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Konzertfotografie

Im Moment bezieht sich dieser Artikel auf Konzerte im Sinne von "Rock/Pop" usw. Vom Photographischen her also auf das Einfangen der vielen bunten Lichter und Effekte.

Bild:KonzertBeispiel.jpg

Beim Photographieren von Konzerten bestehen zwei Probleme:

  • relativ wenig Licht
  • zu einem guten Teil Gegenlicht

Es gibt immer wieder Diskussionen darber, ob man Konzert-Fotos mit Blitz macht oder nicht. Die Standardansage fr Konzertfotografie lautet three songs, no flash (drei Lieder, kein Blitz) (siehe auch Literaturangabe unten). Das Blitzlicht belstigt Musiker und Publikum, gerade in kleineren Veranstaltungsorten. In vielen Fllen ist es vom Veranstalter verboten.


Inhaltsverzeichnis

Konzertfotografie ohne Blitz

Ohne Blitz knnen die Bilder stimmungsvoller werden, als Variante der Available light Fotografie. Aber auch hier gilt es, einige Punkte zu beachten.

Ausrstung und Vorbereitung

  • Es gibt immer (zu) wenig Licht.

Lichtstarke Objektive sind bei Konzerten Gold wert. Oft bedeutet dies den Einsatz von Festbrennweiten. Es ist zwar eine Einschrnkung in der Ausschnittsgestaltung und erfordert das Mitschleppen und Wechseln mehrerer Optiken. Grundstzlich ist beim Fotografieren mit Festbrennweiten lieber zu viel auf dem Bild als zu wenig. Dies aus dem einfachen Grund: Abschneiden ist einfacher als Ansetzen...

Keine Angst vor hoher Empfindlichkeit. Testet eure Kamera vor dem Einsatz wie "rauschresistent" sie ist.

Wenn Ihr die Mglichkeit habt vor einem Auftritt einige Testaufnahmen zu machen, nehmt diese wahr. Pickt euch ein paar Aufnahmeorte heraus und testet, fr welche Brennweiten diese geeignet sind, da jeder Objektivwechsel Zeit kostet.

Ergnzung: Am besten 2 handliche Systemkameras mit 2 Festbrennweiten (80-150mm). Dazu ein Monopod. Wer gleichzeitig auch noch Video filmen mchte: Monopod Steadicam, ca. 350 Euro ab Frhjahr 2014 auch in Deutschland erhltlich. Wenn ich Probleme damit habe, Kameras in das Konzert zu schmuggeln, reicht eine Lumix G6 mit einem 40-45er Objektiv (entspricht 80-90mm Brennweite).

Farbige Konzertfotografie

  • Digital:

Hier ist es empfehlenswert die Bilder im RAW-Format zu speichern, da mit den schnell wechselnden Lichtsituationen die meisten Kameras mit dem Weissabgleich berfordert sind.
RAW-formatierte Daten sind punkto Weissabgleich einfacher zu bearbeiten.

  • Analog:

Hier hat sich der Fuji 1600 Superia bewhrt. Im Vergleich zu Digitalbildern wird man deutlich sattere Farben feststellen. Dies merkt man sowohl in den hellen Lichtern (vorallem reien die Lampen nicht wei aus), als auch in den dunklen Schatten. Natrlich ist der Ausschu bei der analogen Konzertfotografie recht hoch. Man kann bei einem 36-Film mit ca. 3-10 brauchbaren Bildern rechnen (je nach Licht). Eine komplett analoge Verarbeitung bringt hier natrlich die besten Farbergebnisse.

Konzertfotografie in Schwarz / Weiss

  • Digital:

Die schwarz-weisse Konzertfotografie hat meiner Meinung nach durchaus auch ihre Reize. Besonders beliebt ist diese bei Bands aus der Metallszene. Etwas, das wegfllt gegenber der Farbfotografie, ist die ganze Geschichte mit dem Weissabgleich. Dieser allerdings kann genutzt werden um ein ausgewogenes Bild zu erreichen. RAW empfiehlt sich auch hier, teilweise kann man durch das entsttigen bestimmter Farbrume Rauschen verhindern oder andere Kontrastproportionen erreichen.

Aber: Die dadurch frei gewordene Aufmerksahmkeit sollte unbedingt dem Kontrast geschenkt werden. Es ist nicht nur bei schummrigen Clubkonzerten zu empfehlen den Kontrast zu erhhen, sondern auch bei Open-Air's.

Open Air (http://foto.reinitzer.ch/galerie/menschen/bands/arsonist/v/IMG_4374/)


Je nach Lichtsituation (und Belichtingsmessmodus) in Innenrumen ist es ntig die Aufnahmen manuell um ca. eine Blende zu unterbelichten um das berstrahlen zu vermeiden.

Frontman (http://foto.reinitzer.ch/galerie/menschen/bands/arsonist/v/IMG_1186/)


  • Analog:

Hier hoffe ich auf Untersttzung eines Altmeisters.


