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Filter
Fotografische FilterFilter werden in der Fotografie vor das Objektiv der Kamera geschraubt, um das Bild schon vor dem Auftreffen auf Objektiv und Film oder Bildsensor zu verändern. Dies wird durch die Beschaffenheit und Materialen des Filters bewerkstelligt. Filter dienen in der Fotografie zum einen als Korrektur- als auch als sog. Effektfilter. Verändert werden können Sättigung, Kontrast, UV-Licht oder es können auch Elemente bzw. Effekte wie Sterne hinzugefügt werden. Bei farbigen Filtern ist der Filterfaktor zu beachten. Dieser ist meist auf der Fassung des Filters angegeben.
In der Digitalfotografie werden viele Filter kaum mehr eingesetzt, da die Effekte nachträglich durch Bildbearbeitungsprogramme auf Fotografien angewendet werden können (insb. Effekt- und Farbfilter). PolarisationsfilterMit einem Polarisationsfilter (oft kurz Polfilter genannt) können Reflexe bzw. Spiegelungen unter bestimmten Bedingungen reduziert, ganz ausgelöscht und / oder die Eigenfarbe von Gegenständen verstärkt werden. Wie funktioniert das? Polarisiertes Licht entsteht, wenn „normales“ Licht auf nichtmetallischen Oberflächen (Glas, Wasser, Blüten und Blätter von Pflanzen, Kunststoffe, Lacke etc.) reflektiert wird. Die dabei entstehenden Reflexe bzw. Spiegelbilder kann man mit einem Polfilter heraus filtern. Da die reflektierenden Flächen unterschiedlich ausgerichtet sein können, muss dafür das Polfilter drehbar sein. Möchte man also die Reflexe einer Wasseroberfläche oder einer Schaufensterscheibe heraus filtern, dreht man das Filter so lange, bis der gewünschte Effekt im Sucher zu sehen ist. Beim Filtern von Reflexen von Wasseroberflächen und Glasscheiben ist zu berücksichtigen, dass die Polarisation abhängig vom Einfallswinkel des Lichts ist; bei Wasser ist der optimale Winkel 37° und bei Glas 32°, d.h. unter diesen Winkeln auf diese Flächen auftreffendes Licht kann mittels Polfilter vollständig heraus gefiltert werden. Bei größeren oder kleineren Winkeln ist dies nur noch teilweise der Fall. Da dabei Licht zurück gehalten wird, verlängert sich die Belichtungszeit um 1 – 2 Stufen. Kameras mit TTL- Belichtungsmesser (TTL – Through The Lens, also durch das Aufnahmeobjektiv gemessen) berücksichtigen diesen Lichtverlust automatisch. Bei Kameras, die keine TTL-Belichtungsmessung haben, muss dieser Verlängerungsfaktor manuell berücksichtigt werden. Sehr häufig wird das Polfilter in der Landschaftsfotografie eingesetzt, um das von den winzigen Wassertröpfchen in der Luft polarisierte Licht heraus zu filtern, wodurch das Himmelsblau besser zur Geltung kommt. Da der Winkel zum reflektierten Licht dabei eine entscheidende Rolle spielt, ist diese Wirkung nur dann optimal, wenn man die Sonne in 90° links oder rechts von der Aufnahmerichtung hat. Je kleiner dieser Winkel wird, desto kleiner ist die Filterwirkung. Frontal gegen die Sonne oder mit der Sonne im Rücken ist keine Wirkung zu erzielen. Aber auch sonst kann dieses Filter verwendet werden, um sattere Farben zu erzielen, z.B. bei der Aufnahme von Pflanzen, selbst bei bedecktem Himmel. Was gibt es weiter zu beachten? Die Wirkung des Polfilters kann – im Gegensatz zu vielen anderen Filtern - nachträglich am PC nicht simuliert werden. Kameras mit TTL-Messung und AF benötigen ein sogenanntes cirkulares Polfilter; die anderen können die linearen Polfilter benutzen. Es gibt diese Polfilter in unterschiedlichen Qualitäten. Hochwertige (und deswegen teure) Polfilter sind insbesondere aufwändig mehrschichtvergütet, so dass es zu keinen oder nur geringen unerwünschten Reflexen kommt. Bei großen Objektivdurchmessern bzw. Weitwinkelobjektiven werden zur Vermeidung von Vignettierungen (Abschattungen in den Bildecken) so genannte Slim-Filter angeboten, die besonders flach konstruiert sind. NeutraldichtefilterNeutraldichtefilter, auch Graufilter genannt, sind in verschiedenen Stärken erhältlich und dienen der Lichtreduktion. Meist werden sie zum erzielen langer Verschlusszeiten oder großer Blendenöffnungen am Tage eingesetzt.
