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Nachbearbeitung

Selten wird ein Foto exakt wie fotografiert und auf dem Sensor abgespeichert später verwendet. Mehr oder weniger aufwändige Nacharbeiten werden durchgeführt, die verschiedenen Zwecken dienen können. Nachbearbeitungen von Fotos habe auch schon zu analogen Zeiten stattgefunden, hauptsächlich bei SW- und Farb-Negativfilmen. Allein Dias werden so gezeigt wie aufgenommen.

Nachbearbeitungen von Fotos finden heutzutage also meistens in der elektronischen Bildbearbeitung am PC oder Mac statt, es werden kleine Änderungen wie z.B. Skalieren, Entfernen störender Elemente, Ausrichten des Horizonts oder Tonwertkorrektur vorgenommen. Es können natürlich auch umfangreiche Retuschen an Portraits und anderen Aufnahmen vorgenommen werden, die aber meist mit viel mehr Aufwand verbunden sind und bei gängigen Bildern nur selten Anwendung finden.

Bevor hier nun aber auf die verschiedenen Beweggründe bzw. Zwecke für Nachbearbeitungen eingegangen werden soll, ist ein besonderer Aspekt beim Thema "Nachbearbeitungen" zu beleuchten. Hin und wieder liest man unter hier veröffentlichten Bildern: "Foto nicht nachbearbeitet!" Die Aussage, die dahinter vermutet werden kann, ist, dass der Bildautor zu verstehen geben will, dass das Bild unverändert vom Aufnahmesensor hier zum Upload gelangt ist, dass nichts hinzugefügt und nichts weggestempelt worden ist. Was ist davon zu halten? Ist ein "unbearbeitetes Foto" ein besonderes Herausstellungsmerkmal? Darf einem "unbearbeiteten Foto" verziehen werden, dass Horizonte schief stehen, Pickel ein Gesicht verunstalten oder Sensordreck den Himmel verziert? Wohl kaum. Der Hinweis auf das "unbearbeitete Foto" kommt in der Regel von Bildautoren, die sich in der mehr oder weniger großen Kunst des Bildbearbeitens nicht auskennen. Und bevor man nun zugibt, das Bild nicht bearbeiten zu können, schreibt man darunter, dass man darauf bewusst verzichtet hat und versucht daraus sozusagen einen Vorteil zu generieren. Nachbearbeiten ist aber erstens nichts Schlimmes und zweitens oft mit einfach zu erlernenden Programmen zu bewerkstelligen. Nachbearbeiten soll die Bildaussage unterstützen, kleine Mängel beseitigen und hat überhaupt nichts mit Verfremden zu tun, d.h. so nachbearbeitete Fotos behalten selbstverständlich die gewünschte Authentizität.

Nachbearbeitungen haben stets einen bestimmten Zweck. Dies können sein:

1. Bild im Internet veröffentlichen, per E-Mail versenden oder Ähnliches. Unsere modernen Digitalkameras erzeugen heute bei mehr als 10 Mio Pixeln riesige Bilddateien, die unbearbeitet nur mit Schwierigkeiten (lange Upload-Zeiten, Überlauf des E-Mail-Postfaches) versendet oder gezeigt werden können. Deswegen ist eine wesentliche Art der Nachbearbeitung das Verkleinern (Skalieren) und ggf. das Nachschärfen. Bilder mit einer Verkleinerung auf HD-Format (1920x1080) oder 1000x750 Pixel sind dabei vollkommen ausreichend.

2. Störende Bildelemente verschwinden lassen. Manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden oder es wird übersehen, dass auf dem Bild Elemente auftauchen, die einfach nur stören. Solche Details kann man wegstempeln (wie es bei Photoshop & Co. heißt), ohne dass das Hauptmotiv an sich, also in seiner Bildaussage verändert wird. Im Gegenteil: störende Bildelemente lenken einfach nur unnötig vom Hauptmotiv ab.

3. Horizont begradigen. Wer hat es nicht schon erlebt: Das herrliche Foto am Meer wird zu Hause am PC betrachtet - und das Wasser läuft zu einer Seite aus dem Bild heraus. Solche unbeabsichtigten Fehler sollte man auf jeden Fall korrigieren. Dazu sind schon einfache (kostenlose) Programm wie z.B. Picasa nutzbar.

4. Tonwertkorrektur. Insbesondere bei Aufnahmen unter Mittag oder Teleaufnahmen haben die Fotos anschließend einen leichten Schleier, schwarz ist nicht richtig schwarz, weiß nicht weiß. Da hilft die Tonwertkorrektur.

5. Veränderung von Farben, Farbsättigung etc. Aus verschiedenen Gründen kann es der Bildautor für sinnvoll halten, die Wirkung eines Fotos z.B. durch Verändern der Sättigung oder durch den Tausch von Farben, Umwandeln in SW-Fotos oder so genannte Color-Key-Aufnahmen zu verändern, um die gewünschte Bildaussage zu verstärken.

6. Aufwändige Retuschen zur vollständigen Überarbeitung / Veränderung eines Fotos bis hin zu Verfremdungen (das ist dann aber ein anderes Thema).


  Letzte Änderung: 10:06, 11. Okt 2012 von . Basiert auf dem Text von Christina Diedrich und Marcel Glasi und anderen. - Aufrufe: 1420
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