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Tiefenwirkung

(Weitergeleitet von Schrfentiefe)
Inhaltsverzeichnis

Schrfentiefe

Ein wichtiges Gestaltungsmittel in der Fotografie ist die gezielte Steuerung der Schrfentiefe (Tiefenschrfe, Schrfebereich). Durch das Begrenzen des Bereichs, der scharf abgebildet wird, lsst sich z.B. das Augenmerk auf ein bestimmtes Motivdetail lenken, knnen unwichtige Motivdetails in der Unschrfe verschwinden oder dem Bild insgesamt mehr Tiefenwirkung gegeben werden.

Je nach Brennweite des Objektivs, eingestellter Blende, Fokussierung (Einstellung der Entfernung) und Vergrerung des Fotos zum Betrachten erscheinen unterschiedlich weit entfernte Motivdetails scharf oder unscharf. Dabei ergibt sich ein mehr oder weniger groer Bereich in der Tiefe des Motivs, innerhalb dessen die dort befindlichen Motivdetails scharf erscheinen.

Wie kommt es zu dieser Erscheinung?

Streng genommen liegt die Ebene der Schrfe in exakt der Entfernung, die mit der Fokussierung eingestellt worden ist, d.h. alle Punkte im Motiv, die genau in dieser Entfernung liegen, werden als Punkte auf dem Film bzw. Sensor abgebildet. Alle Punkte, die davor oder dahinter liegen, werden als mehr oder weniger groe so genannte Zerstreuungskreise abgebildet. Mit zunehmender Entfernung von der eingestellten Entfernungsebene werden diese Zerstreuungskreise grer.

Das begrenzte Auflsungsvermgen des menschlichen Auges fhrt jedoch dazu, dass sehr kleine Zerstreuungskreise als Punkte gesehen werden. Somit erscheint auch ein bestimmter Bereich vor und hinter der eingestellten Entfernung scharf. Ein sehr hilfreiches Tool zur Berechnung von Zerstreuungskreisen und Schrfentiefe findet man hier: [[1] (http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm)]

Was heit das frs Fotografieren?

Wie kann man die Schrfentiefe beeinflussen?

Man muss zunchst vorweg nehmen, dass die bewusste Gestaltung von Fotos mittels gezielter Schrfentiefe praktisch nur mit den Programmen der jeweiligen Kamera gelingt, die eine manuelle Einstellung der Blende ermglichen, also vor allem die Zeitautomatik (Blende vorwhlen, Belichtungszeit wird automatisch eingestellt) und die manuelle Einstellung von Blende und Belichtungszeit. Mit Vollautomatikprogrammen ist dieses gezielte Steuern der Schrfentiefe kaum mglich bzw. wird von der Kameraelektronik bernommen (z.B. im Portraitprogramm oder Landschaftsprogramm).

Bei Landschaftsaufnahmen besteht oft das Ziel, alle Motivdetails vom Vordergrund bis zum unendlich weit entfernten Hintergrund scharf abzubilden. Dieses Ziel erreicht man dadurch, dass man die Blende schliet (abblendet), so dass eine groe Schrfentiefe entsteht. Die Fokussierung erfolgt entweder auf ein unendlich weit entferntes Motivdetail oder um eine noch grere Schrfentiefe zu erzielen - auf die so genannte Hyperfokaldistanz (Erklrung im nchsten Abschnitt).

Anmerkung 1: Die Daten der nachfolgenden Beispiele sind Schrfentiefetabellen entnommen worden und beziehen sich auf das Kleinbildformat (24mmx36mm). Fr kleinere Formate (APS-C oder noch kleiner) bleiben diese Werte zwar grundstzlich gleich, aber es ergeben sich Abweichungen durch die strkere Vergrerung. Auerdem haben insbesondere kompakte Digitalkameras oft sehr kleine Sensoren, so dass entsprechend nur sehr kleine Brennweiten zum Einsatz kommen. Trotz strkerer Vergrerung der Fotos kommt es dadurch grundstzlich zu sehr groer Schrfentiefe. Das Freistellen mittels geringer Schrfentiefe ist mit diesen Kameras somit bauartbedingt nicht oder nur eingeschrnkt mglich.

Beispiel 1: 28mm Brennweite, Blende 11, Fokussierung auf unendlich ergibt einen Schrfenbereich von ca. 2m bis unendlich

Beispiel 2: 50mm Brennweite, Blende 16, Fokussierung auf unendlich ergibt einen Schrfenbereich von ca. 4,5m bis unendlich

Anmerkung 2: Bei allen modernen Kameras erfolgt die Belichtungsmessung bei offener Blende. Dadurch sieht man im Sucher oder auf dem Monitor zunchst auch nur die Schrfentiefe bei offener Blende. Das Resultat sieht man dann erst beim fertigen Foto. Viele hherwertige Spiegelreflexkameras besitzen eine so genannte Abblendtaste, mit der man bereits vor der Aufnahme zur Kontrolle der Schrfentiefe auf die eingestellte Blende abblenden kann. Da dabei auch weniger Licht durch das Objektiv fllt, wird das Bild im Sucher dunkler, was nur noch bedingt eine gute Beurteilung der Schrfentiefe zulsst.

