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Sensorreinigung

Jede Digitalkamera mit wechselbaren Objektiven hat das "Problem", dass der statisch aufgeladene Bildsensor durch Staub verschmutzt. Dabei ist das "Problem" mal wieder deutlich kleiner als die Hysterie darum...

Als Besitzer einer DSLR kann man sich darauf einstellen, alle 1-3 Monate seinen Aufnahmesensor gründlicher abzustauben.

  • meist reicht es, den Aufnahmesensor mit einem Blasebalg abzupüsteln, vorzugsweise nicht mit dem Mund oder einer Druckluftdose!
  • haftender Staub lässt sich mit einem trockenen, SAUBEREN und statisch aufgeladenen Nylonpinsel (Beschreibung siehe unten) entfernen.
  • stark haftenden Schmutz (oder wenn man doch auf den Sensor gespuckt hat...), entfernt feuchtes abwischen des Sensors (vorzugsweise) mit Methylalkohol (Eclipse™).

Im wesentlichen gibt es diese Methoden zur Sensorreinigung:

  • abblasen
  • absaugen
  • trocken abpinseln
  • feucht abwischen
  • trocken abwischen

Ausführliche Anleitungen der verschiedenen Methoden zur Sensorreinigung finden sich in den Weblinks unten.


Inhaltsverzeichnis

Kamera-Netzteil

Alle DSLRs haben im Menü verborgen eine Reinigungsfunktion. Diese ist aber bei einigen Herstellern nur mit dem passenden Kameranetzteil aktivierbar. Sinn des Ganzen ist dabei, dass das Netzteil eine sichere Stromversorgung garantiert und dass mit der Reinigungsfunktion Spiegel und Verschluß geöffnet werden, um am Aufnahmesensor arbeiten zu können.
Gleichzeitig bleibt dabei der Aufnahmesensor deaktiviert und lädt sich so nicht statisch auf (wodurch er dann keinen Staub anzieht).

Steht kein Netzteil zur Verfügung, kann man sich folgendermaßen behelfen: Kamera auf "M" und die Verschlußzeit auf "bulb".
Bei gedrücktem Auslöser (oder besser mit feststellbarer Fernbedienung oder Drahtauslöser) liegt jetzt der Sensor frei, ist dabei jedoch aktiv, lädt sich statisch auf und kann somit Staub anziehen.
Aus diesem Grund und wegen der Gefahr der Beschädigung des Verschlusses und Spiegels, falls der Finger abrutscht oder der Akku schlappmacht (also nur mit vollem Kamera-Akku versuchen den Sensor zu reinigen!), empfehlen die Kamerahersteller diese Methode nicht!

Bei der Reinigung mit angesetztem Batteriegriff ist unbedingt darauf zu achten, daß der Griff wirklich fest angeschraubt ist. Bei einem ungenügendem Kontakt schließt der Verschluß unverhofft und der Spiegel klappt hoch. Das hat in den meisten Fällen fatale Folgen.


Kameramodelle und Inspektionsmodus
Modell Netzteil Hinweis
Canon EOS 350D nicht erforderlich Kamera verweigert Sensorreinigung, falls Akkuspannung zu gering. Im Display erscheint ein entsprechender Hinweis.
Nikon D70 nicht erforderlich
Nikon D200 nicht erforderlich bei Batteriegriff EN-EL Akku nötig, geht nicht mit Mignon
Sony Alpha 380 nicht erforderlich Kamera verweigert Sensorreinigung, falls Akkuspannung zu gering. Im Display erscheint ein entsprechender Hinweis.
Minolta Dynax 7D nicht erforderlich Kamera verweigert Sensorreinigung, falls Akkuspannung zu gering. Im Display erscheint ein entsprechender Hinweis.


Sensor abblasen

Die meisten Hersteller empfehlen in der Anleitung zu ihren digitalen Spiegelreflexkameras, bei Bedarf den Sensor mit einem Blasebalg abzupusten. Bewährt haben sich dazu eine Klistierspritze Größe 5 aus der Apotheke (talkumfrei!) oder ein Blasebalg zb der "Dust Ex"  (http://www.hama.de/portal/articleId*3086/action*2563/searchMode*1/bySearch*blasebalg;jsessionid=FD70DE3E49BE30F3DE994D83D51F7B02.tomcat_de_lin7) von Hama (http://www.hama.de). Dazu wird das Objektiv abgenommen, an der Kamera über das Menü die Reinigungsfunktion angeschaltet, und der Sensor kräftig mit dem Blasebalg abgepustet.

