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SW-Negativ - Trocknung

Inhaltsverzeichnis

Gefahren


Die grten Feinde eines nassen Negativstreifens, dessen Emulsion sich noch in einem aufgequollenen, weichen und damit hochempfindlichen Zustand befindet, sind:


  • Staub


Jedes noch so feine Stubchen, das sich in diesem Zustand auf der Emulsion niederlt, verklebt im Laufe des Trocknungsprozesses mit dieser, so da es danach meist nicht mehr ohne Verletzung der Filmemulsion entfernt werden kann. Wer seine Bilder nach dem Vergrern gerne retuschiert, da er dies ebenfalls als wertvolle knstlerische Bearbeitung seiner Aufnahmen schtzt, wird damit keine Probleme haben, aber fr alle anderen sind die daraus resultierenden weien Fdchen und Flecken auf den Vergrerungen ein ziemliches rgernis. Staub- und Fusselfreiheit sind also sehr wichtig in dieser Phase der Negativverarbeitung, denn die hier mit der Emulsion dauerhaft verklebten Staubteilchen lassen sich spter nicht mehr wegblasen oder wegpinseln.


  • Kratzer


Die noch weiche Filmemulsion ist jetzt natrlich noch sehr leicht verletzbar durch mechanische Einwirkungen. Hier sind insbesondere feinste Sandteilchen im Leitungswasser (u.a. deshalb sollte das Netzmittelbad unbedingt mit destilliertem Wasser eingesetzt werden) oder an einem Hilfsmittel zum Abstreifen der Negative zu nennen. Absolut vorsichtige Handhabung im Umgang mit den Negativen und Sauberkeit aller mit ihnen in Kontakt kommenden Mittel (einschlielich der eigenen Hnde) sind unerllich, will man spter keine hlichen Telegrafendrhte auf seinen Prints sehen, wo eigentlich gar keine verlaufen sollten.


  • Trocknungsflecken


Solche Trocknungsflecken sind durch ihr tropfenfrmiges oder halbrundes Aussehen nicht nur gut auf dem Negativ, sondern danach auch ebenso deutlich auf der davon erstellten Vergrerung zu sehen und nur aufwendig zu retuschieren. Ein zuvor korrekt durchgefhrtes Netzmittelbad, das mit destilliertem (= kalkfreiem) Wasser angesetzt wurde, stellt sicher, da die Trocknung schnell und ohne Hinterlassung von Trockenflecken, bei denen es sich meist um Kalkflecken handelt, vonstatten geht. Das auch antistatisch wirkende Netzmittel stellt dabei auch sicher, da der Filmtrger nicht als Magnet fr Staub (siehe oben) wirkt. An die vom Hersteller angegebene Konzentration beim Ansatz des Netzmittels sollte man sich unbedingt halten, da durch ein Zuviel an Netzmittelkonzentrat ansonsten auch Flecken durch das Netzmittel beim Trocknen entstehen knnen.



Abtropfen, Schleudern oder Abstreifen ?


Der erste Schritt zur Trocknung der Negative vollzieht sich beim Entnehmen der Negative aus dem Netzmittelbad. ber die richtige Methode kann man stundenlang diskutieren ... wie ber fast alle unterschiedlichen Methoden im Bereich der Fotografie und Laborarbeit. Nachdem alle der hier aufgezhlten Methoden bei einer Vielzahl von Laboranten zur Anwendung kommen, gibt es wohl auch keine einzig wahre Methode - auch wenn einige dies natrlich anders sehen werden. Prinzipiell stehen folgende Mglichkeiten mit all ihren Vor- und Nachteilen zur Auswahl:


Abtropfen


Wer jegliches Risiko von Kratzern auf der in nassem und aufgequollenen Zustand besonders empfindlichen Filmemulsion vermeiden will, kann seine Negativstreifen nun direkt zum Trocknen aufhngen. Dafr besteht das Risiko, durch die grere Menge an noch berschssigem Wasser, das sich auf den Negativen befindet, doch Trocknungsflecken zu bekommen.


