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Etablierung

Ein Rückblick auf die Geschichte der Fotografie zeigt, dass schon früh darüber diskutiert wurde was Fotografie bewirken soll. Welchen Sinn sie hat und welche Zwecke sie erfüllen kann. Das Interessant dieser Diskussion ist, dass viele Argumente aus der Malerei übernommen wurde. Die Malerei hatte zu der Zeit als die Fotografie die ersten Schritte machte, einen Punkt erreicht wo es möglich war die Natur exakt wieder zugeben. Bedeutenden Malern war das zu einfach, sie flüchten in den Expressionismus. Und schon sehr bald wurden in der Fotografie ähnliche Strömungen wach.

Es ging von Beginn an um die Frage, als was soll Fotografie gesehen werden:

Als Spiegel der Wirklichkeit.
Als Transformation der Wirklichkeit.
Als Spur der Wirklichkeit.

Und wie wir heute sehen, sind alle Antworten möglich.

Die Fotografie orientierte sich erst dran ‚Netzhautbilder’ exakt wieder zu geben. Totale Schärfe war das Ziel. Allerdings wurde sehr bald erkannt das technische Perfektion alleine nicht glücklich macht. Das hörte sich dann etwa so an: ‚Die Erfahrung hat gezeigt , dass die schärfste , fleckenloseste und überhaupt technisch vollendest Fotografie eines Porträts oder einer Landschaft einerseits gänzlich unwahr erscheint, andererseits vollkommen missfallen kann, wenn nicht in derselben die Gesetze des Schönen beachtet sind, welche den Grund des Gefallens an Werken der bildenden Künste, der Plastik und der Malerei, bilden. Hermann Wilhelm Vogt: Die künstlerischen Grundsätze der Lichtbildmalerei. Beriln 1891.

Die ersten ambitionierten Landschaftsfotografen liessen sich von Malern begleiten. Diese bestimmten bei welchem Licht, was für ein Ausschnitt und welche Bildpunkte festzuhalten seinen. Es ging so weit dass Statisten ins Bild gesetzt wurden. Auf Landschaftsbilder von Gustav Jaegermayer sitzen diese an den bizarrsten Orten in der Landschaft. Die Aufnahmen entstanden um 1860.

Schnell erkannte man das Fotografie mehr ist als ‚Netzhautsehen’.

Die ersten zusammengesetzten Panoramen wurden erstellt. Zum Beispiel von Leopold Weiss, ein Panorama aus 12 Bilder, von einem 130 Meter hohen Baugerüst des Wiener Stephansdoms - 1860.

Weitwinkelaufnahmen mit einer auf Kleinbildformat umgerechneten Brennweite von 30mm. Ludwig Angerer experimentierte damit ab 1860.

Langzeitbelichtungen die eine einzige Person mehrmals auf dem gleichen Bild zeigen entstanden. Bekannt sind Fotos dieser Arten von J.Verotier um 1870.

Die Zeit der Amateurfotografie setzt um 1870 mit der Entwicklung von tragbaren Handkameras und der damit einhergehenden Vereinfachung des fotografischen Verfahrens ein.

Die Menschen beginnen, mit der Kamera ihr Privatleben und ihr Umfeld zu dokumentieren.

Literatur

  • Monika Faber, Klaus Albrecht Schröder: Das Auge und der Apparat - Eine Geschichte der Fotografie aus den Sammlungen der Albertina. Éditons du Seuil, Paris 2003


  Letzte Änderung: 19:53, 19. Jun 2005 von Stephan Zitzmann . Basiert auf dem Text von El Fi und Kurt Salzmann. - Aufrufe: 7864
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