Achtung: Mit dem Blasebalg nicht tief in die Kamera eindringen und auf gar keinen Fall Sensor oder Verschluß berühren! Nach etwa 1 Minute blasen ist lockerer Schmutz entfernt. Diese Methode ist vor allem wirksam, wenn man die Kamera regelmäßig reinigt - läßt man den Staub über Monate auf dem Sensor, haftet er stärker und läßt sich durch ausblasen nicht mehr vollständig entfernen.

  • den Sensor mit dem Mund abzupusten ist keine gute Idee! Fast immer kommt doch ein bisschen Spucke mit und die ist deutlich schwerer wieder wegzubekommen und störender als jeder Staub!
  • "Druckluft" in Sprühdosen besteht meist aus verflüssigtem Butan- oder Propangas (oder ähnlichem). Bei schräg gehaltener Dose tritt flüssiges Gas aus. Ein paar Spritzerchen sind nur ärgerlich und verschmieren den Sensor, eine grössere Menge flüssiges Gas gefriert sofort und kann Sensor und Deckfilter beschädigen.
  • Druckluft aus einem Kompressor ist oft mit Öl kontaminiert, oder wird zusätzlich mit Öl angereichert (um z.B. angeschlossene Maschinen zu schmieren)! Kompressoren in einer Werkstatt, oder besser gesagt die Druckluftanlagen dort, laufen mit einem Betriebsdruck von 7-10 bar, deutlich zuviel um damit eine graziele DSLR abzustauben! Also sind Kompressoren, das denkbar ungeeignetste Werkzeug zum reinigen eines Aufnahmesensors...

...Aber keine Regel ohne Ausnahme: Die Druckluft in einer zahnärztlichen Behandlungseinheit ist auf ca 1 bis 2 bar reduziert und garantiert Öl und Wasser frei! - Das muß sie nämlich sein, weil sonst die schönen Kunststoff-Füllungen nicht am Zahn kleben! Also: wer einen guten Draht zu seinem Zahnarzt hat, kann dort mit Superbeleuchtung (OP-Lampe) und evtl. sogar unter Sichtkontrolle (OP-Mikroskop) seinen Sensor richtig schön sauberpusten! Ich hab das selbst erfolgreich in meiner Praxis ausprobiert, da wegen vieler Baustelleneinsätze leider auch reichlich Gelegenheit bestand.... Dabei fiel auf: Oft ist nach ein paar Aufnahmen wieder Staub auf dem Sensor, auch ohne zwischezeitliche Objektivwechsel - vermutlich sammelt sich Staub im Spiegelkasten und wird bei den folgenden Auslösungen erneut verwirbelt. Vorschlag: Auspusten, Objektiv aufsetzen, 10 Auslösungen, nochmal pusten - ggf das ganze wiederholen.

Eine gute Alternative ist die Druckluft aus einem Tauchkompressor oder einer Pressluftflasche, welche von einem solchen gefüllt wurde. Diese Luft ist komplett ohne Öl und Staub und enthält keinerlei Feuchtigkeit, da dies beim Tauchen recht gefährlich wäre. Eine besser gefilterte Luft kriegt man nicht. In einer guten Tauchbasis könnte man sich also den Sensor freipusten lassen.

Sensor absaugen

Teilweise wird alternativ das Aussaugen mit gedrosseltem Staubsauger und kleinen Vorsatzdüsen empfohlen.

Achtung: Da Haushaltsstaubsauger eine sehr starke Sogwirkung haben, sind hierbei schon vereinzelt Schäden am Verschluß aufgetreten. Diese Methode ist deshalb nur sehr eingeschränkt (zb mit einem Mini-Staubsauger) zu empfehlen.

Tipp: Benutzt dafür einen Tastatur-Sauger den es beim Media Markt oder sonstwo für 5 Euro gibt.

Trockenreinigung mit (Nylon-)Pinsel

Sensorpinsel
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Sensorpinsel

Von der Firma Visible Dust (http://www.visibledust.com/) gibt es einen speziellen Pinsel, den Sensor Brush™, der zunächst mit Druckluft gesäubert und damit gleichzeitig statisch aufgeladen wird. Durch die statische Aufladung nimmt er sehr gründlich Staub auf, die Reinigung funktioniert besser als beim reinen Abblasen mit der Klistierspritze.