Soll nur ein bestimmtes Detail des Motivs scharf abgebildet werden, z.B. eine einzelne Blte, ffnet man die Blende so weit wie erforderlich, um einerseits die Blte in der gewnschten Tiefenausdehnung scharf abzulichten und andererseits den Vorder- und Hintergrund in der Unschrfe verschwinden zu lassen.

Beispiel 3: 85mm Brennweite, Blende 4, Fokussierung auf 4m ergibt einen Schrfenbereich von ca. 3,7m bis 4,3m. Mchte man z.B. eine Blte mit ca. 20cm Tiefenausdehnung scharf ablichten, wre dies z.B. eine gute Einstellung.

Wenn man in den Bereich von Nahaufnahmen kommt, kann die Schrfentiefe u.U. nur noch wenige mm betragen. Daher ist reichliches Abblenden bei Makros ntig.

Beispiel 4: 100mm Brennweite, Blende 11, Fokussierung auf 1m ergibt einen Schrfenbereich von ca. 0,97m bis 1,03m.

Mit diesem Wissen sollte es nun mglich sein, die Schrfentiefe als Gestaltungselement gezielt einzusetzen.

Noch ein Hinweis (fr die, die den Link noch nicht kennen) und vielleicht als Hilfe zum besseren praktischen Verstehen: http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/anmerk/ts_kb.htm

Hyperfokaldistanz

Mit einem Trick lsst sich die Schrfentiefe erweitern (um z.B. das Motiv bei Weitwinkel-Landschaftsaufnahmen vom betonten Vordergund bis zum Horizont scharf abzubilden), indem man die Hyperfokaldistanz eines Objektivs ausnutzt.

Da sich der Schrfenbereich - wie im Absatz zuvor dargestellt - sowohl vor als auch hinter der eingestellten Fokussierung befindet, kann man dies ausnutzen, indem man das Objektiv auf eine krzere Entfernung fokussiert, so dass das Motiv insgesamt ber einen greren Bereich scharf abgebildet wird, als bei einer Fokussierung auf unendlich.

Beispiel: 50mm-Objektiv, Blende 8

Bei Fokussierung auf Unendlich ergibt sich ein Schrfenbereich von 9m bis unendlich. Stellt man unter diesen Bedingungen jedoch die Entfernung auf 8m, so ist alles ab 4m bis unendlich scharf.

Die Schrfentiefe kann mit diesem Trick (in diesem Beispiel) von 9m bis unendlich auf 4m bis unendlich erweitert werden, ohne die Blende zu verstellen.

Da den Objektiven moderner Kameras Skalen, wie im unten verlinkten Beispiel zu sehen, fehlen, ist man auf die Berechnung angewiesen, die z.B. hier zu finden ist: http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/anmerk/ts_hfd.htm

Eine weitere sehr interessante Internetseite zur Berechnung der Schrfentiefe und anderen Werten ist: Schrfentiefe-, Abbildungsmastab- und Nahlinsenrechner (http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm)

Bei abgeblendetem Objektiv ist es also in den meisten Fllen unsinnig auf unendlich scharf zu stellen, da man hierdurch Schrfentiefe verschenkt.

Eine weitere Anwendung dieser berlegung ist das Fotografieren ohne stndiges Scharfstellen, also mit einer so genannten Schnappschusseinstellung. Beispiel mit einem 50mm-Objektiv: Man stellt das Objektiv z.B. auf 3m scharf und whlt Blende 11. Dann kann man ohne Auto-Fokus oder stndiges manuelles Scharfstellen einfach und schnell Fotos machen, denn die Schrfentiefe reicht in diesem Fall von ca. 2m bis 5,5m. Aus dem Wissen von oben folgt aber, dass dies nur bei kurzen Brennweiten sinnvoll einsetzbar ist. Gewhnungsbedrftig bei dieser Arbeitsweise ist auch, dass in vielen Fllen das Motiv beim Blick durch den Sucher unscharf ist, da die Blende erst dann geschlossen wird, wenn man auslst. Da muss man erst Vertrauen in die Methode gewinnen; es sei denn, man hat eine Kamera mit Abblendtaste.

Beispiele in der fotocommunity

  • Schrfentiefe (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/291796/display/14778958)
  • Hyperfokaldistanz (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/291796/display/14182416)

Weblinks


  Letzte nderung: 13:17, 26. Jun 2014 von Meerfreund . Basiert auf dem Text von Ingenieur Norbert und LeoBausH und anderen. - Aufrufe: 93089
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