Schleudern


Nein, bitte nicht die Negative in die Wscheschleuder geben. Dies wre zwar eine sehr grndliche Wasserentfernung, wre der Qualitt der empfindlichen Negative aber wohl eher abtrglich. Obwohl: Hat dies schon einmal jemand versucht? Aber es gibt eine andere Schleuder, die von manchen Laboranten gerne eingesetzt wird: Eine Salatschleuder. Der Film wird mitsamt der Spirale in eine Salatschleuder gegeben und dort ganz einfach durch die damit blichen schnellen Drehbewegungen von berschssigem Wasser entfernt. Auch hierbei ist das Risiko von Kratzern minimiert, aber der Wasserfilm wird auf diese Weise ohne mechanische Berhrung mit dem Film wirksam entfernt.


Abstreifen


Dies ist die wirksamste Methode, das berschssige Wasser des Netzmittelbades zu entfernen. Allerdings besteht hier das Risiko, auf der Filmemulsion Kratzer zu hinterlassen, die dann bei der Vergrerung hliche Streifen auf dem Print ergeben. Daher ist auch darauf zu achten, da sich im Netzmittelbad keine Verunreinigungen (z.B. Sand aus dem Wasseranschlu) befinden. Sofern das Netzmittelbad in einer Schale angesetzt wird, ist natrlich darauf zu achten, da diese Schale ebenfalls absolut sauber ist und keinen Staub, keine Sandkrnchen etc. beinhaltet.


Fr das Abstreifen stehen zwei Mglichkeiten zur Auswahl:


  • Abstreifen mit einer Abstreifzange


Eine solche Abstreifzange hat mehrere weiche Gummilamellen, zwischen die der Fim geklemmt und dann durchgezogen wird. Das Wasser wird so fast vollstndig entfernt. Die Abstreifzange mu generell staubfrei und absolut sauber in einem Behltnis gelagert werden, denn ein winziges Sandkorn o.., das in ihren Lamellen sitzt, kann den gesamten Filmstreifen irreparabel zerkratzen.


  • Abstreifen mit den Fingern


Hierzu wird der Fim einfach zwischen Mittel- und Zeigefinger geklemmt und dann mit Hilfe der anderen Hand durch diese beiden Finger gezogen. Die beiden Finger zum Einklemmen des Films sollten dabei gefhlvoll zusammengepresst werden, so da das Wasser abgestreift wird, aber die Filmemulsion auf dem Trgermaterial verbleibt. Es empfiehlt sich auch, einen eventuell an der Hand befindlichen Ehering abzunehmen, da dessen Metall (manche haben ja recht scharfe Kanten) natrlich problemlos die Emulsion verletzten kann. Der oder die Angetraute wird diesen kurzen Moment der Untreue verzeihen ... whrend die Filmemulsion den Kontakt mit diesem Treuebeweis weniger verzeihen wrde.
Da sich die Hnde in einem sauberen Zustand ohne Staub und Dreck befinden sollten, mu wohl nicht besonders erwhnt werden. Nach einem Motorlwechsel oder Gartenarbeit sollte man vielleicht auch nicht sofort Filme entwickeln ohne eine vorherige grndliche Reinigung der Hnde vorzunehmen. Die Hnde sollten bei einer vorherigen Reinigung auf keinen Fall mit einem Handtuch abgetrocknet werden, da sich dann nmlich jede Menge feinster Fusseln des Handtuchgewebes auf der Haut wiederfinden, die beim Abstreifen dann dauerhaft mit der Emulsion verkleben und dort unentfernbar bei der Trocknung verkleben. Nasse, auch tropfnasse Hnde sind dagegen kein Problem beim Abstreifen.



Anbringen der Filmklammern


Zum Aufhngen der Negative gibt es sogenannte Filmklammern, die oben und unten an dem Negativstreifen - wie der Name schon sagt - angeklammert werden. Die oben angebrachte, gewichtsmig leichtere Klammer hat einen Haken zum Aufhngen, whrend die untere Klammer ein deutlich greres Gewicht hat, damit der Streifen beim Trocknen gestreckt wird und sich nicht zusammenrollen kann.