Mischen von Beleuchtung und Blitz

Die Vorgehensweise mit Blitz ist aber auch in vielen anderen Fllen mit hnlichen Beleuchtungssituationen interessant:

  • Disco
  • Kneipen
  • Theater und sonstige Show-Veranstaltungen mit effektvoller Beleuchtung
  • usw.

Ohne Vorwissen ist wohl hufig der erste Versuch, Bilder mit Blitz aufzunehmen. Vorausgesetzt man ist in Blitzreichweite, erhlt man damit von den Musikern ausreichend scharfe, richtig belichtete Photos. Wenn man sich auf die automatischen Kameraeinstellungen verlassen hat, stehen die Musiker nun entweder im Dunkeln oder man hat die Bhne mit dem Blitz vollstndig ausgeleuchtet. Von dem bunten Licht keine Spur.

Nun folgt der zweite Versuch, ohne Blitz. Nun hat man die Lichtstimmung eingefangen, aber das Bild ist oft verwackelt und die Musiker sind durch das hufige Gegenlicht zu dunkel.

Eine mgliche Lsung ist die Mischung aus beiden Versuchen. Die meisten Kameras schalten bei dem Einsatz eines Blitzes zur Blitzsynchronzeit. Dies ist der entscheidende Fehler. Bentigt wird die sogenannte Langzeit-Synchronisierung. Das bedeutet Belichtungszeiten lnger als die Blitzsynchronzeit. Dann bekommt man durch die lange Belichtungszeit genug Bhnenlicht und durch den Blitz gut ausgeleuchtete Musiker.

Wie stellt man das nun an der Kamera ein?

Das Ziel ist, die Kamera dazu zu bringen, trotz Blitz die Belichtungseinstellung (Zeit/Blende) zu benutzen, die sie auch ohne Blitz verwendet htte. Dazu versucht man als "Trockenbung" folgendes:

  • bei schlechten Lichtverhltnissen mit Automatik-Funktion ohne Blitz (z.B. Programm-Automatik "P") messen, die eingestellte Blende/Zeit merken.
  • nun Blitz aktivieren und eine Einstellung suchen, die zur gleichen Blenden/Zeitkombination fhrt.

Bei Kompaktkameras knnte der Nacht-Modus die richtige Wahl sein. Da wird meist Blitz mit "langen" Belichtungszeiten fr den Hintergrund kombiniert.

Idealerweise verwendet man fr Konzert-Photos hohe Empfindlichkeit in Kombination mit lichtstarken Objektiven. Nach Mglichkeit kurze Brennweiten um Verwackeln zu verhindern. Damit der Blitz etwas bewirkt, mu man natrlich nah genug am Geschehen sein. Nebel und Blitz vertragen sich nicht wenn der Nebel vor den Musikern ist.

Eine leicht reduzierte Blitzleistung kann die Stimmung weiter verbessern. Vorrausetzung hierfr ist aber, dass die Belichtungszeiten verwackelungsfrei gehalten werden knnen. Stativ hilft meistens nicht, das wackelt durch den Bass, und auerdem halten die Musiker nicht still. Bildstabilisatoren helfen nur bei langen Brennweiten, bei kurzen kommt man zwar zu sehr langen Belichtungszeiten, die die Kamera ruhig hlt, aber die Musiker zappeln genauso wie bei der Stativ-Lsung.

Beispiel fr schnelle Bewegungen und entsprechende Wischspuren: Bild:Konzert3klein.jpg


Mit geringer Lichtstrke und Empfindlichkeit lassen sich auch richtig belichtete Konzertphotos machen. Nur ergeben sich dann lange Belichtungszeiten. Solange der Blitz ausreicht, werden die Musiker trotzdem scharf abgebildet, es knnen aber (vielleicht auch gewnschte) Wischspuren entstehen.

Wenn alles nichts hilft, hilft warten. Und zwar auf mehr Licht. Einfach mal den (internen) Belichtungsmesser beobachten, und nur dann Photos machen, wenn die Belichtungszeiten sich in einem vernnftigen Rahmen befinden.

Einstelltips fr verschiedene Modelle:

  • fr Canon EOS 300: "Av", hier wird immer die gleiche Zeit gewhlt, egal ob mit Blitz oder ohne.
  • fr Canon EOS 30V, 350D: "Av" mit Belichtungskorrektur +1, da die "schlauere" Elektronik die Zeit um eine Blendenstufe bei Aktivierung des Blitzes reduziert.


Links

  • Ein Licht- und Bearbeitungstutorial auf 'fotografie ist mehr' Teil 1 (http://blog.reinitzer.ch/2009/06/rocking-ovation-teil-1/) und Teil 2 (http://blog.reinitzer.ch/2009/06/rocking-ovation-teil-2/).


Literatur

  • Loe Beerens: Konzertfotografie: Three songs, no Flash!, deutschsprachige Version vom dpunkt.Verlag, ISBN 978-3-89864-682-6


  Letzte nderung: 13:46, 30. Dez 2013 von Hinnerk Rmenapf . Basiert auf dem Text von William Tomsche und N8falke und anderen. - Aufrufe: 55579
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