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Konzertfotografie

Im Moment bezieht sich dieser Artikel auf Konzerte im Sinne von "Rock/Pop" usw. Vom Photographischen her also auf das Einfangen der vielen bunten Lichter und Effekte.

Bild:KonzertBeispiel.jpg

Beim Photographieren von Konzerten bestehen zwei Probleme:

  • relativ wenig Licht
  • zu einem guten Teil Gegenlicht

Es gibt immer wieder heftige Diskussionen darüber, ob man Konzert-Photos mit Blitz macht oder nicht. In vielen Fällen ist es auch vom Veranstalter verboten.

Die Vorgehensweise mit Blitz ist aber auch in vielen anderen Fällen mit ähnlichen Beleuchtungssituationen interessant:

  • Disco
  • Kneipen
  • Theater und sonstige Show-Veranstaltungen mit effektvoller Beleuchtung
  • usw.
Inhaltsverzeichnis

Mischen von Beleuchtung und Blitz

Ohne Vorwissen ist wohl häufig der erste Versuch, Bilder mit Blitz aufzunehmen. Vorausgesetzt man ist in Blitzreichweite, erhält man damit von den Musikern ausreichend scharfe, richtig belichtete Photos. Wenn man sich auf die automatischen Kameraeinstellungen verlassen hat, stehen die Musiker nun entweder im Dunkeln oder man hat die Bühne mit dem Blitz vollständig ausgeleuchtet. Von dem bunten Licht keine Spur.

Nun folgt der zweite Versuch, ohne Blitz. Nun hat man die Lichtstimmung eingefangen, aber das Bild ist oft verwackelt und die Musiker sind durch das häufige Gegenlicht zu dunkel.

Eine mögliche Lösung ist die Mischung aus beiden Versuchen. Die meisten Kameras schalten bei dem Einsatz eines Blitzes zur Blitzsynchronzeit. Dies ist der entscheidende Fehler. Benötigt wird die sogenannte Langzeit-Synchronisierung. Das bedeutet Belichtungszeiten länger als die Blitzsynchronzeit. Dann bekommt man durch die lange Belichtungszeit genug Bühnenlicht und durch den Blitz gut ausgeleuchtete Musiker.

Wie stellt man das nun an der Kamera ein?

Das Ziel ist, die Kamera dazu zu bringen, trotz Blitz die Belichtungseinstellung (Zeit/Blende) zu benutzen, die sie auch ohne Blitz verwendet hätte. Dazu versucht man als "Trockenübung" folgendes:

  • bei schlechten Lichtverhältnissen mit Automatik-Funktion ohne Blitz (z.B. Programm-Automatik "P") messen, die eingestellte Blende/Zeit merken.
  • nun Blitz aktivieren und eine Einstellung suchen, die zur gleichen Blenden/Zeitkombination führt.

Bei Kompaktkameras könnte der Nacht-Modus die richtige Wahl sein. Da wird meist Blitz mit "langen" Belichtungszeiten für den Hintergrund kombiniert.

Idealerweise verwendet man für Konzert-Photos hohe Empfindlichkeit in Kombination mit lichtstarken Objektiven. Nach Möglichkeit kurze Brennweiten um Verwackeln zu verhindern. Damit der Blitz etwas bewirkt, muß man natürlich nah genug am Geschehen sein. Nebel und Blitz vertragen sich nicht wenn der Nebel vor den Musikern ist.

Eine leicht reduzierte Blitzleistung kann die Stimmung weiter verbessern. Vorrausetzung hierfür ist aber, dass die Belichtungszeiten verwackelungsfrei gehalten werden können. Stativ hilft meistens nicht, das wackelt durch den Bass, und außerdem halten die Musiker nicht still. Bildstabilisatoren helfen nur bei langen Brennweiten, bei kurzen kommt man zwar zu sehr langen Belichtungszeiten, die die Kamera ruhig hält, aber die Musiker zappeln genauso wie bei der Stativ-Lösung.

Beispiel für schnelle Bewegungen und entsprechende Wischspuren: Bild:Konzert3klein.jpg


Mit geringer Lichtstärke und Empfindlichkeit lassen sich auch richtig belichtete Konzertphotos machen. Nur ergeben sich dann lange Belichtungszeiten. Solange der Blitz ausreicht, werden die Musiker trotzdem scharf abgebildet, es können aber (vielleicht auch gewünschte) Wischspuren entstehen.

Wenn alles nichts hilft, hilft warten. Und zwar auf mehr Licht. Einfach mal den (internen) Belichtungsmesser beobachten, und nur dann Photos machen, wenn die Belichtungszeiten sich in einem vernünftigen Rahmen befinden.

