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Pressemitteilung: 2005-05-25 Hintergrundartikel

Qualitätsoffensive bei fotocommunity prints

Innovatives Farbmanagement gibt den Kunden die volle Kontrolle über die Ergebnisse


"fotocommunity prints unterscheidet sich von anderen Internet- Fotodiensten durch unseren unbedingten Willen zur Qualität und Kundendienst. Wir erreichen diese Ziele durch Fertigung auf modernsten Maschinen und hochwertigem Papier im eigenen Labor. Nun führen wir den Stand der Technik beim Farbmanagement ein, wie er bisher nur bei einigen Profilaboren zu entsprechend hohen Preisen angeboten wird." sagt Birgt Schäfer-Forst, Geschäftsführerin von fotocommunity prints.


Aktuelle Praxis in den meisten Großlaboren und Minilabs ist Folgendes: Der Kunde sendet eine Datei in der zum Beispiel für einen Bildpunkt als Farbe "Hellrot" gespeichert ist. Welches Hellrot der Kunde genau meint, wird nicht berücksichtigt, sodass am Ende das Labor die tatsächliche Helligkeit und Farbnuance bestimmt, nicht der Kunde. Das gelingt zwar oft erstaunlich gut, besonders wenn im Labor aufmerksame und gut geschulte Mitarbeiter an den Maschinen sitzen. Ein gewisser Überraschungseffekt bleibt jedoch und es kommt vor, dass das Bild am Monitor des Kunden ganz anders aussieht als auf dem gelieferten Abzug. Was oft noch schlimmer ist: Das Rot sieht auch noch von Bestellung zu Bestellung im gleichen Labor unterschiedlich aus. fotocommunity prints lässt nun den Kunden bestimmen, welches Hellrot auf seinen Abzug erscheint und sorgt dafür, dass die Ergebnisse zuverlässig reprodukzuierbar sind. Das funktioniert wie folgt.

Der Weg zum perfekten Fotoabzug

Digitale Bilder sind nichts anders als Zahlenkolonnen. Die Farb- und Helligkeitsstufen sind durchnummeriert. Jedem Bildpunkt der Datei ist eine solche Nummer zugeordnet. 0-0-0 ist tiefstes Schwarz und 255-255-255 ist reinstes Weiß. Die erste Zahl steht für den Rotanteil (R), die zweite für den Grünanteil (G), die dritte für den Blauanteil (B). Man spricht daher von einem "RGB-Wert", der die Farb- und Helligkeitsnuancen auf knapp 17 Millionen Zahlen abbildet. Digitalkameras und Scanner ermitteln bei der Aufnahme für jeden Bildpunkt einen solchen Wert und schreiben ihn in eine Datei. Bessere Geräte speichern eine Zusatzinformation, ein sogenanntes Farbprofil, das recht genau angibt, welcher vom Auge wahrnehmbare physikalische Farbton tatsächlich gemeint ist, wenn der RGB-Wert "Hellrot" in der Datei steht.

Die wertvollen Bildinformationen bewahren

Nur die Kombination aus RGB-Wert und Farbprofil sagt also etwas über die wahre Helligkeit und die tatsächlichen Farben des Fotos aus. Daher müssen beide Informationen auf dem Weg von der Kamera bis zum Fotolabor erhalten bleiben, um zu einem Fotoabzug mit korrekter Belichtung und korrekten Farben zu kommen. Nach dem Fotografieren/Scannen folgt heute in den meisten Fällen die Bearbeitung der Datei am Computer, der zu Recht den Beinamen "Digitale Dunkelkammer" trägt. Denn dunkel sollte es tatsächlich sein in dem Raum, in dem am Computer Bilder bearbeitet werden. Der Hauptgrund für zu dunkle Abzüge vom Labor sind heute zu hell eingestellte Monitore in zu hellen Räumen.

Helle Monitore, dunkle Bilder

Maß für die Helligkeit eines Monitors sind Candela pro Quadratmeter (cd/qm). Sinnvolles Farbmanagement ist nur möglich im Bereich zwischen 90 und 120 cd/qm. Dunkler eingestellte Geräte können nicht alle Farbnuancen abbilden und führen zu überbelichteten Abzügen, heller eingestellte Displays zeigen Farbnuancen, die auf Fotopapier nicht darstellbar sind und führen zu unterbelichteten Abzügen.

Wie stellt man nun den Monitor so ein, dass der Bildeindruck zu Hause dem Bildeindruck beim Betrachten des fertigen Fotoabzugs entspricht? Bewährt haben sich kombinierte Hardware- Softwarelösungen wie die von Colorvision, die den Nutzer Schritt für Schritt zur richtigen Einstellung des Geräts führen und dann ein Arbeitsprofil für Photoshop erzeugen, mit dem man unter definierten Bedingungen seine Bilder bearbeiten kann. Beim Öffnen eines Digitalfotos oder Scans wird das darin enthaltene Farbprofil in das Farbprofil des Monitors umgewandelt und beim letzten Bearbeitungsschritt zusammen mit den RGB-Werten in einer Datei abgespeichert.

