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Stativ

Altes Schätzchen
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Altes Schätzchen

Ein Stativ dient dem stabilen Aufstellen von Kameras oder Blitzgeräten. Gerade bei längeren Belichtungszeiten, langbrennweitigen Objektiven oder Macro ist ein Stativ wichtig für scharfe Aufnahmen. Was im Umkehrschluss allerdings nicht bedeutet, das man für eine Aufnahme mit einem Weitwinkelobjektiv kein Stativ benötigt!

Ohne Stativ wird man in den wenigsten Fällen das Potential seines Objektivs voll ausschöpfen können!

Wer sich also über die "schlechte" Abbildungsqualität seines Objektivs beschwert, sollte sich zuerst einmal ein stabiles Stativ anschaffen.

Eine alte Faustregel besagt dass ein Stativ so schwer sein sollte wie der Kopf mit Kamera und der Kopf so schwer wie die Kamera selbst. Allerdings sind heute die Köpfe stabiler und daher die Regel auf den Kopf nicht mehr unbedingt gültig. S.u.


Angenehme Nebeneffekte:

  • Da das Bild ruhig steht und die Einstellungen eh etwas Zeit brauchen, macht man sich bei der Arbeit vom Stativ (hoffentlich) noch ein paar mehr Gedanken zum Ausschnitt und komponiert seine Bilder meist besser. Es sind ja oft die Feinheiten die ein mittelmässiges von einem guten oder gar hervorragenden Bild unterscheiden...

Unangenehme Nebeneffekte:

  • Gute Stative sind teuer!
  • Es gibt (leider) keinen Stativhersteller auf dem Markt der unsere (Lieblings-)Kriterien: stabil, leicht, hoch und billig in seinen Produkten miteinander vereint!
  • "stabil", "leicht" und "hoch" sind Stativ-Eigenschaften die sich gegenseitig ausschliessen. Fast mit jeden Budget lassen sich nur zwei dieser Eigenschaften in einem Stativ vereinigen.
  • stativschleppen... ;-)


Als Daumenregel kann man sagen, das ein Stativ als stabile Objektiv/Kamera-Basis das 1,5 bis 2fache Gewicht dieser Objektiv/Kamera Kombination wiegen sollte. S.o.


Inhaltsverzeichnis

Verwackelte Bilder vom Stativ

Die meisten Spiegelreflexkameras (je nach Modell) sind empfindlich für Unschärfen im Verschlußzeitenbereich zwischen ungefähr 1/8sek und 1/60sek. Bei längeren Brennweiten (über 200mm) kann auch eine 1/125sek oder darüber, von einem nicht ganz so stabilen Stativ, noch zu Unschärfen führen. Im Verschlußzeitenbereich unter 1/4sek, und ziemlich sicher unter 1sek, beträgt die Zeit der "Verwackelung" wärend der Aufnahme nur einen Bruchteil der Gesamtbelichtungszeit und die Vibrationen werden kaum, oder meist gar nicht, sichtbar.


Das muss man sich bei Alustativen etwa so vorstellen:

Der Schwingspiegelschlag der SLR versetzt die Kamera/Objektivkombination in Schwingungen, diese Schwingungen übertragen sich auf Stativkopf und Stativ, bewegen sich mit Schallgeschwindigkeit (bei Alu etwa 5000m/sek) durch die Stativbeine, werden am unteren Ende reflektiert, bewegen sich zurück durch den Stativkopf auf die Kamera/Objektivkombo und bringen diese zum vibrieren.
Und da jetzt der Verschluß zur Belichtung offen steht, wird das Bild "verwackelt", unscharf.


Je instabiler dabei die Stativ/Stativkopf-Kombination und je schwerer die Objektiv/Kamera-Kombination ist, desto länger (Massenträgheit) fallen die Auslenkungen dieser Vibrationen aus. Da langbrennweitige Objektive zusätzlich einen geringen Bildwinkel haben und damit die Vibrationen zu einer relativ grossen Winkeländerung im Motiv führen, sind Teleobjektive anfälliger für Verwackelungsunschärfen und benötigen stabile Stative.