Einstelltips für verschiedene Modelle:

  • für Canon EOS 300: "Av", hier wird immer die gleiche Zeit gewählt, egal ob mit Blitz oder ohne.
  • für Canon EOS 30V, 350D: "Av" mit Belichtungskorrektur +1, da die "schlauere" Elektronik die Zeit um eine Blendenstufe bei Aktivierung des Blitzes reduziert.

Konzertfotografie ohne Blitz

Ohne Blitz können die Bilder stimmungsvoller werden. Aber auch hier gilt es, einige Punkte zu beachten.

Ausrüstung und Vorbereitung

  • Es gibt immer zu wenig Licht.

Lichtstarke Objektive sind bei Konzerten goldwert. Oft bedeutet dies den Einsatz von Fixbrennweiten. Es ist zwar eine Einschränkung in der Ausschnittsgestaltung und erfordert das Mitschleppen und Wechseln mehrerer Optiken. Grundsätzlich ist beim Fotografieren mit Fixbrennweiten lieber zu viel auf dem Bild als zu wenig. Dies aus dem einfachen Grund: Abschneiden ist einfacher als Ansetzen...

Keine Angst vor hoher Empfindlichkeit. Testet eure Kamera vor dem Einsatz wie "rauschresistent" sie ist.

Wenn Ihr die Möglichkeit habt vor einem Auftritt einige Testaufnahmen zu machen, nehmt diese wahr. Pickt euch ein paar Aufnahmeorte heraus und testet, für welche Brennweiten diese geeignet sind, da jeder Objektivwechsel Zeit kostet.

Farbige Konzertfotografie

  • Digital:

Hier ist es empfehlenswert die Bilder im RAW-Format zu speichern, da mit den schnell wechselnden Lichtsituationen die meisten Kameras mit dem Weissabgleich überfordert sind.
RAW-formatierte Daten sind punkto Weissabgleich einfacher zu bearbeiten.

  • Analog:

Hier hat sich der Fuji 1600 Superia bewährt. Im Vergleich zu Digitalbildern wird man deutlich sattere Farben feststellen. Dies merkt man sowohl in den hellen Lichtern (vorallem reißen die Lampen nicht weiß aus), als auch in den dunklen Schatten. Natürlich ist der Ausschuß bei der analogen Konzertfotografie recht hoch. Man kann bei einem 36-Film mit ca. 3-10 brauchbaren Bildern rechnen (je nach Licht). Eine komplett analoge Verarbeitung bringt hier natürlich die besten Farbergebnisse.

Konzertfotografie in Schwarz / Weiss

  • Digital:

Die schwarz-weisse Konzertfotografie hat meiner Meinung nach durchaus auch ihre Reize. Besonders beliebt ist diese bei Bands aus der Metallszene. Etwas, das wegfällt gegenüber der Farbfotografie, ist die ganze Geschichte mit dem Weissabgleich. Dieser allerdings kann genutzt werden um ein ausgewogenes Bild zu erreichen. RAW empfiehlt sich auch hier, teilweise kann man durch das entsättigen bestimmter Farbräume Rauschen verhindern oder andere Kontrastproportionen erreichen.

Aber: Die dadurch frei gewordene Aufmerksahmkeit sollte unbedingt dem Kontrast geschenkt werden. Es ist nicht nur bei schummrigen Clubkonzerten zu empfehlen den Kontrast zu erhöhen, sondern auch bei Open-Air's.

Open Air (http://foto.reinitzer.ch/galerie/menschen/bands/arsonist/v/IMG_4374/)


Je nach Lichtsituation (und Belichtingsmessmodus) in Innenräumen ist es nötig die Aufnahmen manuell um ca. eine Blende zu unterbelichten um das Überstrahlen zu vermeiden.

Frontman (http://foto.reinitzer.ch/galerie/menschen/bands/arsonist/v/IMG_1186/)


  • Analog:

Hier hoffe ich auf Unterstützung eines Altmeisters.


Links


Ein Licht- und Bearbeitungstutorial auf 'fotografie ist mehr' Teil 1 (http://blog.reinitzer.ch/2009/06/rocking-ovation-teil-1/) und Teil 2 (http://blog.reinitzer.ch/2009/06/rocking-ovation-teil-2/).


Der Autor des bisherigen Textes hofft, daß sich noch ein erfahrenerer Konzert-Photograph aus dem "Nicht-Blitz-Lager" findet, der hier verbessert, wie man dies dann am besten macht.

Gestaltungstipps jenseits der Technik wären auch gefragt.

-- Florian Schott 09:42, 14. Apr 2006 (CEST)


  Letzte Änderung: 09:13, 18. Jan 2013 von N8falke . Basiert auf dem Text von Gabriela Ürlings und Christina Diedrich und anderen. - Aufrufe: 41545
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