Tolle Technik, aber es muss kein 70€ Pinsel sein!

Mittlerweile gibt es Berichte, wonach bestimmte Künstler- oder Kosmetikpinsel dem Sensor Brush von Visible Dust zumindest sehr ähnlich sind und die gleiche gute Reinigungswirkung für deutlich weniger Geld bieten. Es kommt hierbei darauf an, dass der Pinsel aus weichen Nylonfasern besteht und keine Klebereste mehr darin sind. Künstlerpinsel werden normalerweise in der Fabrik mit etwas Stärke getränkt, damit die Borsten im Laden gut aussehen. Diese Stärke muß zunächst komplett ausgewaschen werden - am einfachsten mit warmem klarem Wasser oder milder Seifenlauge. Nachdem der Pinsel 24h getrocknet wurde, kann man ihn am besten an einem sauberen vergüteten UV-Filter testen. Findet man da auch nach mehreren Dutzend Pinselstrichen keine Rückstände, ist der Pinsel sauber genug für die Reinigung des Sensors. Sind auf dem Filter Rückstände und feine Schlieren, musst Du das Auswaschen des Pinsels wiederholen.

Tipp: Die Pinsel der Serie 1197 Fotopinsel werden sauber in einer Plastiktüte verpackt versendet. Mit dem 1197 Fotopinsel kann man gleich loslegen Sensoren zu reinigen! http://www.pinsel-depot.de/1197-fotopinsel-p-1601.html

Achtung: Pinsel aus Tierhaar sind nicht geeignet - sie laden sich nicht wie gewünscht statisch auf, und können durch Spliss neue Schmutzteilchen auf dem Sensor hinterlassen!

Naßreinigung

Naßreinigung mit Sensor Swabs™

Hierbei wird der Sensor mit einem mit Reinigungsflüssigkeit getränkten weichen Tuch gereinigt, das üblicherweise um einen passenden Kunststoffspachtel gewickelt ist. Fertig sind diese Spachtel mit Tuch als Sensor-Swaps™ zu beziehen, andere Firmen bieten einzelne Spachtel und empfehlen als Tuch die Reinigungstücher Marke PEC-PAD™.
Als Reinigungsflüssigkeit wird Eclipse™ oder hochreiner Methylalkohol verwendet, da es im Gegensatz zu Ethylalkohol oder Isopropanol rückstandsfrei verdunstet (bzw. nicht vergällt ist weil sowieso giftig!).

Achtung: Niemals die Tücher mit einem Metallgegenstand, z.B. Pinzette führen, weil eine Pinzette bei Kontakt das Glas auf dem Sensor verkratzt! Bei den meisten Kameras muß dann der gesamte Sensor gewechselt werden.

Eclipse E2™

Eclipse E2 wurde speziell für Kameras mit antistatisch beschichtetem Antialaising Filter entwickelt und greift die Beschichtung nicht an. Kurz gesagt, Kameras mit automatischer Sensorreinigung.

(Ich habe heute [1.12.2009] mit Micro Tools telefoniert. Hier sagte man mir, dass Eclipse E2 nicht weiter produziert wird. Für alle Sensoren, auch die mit Sensorreinigung, wird Eclipse empfohlen.)

Noch was zu Eclipse™:


Die teure Spezialreinigungsflüssigkeit Eclipse™ (ca. 10€ für 60ml) besteht übrigens zu 100% aus hochreinem Methylalkohol (Methanol).
Das Zeug gibts deutlich günstiger in jeder Apotheke! (10ml für unter €1,-). Aber Achtung, die allermeisten Apotheken haben es nicht Vorrätig eben weil es hochgiftig ist und schwer zu lagern.

Lasst euch vom Apotheker gleich auf den sicheren Umgang mit Methylalkohol hinweisen!

Sicherheitstipp zu Eclipse™ und Methanol

Achtung: Methylalkohol ist bei Hautkontakt und natürlich ebenso beim einatmen oder verschlucken stark giftig (die letale Dosis liegt zwischen 5 und 50g) und leicht entflammbar!

Also Gummihandschuhe (dünne Einweghandschuhe, puderfrei, gehen am besten) an, Essen, Trinken oder Rauchen einstellen, und Kinder haben dabei auch nichts zu suchen!

Und: Methylalkohol löst einige Lacke und behandelte Holzoberflächen an. Man legt also besser etwas auf die Arbeitsoberfläche. Sonst beschädigt jeder Tropfen den Schreibtisch.

