Blur)


erneute Levels-Anwendung
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erneute Levels-Anwendung

Nach dem Weichzeichnen wenden wir abermals die Tonwertkurve (Levels) auf auf das Bild an. So ist es möglich noch einmal störende Bestandteile des Bildes außer Acht zu lassen.

Die Levels findet man unter: Image -> Adjustments -> Levels ... (Bild -> Anpassen -> Tonwertkurve ...)


Schritt 4: Das eigentliche Schärfen

Auswahl des Lightness-Channels
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Auswahl des Lightness-Channels
Jetzt geht es darum den Kanal Lab-Helligkeit (Lightness) mit Hilfe des Kanales SchärfeMaske zu maskieren und anschließend zu schärfen.

Dazu wählen wir in der Kanalpalette den Kanal Lab-Helligkeit (Lightness) aus.

Auswahl laden
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Auswahl laden

Nun laden wir eine Auswahl für diesen Kanal.

Die Auswahl wird geladen unter: Auswahl -> Auswahl laden ... (Select -> Load Selection ...)


Unsharpen Mask anwenden
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Unsharpen Mask anwenden

Mit Hilfe des Filter Unscharf maskieren (Unsharpen Mask) kann nun die Auswahl, also die Kanten des Bildes, geschärft werden.

Den Schärfefilter findet man unter: Filter -> Scharfzeichnungsfilter -> Unscharf maskieren (Filter -> Sharpen -> Unsharpen Mask)


Schritt 5: zurück zu RGB

Das Bild ist fertig und muss wieder in RGB konvertiert werden. Dazu löschen wir als Erstes den Kanal SchärfeMaske durch einen Rechtsklick (bzw. crtl + klick) auf den Kanale und der Option Delete Channel.

Anschließend lösen wir die Maskierung mittels: Auswahl -> Auswahl aufheben (Select -> Deselect)

Als letztes konvertieren wir das Bild zurück nach RGB über: Bild -> Modus -> RGB-Farbe (Image -> Mode -> RGB Color)

Fertig!

Nachwort

Ergebnis der ganzen Prozedur
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Ergebnis der ganzen Prozedur

Das so verkleinerte Bild kann nun über den Web Export von Photoshop für die FC exportiert werden. Hierzu bietet es sich an, PS selbst die optimale Komprimierung für 150 bzw. 300 KB finden zu lassen.



  Letzte Änderung: 10:35, 4. Okt 2006 von Sven Storbeck. Basiert auf dem Text von Franz-Josef Wirtz und Christoph Notarp und anderen. - Aufrufe: 15147
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