Erschwerend kommt ausserdem hinzu (als wenn das alles nicht schon genug wäre...), dass gerade lange Teleobjektive mit eigener Stativaufnahme sich auf einem Stativ im "instabilen Gleichgewicht" befinden. Kleinste Erschütterungen führen hier zu relativ grossen Auslenkungen und langen Schwingzeiten. Deshalb legen einige Fotografen eine Hand leicht auf die Sonnenblende, oder legen einen Bohnensack auf das Objektiv um diese Schwingungen zu dämpfen und das "instabile Gleichgewicht" zu vermeiden.

Dabei ist noch zu beachten, dass Hochformataufnahmen offensichtlich mehr zum Verwackeln neigen als Querformate. Ein horizontal schlagender Spiegel wird vom Stativ weniger gedämpft als ein Spiegel der vertikal schlägt.

Gerade für längere, schwerere und damit vibrationsgefährdete Brennweiten (über 200mm) kann es sinnvoll sein (weil deutlich günstiger als Carbon!), in "LowTech" (schwingungsdämpfende Berlebach (http://www.berlebach.de/), Lumpp (http://www.lumpp-feinwerktechnik.de/) oder Wolf (http://www.holzstative.de/) Holzsstative) zu investieren.

Die Kamerahersteller versuchen mit der Spiegelvorauslösung bei einigen Spiegelreflexkameras die Schwingungs- und damit Unschärfenproblematik auf dem Stativ zu umgehen, indem der Schwingspiegel vor der Belichtung hochgeklappt wird (manuell vor der Aufnahme oder per Menüeinstellung) und die Belichtung erst beginnt, wenn die Schwingungen bereits abgeklungen sind.

Stativtuning


Von Burzynski (erhältlich bei Isar Foto (http://www.isarfoto.com/index.php) gibt es eine Modifikation für das Manfrotto 055. Dabei wird die Mittelsäule durch eine Platte ausgetauscht.

"wackelige" Batteriegriffe

Wer einen Batteriegriff aus Kunststoff an seiner Kamera verwendet und Probleme mit unscharfen Bildern vom Stativ hat, sollte seine Kamera mal ohne Batteriegriff auf das Stativ schrauben!

Was nützt einem das stabilste Stativ und der massivste Stativkopf, wenn die Verbindung zwischen Batteriegriff und Kamera nicht hundertprozentig verwindungssteif ist? Grad schwere Objektive wie zb. ein Nikkor AF 2.8/80-200mm Schiebezoom ohne Stativschelle überfordert diese Verbindung.

Stative:

unsere "Lieblingsstative"


Manfrotto 190xx in allen seinen Ausführungen (stabiler Kopf vorausgesetzt):

  • Das kleine, leichte Manfrotto 190 ist max. für Brennweiten bis 2,8/200mm geeignet.

Manfrotto 055xx in allen seinen Ausführungen (stabiler Kopf vorausgesetzt!):

  • Das etwas grössere und schwerere Manfrotto 055 ist max. für Brennweiten bis zu 4/300mm (ohne Telekonverter!!!) geeignet.

Für Brennweiten über 300mm findet sich in Manfrottos Stativprogramm leider kein ausreichend stabiles und dabei noch tragbares Stativmodell. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da Manfrotto, Gitzo und Sachtler zu einem Konzern gehören. Ein solches Manfrotto Stativ wäre eine zu grosse Konkurrenz zu den teureren Gitzos.

Berlebach Report Serie: Stabiler und vor allen Dingen deutlich besser schwingungsdämpfend als die Aluminiumstative von Manfrotto, in verschiedenen Ausführungen erhältlich die es erlauben, den persönlichen Kompromiss zwischen Stabilität und Packmass zu finden. Für Brennweiten bis 400mm in Verbindung mit einem stabilen Kopf ist jedes aus dieser Serie geeignet, die mit nur 2 Beinsegmenten auch durchaus für noch längere Brennweiten.

Feisol schafft es, leichte, stabile Carbonstative in wirklich sehr guter Verarbeitung zu günstigen bis moderaten Preisen anzubieten.
Mit den [Tournament Class (http://www.feisol.de/carbon-stative-tournament-class-c-1_14.html)] Carbonstativen bietet Feisol zwei innovative Stative an, deren Beine für ein kleiners Packmass rückwärts über den Kugelkopf gefaltet werden können.
So gut die Feisol Stative auch sind, die Feisol Kugelköpfe und Nivelliersockel kann/sollte man getrost übergehen.