Isopropanol & Q-Tips™


Oft taucht in den Foren der Tipp auf: "Nimm die echten Q-Tips™ und Isopropanol 100% zum reinigen Deines Sensors"

Und viele Menschen sind absolut glücklich und zufrieden mit der Methode.

Achtung: Isopropanol zieht Wasser aus der Luft, was zu Schlieren auf dem Sensor führen kann ,und in den Q-Tips ist evtl. bereits Staub eingeschlossen, den man dann großzügig über den Sensor verteilt. (Und danach kommt dann der Thread "Hilfe mein Sensor ist verschmiert") :))

  • Q-Tips™ sind sicherlich besser als nichts, und ne ganze Menge Leute haben damit schon ihren Sensor gereinigt. Versuch macht kluch... (aber nicht meckern wenns schmiert!)

der SpeckGRABBER™

Eine Art Stift mit klebriger Gummispitze mit dem man die Staubbrocken vom Sensor "stempelt". Zum einen braucht man Adleraugen um jedes Staubfitzelchen auf dem Sensor auszumachen... Zum anderen hinterlässt das Ding spätestens beim 2. Einsatz selbst Schmierspuren auf dem Sensor. (Geht für die 10€ lieber Eisessen und nehmt euch ein paar saubere Eislöffel mit! :)

ich kann diese Ausage zum Speckgrabber in keinsterweise unterschreiben, ich nutze ihn ausschließlich und mit großer Zufriedenheit

Eislöffel und Brillenputztuch

Ein User hier merkte an, dass er schon seit Jahren seine Sensoren mit einem Brillenputztuch um einen Einweg-Plastik-Eislöffel reinigt. Ein gutes, SAUBERES Brillenputztuch vorausgesetzt, erscheint mir das als praktikable und günstige Methode.

Die Hardcore Methoden

kleine Kuriositätensammlung

Sensorreinigung mit Klebeband


Und dann gibts noch die "Spezialisten mit Herz" die Scotch Magictape™ (http://3m.com/us/mfg_industrial/adhesives/framing/html/magic810.jhtml) Klebeband vorsichtig auf die Anti-Alaising-Filter des Aufnahmesensors kleben und dann vorsichtig abziehen... Sämtlicher Sensordreck bleibt dabei am Klebenband haften und Scotch Magictape™ lässt sich (scheinbar) rückstandsfrei entfernen.

Achtung: Nur Scotch Magictape™ (http://3m.com/us/mfg_industrial/adhesives/framing/html/magic810.jhtml) dafür verwenden! Andere Klebebänder lassen sich meist nicht mehr rückstandsfrei entfernen! An den Aufwand Klebemittelreste vom Sensor zu entfernen, mag ich gar nicht denken...

  • Die Anleitung dazu... (http://forums.dpreview.com/forums/read.asp?forum=1020&message=8641244) man muss aber wirklich nicht alles nachmachen!

Ein Zitat aus "Digital Outback Photo":
"Scotch tape or magic tape 810 will produce scattering effect not visible by naked eye and has been seen using FTIR scanner. This will produce color shift in 6.5 microns range in red spectrum. This is like coating the sensor with polymers of low quality aside from adverse effect of stress on cover glass covering CCD."
http://www.outbackphoto.com/workshop/phototechnique/essay05/essay.html

Sensorreinigung mit Discofilm


Noch so ne schräge Nummer...

"Das ursprüngliche Anwendungsgebiet für Discofilm ist die Säuberung von Schallplatten. Die durchsichtige, wasserlösliche Flüssigkeit mit der Viskosität von Honig wird aufgetragen und trocknet innerhalb einer Stunde ein und bildet eine dünne Folie. In dieser Folie sind nun alle Schmutz- und Staubpartikel eingeschlossen und werden mit dem Abziehen der Folie entfernt. Das Ergebnis ist eine absolut reine Oberfläche. Der enorme Vorteil von Discofilm gegenüber Abdecklacken anderer Art ist die Tatsache, dass er sich im getrockneten Zustand absolut Rückstandsfrei abziehen lässt, er sich jederzeit auch wieder vollständig in Wasser auflösen lässt und die getrocknete Folie eine hohe Reißfestigkeit aufweist."