1.) 2x / 4x / 8x usw. 2x = 2-fach = 1 "Blendenstufe" Lichtverlust 4x = 4-fach = 2 "Blendenstufen" Lichtverlust 8x = 8-fach = 3 "Blendenstufen" Lichtverlust
2.0 = 100-fach 3.0 = 1000-fach 4.0 = 10000-fach usw. GrauverlauffilterGrauverlauffilter sind zur Hälfte eingefärbte Neutraldichtefilter mit einem weichen Übergang zwischen grau und klar. Sandra Bartocha hat einen sehr anschauliches Beispiel für den Einsatz von Grauverlauffiltern gepostet: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/741/display/2563443/addfav/2563443 UV- und SkylightfilterHäufige Filter sowohl in der Farb- als auch der Schwarzweißfotografie sind die UV- oder Skylightfilter. Diese Filter können z.B. am Meer oder in den Bergen (bei hohem UV-Anteil des Sonnenlichts) einen Blaustich und damit eine Unschärfe reduzieren. Da die UV-Filter farbneutral sind und auch kein sichtbares Licht absorbieren, werden sie oft als Schutzfilter verwendet. Da es sich hierbei aber um zwei zusätzliche Luft-Glas-Flächen handelt, kann es durch diese Filter zu mehr oder weniger starken Qualitätseinbußen kommen. Daher wird oft empfohlen, ganz auf diese Filter zu verzichten, bzw. diese nur bei besonders staubiger oder salziger Umgebung als Schutz aufzuschrauben. Zu diesem Bild hat eine Foren-Diskussion (http://www.fotocommunity.de/forum/read.php?f=59&i=140305&t=140305) ergeben, daß es sich bei den störenden Lichtern um Reflexionen der Lichter im Bild handelt, die vermutlich auf die Verwendung eines UV-Filters zurückzuführen sind. Charakteristisch ist für diese Spiegelungen, daß die eigentliche Lichtquelle der der Spiegelung kreissymmetrisch gegenüber liegt. Die Spiegelachsen treffen sich dabei in der Bildmitte. Vielen Dank an Clara Haase für das Bild. KorrekturfilterKorrekturfilter dienen zur Korrektur der Farbtemperatur des Aufnahmelichtes. Für die Farbfotografie stehen eine ganze Reihe von farbigen Filtern zur Verfügung. Hervorzuheben sind rotbräunliche und die diversen Blaufilter zum Verwenden eines Kunstlichtfilms bei Tageslicht bzw. eines Tageslichtfilms bei Kunstlicht. In der Fotografie mit Digitalkameras spielen diese Filter praktisch keine Rolle mehr, da in den Kameras meistens ein automatischer Weißabgleich eingestellt ist oder die aufgenommenen Bilddaten nachträglich am PC korrigiert werden können. FarbfilterFarbfilter werden vorzugsweise in der Schwarzweißfotografie auf Filmen eingesetzt. Mit Gelb-, Orange- oder Rotfiltern kann man die jeweiligen Komplemtärfarben redzuieren, um so die Kontraste zwischen den entsprechend farbigen Motivdetails im Schwarzweißbild hervorzuheben oder zu reduzieren. In der Fotografie mit Digitalkameras spielen diese Filter praktisch keine Rolle mehr, weil diese Effekte in der Kamera selbst oder später am PC erzeugt werden können, um entsprechende Schwarzweißfotos zu erhalten. Insbesondere das RAW-Format eignet sich für eine spätere Filterung am PC optimal. Beispielbilder für Rot- und Grünfilterung am PC: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/8344/display/15025494 Beispiel RotfilterRotfilter werden in der Schwarzweißfotografie oft dazu verwendet, besonders kräftige Kontraste zu erzeugen. Violett, Blau und Grün werden in einem rot-gefilterten Bild sehr dunkel dargestellt, orange und rot hingegen werden stark aufgehellt - insbesondere bei Aufnahmen mit Personen und blauem Himmel lassen sich mit dieser Art Farbfilter eindrucksvolle Stimmungen erzeugen, da der Himmel vom Rotfilter fast vollständig "geschluckt" wird, während Hauttöne leuchtend hell gezeichnet werden. Durch gezielte Unterbelichtung lassen sich diese Effekte noch verstärken. EffektfilterEs gibt unzählige Effektfilter, zu den am häufigsten verwendeten zählen Weichzeichner und Filter, mit denen Strahlenkränze um Lichtquellen herum erzeugt werden können. Daneben gibt es noch diverse Farbfilter, Farbverlaufsfilter und sonstige Trickfilter.
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