Walimex/Fotowalser Billige (chinesische?) Nachbauten von Manfrotto Stativen.

Tischstative


Der "kleine Bruder" des Dreibeinstativs. Leider verdienen die meisten auf dem Markt erhältlichen Tischstative nicht die Bezeichnung "Stativ" und genügen schon von der Belastbarkeit nicht den Ansprüchen an ein Mindestmass an Stabilität, geschweige denn Haltbarkeit oder Präsizion.

Zum Grossteil sind es windige, klapperige Kunststoffkonstruktionen, die ihr Geld (wie wenig sie auch immer kosten) nicht wert sind...

Die einzigen bekannten Ausnahmen sind:

  • Das hervorragende, kleine und dabei äusserst stabile Leica Tischstativ (http://www.leica-camera.de/photography/m_system/accessories/tripod_accessories/166.html)!
  • Auch Manfrotto hat mit dem Manfrotto MA 209,482B Tischstativ (http://www.manfrotto-shop.de/Tischstativ/Manfrotto/MA_209,482B.htm) was kleines und günstiges für ca. € 48,- im Programm.
  • hinzuzufügen sind auch Tischstative (http://www.pro-kamera.de/Stative/Tischstative) des Herstellers Vanguard, die trotz ihrer geringen Größe über eine sehr hohe Stabilität dank Metallausführung verfügen.

Autoscheibenstativ


Autoscheibenstative sind eigentlich nicht viel mehr als eine Klemmvorrichtung mit Anschlussmöglichkeit für einen Stativkopf.

Einbeinstativ


Einbeinstative sind kein Ersatz, sondern vielmehr eine Ergänzung zu Dreibeinstativen.

Einbeinstative ermöglichen es dem Fotografen, richtig eingesetzt, selbst mit mittleren Teleobjektiven verwackelungsfreie Bilder bis hinunter zu 1/30sek, eingeschränkt sogar bis zu 1/15sek, aufzunehmen. (ein entsprechend bewegungsloses Motiv vorausgesetzt...)

Hervorragend lassen sich Einbeinstative in Verbindung mit langen und schweren Teleobjektiven einsetzen. Sie befreien den Fotografen von deren nicht zu unterschätzendem Gewicht, ermöglichen dabei Aufnahmen mit Verschlußzeiten, die aus freier Hand sicher verwackelt wären und lassen dem Fotografen genügend Flexibilität, um auf unvorhersehbare Situationen reagieren zu können. Nicht umsonst gehören Einbeinstative zu den "must have" Geräten von Sport- und Tierfotografen.

Einbeinstative direkt mit einer Kamera oder einem Teleobjektiv mit Stativanschluß zu verbinden, ist für die normale, abgesetzte Verwendung, weniger optimal. Deutlich einfacher ist es, ein Einbeinstativ mit einem kleinen Kugelkopf oder besser einem Neigekopf wie dem Manfotto 234 (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=15&itemid=307) oder Manfrotto 234 RC (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=15&itemid=308) (mit Schnellwechseladapter) zu kombinieren.

Einbeinstative können aber auch nicht abgesetzt verwendet werden. In diesem Fall wird ein (leichtes und möglichst starres) Einbeinstativ ohne Kugel- oder Neigekopf direkt an Kamera oder Objektiv geschraubt und auf eine mittlere Länge ausgefahren, fotografiert wird Freihand. Der Effekt ist eine Stabilisierung der Kamera durch erhöhtes Drehmoment auf zwei von drei Achsen, lediglich die horizontale Drehachse (die senkrecht durch das Stativ verläuft) behält sein normales Drehmoment. Diese Stabilisierung entspricht in seinem Effekt der Stabilisierung für "horizontales Mitziehen", welche auch bei manchen Bildstabilisatoren gewählt werden kann: Während das Drehen der Kamera zur Begleitung des Motivs leicht ist, wird das verttikale und kippende Verwackeln erheblich reduziert. So erhält man einen preiswerten und sehr effektiven Bildstabilisator für jede Kamera, welcher optisch den in Kamera oder Objektiv integrierten Stabilisatoren überlegen ist.

Ein günstiges, robustes, kompaktes und trotzden sehr stabiles (auch mit grösseren Geräten als einem 2,8/300) Einbeinstativ ist z.B. das Manfrotto Compact Monopod 680 (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=14&itemid=1809)

Leuchtenstative


Die Stative für alles, was keine Kamera ist: Studioblitze, Lampen, Aufheller, Hintergrundsysteme, ect...