Weblinks für Selbermacher:

Userkommentare

Hier nun mein Beitrag zum Thema Sensorreinigung

Ich habe meine Nikon D70 auf Staub am Sensor (Tiefpassfilter) getestet, nachdem ich 3-4 Punkte bei Blende 40 festgestellt habe, suchte ich nach einer Möglichkeit ihn zu reinigen. Am nächsten Tag entschloss ich mich den Sensor mit angeblich reiner Druckluft aus der Dose frei zu blasen. Ich zog mir Handschuhe an einen Mundschutz etc. Nahm die Dose in die Hand, hielt sie senkrecht und gab einen Stoß ab, noch einen, und noch einen. Doch dann plötzlich trat Treibgas aus uns ein großer sternförmiger Fleck hatte sich auf dem Sensor festgesetzt!!! Ich machte ein Bild, der Horror. Ging zur Apotheke kaufte mir Isopropanol (70%) und Wattestäbchen statt Q-Tip. Tropfte auf das Wattestäbchen und wischte damit den Sensor von links nach rechts ab. Machte ein neues Foto, und der Fleck war weg, aber es waren nun Staubpartikel bei Blende 16 zu sehen. Ich startete 31 weitere Versuche, bis ich endlich aufgab und zu einem anderen Mittel griff. Nun nahm ich einen ganz normalen Haushaltsstaubsauger mit einer kleinen Düse stellte die Saugleistung auf minimal und steckte den Sauger in die Kamera (vorsichtig). Langsam erhöhte ich die Saugleistung, bis auf mittel. Dann machte ich wieder ein Bild, die Flecken waren fast weg, aber oben und unten in den Ecken waren noch deutlich sichtbare Punkte. Nun griff ich wieder zum Isopropanol (70%) und wischte im Kreis von links nach rechts oben und unten... Machte wieder ein Foto, dann waren die Bilder unscharf ich war der Verzweifelung nahe. Ich tupfte nun mit Wasser auf dem Sensor rum. Dann wurde es etwas besser aber eben nicht perfekt. Ab dort entschloss ich mich mit einem Pinsel den Sensor ab zu wischen, ohne Erflog. Am nächsten Tag brachte ich die Kamera um 8.00 Uhr zum http://nikon-berlin.de/ Um 15 Uhr bekam ich einen Anruf die Kamera ist fertig. Ich holte sie ab, und der Techniker antwortete mir auf die Frage, ob Kratzer auf dem Sensor sind: „Keine Schäden aufgetreten den Sensor konnte ich in 2 Stunden reinigen, außerdem ist vor dem Sensor eine Glasplatte eingesetzt…“ Ich bezahlte 31,90,- Euro und konnte die Kamera am selben Tag wieder mitnehmen.


Ich hab 2 Sachen gelernt:

1. Ich werde nie wieder selbst an den Sensor gehen!!!

2. So ein Bildsensor CCD (Tiefpassfilter) hält einiges aus.

Ich will es keinem weiterempfehlen aber deutlich machen das der CCD nicht so einfach kaputt zu bekommen ist.


Zitat: Da frag ich mich wie die D70 auf Blende 40 kommt? Max. blende bei Nikon ist 32

Das ist seltsamerweise tatsächlich möglich, zumindest in der Kamera-Anzeige auch anderer (zumindest NIKON-) Kameras: Bei mir wurde von der Kamera sogar gelegentlich Blende 40 angezeigt und in den EXIF-Daten verewigt, obwohl das Objektiv nur maximal Blende 22 hat.

(sorry, ich habe versehentlich einige (unwesentlichere) Zeilen dieses Threads gelöscht, konnte dies aber nicht mehr rückgängig machen )




Noch einige Tipps zur Sensorreinigung

Nach tagelangem (!) Rumprobieren mit meist nur frustrierenden Ergebnissen und einem durch "professionelle Reinigungsmethoden" aus div. schlauen WEB-Tipps inzwischen leicht verkratztem Sensor: Hier meine Erfahrungen:


1) größere Staubhärchen und Krümel werden von der Kamera-eigenen Sensorreinigungsfunktion neuerer Kameras normalerweise zuverlässig "abgeschüttelt". Die verbleiben dann aber natürlich im Sensorgehäusebereich hinter dem Verschluss. Deshalb und zur Entfernung von sonstigen Schmutzpartikeln im Bereich vor dem Verschluss im Kamera-Inneren ist es ab und zu ratsam, ein (vorher gesäubertes) Hausstaubsauger-Rohr vorsichtig vorne auf die Kamera-Öffnung aufzusetzen und das Kamera-Innere auszusaugen. Dabei kann nichts passieren, wenn man's vorsichtig macht und nicht den Spiegel ramponiert. Der Verschluss sollte dabei mittels der Kamera-eigenen Sensorreinigungsfunktion geöffnet sein, damit auch der Bereich hinter dem Verschluss erfasst wird, und vor allem, um eine evtl. Beschädigung des Verschlusses durch die starke Saugwirkung zu vermeiden.