Da sich am Anfang und am Ende des Films ein ausreichend langer, unbelichteter Streifen Filmmaterial befindet, sind auch die durch manche Filmklammern verursachten Lcher kein Problem. Diese Stcke werden nach der Trocknung einfach abgeschnitten.



Trocknungsort


Das wichtigste bei der Trocknung ist die Staubfreiheit. Der staubfreiste Ort, der sich in einem normalen Haushalt findet, ist i.a. die Duschkabine, insbesondere dann, wenn kurz vorher darin geduscht wurde. Beim Trocknen innerhalb der Duschkabine sollten die Tren geschlossen bleiben. Das Bad hat dabei den zustzlichen Vorteil, da es darin meist recht warm ist, der Film also schneller trocknet. Eine einfach ber die Duschkabine gelegte Stange (z.B. eine kleine zusammenschiebbare Gardinenstange) oder ein Metallrohr o.. kann dabei als Haltestange fr die Filmklammern dienen. Dabei mu darauf geachtet werden, da die Filme sich nicht berhren und deshalb zusammenkleben; also etwas Abstand lassen, wenn mehrere Filme aufgehngt werden.

Es gibt auch spezielle Trockenkabinen (oft einfache Kunststoffschluche) mit oben angebrachtem Trockengeblse. Die wenigsten Selbstverarbeiter jedoch drften ein solches Hilfsmittel besitzen, dessen Anschaffung sich zum einen kaum lohnt, und das zum anderen eher kontraproduktiv wirkt. Denn das Trockengeblse sorgt zielsicher dafr, da auch das letzte ruhende Staubkrnchen aufgewirbelt wird, um zielsicher seine unlsliche Verbindung mit der Filmemulsion einzugehen.

Eine hnliche Wirkung entfaltet ein Fhn, den manch unbedarfter Zeitgenosse schon zur Trocknung seiner Negative zu Hilfe nahm. Nicht nur die groe Hitze sondern auch der nun besonders wirkungsvoll mit krftigem Schwung frmlich in die Emulsion hineingeblasene Staub sind tdlich fr qualitativ hochwertige Negative.



Trocknungsdauer


Die Trocknung der Negative soll nicht nur eine oberflchliche Entfernung von Nsse bewirken, sondern es soll dadurch die gesamte, in der Filmemulsion noch gespeicherte Restfeuchte entweichen knnen. Dies setzt eine angemessene Dauer der Trocknung voraus. Fr die Langzeithaltbarkeit, die sogenannte Archivfestigkeit, ist dies eine wichtige Voraussetzung. Von daher ist es empfehlenswert, die Negative lieber etwas lnger als zu kurz trocknen zu lassen, denn eine zu lange Trocknung gibt es eigentlich gar nicht. Sind die Negativstreifen erst einmal geschnitten und in Ablageblttern archiviert, bildet sich bei vorhandener Restfeuchte ein zwar fr Mikroorganismen und tropische Pflanzen optimales Gewchshausklima im Ablageblatt, das den empfindlichen Negativen jedoch weniger zutrglich ist als den genannten Lebewesen. Eine langfristig irreparable Beschdigung der Negative ist die Folge von Ungeduld beim Trocknen.

Auch wenn vom rein oberflchlichen Eindruck ein Negativstreifen oft schon nach 2-3 Stunden trocken aussieht, so steckt in der Emulsion zu diesem Zeitpunkt meist noch einiges an Restfeuchte. Als generelle Empfehlung kann gelten, da ein an einem eher etwas wrmeren Ort (wie z.B. einem Badezimmer) getrockneter Negativstreifen nach 12 Stunden durchgetrocknet ist. Noch sicherer ist es, die Negative einen ganzen Tag, also 24 Stunden lang, trocknen zu lassen.


  Letzte nderung: 02:03, 12. Jan 2006 von Franz-Josef Wirtz . Basiert auf dem Text von Gabriela rlings und Ralf Brauer. - Aufrufe: 6112
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