Hier kann man getrost sagen, dass Manfrotto (http://www.bogenimaging.de/) mit seiner schier unendlichen Auswahl an Leuchtenstativen und Studiozubehör der "Alleinunterhalter" in diesem Segment ist.

Gut, preiswert, ausgezogen bis 3,85m hoch und für die meisten Aufgaben ausreichend stabil ist das Manfrotto "Master Stand" 004 (http://www.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=210&itemid=221). Ein echter Alleskönnner für's Studio!

Sonderformen von Stativen


Bohnenbeutel

Ein ideales "immer dabei" Stativ ist der auch Beanbag, Bohnensack oder auch Sackstativ genannt.

Ein zu 3/4 mit Bohnen, Reis, Linsen, Kunststoffgranulat etc. gefüllter Leinen-, Kunststoff- oder Ledersack der als stabile, schwingungsdämpfende Unterlage unter der Kamera oder Objektiv, als Ersatz oder Ergänzung zum Stativ dient.

Auch ideal um in Bodennähe die Kamera auszurichten oder bei feuchtem oder nassem Untergrund.

Ebenfalls gern als verbreiternde Auflage auf Autoscheiben oder Geländern verwandt, er liegt dann wie ein Sattel über und die Oberfläche kann als Kamerauflage verwendet werden.

Ausserdem ist er als schwingungsdämpfende Auflage für lange, auf dem Dreibein-Stativ montierte, Teleobjektive brauchbar. Siehe auch unter -> Verwackelte Bilder vom Stativ

Flaschenstativ

Eher in den Bereich des Partyspaßes gehört das Flaschenstativ, ein Gummiüberzieher mit oben angebrachtem Stativgewinde und meist kleinem Kugelkopf. Geeignet um auf Partys eine kleinere Kompaktkamera auf einer Getränkeflasche zu befestigen und mittels Selbstauslöser selbst aufs Bild zu kommen.

Baumschrauben

Eine Baumschraube besteht zu 2/3 aus einem für Holz geeigneten Gewinde, 1/3 aus 1/4 Stativgewinde. Sinnvoll um in der freien Natur eine Kamera fest an Bäumen oder Bauwerken zu befestigen. Auch hier ist ein Stativkopf zur Ausrichtung der Kamera erforderlich.

Jeder sollte jedoch soviel Eigenverantwortung besitzen, solche 'materialschädigenden' Lösungen nur dann zu benutzen, wenn dadurch kein Schaden entsteht. Lebendes Holz sollte man damit nicht unbedingt traktieren.

Stativkopf:

Bei Stativköpfen scheiden sich ein wenig die Geister...

Die einen schwören auf schnell verstellbare Kugelköpfe, andere Fotografen ziehen 3D-Neigeköpfe mit ihren einzeln verstellbaren Einstellebenen vor.

Einbeinstative lassen sich mit einem kleinen Kugelkopf oder besser einem Neigekopf wie den Manfotto 234 (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=15&itemid=307) oder Manfrotto 234 RC (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=15&itemid=308) (mit Schnellwechseladapter) kombinieren.

3-Wege-Neiger


Kugelkopf


Der Hersteller FLM (http://www.flm-gmbh.de/index.html) versucht mit dem patentierten "Tilt"-Mechanismus in seinen Kugelköpfen die Vorteile beide Systeme zu vereinigen. Durch Anziehen einer Klemmschraube wird so aus einem Kugelkopf ein 2-Wege-Neiger. In der Praxis funktioniert das hervorragend und ist bei Verwendung von Teleobjektiven mit Stativanschluß sehr praktisch.


Panorama Rast System
Die FT-Serie der FLM-Kugelköpfe können zusätzlich mit einem Panorama-Rast-System nachgerüstet werden. Dieser zusätzliche Knopf ermöglicht es dem Fotografen ein hör- und spürbares einrasten der Bodendrehung alle 15° zu aktivieren. Dies ist gerade für Panoramaaufnahmen sehr hilfreich.

