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Niederösterreich

Niederösterreich ist ein Bundesland der Republik Österreich. Es grenzt im Norden an Tschechien, im Nordosten an die Slowakei, im Südosten an das Burgenland, im Süden an die Steiermark und im Westen an Oberösterreich und umschließt Wien. Niederösterreich (alter Name: Erzherzogtum Österreich unter der Enns) und Oberösterreich sind zusammen die Kernländer Österreichs.

Landeshauptstadt ist seit 1986 Sankt Pölten. Davor waren Landesregierung und -verwaltung außerhalb des Landes in der Bundeshauptstadt Wien untergebracht, die aber nur bis zum 31. Dezember 1921 zu Niederösterreich gehört hatte.


Verkehr

Die wichtigsten Verkehrsadern führen in Richtung Bundeshauptstadt Wien, wie die Südautobahn, die Westautobahn und die Ostautobahn. Wichtige Bahnlinien sind die Südbahn, die Westbahn und die Ostbahn. Verkehrsmittel, die ihren Endpunkt in Sankt Pölten haben, sind die Wieselbusse.

Die Nordbahn ist seit dem Jahre 1835 (erste Dampfeisenbahn der Monarchie) eine der wichtigsten Bahnen geblieben. Auch später im 2. Weltkrieg (Stichwort Winterhilfswerk, und sonstiges) war diese sehr bedeutsam. Auch liegt Straßhof und Gänserndorf an dieser Bahn. Straßhof war neben Berlin der wichtigste und größte Bahnhof im 3. Reich.

Schon in der Monarchie wurden Schlesische Kohlereviere mit Wien verbunden. Sonstige Waren und Lebensmittel wurden ebenfalls transportiert. -> Siehe Wirtschaftsgeschichte. Darum die Wichtigkeit der Nordbahn. Aber auch heute fahren internationale Fernreisezüge nach Prag, Warschau,... z.b. über die Nordbahn. Bis in die 80er Jahre fuhr auch Lebendvieh (vornehmlich Schlachtvieh) aus dem Osten kommend nach Triest zum Verschiffen nach z.b Jordanien.

Die Güterschifffahrt auf der Donau hat mit dem größten Donauhafen Niederösterreichs, Krems, große Verkehrsbedeutung. Die Passagierschifffahrt ist meistenteils auf den Tourismus in der Wachau beschränkt. Nur wenige Schiffe befahren die gesamte Donaustrecke in Niederösterreich. Zumeist sind es Kreuzfahrtschiffe, die von Passau kommend bis ans Schwarze Meer fahren.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges hat sich der Straßen- und Schienenverkehr vor allem im Osten und im Norden Niederösterreichs wesentlich verstärkt. Während früher der Zielverkehr meist in den Wiener Raum führte, hat sich nunmehr der Transitverkehr in die ost- und mitteleuropäischen Länder stark erhöht. Daher wird zur Zeit die Westautobahn komplett dreispurig pro Richtung ausgebaut und die Westbahn um eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ergänzt. Dafür muss auf Grund der topografischen Gegebenheiten (speziell durch den Wienerwald) die Strecke teilweise neu trassiert werden.

Niederösterreich ist auch Standort des größten österreichischen Flughafens, der sich dank der EU-Osterweiterung mittlerweile zu einer wichtigen Drehscheibe im internationalen Flugverkehr entwickelte: Flughafen Wien-Schwechat.

Wirtschaft

Die wirtschaftlich stärksten Regionen in Niederösterreich befinden sich entlang der Thermenlinie. Der Bezirk mit dem stärksten Steueraufkommen ist der Bezirk Mödling direkt am Südrand von Wien. Je weiter die Gebiete von Wien entfernt liegen, um so schwächer wird ihre Wirtschaftskraft. Dies ist auch dadurch bedingt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Niederösterreich in der sowjetischen Besatzungszone lag, was einen wesentlichen Standortnachteil für die Wirtschaft bedeutete. Während in den anderen Teilen Österreichs die Wirtschaft bereits mit dem Wiederaufbau beginnen konnte, blieben in der sowjetischen Besatzungszone viele Großbetriebe zerstört oder waren in den Händen der USIA. Die großen Reparationsleistungen an die Sowjetunion wurden u. a. in Form von Erdöl, das im Marchfeld gefördert wurde, geleistet.

Erst nach der Unabhängigkeit Österreichs durch den Staatsvertrag 1955 konnte in Niederösterreich intensiv mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau begonnen werden. Bis 1989 wirkte sich aber der Eiserne Vorhang noch hemmend auf die Wirtschaftskraft aus, vor allem an der Nord- und an der Ostgrenze. So pendeln auch heute noch viele Menschen aus dem Waldviertel als Tages- oder Wochenendfahrer für ihren Beruf nach Wien.