Profitechnik zu Amateurpreisen

Diese Datei sendet man dann an fotocommunity prints, die als derzeit einziger reiner Internet-Fotodienst das mitgesendete Farbprofil in das Farbprofil der Belichtungsmaschine übersetzt. Alle anderen Anbieter und die meisten stationären Labore verwerfen mitgelieferte Profile und "interpretieren" die Datei des Kunden nach eigenem Gutdünken. Die Wahl des besonders hochwertigen "professional" Fotopapiers und das Einmessen der Maschinen auf jedes neue Papier garantiert die exakte Wiederholbarkeit des Prozesses bei fotocommunity prints. Entsprechend sind bei Laboren, die diesen Aufwand nicht betreiben, farbtreue und reproduzierbare Belichtungen auf Fotopapier reine Glückssache. Sogar bei den Profilabors ist es noch keine Selbstverständlichkeit, dass vom Kunden gelieferte Profile berücksichtigt werden.

Fazit vom Farbmanager

Heinz-Jürgen Groß, Inhaber der Firma DeltaE Image Consulting hat bei fotocommunity prints das Farbmanagement eingeführt: "Die bittere Wahrheit lautet: Wer ernsthaft Bildbearbeitung mit korrekten Farb- und Helligkeitswerten betreiben will, muss dafür Geld anlegen.

Die Erfahrung im professionellen Umfeld lehrt, dass sich auch gute Röhrenmonitore nach 3.000 bis 4.000 Stunden Betrieb nicht mehr sauber kalibrieren lassen. Flachbildschirme sind beim derzeitigen Stand der Technik erst ab einem Preis von über 1.000 Euro für Farbmanagement geeignet. Einem typischen fotocommunity-Nutzer würde ich anstelle eines 450-Euro-TFT’s die Anschaffung eines 19-Zoll-Röhrenmonitors inklusive einer Kalibrierlösung nahelegen; dieses Geld ist für Bildschaffende deutlich besser angelegt.

Wer sparen muss, findet mit dem fotocommunity-Testbild ein Werkzeug, mit dem sich zumindest grobe Einstellfehler vermeiden lassen. Es handelt sich um eine Testdatei, die von der fc-Seite heruntergeladen werden kann, und einen dazu gehörenden Fotoabzug vom fc-Labor, den Sie sich kostenlos zusenden lassen können. Passt man im direkten Vergleich die Bildschirmdarstellung mit „Bordmitteln“ des Monitors – also Helligkeit, Kontrast und Farbbalance – an das Musterbild an, ist man dem gelungenen Abzug auch ohne Messtechnik ein Stückchen näher."

Aufmerksamkeit ist allerdings auch nach dem ersten Einstellen geboten, denn nur zu leicht hat man die mühsam gefundenen Einstellungen durcheinander gebracht. Das Aktualisieren des Grafikkartentreibers zum Beispiel setzt gewöhnlich die Einstellungen auf Standardwerte zurück. Das Laden eines Spiels wie "Colin McRae Ralley" oder "Doom III" manipuliert Helligkeit und Kontrast bis zum nächste Rechnerneustart. Auch kann die sinnvolle Helligkeitseinstellung zum DVD-Gucken oder für eine Powerpoint- Präsentation eine völlig andere sein als die für Bildbearbeitung. Daher ist vor dem Beginn der Bildbearbeitung stets eine kurze Kontrolle der Einstellungen notwendig. (fc)


Für Technikfreaks: Farbtiefe und L*a*b*-Farbraum

Die im Text gewählte Darstellung entspricht der Farbdarstellung mit 8 Bit pro Farbkanal. Tatsächlich gibt es derzeit weltweit keine Belichtungsmaschine, die intern mit mehr als 8 Bit pro Farbkanal arbeitet. Dennoch ist es bei der Aufnahme und der Bildbearbeitung dringend anzuraten, in der maximal möglichen Farbtiefe von 12 Bit bzw. 16 Bit zu arbeiten, denn in dieser Einstellung sind die Verluste an Bildqualität beim Filtern und Skalieren sichtbar geringer. Eine "absolute Farbe" ist eine definierte Mischung aus Licht der sichtbaren Wellenlängen zwischen 380 und 780 Nanometern. Sie wird dargestellt als Kurve in einem Diagramm, in dem die Intensität des reflektierten, transmittierten oder erzeugten Lichtes als Funktion der Wellenlänge aufgetragen ist.

Diese Darstellung ist jedoch unhandlich, weshalb die Techniker den L*a*b*-Farbraum bevorzugen, der meist als Körper von der Form einer Kartoffel dargestellt wird. Durch die Angabe von drei Koordinaten lässt sich zweifelsfrei bestimmen, an welchem Ort dieses Farbraums sich eine bestimmte Farbe befindet. Dabei beschreibt der L*-Wert die Helligkeit, die übrigen Koordinaten den Sättigungsgrad der Farbe auf den jeweiligen Komplementärfarbachsen Rot-Grün (a*) und Gelb-Blau (b*). Die Helligkeit wird in L*-Werten von 0 bis 100 aufgetragen. Menschen können Grün bis etwa -70a* sehen, Rot bis +100a*, Blau bis etwa -60b*, Gelb bis ca +110b*.

  Letzte Änderung: 12:23, 23. Nov 2011 von Agora Bilddiskussion intensiv . Basiert auf dem Text von Franz-Josef Wirtz und Andreas Meyer. - Aufrufe: 2171
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