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SW-Negativ - BelichtungSW-Entwicklung ist kein Standardprozeß, wie Du nun bald feststellen wirst. Bei Verwendung einer bestimmten Film-Entwickler-Kombination sollte der SW-Film möglicherweise auch mit einer anderen Empfindlichkeit belichtet werden als auf dem Film angegeben. Ein Beispiel: Ein Ilford Delta 100, der in Spur HRX (einem speziellen Feinstkornentwickler) verarbeitet werden soll, ist nicht mit der Nennempfindlichkeit von ISO 100 zu belichten, sondern eher mit ISO 80 bis ISO 50. Also sollte schon vor der Belichtung berücksichtigt werden, mit welchem Entwickler der Film dann später entwickelt werden soll. Gegebenfalls muss dies individuell auf den Belichtungsmesser der jeweiligen Kamera abgestimmt werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Oft gibt das Datenblatt des Entwicklers einen ersten - und meist auch sehr guten - Anhaltspunkt für die richtige ISO-Einstellung. Generell kann man sagen, daß die Angaben der Hersteller zur Empfindlichkeit ihrer Filme oft - insbesondere in den hohen Empfindlichkeitsbereichen - von einem weniger den Tatsachen als dem Marketing dienenden Optimismus geprägt sind. Eine mehr oder weniger deutliche Überbelichtung (d.h. am Belichtungsmesser der Kamera wird ein niedrigerer Wert eingestellt als auf dem Film angegeben) mit nachfolgender verkürzter Entwicklung führt oft zu einer kontrastausgleichenderen Entwicklung, bei der die Schatten dann auch wirklich auf dem Negativ - und nicht nur auf dem von Marketingexperten überarbeiteten Datenblatt des Herstellers - durchgezeichnet sind. Hier bieten sich Belichtungsreihen an, bei denen ein Motiv mit möglichst großem Kontrastumfang bei unterschiedlich eingestellten Filmempfindlichkeiten dann in der Folge mit dem ausgewählten Entwickler und fester Entwicklungszeit entwickelt wird. So läßt sich einfach feststellen, bei welcher an der Kamera eingestellter ISO-Empfindlichkeit der beste Kontrastumfang (= Zeichnung in allen bildwichtigen Schatten und Lichtern) beim Negativ erzielt wird. Da das richtig belichtete Negativ die qualitative Grundlage für den gesamten weiteren Verarbeitungsprozeß ist, lohnt es sich unbedingt, dafür 1-2 Probefilme zu opfern. Denn wo auf dem Negativ keine Zeichnung aufgrund ungenügender Belichtung ist, kann auch der beste Entwickler keine Zeichnung mehr herbeizaubern.
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