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Tropfenfotografie

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wassertropfen, so klein und unscheinbar, doch mit der Fotografie kann man aus einen simplen Wassertropfen echte Kunstwerke zaubern. Die meisten werden schon Bilder mit Tropfen, die ins Wasser fallen, gesehen haben. Mit diesem kleinen Artikel will ich etwas auf die Grundlagen eingehen, die sich bei der Tropfenfotografie positiv auswirken. Um mit dem Thema zu beginnen, reicht ein Infusionsset aus der Apotheke. Die bekommt man für 1-2€ und hat somit einen Schlauch mit einer Regulierung. Damit kann man den Tropfenfluss relativ gut einstellen. Meine ersten Bilder habe ich mit einem sehr provisorischen Setup gemacht.





























Blitz

Ein wichtiger Faktor, um scharfe Bilder zu bekommen, ist die Beleuchtungsdauer der Blitze. Am besten benutzt man einen externen Blitz, den man manuell einstellen kann. Die Leistung der Blitze sollte soweit wie möglich nach unten eingestellt werden.

Mit voller Leistung steht zwar mehr Licht zur Verfügung, aber die Abbrenndauer der Blitze ist zu langsam, weswegen man die Leistung niedriger als 1/16 einstellen sollte. Dadurch ist - je nach verwendetem Blitzgerät - die Abbrennzeit schnell genug.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist bei der Tropfenfotografie relativ, die Bilder werden über das Licht eingefroren. Die Blitze habe bei geringer Leistung eine Abbrennzeit schneller als 1/16.000, so schnell ist kein Verschluss. Ich habe eine Belichtungszeit von 1/160 als Standard gewählt, damit funktionieren meine Funkauslöser einfach am besten.

Blende

Um genug Schärfentiefe zu bekommen, muss man die Blende ziemlich hoch wählen. Anfangs bin ich bis auf f20 hochgegangen, nur macht sich bei solch großen Blenden die Beugungsunschärfe bemerkbar. Daher bin ich auf f16 gewechselt. Das ist ein guter Kompromiss zwischen Schärfe und Beugungsunschärfe. Es kommt aber immer darauf an, wie man ausgerüstet ist. Wenn man nur mit dem internen Blitz arbeiten kann, wird man die Blende nicht so hoch wählen können, oder man muss mit der ISO gegensteuern und bekommt wieder Probleme mit dem Rauschen. Da muss man erst einmal ein paar Probeaufnahmen machen, um sich an die für sich passenden Einstellungen zu tasten.


Aber jetzt erstmal genug über die Kameratechnik. Ich gebe jetzt ein paar hilfreiche Tipps für Einsteiger die man beherzigen sollte um gleich Fehlerquellen auszuschließen.