Nivellieradapter
Der FLM Nivellieradapter wird unter der Kamera oder unter dem Kugelkopf, auf dem Stativ befestigt. Da das Stativ in der Natur niemals exakt horizontal ausgerichtet werden kann, ermöglicht die LB 30 / LB60 das ausnivellieren der Kamera um 30° bzw. 15°. Dies ist gerade bei Panoramaaufnahmen sehr hilfreich.

Quick- Release-System
Das Quick-Release-System von FLM ermöglicht, wie der Name schon sagt, ein sehr schnelles und vor allem einfaches Wechseln der Kameraplatte. Dabei muss die Platte nicht seitlich „eingefädelt“ werden sondern wird einfach von oben in die Basis eingeklickt. Durch das Sicherheitssystem kann nach dem Einrasten der Platte die Kamera verschoben werden, ohne die Gefahr des Herausfallens und der Beschädigung der Kamera. Durch den Exzenter Verschluss wir die Kameraplatte dann einfach fixiert. Beim erneuten öffnen des Exzenterverschlusses kann die Kamera durch gedrückthalten des Sicherheitsknopfes dann einfach wieder nach oben herausgezogen werden.

Videoneiger


Viele Fotografen mit grossen und schweren Teleobjektiven wie den 4/500mm, 2,8/400mm und 4/600mm benutzen schwere, fluidgedämpfte Videoneiger oder Stativköpfe wie den Wimberley Head (http://www.tripodhead.com/index.cfm) oder den Nill Stativkopf (http://www.dietmar-nill.de/), die speziell für die Verwendung mit solchen grossen Teleobjektiven konstruiert wurden.

Nivellierkopf


Gerade für Panoramaaufnahmen ist eine Nivelliereinrichtung wie der Manfrotto 438 Nivellierkopf (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=12&itemid=746) zwischen Stativ und Stativkopf praktisch.

Nodalpunktadapter


Nodalpunktadapter sind spezielle Stativköpfe für Panoramaaufnahmen. Sie bieten die nötigen Verstellungen, um den Nodalpunkt der Kamera/Objektivkombination zu ermitteln und einzustellen.

Man unterscheidet Single-Row (für Panoramen) und Multi-Row Panoramaköpfe (für 360° Kugelbilder).

Schnellwechseladapter


Eine Kamera oder ein Objektiv an ein Stativ zu schrauben, oder es zwischendurch (z.B. bei einem Kamera- oder Objektivwechsel) wieder vom Stativ zu trennen, ist fast so umständlich und lästig wie Stativschleppen...

Glücklicherweise gibt es Abhilfe! Mit einem Schnellwechseladapter auf dem Stativkopf und Schnellwechselplatten an jeder Kamera oder Objektiv ist das Montieren und Wechseln von Kameras und Objektiven (oder der Wechsel vom Dreibein- auf ein Einbeinstativ) ein Kinderspiel. Wessen Stativ nicht mit einem Schnellwechselsysten ausgestattet ist, kann warscheinlich kaum ermessen, was ihm noch fehlt... :)

Wer das nötige Kleingeld übrig hat (in diesem Fall "Kleingeld" leider in Anführungsstrichen...), sollte sich das bei vielen Herstellern von Stativen und Stativzubehör (und natürlich Fotografen) weit verbreitete Arca Swiss-Schnellwechselsystem anschauen! Die Qualität ist hervorragend, die Auswahl an speziell für die einzelnen Kameramodelle und Teleobjektive konstruierten Schnellwechselplatten groß, der Preis hoch.

Einen guten Eindruck vom Arca Swiss-Schnellwechselsystem bekommt man auf der Website von Really Right Stuff (http://www.reallyrightstuff.com/index.html) und Kirk Photo (http://www.kirkphoto.com/).

Aber auch für Fotografen, die nicht mit überquellenden Geldbörsen gesegnet sind, gibt es gute Lösungen. Manfrotto stellt einige preiswerte Schnellwechseladaptersysteme (http://db.manfrotto.com/product/itemlist.php3?manufid=1&sectionid=100) her, mit denen man sein bestehendes Stativ nachrüsten kann. Leider verwenden diese Adapter verschiedene, untereinander inkompatible Schnellwechselplatten (http://db.manfrotto.com/product/itemlist.php3?manufid=1&sectionid=97).