Die Landespolitik strebt zwar ständig danach, neue Betriebe in Niederösterreich anzusiedeln – dies zumeist über die landeseigene Gesellschaft Eco Plus –, aber noch können nicht alle arbeitssuchenden Menschen in Niederösterreich mit Arbeitsplätzen versorgt werden. Die Energieversorgung mit Strom und Gas erfolgt bis auf die Wiener Randgemeinden durch die EVN. Niederösterreichs größte Medien sind der ORF Niederösterreich und das periodische Druckwerk Niederösterreichische Nachrichten (NÖN), das Flaggschiff des niederösterreichischen Pressehauses. Landwirtschaft

Niederösterreich ist aber auch vor allem ein Agrarland. Allein ca. 42 Prozent der gesamten Landesfläche machen Ackerland aus. 40 Prozent sind als Waldfläche ausgewiesen. Sowohl Nutzviehhaltung in den bergigen Regionen als auch Ackerbau ist ein starker Wirtschaftszweig in diesem Bundesland. Allerdings ist die Zahl an Beschäftigten in diesem Wirtschaftszweig in den letzten 50 Jahren auf rund 10 Prozent gesunken. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Weinbau, der vor allem – wie schon der Name sagt – im Weinviertel, aber auch in der Wachau und in der Thermenregion zu finden ist. Auch die Forstwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsteil.

Tourismus


War Niederösterreich früher im Fremdenverkehr das Schlusslicht unter den österreichischen Bundesländern, so hat sich die Situation heute durch die Gäste aus den ost- und mitteleuropäischen Ländern stark verändert. So hat beispielsweise das Waldviertel die stärksten Zuwachsraten an Nächtigungen. Seit Ende des 20. Jahrhunderts verzeichnet auch die Landschaft rund um das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau vermehrte Besucherzahlen. Die Tourismuswirtschaft bewirbt vor allem die großen Kulturzentren im Land wie die vielen Klöster und Schlösser. Aber auch Urlaub am Bauernhof wird stark beworben und gerne angenommen.

Im Winter haben die niederösterreichischen Schigebiete wirtschaftliche Bedeutung; sie ziehen vor allem Gäste aus dem Osten und Tagesgäste aus Wien an. Allerdings liegen die Schipisten nicht sehr hoch, was sich beim viel diskutierten Klimawandel negativ bemerkbar machen würde. Wichtig für Niederösterreich ist der Tagestourismus der Wiener Bevölkerung zu niederösterreichischen Zielen, der – auch wenn dabei keine Übernachtungen für die nö. Tourismusstatistik abfallen – in der Gastronomie sowie bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen für beträchtlichen Umsatz sorgt.

Kultur


Neben zahlreichen Klöstern (Melk, Dürnstein, Seitenstetten, Göttweig, Klosterneuburg, Zwettl), Schlössern mit laufenden Ausstellungen (Schallaburg, Schloss Grafenegg, Schloss Thürnthal, Schloss Wilfersdorf, Schloss Hof), Museen (Niederösterreichisches Landesmuseum im St. Pöltner Kulturbezirk, die Kunstmeile Krems mit der Kunst-Halle und dem Karikaturmuseum) und Ausstellungshäusern (Sammlung Essl) sind die römischen Ausgrabungen in Carnuntum, das Museum für Urgeschichte, das Festspielhaus St. Pölten, die Stadtbühne Baden sowie die gut besuchten Sommerbühnen in Berndorf, Stockerau, Langenlois, Rosenburg, die Openair-Musicals der Felsenbühne Staatz, Weißenkirchen in der Wachau und bei der Burg Liechtenstein zu erwähnen. Große Veranstaltungen sind die zweijährlichen Landesausstellungen und das Donaufestival.

Wichtiger Impulsgeber für regionale Kunst- und Kulturinitiativen ist die Kulturvernetzung Niederösterreich mit dem Viertelfestival Niederösterreich. Ein wichtiger Servicepartner und Veranstalter im Volkskulturbereich ist die Volkskultur Niederösterreich mit ihren Geschäftsbereichen Musikschulmanagement Niederösterreich, Chorszene Niederösterreich, Museumsmanagement Niederösterreich, Volkskultur Europa und dem Niederösterreichischen Volksmusikfestival.

Die Programmkinos Cinema Paradiso in St. Pölten und die Österreichische Filmgalerie in Krems tragen wesentlich zum Erhalt der Kinokultur und der Filmkunst bei.


  Letzte Änderung: 21:13, 3. Nov 2008 von Franz-Josef Wirtz . Basiert auf dem Text von Darkdevilinside. - Aufrufe: 989
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