- Rubriken
- Galerie - Best of fc
-
- Neue Fotos
- Deutsch
- Alle Sprachen
- Fotos mit wenigen Anmerkungen
- Fotos von neuen Mitgliedern
|
|
UnjektivBastelecke | Objektiv Das legandär-berüchtigte "Unjektiv", auch als "Lochblende" bekannt. Hier eine Bauanleitung Baustelle
in http://www.fotocommunity.de/forum/read.php?f=34&i=127081&t=127081#reply_127081 hab ich schonmal was dazu geschrieben, in http://www.fotocommunity.de/forum/read.php?f=34&i=132263&t=132263#reply_132263 fragte ich nach der maximal möglichen Schärfe eines Bildes. http://www.die-lochkamera.de/ bietet einen Lochkamerarechner und ist eigentlich mit dem nötigen Wissen gespickt. Der ebay-Link ist spaßig, der hat mich damals auch auf den Trip gebracht ;o) Ok, Du wolle Lochkamera mache? [fc-fotohome:434993] zeigt Bilder die mit meinem (berühmten) "Unjektiv" gemacht wurden, im Bastelordner selber [fc-fotohome:379466] siehst Du wie es aussehen kann wenn Du es selber baust. Wenn Du z.B. hier drauf [fc-foto:13443621] klickst findest Du die Bauanleitung. Was für eine Kamera hast Du? Ich kann Dir gern ein "Unjektiv" bauen, Du hättest dann die "No.3" der traditionsreichen Serie. (Nr. 1 ist obiges, Nr. 2 war für die 350D einer kurzzeitige Freundin, Nr.3 wäre dann für Dich.) Oooder Du schaust beim netten Herrn Walser vorbei, der verkauft jeweils 5 Gehäusedeckel für rund 10-13 Euro. (Ich muss auch mal langsam welche bestellen...) Den Deckel _mittig_ 4-5mm bohren, nach aussen 45° entgraten (senken) und von innen mit der Lochblende versehen. festkleben, gut ist.
Die Lochblende: Zuerst etwas Theorie: >>>>> Die optimale Lochgröße ist relativ unabhängig vom Filmformat und hängt einzig und allein von der Brennweite ab. Eine Lochkamera produziert zwei Abbildungsfehler, die Unschärfe durch das Loch selbst und die Unschärfe durch die Beugung des Lichts an der Kante des Lochs. Der Beugungsfehler wird umso größer, je kleiner das Loch ist und die Lochunschärfe steigt mit dem Durchmesser. Beide Fehler überlagern sich gegenläufig. Die besten Resultate liegen daher in der Mitte beider Fehler. http://www.gamb.de/photo/loch-k.htm <<<<< Ein paar Bildchen dazu, Bilder im Absatz >>Physikalische Grundlagen<<": http://kunstunterricht.ch/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=129&Itemid=62 Ok?