Hilfreiche Tipps

  • Als Ausrüstung sollte mindestens ein Stativ und ein Fernauslöser der Kamera zur Hand sein. Um sich mit dem Thema zu befassen, reicht das völlig aus. Die restlichen Utensilien wie zum Beispiel Backblech, Infusionsset und farbigePapiere sind für kleines Geld zu besorgen, bzw. schon vorhanden.
  • Der Düsenaustritt muss gerade abgeschnitten sein und auch möglichst gerade befestigt werden. Sonst bekommen die fallenden Tropfen immer einen drall und landen nicht auf der gleichen Stelle. Das macht sich erst bemerkbar, wenn man einen TaT ( Tropfen auf Tropfen ) erwischen will.
  • Für den Anfang sollte man als Tropfenflüssigkeit H-Milch oder Kondensmilch nehmen. Sie ist etwas zähflüssiger als Wasser. Zudem sind die Formen des TaT‘s wesentlich ruhiger und harmonischer. Das ist auch ein Grund, warum ich mein Wasser verdicke, um eine ähnliche Viskosität wie Milch zu bekommen.
  • Die fallenden Tropfen sollte man mit einem Becher auffangen und durch gezieltes Wegziehen 2-3 Tropfen durchlassen. Dies hat den Vorteil, dass die Wasseroberfläche sehr ruhig ist und beim passenden Kamerawinkel / Licht, bekommt man die Spiegelung im Wasser. Zudem kann man somit das Timing am Auslöser etwas besser abstimmen. Ich hatte immer versucht, beim Aufprall des ersten Tropfens den Auslöser zu drücken. Zu guten Zeiten hatte ich bei 10 Bildern 2 gute TaT‘s im Kasten.
  • Wenn man TaT‘s fotografieren möchte, ist die Tropfengeschwindigkeit der Schlüssel zum Erfolg. Der Mittelwert liegt bei 10 Tropfen in der Sekunde. Damit sehen die Formen aus wie Pilze oder Schirme. Wenn man bis auf 15 Tropfen geht, bekommt man schwebende Scheiben. Dagegen sind es bei ca. 6 Tropfen lang gezogenen Hutformen. Das ist aber schon wieder etwas fortgeschrittener, aber wenn Ihr ein TaT bekommt, könnt ihr ungefähr einschätzen, ob die Tropfengeschwindigkeit etwas höher oder niedriger sein sollte.
  • Das Fokussieren sollte immer manuell geschehen. Dazu einfach eine Schraube am Aufprallpunkt platzieren und manuell scharfstellen.
  • Die Beleuchtung ist ein sehr wichtiger Faktor. Anfangs habe ich das über farbiges Papier, das ich mit einem Blitz eingeleuchtet habe, realisiert. Mittlerweile beleuchte ich von hinten durch eine Acrylglasscheibe. Da kann man viele Varianten wählen und der kreative Schwerpunkt liegt auch auf der Licht / Farbarbeit. Doch für den Anfang ist man schon froh, wenn man einigermaßen scharfe Bilder bekommt. Da stören einen die Blitzreflexe noch nicht ;)

Das waren jetzt ein paar grundlegende Dinge, die man beachten sollte.

Ich zeige euch noch ein paar Ergebnisse von mir, damit ihr seht, wie es aussehen kann. Im Anschluss werde ich noch für die fortgeschrittenen einen kleinen Einblick in andere Techniken der Tropfenfotografie geben.



Alle Methoden, die ich jetzt etwas näher erkläre, sind ohne technische Hilfsmittel nicht zu realisieren. Was aber immer wieder falsch verstanden wird: Die Technik alleine macht nicht die Bilder: Ich sehe sie als Schlüssel, um das zu erreichen, was ich mir vorgestellt habe. Jedes einzelne Setup ist mit viel Liebe zum Detail aufgebaut und mit der Zeit bis zur Perfektion verbessert worden. Wobei die Evolution am Setup stetig fortschreitet. Mit neuen Ideen kommen immer wieder Umbaumaßnahmen.

XXL TaT vs. TaT

XXL TaT vs. TaT ( TaT = Tropfen auf Tropfen ) Der Höhen Vergleich der XXL TaT‘ss zu den Normalen TaT‘s ist enorm. Um eine Höhe von 5cm zu erreichen, musste man schon tief in die Trickkiste greifen, indem man die Oberflächenspannung mit Klarspüler verringert und eine geringe Wassertiefe von 15mm wählt. Bei den XXL TaT‘s sieht das anders aus. Hier kann man eine normale Wassertiefe von 3cm wählen und die Säulen springen über 20cm in die Höhe.

Zusammenspiel von Licht und Farben

Anfänglich wollte ich diese Technik nicht Preis geben, aber wie es immer so ist. Wenn man gute Bilder zeigt ,Versuchen andere diese auch zu erreichen. Durch kleine Hinweise sind einige dahinter gekommen und schlussendlich habe ich mein Geheimnis doch verraten. Das ganze ist im Grunde Recht simpel, man kann es aber nur über eine Steuerung erreichen die das Magnetventil auf die Millisekunde ansteuert. Als ersten Tropfen der die Wassersäule bildet ,müssen 2 Tropfen in einem sehr engen Zeitfenster fallen. Somit wird der Krater im Wasser sehr tief und die Säule springt förmlich nach oben.



Weitere Techniken

Bubbles

Das sind Formen, bei denen am Fuße der Säule eine Blase entsteht und der Wasserstrahl durch die Blase nach oben geschossen wird. Diese Formen habe ich sehr gerne, da ab und zu abstrakte Formen dabei herauskommen. Das ganze ist jetzt nicht mehr so berechenbar wie die ursprünglichen Formen, hier hat der Zufall viel Einfluss.


