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Digitale Infrarot Fotografie

Inhaltsverzeichnis

Kamera

Nicht jede Digitalkamera eignet sich gut zur Infrarot Fotografie. Prinzipiell sind alle Sensorchips zwar empfindlich für infrarote Wellenlängen, aber die Hersteller setzen Filter vor den Chip die die Infrarotempflindlichkeit reduzieren, da durch die Überlagerung von Infrarot und sichtbarem Licht ein Verlust an Schärfe im Bereich des sichtbaren Lichtes möglich ist. Man kann leicht feststellen ob die eigene Kamera geeignet ist für IR-Fotografie indem man ein Foto von der IR-Diode einer Fernbedienung macht, während man einen Knopf der Ferbedienung betätigt (längere Belichtungszeit wählen). Das Foto sollte dann die leuchtende IR-Diode zeigen. Wenn es dunkel bleibt, ist die Kamera für die Infrarot-Fotografie eher ungeeignet. Bild:DF_irtest.jpg
Abb. 1: Infrarot-Test

Man kann DSLRs auch zu reinen IR Kameras umbauen lassen oder zu Kameras die für die IR Fotografie besser geeignet sind. Die Vor- und Nachteile etc. sind im Kapitel IR Umbau beschrieben.


Weißabgleich

Der Weißabgleich dient dazu, die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichtes am Aufnahmeort einzustellen. Nun wird die Farbtemperatur in unserem Fall aber vor Allem durch den Infrarotfilter bestimmt. Folglich muß der Weißabgleich mit aufgesetztem Filter durchgeführt werden. Einige Kameramodelle liefern schon bei automatischem Weißabgleich brauchbare Ergebnisse. Bessere Ergebnisse lassen sich aber in jedem Fall mit einem manuellen Weißabgleich erreichen. Hierzu gibt es verschiedene Methoden welche man ausprobieren sollte, da sie je nach Filter, Motiv und Kamera zu unterschiedlich guten Ergebnissen führen. Wie prinzipiell ein manueller Weißabgleich funktioniert ist je nach Kamera unterschiedlich und kann im Handbuch der Kamera nachgelesen werden. Im Prinzip fotografiert man ein Motiv (z.B. Graukarte) bei einem bestimmten Licht und stellt so die Farbtemperatur fest. Dieser Meßwert wird in der Kamera gespeichert. Statt einer Graukarte verwendet man für die Infrarot-Weißabgleich eine der folgenden Methoden:
Roter Monitor ohne aufgesetzten Filter
Grünes, sonnenbeschienenes Grass mit aufgesetztem Filter
Blauer Himmel mit aufgesetztem Filter
Erfahrungsgemäß erreicht man bei der Nikon D70 die besten Resultate mit dem Weißabgleich auf eine grüne, helle Grassfläche. Beim Weißabgleich mit aufgesetztem Filter unbedingt mindestens eine Sekunde belichten.
Bild:DF_IR_wb_vergleich.jpg
Abb. 4: Vergleich

Bei dem gezeigten Beispiel (Abb.4) wurde einmal der automatische Weißabgleich verwendet (rotes Bild) und einmal ein Weißabgleich auf helles grünes Grass (unten). Bei dem roten Bild fehlen alle Zwischenfarbtöne, man kann daraus in der Nachbearbeitung kein Farb-IR-Bild mehr machen sondern nur ein S/W-Infrarot-Bild (siehe Abschnitt "Bearbeitung").

Einstellungen

Natürlich spielen die Kameraeinstellungen eine große Rolle. Da der Weißabgleich besonders wichtig ist, wurde er im vorherigen Abschnitt gesondert behandelt. Nun zu den restlichen Einstellungen.

Durch den dunklen IR Filter, sind die Belichtungszeiten in der Regel recht lang. Abhängig vom Motiv empfehlen sich hier unterschiedliche Einstellungen.

Empfindlichkeit (ISO)

Je nach IR-Empfindlichkeit der Kamera und gewünschter / notwendiger Belichtungszeit ist die ISO Einstellung zu wählen. Hier ist ein Kompromiss zwischen Rauschen durch hohe ISO-Werte und Rauschen durch lange Belichtungszeiten notwendig. Dieser kann je nach Kamera unterschiedlich ausfallen. Für die Nikon D70 empfiehlt sich für Landschaftsaufnahmen die Wahl der geringsten Empfindlichkeit (ISO 200). Bei außergewöhnlichen Motiven wie einer Gruppe Menschen in einer Kneipe darf es aber auch mal ISO 1600 sein.

Kameramodus (Programm)

Da die Belichtungsmessung der Kamera durch den verwendeten Filter nicht optimal funktioniert, sollte man die Kamera in den manuellen Modus ("M") stellen. Nun kann man durch Versuch und Fehler ausprobieren, welches die geeignete Kombination von Blende und Verschlusszeit ist. Diese ist je nach verwendetem Filter, Kameramodell, Empfindlichkeit und Lichtsituation unterschiedlich.

Als grober Richtwert für die Nikon D70 kann bei strahlendem Sonneschein und blauem Himmel die folgenden Einstellungen dienen:

ISO 200 # Blende 8 # Belichtungszeit 1-2 Sekunden

Bearbeitung

Die weitere Bearbeitung ist in den beiden folgenden Artikeln beschrieben:

interne Links

Weblink


  Letzte Änderung: 08:31, 4. Aug 2008 von Hermann Klecker . Basiert auf dem Text von Christian Behrens und Stefan Heinzke und anderen. - Aufrufe: 100772
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