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Kompaktblitz

Studio | Studiolicht | Blitz


Ein Kompaktblitz (auch Monolight, Monoblock) ist ein Studioblitz, bei dem Elektronik, Bedienelemente und Blitzröhre in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind, im Gegensatz zu der Kombination Blitzgenerator und Blitzkopf.

Kompaktblitze finden sich überall dort, wo relativ geringe Lichtleistungen erforderlich sind (z.B. Portraitstudios, Fotografie von kleinen Produkten). Die Leistung liegt typischerweise zwischen 125Ws und 1000Ws.

Es gibt auch einige hochleistungsstarke Kompaktblitze (bis zu 3000 Ws), jedoch verdienen diese kaum noch das Prädikat "kompakt".

Zum sinnvollen Arbeiten benötigt man noch einen Lichtformer.

Inhaltsverzeichnis

Kaufberatung

Grundsätzlich sollte man sich gut überlegen, ob Studioblitze das richtige Mittel für die geeignete Anwendung sind. In vielen Fällen (Kinder & Tierfotografie, Outdoor, kleine Räume, seltene Benutzung) kann ein Set aus manuell regelbaren , entfesselten Aufsteckblitzgeräten sinnvoller sein. Eine hervorragende Tutorialsammlung in englischer Sprache findet sich dazu unter Strobist Lighting 101 (http://www.strobist.com)


Bei der Auswahl eines Kompaktblitzes sollte man folgendes beachten:

Leistung
Geräte mit bis zu 125 Ws sind für kleine Beleuchtungsaufgaben geeignet. Die Lichtleistung entspricht einem Aufsteckblitz der oberen Mittelklasse. Für Portrait und Personenaufnahmen sind 250-500 Ws eine gute Größenordnung. Noch leistungsstärkere Geräte benötigt man z.B. für Innenarchitektur oder auch bei Außenaufnahmen, wenn man gegen die Sonne blitzen will.
Regelbereich
Der Regelbereich wird meist in Blendenstufen oder Bruchteile der Blitzleistung angegeben. Ein großer Regelbereich ist wichtig und ermöglicht einem das Verwenden des Blitzes auf kurze Distanz oder bei mehr geöffneter Blende. Gut sind 6 Blendenstufen 1/32 – 1/1 (z.B. 18-600 Ws) weniger gut sind 2 Blendenstufen 1/4 - 1/1 (z.B. 150-600 Ws). Eine Abstufung in 1/2 ist genügend und eine Abstufung in 1/10 Blendenstufen ist sehr gut. Eine Stufenlose Regelung ist nicht notwendig, wichtiger ist das die Blitzleistung reproduzierbar konstant ist.
Ladezeit
hier gibt es große Unterschiede, wer in schneller Folge fotografieren will, bzw. auf den entscheidenden Moment angewiesen ist (Kinder, Fashion, Portrait), sollte darauf achten, dass das Gerät eine kurze Wiederaufladezeit bietet (gute Werte liegen unter 2 Sekunden bei Volllast).

Die Ladezeit verkürzt sich, wenn mit geringerer Leistung geblitzt wird. Daher kann ein leistungsstärkerer Blitz sinnvoll sein, da dieser mit reduzierter Leistung betrieben werden kann und so schnellere Ladezeiten ermöglicht. Manche Billiggeräte benötigen 5 Sekunden und länger im Netzbetrieb, dagegen ist ein batteriebetriebener Aufsteckblitz schneller.

Einstelllicht
es sollte möglichst stark sein, und in den Intensität frei regelbar. Eine Ventilatorkühlung kann in manchen Situationen störend sein. Allerdings sind nicht alle ventilatorlosen Geräte für Dauerbetrieb geeignet.

In den FC-Foren wurde mehrfach von Geräten der Marke "Walimex" berichtet, dass diese bei "Dauerfeuer" überhitzen.

Zündungsfreigabe
sollte nur bei 100% Aufladung möglich sein. Billiggeräte geben die Zündung oft schon bei 70% wieder frei, wodurch es zu Unterbelichtungen kommen kann.
Bajonett
man sollte sich anschauen, ob es die benötigten Lichtformer für das jeweilige Bajonett gibt bzw. ob auch andere Hersteller für dieses Bajonett Vorsätze liefern. Bei Ebay und einigen Versandhändlern gibt es auch noch Billigstgeräte ohne Bajonett - hier werden Lichtformer mittels mehrerer Schrauben fixiert. Das ist äußerst umständlich und störanfällig.

Insbesondere in der Produktfotografie ist eine große Auswahl an Lichtformern sinnvoll, dies wird nur von den Profi-Marken unterstützt. In den unteren Preissegmenten sind i.d.R. nur Softboxen und eine Minimalauswahl von Standardreflektoren erhältlich.