Besonders interessant ist, nach meiner Meinung, dabei der Manfrotto 323 Schnellwechseladapter (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=100&itemid=315), der die selbe Stativplatte (200PL-14) (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=97&itemid=614) wie der Manfrotto 234 RC Neiger (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=15&itemid=308) für Einbeinstative und einige ihrer Kugelköpfe, 3D-Neiger und Videoköpfe verwendet. Ein weiterer Vorteil ist der wirklich moderate Preis des Adapters und der verschiedenen 200PL-Schnellwechselplatten (http://db.manfrotto.com/product/itemlist.php3?sectionid=97&manufid=1).

Hochformatwinkel


Auch hier gilt, wer noch nie mit einem Hochformatwinkel an seiner Kamera vom Stativ gearbeitet hat, kann warscheinlich kaum ermessen, wie sehr es die Arbeit mit dem Stativ und den Wechsel von Quer- auf Hochformat erleichtert!

Unglücklicherweise sind die meisten wirklich guten Hochformatwinkel nur für das teure Arca Swiss-Schnellwechselsystem erhältlich.

Allerdings konstruieren Hersteller wie Really Right Stuff (http://www.reallyrightstuff.com/index.html) und Kirk Photo (http://www.kirkphoto.com/) Hochformatwinkel (englisch L-brackets), die exakt an die verschiedenen Kameramodelle angepasst, wenig "auftragen", mit Aussparungen für Akkus und elektronische Anschlüsse (z.B. USB) versehen, daher immer an der Kamera belassen werden können und hervorragend gearbeitet sind! Diese Qualität hat allerdings ihren Preis...

Mit ein bisschen technischem Sachverstand, nicht allzu "linken Händen", einer 1/4" Befestigungsschraube und einem passenden Gewindebohrer (1/4" UNC/20 Gang (http://homepages.tesco.net/~A10bsa/uncgo.htm), zur Not tut's auch ein 1/4" Withworth (http://www.vdwalle.com/knowledgebase/draad/bsw.htm)), lassen sich Hochformatwinkel wie dieser (http://www.naturfotograf.com/l_bracket.html) aber leicht selbst bauen.

Manfrotto stellt zwei universelle Hochformatwinkel her: Die L-Schiene 340 (http://db.manfrotto.com/product/templates/templates.php3?sectionid=4&itemid=348) mit sechseckiger Schnellwechselplatte und die sehr ähnliche Junior L-Schiene 341 die an die Schnellwechseladapter für 200PL-14 Schnellwechselplatten passt.

Stativmaterialien:

Aluminium

  • Das meistverwendete Stativmaterial. Günstig in der Herstellung und relativ leicht (2,7g/cm³).

Nachteile von Aluminium:

  • Aluminium ist relativ "weich" und biegsam. Um genug Verwindungssteifigkeit zu erlangen bedarf es einer ausreichenden Materialstärke und (im besten aber leider seltenstem Fall) einer Verstrebung zwischen Mittelsäule und Stativbeinen.
  • da Aluminium ein relativ weiches Metall ist, können die Stativbeine bei ruppiger Behandlung (zb. umfallen, in den Kofferraum "werfen") verbeulen.
  • als Metall leitet Aluminium hervorragend Schwingungen (und genau DAS soll ein Stativ ja eigentlich nicht!)
  • Aluminium ist das schwerste Stativmaterial.

Allerdings gibt das Gewicht einem Stativ einen Teil seiner Stabilität...


Holz (Eschenholz)

  • Berlebach (http://www.berlebach.de) und Lumpp (http://www.lumpp-feinwerktechnik.de) stellen stabile, schwingungsdämpfende, leichte, aber trotzdem recht preiswerte Stative aus Eschenholz her.

Vorteile von Eschenholz:

  • leicht (~0,7g/cm³)
  • schwingungsdämpfend!
  • temperaturneutral (kein "festfrieren" im Winter)
  • nachwachsend und kompostierbar ;))

Nachteil von Eschenholzstativen:

  • sie schauen nicht so cool aus wie ein Gitzo (http://www.bogenimaging.de/) oder Sachtler (http://www.sachtler.com/) aus Carbon... ;)


Carbon (Kohlefaser)

  • ein fast ideales Stativmaterial: leicht (1,8g/cm³, damit ca. 30% leichter als Aluminium), verwindungssteif, schwingungsdämpfend.