http://www.pinholeday.org/support/faq.php?setlang=de#BM4 meint: >>>>> Die Lochgröße, die Sie für Ihre Lochkamera benötigen, hängt davon ab, welche Resultate Sie damit erzielen wollen. Viele Lochkamerafotografen kalkulieren die "optimale" Größe und weichen dann davon ab, um mit Experimenten die verschiedenen Effekte herauszufinden. Es gibt viele Formeln, um den optimalen Durchmesser zu berechnen. Optimal bedeutet in diesem Fall, dass das Loch das schärfste Bild liefert. Wobei anzumerken ist, dass das schärfste nicht immer auch das "beste" ist. Jedenfalls, die Formel für den optimalen Lochdurchmesser lautet: Lochdurchmesser = (0,03679 x (Wurzel der Brennweite)), die Brennweite ist der Abstand zwischen Loch und zu belichtendem Material. Ist die Brennweite beispielsweise 64 mm, dann ist die Wurzel daraus 8, multipliziert mit 0,03679 ergibt das einen Lochdurchmesser von 0,294 mm, aufgerundet 0,3 mm. Wenn der Lochdurchmesser einmal bekannt ist, lässt sich der Blendenwert der Kamera leicht ermitteln: Die Brennweite wird durch den Lochdurchmesser dividiert (selbstverständlich sollten beide Werte in derselben Maßeinheit sein). Blendenwert = Brennweite : Lochdurchmesser <<<<<
Fein, weiter gehts:
Bildweite = Auflagemaß (Weil die Lochblende innenseitig an den Gehäusedeckel kommt, quasi parallel der Bajonettaussenkante) (Es sollte in der praktischen Anwendung ein Durchmesser von 0,25mm ausreichen, größer wird das Loch bei unsauberer Bearbeitung von allein) Canon EOS 44,0mm : 0,244mm = f/180 = ~f/176 Nikon 46,5mm : 0,251mm = f/185 = ~f/186 Pentax 45,5mm : 0,248mm = f/183 = ~f/182 Minlta AF 44,5mm : 0,245mm = f/182 = ~f/178 Wir sehen, Canon hat die lichtstärkeren Objektive, selbst als Lochkamera ;o)
Wie machen wir ein Loch von 0,25mm und vor allem wo rein? Das Material unserer Lochblende ist der Alubecher eines (neuen) Teelichtes, einfach den Rand mit der Schere in voller Breite seitlich lang abschneiden und schön glatt streichen, später schneiden wir es noch auf 10x10-15x15 quadratisch passig, jetzt erstmal brauchen ihn lang damit wir während der Bearbeitung irgendwo anfassen konnen. Nun gibt es viel Möglichkeiten ein Loch da reinzumachen. Drücken und feilen, bohren, mit Funkenreißer oder beten. Ich mach es so: Das Blechstück auf eine _feste_ Unterlage (Hartholz) legen und mit einem Kugelschreiber längsmittig ca 8mm von der Schmalseite entfernt eine kleine Delle reindrücken. (Man kann auch eine kleine Stahlkugel ø3mm verwenden, in Position gehalten von einem Stück Tesa und gelinde mit einem leichten Hämmerchen draufhauen, das Blech dann aber auf eine _harte_ Unterlage auflegen.) In die Mitte dieser "Beule" kommt das Loch, och. Es gibt tatsächlich so dünne Bohrer, aber eine Akupunkturnadel tut es auch. Diese in einem Kugelschreiber vorn eingeklemmt und dann sachte das Alublech auf einem Radiergummi liegend durchgedrückt. Tibetanische Gesänge dabei beeinflussen die Chakren positiv. Wir haben jetzt ein Stück Blech mit Delle in der Mitte und da wiederum mittig das Loch. Auf der anderen Seite sind jetzt aber scharfe Grate, die müssen weg!! Die _feine_ Seite einer Nagelfeile mit Diamantbesatz erleichtert uns die Arbeit, einfach ein paar mal _sehr sachte_ über die Stelle drüberfahren bis keine Grate mehr zu fühlen sind. Anschließend nochmal mit der Nadel sachte durch das Loch fahren. Nochmals auf Grate prüfen. Alles Ok? Fein, dann hast Du jetzt im Idealfall eine Lochblende aus Teelichtblech mit einem _kreisrunden_ sauberen Loch mit einem Durchmesser von 0,25mm in der Mitte. Die Innenkanten des Loches sollten fein sein wie die Schneide einer Rasierklinge. Daher auch vorher mit der Kugelschreiberspitze _fest_ drücken (der ist anschließend Schrott, also eine alte Mine verwenden!!), so hast Du an dieser Stelle das Material verdichtet. Du kannst aber auch mehrere Lochblenden in verschiedenen Durchmessern machen und ausprobieren: 0,20mm, 0,25mm, 0,30mm, 0,35mm "Wechselobjektive an einer Lochkamera", das hat was, das patentiere ich mit hiermit!! ;o)