2) Ausblasen des Kamera-Inneren ist eher kontraproduktiv: Dadurch werden Schmutzpartikel eher in alle möglichen Fugen hineingedrückt, aber nicht entfernt. Beim Ausblasen mit dem Mund kommen fast immer feinste Spucketröpfchen auf den Spiegel und Sensor, die nur äußerst mühsam zu entfernen sind. Es bleiben auf dem Sensor immer Schlieren, die deutlich im Foto zu sehen sind.


3) sichtbare Schmutzpartikel im Kamera-Inneren lassen sich besser mit einem leicht feuchten Malpinsel (ca. Größe 7-10), ggf. Klebeband abheben. Aber NICHT vom Sensor, Spiegel oder Sucherglas: Dafür besser einen trockenen oder bestenfalls leicht angehauchten Malpinsel oder ein nichtfusselndes Putztuch verwenden. Den Kamera-Verschluss besser nicht oder nur ganz sanft berühren.

Das sollte vor der Sensor-Reinigung geschehen, damit nicht neue Schmutzpartikel vom Kamera-Inneren auf den Sensor geraten können, was sie unweigerlich tun. Deshalb die Kamera ab und zu reinigen - Vorbeugen ist einfacher und schneller als eine Sensorreinigung!!!


MEMO: Diese Erkenntnis konnte ich bisher in keinem Sensor-Reinigungstipp im WEB finden:

Kleinste Staubpartikel auf dem Sensor sind nicht mit bloßem Auge, nur mit einer starken Lupe (ab ca. 5fache Vergrößerung, z.B. auf die Kameraöffnung gelegte flach ausklappbare ”Fadenzähler”-Standlupe mit passendem Schärfeabstandsbereich) und seitlich einfallendem hellem (z.B. LED-Mini-Taschenlampen-) Licht erkennbar. Verursachen jedoch im Foto deutlich sichtbare dunkle Flecken, die besonders auf mit kleiner Blende (ab ca. B 11) aufgenommenen Fotos und hellen Flächen (z.B.Himmel) deutlichst sichtbar sind.

Feinste Staubpartikel haften sehr gut auf dem Sensor und lassen sich nach meiner Erfahrung leider nicht mit der Kamera-eigenen Reinigungsfunktion und nicht mal mit dem stärksten Staubsauger vom Sensor entfernen, auch wenn man für maximalen Saug-Unterdruck z.B. eine Folie ums Staubsaugerohr zur Abdichtung der Kameraöffnung wickelt. Mit irgendwelchen Gummiball-Pipetten oder Blas-/Saugpinseln lässt sich sowieso nichts vom Sensor entfernen: Dadurch wird eher nur weiterer Feinststaub aufgetragen und es können bei Berührung des Sensors Schleifspuren entstehen, die u.U. nur mit (nicht unbedingt ratsamer) Alkohol-Nassreinigung oder durch (auch nicht ratsamem) Anhauchen wegzubekommen sind.


