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Sensorreinigung mit Discofilm

Siehe auch unter->Sensorreinigung


Erfahrungsbericht - Sensorreinigung mit Discofilm

Nachdem ich durch einen Thread in der FC http://www.fotocommunity.de/forum/read.php?f=1&i=251908&t=251720#reply_251908 vor zwei Wochen darauf aufmerksam wurde und die Methode (zumindest theoretisch) für genial hielt, musste ich sie unbedingt ausprobieren.

Hier ist mein Bericht der erstmaligen Reinigung, bei der ich mich ziemlich genau aun die Angaben hier gehalten habe: http://gletscherbruch.gl.funpic.de/Sensor/Sensorreinigung.htm

- Kamera: Canon EOS 300D, zwei Jahre alt, ca. 15.000 Auslösungen, Sensor noch nie gereinigt.

- Discofilm im Internet bestellt --> (20 Euro für 500ml, 3 Tage)

- das Auftragen auf drei alten Filtern geübt --> (nicht zu dünn auftragen!)

- Testbild "vorher" gemacht (mit langem Balgengerät und Lupenobjektiv, damit das Licht richtig schön gebündelt ankommt und der Staub möglichst scharf erscheint, geht aber auch mit langem Tele defokussiert bei kleinster Blende)

- Kamera an das Netzteil angeschlossen, mit Menüpunkt "Sensorreinigung" den Weg zum Sensor frei gemacht --> (gehofft, dass kein Stromausfall kommt!)

- ein paar Milliliter Diskofilm in ein leeres, klares Filmdöschen gefüllt (fließt wie Honig)

- mit einem feinen 4er Naturhaarpinsel ca. 5 Tropfen auf dem vergüteten Sensorfilter verteilt, nicht ganz bis zum Rand gestrichen --> (ca. 1mm Sicherheitsstreifen gelassen. Filter ist deutlich größer als dahinterliegender Sensor)

- einen Papierschnipsel von 15mm x 5mm längs geknickt und mit einer feinen Pinzette an einen schmalen Rand des Sensors auf den flüssigen Discofilm gelegt --> (geht auch mit einem winzigen Schnipsel in einer Ecke des Sensors)

- 1,5 Stunden bei offenem Verschluss gewartet --> (besser länger!)

- Papierschnipsel mit einer Pinzette gegriffen und Film abgezogen. Ging ganz leicht. Film war in der Mitte aber noch nicht ganz trocken, Film drohte deswegen zu reißen, musste das Abziehen unterbrechen und nach ein paar Minuten komplett abziehen --> (Im Zweifel etwas länger trocknen lassen!)

- Kamera ausgeschaltet, fertig!

- Testbild gemacht


Analyse der Testfotos

Vorher: Da hatte sich in den letzten zwei Jahren schon eine ganze Menge Staub angesammelt. Ich hatte nie vorher gereinigt. Sieht aber in der kontrastverstärkten Version schlimmer aus, als es war, aber die größten Körnchen waren schon auf einigen richtigen Bildern zu sehen. Nachher: Der sensor ist sehr sauber. Lediglich ein etwas schärfer erscheinendes Körnchen und offensichtlich unter dem Filter sitzendes Körnchen (1) sowie ein paar Körnchen am Rand (2). Außerdem hatte ich das Papierschnipselchen nicht optimal aufgebracht, es ist jedenfalls eine parallel zum Abziehpapier verlaufende Schliere (4) zu sehen, die ich wohl beim nächsten Reinigen wegbekomme. Schließlich ein einziges neues Staubkorn (3). verkleinerte Testfotos: http://www.bidencap.de/S_vorher.jpg http://www.bidencap.de/S_nachher.jpg Volle Auflösung: http://www.bidencap.de/L_vorher.jpg http://www.bidencap.de/L_nachher.jpg

Fazit: Nicht gerade billig, wenn man eine ganze Flasche kauft. Mittlere Geschicklichkeit ist erforderlich: eine ruhige Hand, etwas Übung und große Sorgfalt. Nix für Leute, die die Frontlinse mit der Krawatte oder dem Blaumann putzen. Die Reinigungswirkung ist (fast) perfekt und führt (bei richtiger Anwendung) nicht zu bleibenden Schäden.

Ich kann die Methode jedem (jeder) Geschickten wärmstens empfehlen. Viel sicherer als die Tesafilm-Methode, bei der immer das Trägermaterial und der Sensorfilter um das Anhaften des Klebers miteinander Tauziehen. Viel sicherer als jede Schrubbmethode, bei der immer die Gefahr besteht, das ein hartes Körnchen den Filter verkratzt oder proteinhaltige körnchen (z.B. Hautschuppen) auf der Oberfläche verschmiert werden. Aufpassen muss man beim Auftragen des Diskofilms, dass man nicht kleckst und nicht bis zum Rand streicht sowie beim Abziehen des Films, dass man nicht mit der Pinzette den Filter berührt.

--Jens--


  Letzte Änderung: 01:27, 12. Jan 2006 von Franz-Josef Wirtz . Basiert auf dem Text von Marc S.. - Aufrufe: 10133
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