Loch mittig? Fein, dann die restlichen drei Seiten des Bleches mit Isolierband ankleben, dabei nicht unnötig in der Mitte des Bleches herumdrücken! Wenn das Blech fest am Deckel ist mit einem schwarzen Edding das blanke Alu schwarz anmalen, das verhindert Streulicht. Fertig *Ta-Daaaah* Du hast Dir Dein ganz persönliches Lochblendenobjektiv gebaut, Freude allenthalben! Ein Testbild auf eine Reprotafel könnte dann so aussehen, Sensordreck scharf dargestellt inclusive. [fc-foto:15113571] http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/15113571 Irgendwie enttäuschend, das war mal besser *grummel* Das hier ist schöner, http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/15113580 es ist das original Pentax 18-55/3,5-5,6 auf f/22 eingestellt, der Sensordreck ist unschärfer. Neuer Versuch: Neue Lochblende, mit mehr Ruhe bearbeitet und den Sensor mit Luftbalg gereinigt: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/15113629
Schau in den Sucher. Dunkel, gelle? *hähä* Lochdeckel wieder abnehmen, Normalobjektiv drauf und einen Blendenwert von 22 einstellen, dazu passende Zeit ablesen und merken. Und dann kommt die Belichtungszeitenverlängerung dazu: Eine Lochblende von [176...186] bedeutet eine 64-fache Belichtungszeitverlängerung (6 Blendenstufen) wenn die angezeigte Zeit 1/15 wäre, a lso rund 4 Sekunden, bei 1/30 2 Sekunden und bei 1/8 8 Sekunden. Einklich einfach, oder? Aber dafür gibt es die Rechenscheibe. Oder eine einfache Tabelle gemacht, die Blende ändert sich ja nimmer: http://www.rahji.com/pdf/irmer.pdf in http://lochkamera.blogspot.com/2006/05/grundlagen-belichtungszeit-die-formel.html (Auf Karton ausdrucken, ausschneiden, laminieren, nochmals schneiden, mit Versandbeutelklammer verbinden, hinten Tesa über die Klammer, fetig ;o) Wir nehmen bei unserer Konstruktion Blende 181 an, die ist nämlich auf der Rechenscheibe aufgedruckt und passt! Es kommt bei Lochkameras und den wirklich winzigen Blendenwerten wirklich nicht auf eine Zehnerstelle oder eine Sekunde +/- an! (Du wirst öfter den Begriff "Schwarzschildeffekt" lesen, das hat was mit einer zusätzlchen Belichtungszeitenverlängerung bei _Filmmaterial_ zu tun, überlies es, vergiss das, es betrifft NICHT die Digitalfotografie!!) Du kämest bei ISO 100 also schon deutlich in den Sekundenbereich... entweder Stativ mitnehmen oder [fc-info:Bohnensack] (auch in meinem Bastelordner). Für schnelle Schüsse ist das nix, aber Du kannst jetzt die Leute damit verblüffen indem Du vorgibst ohne Objektiv Fotos machen zu können ;o) Am FC-Fotostammtisch kam ich letztens bei Kunstlicht auf eine Belichtungszeit von länger als 30 sec., längere Zeiten kann ich nicht mehr einstellen, es hätten aber gut 60 Sekunden sein können. Also, einfach probieren, wenns zu dunkel ist einfach die Zeit verdoppeln, wenns zu hell ist halbieren, Lochkamera ist auch viel Probiererei.
Try it oder sprich mich gerne wegen einem "Unjektiv" an, könnte Dich 'nen Äppler in Sachsenhausen kosten ;o)
LG Olli (Viez = Äppelwoi ;o)
[1000x editiert wegen richtiger Benamung der Fachausdrücke] Link: http://www.fotocommunity.de/forum/read.php?f=34&i=134644&t=134564#reply_134609
|
|||
|
||||