4) Feinststaub vom Sensor entfernen: Nicht zu intensiv klebendes, nicht schmierendes Klebeband verwenden, z.B. TESAFILM (aber nicht z.B. TESAPACK-Verpackungsbändern), besser SCOTCH TAPE (nur schwach klebende wieder ablösbare Version (blaue Packung) verwenden!) oder andere hochwertigere Qualitäten. Meist sind das wasserklare, nicht gelbliche Klebebänder. Durch zu starke Klebkraft könnte die leicht flexible Oberfläche des Sensors beschädigt werden. Die Klebkraft des Klebebands kann durch leichtes Betupfenn der Klebefläche mit dem (absolut staub- und fettfreiem) Finger stark reduziert werden, was aber nicht ratsam ist. Keine Billigst-Klebebänder verwenden: Diese schmieren oft oder hinterlassen Kleberreste, die dann nur mühsam mit Klebeband vom Sensor entfernt werden können, wenn überhaupt. Allerdings ist das auch beim SCOTCH TAPE der Fall: Oft wird minimal Kleber von der Schnittkante des Klebestreifen-Abschnitts auf den Sensor übertragen Das ist nur unter der Lupe zu erkennen und lässt sich nur mit einem weichen Pinsel mühsam wegpolieren. Abhilfe: Die Klebeband-Abschnitkante ca. 1-2 mm hochbiegen (auch dann lösen sich von der Falzkante oft Kleberreste), oder besser das Klebeband exakt auf die Breite des Sensors zuschneiden, so dass man es am Sensorrand auflegen und von dort auf die Sensorfläche "abrollen" kann. So sind evtl. Kleber-Rückstände (hoffentlich) außerhalb des Bildbereichs. Nach ca. 10x Auftragen des Klebebands auf den Sensor einen frischen Klebebandstreifen verwenden. Das reduziert Kleberreste-Anhaftungen.

Dann den Klebebandstreifen auf irgendeinen Stift oder Kartonstreifen als Klebeband-Halter aufkleben und das freie ca. 10-20 mm lange Klebeband-Ende auf den Sensor auftragen. Der Klebestreifen muss stabil am Haltestift haften, damit er nicht abgeht und auf dem Sensor vollflächig festklebt. Klebeband nur langsam vom Sensor abziehen, nicht ruckartig abreißen, damit keine Kleberreste haften bleiben oder die flexible Sensoroberfläche beschädigt werden kann. Durch die elektrostatische Aufladung des Klebebands lassen sich längere Streifenenden nur schwierig manövrieren. Das SCOTCH TAPE ist relativ flächenstabil und lädt sich nicht statisch auf. Beleuchtung mit einer hellen Taschenlampe und hellem Raumlicht (helle Zimmerdecke, die sich im Sensor spiegelt) ist ratsam. Der harte Halte-Stift darf natürlich nicht den Sensor berühren (Kratzer-Gefahr!!). Feinststaub wird durch das Klebeband restlos entfernt und nicht weiterer aufgetragen, wie dies bei den ganzen im WEB propagierten ”professionellen” Reinigungsverfahren mit irgendwelchen Putz-Pads, Nass-Reinigungsmitteln etc. oder sonstigen im Internet herumschwirrenden z.T. abenteuerlichen Tipps der Fall ist (z.B. QTIP-Wattestäbchen...!).

Nach mehrmaliger Klebeband-Anwendung ist evtl. ein Blank-Polieren des Sensors mit einem leicht angehauchten Pinsel erforderlich, wenn das Klebeband doch minimale Rückstände hinterlassen hat. Dabei werden allerdings evtl. erneut Schmutzpartikel auf den Sensor übertragen, auch wenn der Pinsel ständig durch Abtupfen an einem Klebeband staubfrei gehalten wird. Dann nochmal mit frischem Klebeband drübergehen.


Da leider auch bei ständig aufgesetztem Objektiv stets Staub ins Kamera-Innere gerät, sollte man den Sensor ab und zu auf Schmutz per Testfoto untersuchen und auf diese Weise reinigen. Aber nur wenn's sein muss: Die Sensor-Reinigung kann eine ekelhafte Arbeit sein, und ist irgendwann u.U. nie 100%ig, vor allem wenn die Antistatik-Beschichtung des Sensors durch Alkohol-Reinigungsmittel (z.B. ECLIPSE) reduziert oder abgewaschen wurde.

MEMO: Das gilt nur Digital-Spiegelreflexkameras und spiegellose Kameras mit Wechselobjektiven, bei denen der Sensor nicht durch eine Glasscheibe geschützt ist (die natürlich ebenso gelegentlich auf Staub untersucht und ggf. mit Klebeband (nicht mit dem Finger!) gereinigt werden sollte). Und natürlich nicht für Kompaktkameras: Bei diesen ist der Sensor etc. staubsicher eingebaut.

Schmutzpartikel auf dem Spiegel und Sucherglas irritieren in der Sucheransicht und könnten die Scharfstellung beeinträchtigen. deshalb auch diese Teile immer sauberhalten.


Die Sensor-Reinigungsaktion mit Klebeband dauerte im Gegensatz zu anderen Reinigungsverfahren nur wenige Minuten, erfordert keine außergewöhnlichen Hilfsmittel oder Werkzeuge und lässt sich notfalls auch überall unterwegs ausführen. Jedoch möglichst nicht im fahrenden Zug oder Auto...! Und nur bei hellem Licht.