Nachteil von Kohlefaser:

  • teuer! Carbonstative sind die teuersten Stative.
  • relativ empfindliche Oberfläche (zb. Sand)


Basalt (Basaltfaser)

  • ein Stativmaterial das Gitzo (http://www.bogenimaging.de/) in einer neuen Stativlinie (http://www.basaltstative.de) einsetzt.
  • 20% leichter als Aluminium (ca 2,1g/cm³), verwindungssteif, schwingungsdämpfend, günstiger als Carbon, schlagzäh.
  • wirklich beeindruckend ist die Schlagzähigkeit von Basalt!

Der Gitzovertreter schlug als Demonstration mit dem ca 25cm langen Stück eines Basaltrohres mit voller Wucht auf eine Aluminiumkante. Ausser etwas Aluminiumabrieb war an dem Basaltrohr nichts (keinerlei Beschädigung!) festzustellen!

Stativgewinde


Stativgewinde sind de facto genormt.

  • an Sucherkameras, KB-Spiegelreflexkameras (natürlich auch alle DSLRs) bis hin zu Mittelformatkameras, Schnellwechselplatten und Stativköpfen wird ein 1/4"/20 Gang UNC (http://www.gewinde-normen.de/unc-gewinde.html) Gewinde (ca 6,35mm Aussendurchmesser und 5,2mm Innendurchmesser) verwendet.
  • einige Mittelformatkameras und so gut wie alle Großformatkameras, sowie die meisten Verbindungen zwischen Stativen und Stativköpfen verwenden 3/8"/16 Gang UNC (http://www.gewinde-normen.de/unc-gewinde.html) Gewinde (ca 9,6mm Aussendurchmesser und 8mm Innendurchmesser).

In der Praxis kann man sich aber auch gut mit den Schrauben und Gewindeschneidern für 1/4" Withworth (http://www.gewinde-normen.de/whitworth-regelgewinde.html) und 3/8" Whitworth (http://www.gewinde-normen.de/whitworth-regelgewinde.html) Regelgewinden (BSW) behelfen. Die Durchmesser und Steigung beider Gewindenormen ist hier die selbe, lediglich der Flankenwinkel unterscheidet sich. Er beträgt bei UNC-Gewinden 60° und bei Whitworth-Gewinden 55°.

Weblinks


Hersteller


Stative, Stativköpfe und Zubehör

  • Benbo (http://www.benbo.de/Produkte/Benbo/benbo.html)
  • Berlebach Holzstative (http://www.berlebach.de) (siehe auch unter Stativmaterialien)
  • Cullmann (http://www.cullmann-foto.de) (die haben leider viel billigen Mist im Programm)
  • Feisol (http://www.feisol.de/) (günstige Carbonstative in erstklassiger Verarbeitung, vergleichbar mit Gitzo bei ca halbem Preis) von deren Kugelköpfen kann ich allerdings wegen der lausigen Qualität nur abraten...
  • FLM (http://www.flm-gmbh.de/index.html)
  • Foba (http://www.foba.ch/eng/programm/programm.htm)
  • Giotto (http://www.giottos.com/)
  • Gitzo (http://www.bogenimaging.de/) (sehr gut, aber recht teuer)
  • Lumpp (http://www.lumpp-feinwerktechnik.de) (sehr gut, aber gehobenes Preissegment)
  • Manfrotto (http://www.bogenimaging.de/) (mit dem umfangreichsten Programm und moderaten Preisen, Qualitativ leider eher Mittelmass)
  • Sachtler (http://www.sachtler.com/) (die stabilsten, leichtesten aber auch mit Abstand teuersten Stative)
  • Slik (http://www.slik.com/index.html)
  • Velbon (http://www.velbon-tripod.com/index.htm) (wie Cullmann)
  • Induro (http://www.tanala-store.com/Induro-Stative_c122_x1.htm) (günstige Carbon- Basalt- und Aluminiumstative aus Amerika)
  • Vanguard-Stative (http://www.vanguardworld.com/gfe/product.php?sort1=2)

Stativköpfe und Zubehör

Stativtaschen

  • Gitzo Stativtaschen (http://www.bogenimaging.de/product/itemlist.php3?manufid=2&sectionid=94)


  Letzte Änderung: 10:21, 28. Jul 2011 von Gabriela Ürlings . Basiert auf dem Text von Stefan Mertz und Martin Schmacht und anderen. - Aufrufe: 117720
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