Akkubetrieb
einige Generatoren bieten die Möglichkeit, mit Akkus betrieben zu werden, was im Outdoor- und Locationeinsatz eine erhebliche Erleichterung bedeutet.
Service
wer mit Fotografie Geld verdient, ist auf funktionierendes Equipment angewiesen. Bei Billigherstellern/Internetanbietern muss man mit langen Reparaturzeiten rechnen und kann nicht auf die Bereitstellung eines Ersatzgerätes hoffen. Schlimmstenfalls wird gar kein Service geleistet oder es sind bereits nach wenigen Jahren keine Ersatzteile mehr lieferbar.
Zubehör
wer öfter mal andere Lichtformer ausprobieren will oder ab und Bedarf an mehr Lichtquellen hat, sollte sich nach Verleihern in seiner Gegend umschauen (viele Fotogeschäfte verleihen Studioblitze und Zubehör). Es ist dann natürlich sinnvoll, die eigenen Geräte von dem gleichen Hersteller zu kaufen, den auch der Verleiher im Programm hat.

Wattsekunden vs. Leitzahl

Die Umrechnung Ws zu Leitzahl ist nicht zu vereinheitlichen, da die Leitzahl abhängig von verschiedenen Faktoren ist (ISO-Wert, Leuchtwinkel). Die Firma Bowens gibt für ihre Gemini-Blitze Leitzahlen bezogen auf ISO100 und den "Keylite"-Reflektor an, der in etwa einer 50mm-Zoomeinstellung bei einem Aufsteckblitz entspricht. Daraus lässt sich folgende Umrechnung ableiten:

1000Ws = LZ120 750Ws = LZ104 500Ws = LZ80 (in einem älteren Katalog wurde noch 82 angegeben) 250Ws = LZ60 125Ws = LZ41

Bowens gibt an, bei Nutzung zweier 125Ws-Blitzköpfe mit weißen Reflexschirmen in einer Portraitausleuchtung auf Blende 5,6 zu kommen. Bei 200Ws wird Blende 8 erreicht.

Anders gesagt, verlässt man erst bei Leistungen oberhalb von 200Ws den Bereich der Aufsteckblitze.

Sets

Es gibt jede Menge Einsteigersets am Markt. Häufig werden dabei zwei oder drei Blitzgeräte mit unterschiedlicher Leistung zusammengestellt. Dabei geht man von einer klassischen 3-Punkt-Beleuchtung aus (Interviewlicht). Außerdem spart man Geld, denn die kleineren Geräte senken den Preis der Kombination. Man erkauft sich dadurch aber auch einige Nachteile: unterschiedliche Ladezeiten, keine einheitliche Bedienung (Stufe 1/4 bedeutet an einem 500Ws-Gerät die doppelte Leistung wie an einem 250Ws-Gerät), und eingeschränkte Aufbaumöglichkeiten. 2 oder 3 identische Blitze bieten weitaus mehr Gestaltungsspielraum und erleichtern das Leben. Gleiches gilt für Lichtformer. Lieber 2 gleiche Softboxen als 3 unterschiedliche. Eine Softbox kann man durch Black Wrap oder ein Stück schwarzer Pappe jederzeit verkleinern, umgekehrt geht das nicht.

Bedienung

Ein Studioblitz kann nur manuell geregelt werden, es gibt keine Belichtungsautomatiken. Zur Belichtungsmessung siehe 1 (http://www.elmar-baumann.de/fotografie/techtutorial/studio-blitzgeraete-06.html) oder 2 (http://www.c-studios.de/blog/lichtfuehrung-und-blitzbelichtungsmesser/) Unter diesen Links finden sich auch Tutorials zur Anwendung von Studioblitzen.

Üblicherweise finden sich die folgenden Bedienelemente:

Netzschalter

(bei einigen Geräten zwei Schaltstellungen Netz/Akku)

Blitzleistungswähler

entweder als Drehregler oder als Folientastatur

Einstellicht

1. aus 2. immer an 3. aus wenn Blitz auslöst (eliminiert eventuelle Verfälschungen durch das Einstellicht und dient als optische Kontrolle, dass die Auslösung stattgefunden hat). Die Intensität des Einstellichts wird je nach Hersteller durch eine automatische Koppelung an den Blitzleistungswähler (zusätzlich meist noch Schalter für volle Einstellicht-Leistung) oder einen weiteren Dimmregler eingestellt.

Fotozelle ("Cell")

schaltet die interne Fotozelle ein oder aus

Tonsignal ("Beep")

an/aus: bei Wiederherstellung der Auslösebereitschaft erklingt ein Tonsignal

Auslöseknopf

löst den Blitz manuell aus.