Eine Nass-Reinigung mit Alkohol (auch z.B. mit dem vielgelobten "ECLIPSE"-Reinigungsmittel, das jedoch nicht schlecht und wohl nicht teurer als reiner Alkohol aus der Apotheke ist) verursacht meist weißliche Schlieren, die dann mühsam z.B. mit einem sauberen weichen Haarpinsel wegpoliert werden müssen. Alkohol löst übrigens u.U. die Antistatikbeschichtung des Sensors und auch die Haarfärbungsfarbe mancher Pinsel (!), wodurch der Sensor zusätzlich verschmiert wird. Bis man den Pinsel mit Spiritus oder Alkohol restlos sauber bekommt, um dann wenigstens auch den Sensor wieder farbfrei zu bekommen, ist man u.U. Stunden beschäftigt. Nass-Reinigung mit Alkohol ist nur bei hartnäckig festklebendem Schmutz nötig, was wohl nur selten vorkommt. Leichtes Anhauchen des Sensors tut's erstmal auch, verursacht jedoch evtl. auch Schlieren, die auf dem (trockenen) Sensor wegpoliert werden müssen, z.B. mit einem leicht angehauchten weichen Haarpinsel.


Kamera-Verschluss und Sensor nur vorsichtig berühren: Beschädigungsgefahr bei groben Berührungen des Verschlusses!! Verkratzgefahr des Sensors bei Berührung mit auch nur minimal ”scharfkantigen” Gegenständen! Das können auch schon Haarpinsel-Haare sein, erst recht, wenn die Pinsel-Blech-Zwinge bei zuviel Druck versehentlich auf den Sensor gedrückt wird.


5) Testfotos mit möglichst kleiner Blende machen z.B. B 16–22 mit manueller Kamera-Einstellung

Schärfe-Einstellung ist egal. Besser Motiv (manuell) möglichst unscharf stellen, damit die Sensor-Flecken besser sichtbar werden.

Möglichst unifarbenes Motiv bei Tageslicht wählen: z.B. heller Himmel, jedoch möglichst ohne kontrastreiche Wolken und Vögel, die wie Sensor-Schmutz-bedingte Flecken wirken können. Kleine dunklere Wolkenbereiche können wie rudimentäre Sensorschmutz-bedingte Rest-Schatten wirken bzw. verhinden, dass selbige erkannt werden.

Weißes Papier oder helle Wände sind eher ungeeignet, da die Papier- oder Wandstruktur und ggf. Grießeligkeit im Bild wie kleinste Sensor-bedingte Flecken aussehen kann.

Blitzfotos sind ebenfalls nicht ratsam, da dunkle Flecken durch das helle Blitzlicht besonders bei hellem Untergrund überstrahlt werden können.

Größere dunkle Sensor-bedingte Flecken sind nach der Aufnahme meist auch schon im Display bei maximal vergrößerter Ansicht erkennbar, ggf. auch schon vor der Aufnahme, kleinere jedoch erst, wenn die Bilder auf den Computer übertragen wurden und in voller Größe betrachtet werden können.

MEMO: Viele (bes. Tele-Zoom-) Objektive verursachen eine mehr oder weniger intensive ”Vignettierung”, d.h., das Bild ist an den Rändern und in den Ecken dunkler. Solche ”Schatten” sind natürlich nicht Sensor-Schmutz-bedingt.


Alle Angaben ohne Gewähr. Manuelle Geschicklichkeit und Feinmotorik ist für eine Do-it-yourself-Reinigung natürlich unbedingte Voraussetzung. Andernfalls die Kamera kostenpflichtig vom Fachservice-Betrieb reinigen lassen, was u.U. die einfachere und risikofreiere Lösung ist: In hartnäckigen Fällen kann die Sensorreinigung viele Stunden in Anspruch nehmen und sehr entnervend sein, da meist immer wieder neue Partikel erscheinen, besonders wenn die Antistatikbeschichtung durch Reinigungsmittel reduziert oder entfernt wurde. Deshalb können wohl auch von professionellen Dienstleistungen keine Wunder erwartet werden.

  Letzte Änderung: 00:17, 8. Jan 2012 von Anil Chase Oeztas . Basiert auf dem Text von Alwin Hierl und F. Fischer und anderen. - Aufrufe: 286870
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