Einer der wichtigsten Faktoren ist das Licht. Die schönste Form wirkt nicht so gut, wenn das Licht schlecht gesetzt wurden ist. Da muss man viel Zeit investieren, um auch ein schönes Licht /Farbenspiel zu erreichen. Dann kann es erst mit dem eigentlichen Tropfen anfangen. Wenn man mit Milch arbeitet, hat man den Vorteil, dass man die Tropfenflüssigkeit nicht einfärben muss, denn Milch absorbiert das Licht vom Blitz und nimmt die Farbe an. In den Folgenden Bildern habe ich pure Milch benutzt. Die Farbe kommt alleine durch die Beleuchtung mit mehreren Blitzen, auf denen unterschiedliche Farbfolien gesteckt waren. Um den Schwarzen Hintergrund zu bekommen, muss man noch zusätzlich einen Snoot Aufsatz benutzten. Dieser bündelt das Licht und man kann es gezielt einsetzten, ohne die Umgebung mit zu beleuchten




Ventile

Bei dieser Technik wird mit 3 Magnetventilen gearbeitet. Jedes Ventil steuert ein anders gefärbtes Wasser an. Dadurch kann man die TaT‘s in einer Farbenpracht abbilden, die sonst nie möglich wäre. Das umzusetzen ist aber hohe Kunst. Ich kenne nur eine Person, die das weltweit noch praktiziert. Die unterschiedlichen Tropfen auf eine Flugbahn zu bekommen, ist ein Kunststück für sich. Das ganze dann auch noch von den her Zeiten einzustellen, dauert sehr lange. Die Ergebnisse sind total unberechenbar - das macht es für mich extrem interessant. In der Tropfenfotografie weiß man nie, was man fotografiert und ist immer wieder über die Bilder erfreut.


Shot ́em up

Bei dieser Technik wird mit einem Schussapparat ein Projektil durch die Wassersäule geschossen. Ich habe mir dazu eine Abschussvorrichtung gebaut, mit der ich das ganze relativ einfach realisieren kann. Natürlich fliegen die Geschosse nicht so schnell wie aus einem Luftgewehr, sie haben aber noch genug Energie, um 5 Meter weit zu fliegen.




Fontänen

Hier wird ein Wasserstrahl nach oben geschossen und die Tropfen werden durch den Strahl zerschossen. Leider sind die Aufnahmen nicht mehr so schön ruhig, sie stecken voller Energie und Dynamik. Das ganze hab ich auch mit der Luftgewehrmunition gemacht. Ist eine schöne Spielerei und von den Bildern her wirklich sehr ansprechend. Da Geschmack aber verschieden ist, lasse ich die Bilder sprechen ;)





Refraktionen

Damit erzielt man keine spektakuläre Formen. Hier wird einfach ein Bild, das im Hintergrund platziert wird, im Tropfen als Refraktion abgebildet. Ist mehr oder weniger eine Spielerei , die ich umsetzten wollte.


Das war jetzt ein kleiner Einblick in meine Arbeiten mit den Wasser. Wie Ihr sicher bemerkt habt ist das Thema der Tropfenfotografie sehr vielschichtig . Man kann seine Kreativität gut ausleben, indem man noch mit Seifenblasen, verschiedenen Gefäße ect. arbeitet. Da sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Ich betreibe das jetzt 1 1⁄2 Jahre und habe noch nicht das Feuer verloren nach neuen Dingen zu suchen und das Thema der Tropfenfotografie weiter nach vorne zu treiben. In diesem Artikel bin ich gezielt nicht auf jedes einzelne Thema eingeganen , da es einfach den Rahmen sprengen würde. Falls interesse an den Setupbildern oder Hintergrundinformationen besteht , solltet Ihr einfach ein Blíck auf meine Homepage ( www.MarkusReugels.de ) werfen. Dort gibt es jede Menge Info‘s, Tipps und Bilder von mir.

Siehe auch

  • Fotos & Bilder aus dem Channel Spezial (http://www.fotocommunity.de/Spezial) in der Sektion Tropfenfotografie (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/2611)


  Letzte Änderung: 12:30, 28. Sep 2011 von Christina Diedrich . Basiert auf dem Text von Gabriela Ürlings und Christoph Notarp und anderen. - Aufrufe: 49310
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