Anschlüsse

- Euronetzbuchse oder festes Netzkabel / Akku (herstellerspezifisch) / Auslösung (Klinke 3,5 oder 6,35mm) / Externe Fotozelle (seltener), ebenfalls als Klinkenbuchse / Fernbedienungsanschluß (USB, RJ45 oder herstellerspezifisch)

Einige Geräte werden digital gesteuert. Dies ermöglicht z.T. eine Fernsteuerung per Computer (USB, Ethernet) oder per Fernbedienung (IR). Im Zusammenhang mit dem Tronix Explorer ist anzumerken, dass dieser mit den meisten digitalen Studioblitzen nicht funktioniert.

Bei Kompaktblitzen ist meist eine fest installierte Neigehalterung integriert. Es ist darauf zu achten, den Blitz nicht per festgeklemmter Halteschraube zu neigen, da die Mechanik sonst sehr schnell kaputtgeht.

Die Verbindung mit dem Stativ erfolgt normalerweise über einen 5/8" (16mm) Zapfen.


Auslösung

Die Verbindung mit der Kamera kann auf folgende Weise erfolgen:

Auslösekabel

Die sicherste und preiswerteste, allerdings auch unhandlichste Lösung ist das Auslösekabel, das sich normalerweise im Lieferumfang des Blitzes befindet. Am Blitzgerät befindet sich üblicherweise eine 3,5mm oder 6,35mm Klinkenbuchse. An der Kamera wird für das dazugehörige Kabel eine X-Synchronbuchse vorausgesetzt, die jedoch nur bei höherwertigen oder älteren Kameras vorhanden ist. Wenn die Kamera nur über einen Standard-Blitzschuh verfügt, muß zusätzlich noch ein Mittenkontaktadapter beschafft werden.

IR-Auslöser

Ein Infrarotauslöser ist im Prinzip ein Aufsteckblitz, bei dem eine Infrarotfolie das sichtbare Licht ausfiltert. Die Fotozelle des Studioblitzes reagiert auf das IR-Licht und löst den Blitz aus. Vorteil: keine störenden Kabel. Nachteil: der IR-Auslöser muß nach jeder Auslösung selbst aufgeladen werden, wodurch Wartezeiten entstehen können. Bei hellem Umgebungslicht versagt die IR-Übertragung oft. Wenn kein Sichtkontakt zwischen Auslöser und Empfänger besteht, sowieso. Wenn eine Kamera mit internem Blitz vorhanden ist, kann dieser leicht zu einem "IR-Auslöser" umfunktioniert werden, indem IR-Folie oder ein Stück schwarzer Diafilm vor dem Blitz befestigt werden.

Funkauslöser

Funkauslöser sind die derzeit komfortabelsten Auslösesysteme für Studioblitze. Sie arbeiten mit größeren Reichweiten als IR-Systeme, und funktionieren auch ohne direkten Sichtkontakt und bei hellem Umgebungslicht. Bei der Auswahl ist die gewünschte Reichweite zu beachten (günstige Systeme reichen nicht besonders weit), außerdem bestehen weitere Komfortmerkmale wie Mehrkanalsysteme (dadurch können Blitzgeräte von der Kamera aus zu- und abgeschaltet werden, oder mehrere Sets gleichzeitig betrieben werden, ohne dass sich die Fotografen in die Quere kommen). Bei einigen Herstellern sind Sender und Empfänger unterschiedliche Geräte, bei anderen kann jede Einheit durch Knopfdruck umfunktioniert werden. Bei manchen Geräten ist der Klinkenstecker in das Gehäuse integriert, hier ist vor dem Kauf zu prüfen, ob der Empfänger mechanisch an das Blitzgerät passt. Andere verwenden ein kurzes Kabel zwischen Empfänger und Blitzgerät. Funkauslöser können, sofern die entsprechenden Buchsen vorhanden sind, auch zur Fernsteuerung von Kameras verwendet werden.

Sicherheitshinweise

  • Blitzgerät vor Ab- und Ansetzen von Lichtformern ausschalten (Kurzschlußgefahr)
  • ebenso vor dem Aus- und Einstecken von Kabeln ausschalten
  • bei schweren Lichtformern immer Gegengewicht benutzen
  • bei hängender Montage (Galgen, Deckenschienensystem) immer Sicherheitsfangseil verwenden
  • ausreichend stabile Stative verwenden, ggf. Stativfüße mit Gewichten (Sandsäcken) sichern
  • Blitzröhre nicht anfassen, Gefahr des Stromschlags auch bei ausgeschaltetem Gerät
  • Bei Blitzröhrenwechsel Sicherheitshinweise der Bedienungsanleitung beachten.
  • Bei Nichtbenutzung Netzstecker ziehen


  Letzte Änderung: 10:05, 9. Jan 2009 von Hochzeitsfotoknipser . Basiert auf dem Text von Roman H und Franz-Josef Wirtz. - Aufrufe: 13387
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