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Astrofotografie

Verwandtes Thema: Nachtaufnahmen

Inhaltsverzeichnis

Landschafts-Aufnahmen mit Sternenhimmel

Es gibt zwei gestalterische Mglichkeiten:

  • punktfrmige Sterne
  • Stern-Striche

Fr punktfrmige Sterne mssen relativ kurze Zeiten im Bereich weniger Sekunden gewhlt werden, da sie ansonsten durch die Erddrehung als Striche im Bild erscheinen. Je nach aufgenommener Himmelsrichtung und verwendeter Brennweite bewegen sich die Sterne unterschiedlich schnell durchs Bild. Um den Polarstern und nach Sden sind die Bewegungen am "langsamsten". Groe Brennweiten verstrken den Strich-Effekt. Idealerweise verwendet man fr punktfrmige Sternaufnahmen lichtstarke Weitwinkel-Objektive. Bei 28mm kann man in Richtung West/Ost ca. 30 Sekunden lange belichten, in Nord/Sd-Richtung etwas mehr.

"Echte" Astrophotos werden mit Nachfhrung gemacht, da wird die Kamera mit den Sternen mitgedreht. Die Sterne bleiben dann punktfrmig, dafr leidet die Landschaft unter Bewegungsunschrfe.

Stern-Striche
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Stern-Striche

Fr Stern-Striche (Strichspur-Aufnahmen) als durchaus sehenswertes Gestaltungsmittel sollte man den Stricheffekt durch lngere Zeiten, bzw. lngere Brennweiten verstrken. blich sind Zeiten jenseits von 10 Minuten. Nach Norden photographiert bekommt man schne Kreise um den Polarstern, nach Westen/Osten ergeben sich parallele gerade Sternbahnen, nach Sden leicht gebogene (groe Kreise um den unter dem Horizont liegenden Himmels-Sd-Pol). Wenn es um die Einbeziehung der Landschaft geht, sind auch hier wieder Weitwinkelobjektive am geeignetsten.

Allgemein: Beide Arten von Photos erfordern ein Abstimmen der richtigen Belichtung fr die Sterne und fr den Vordergrund aufeinander. Da muss man Erfahrung sammeln.

Mit der Blende kann man die Anzahl der sichtbaren Sterne und die Strichstrke der Sternstriche steuern. So gesehen bringt Abblenden fr lange Zeiten/lange Striche nichts, ab etwa Blende 8 sind keine Sterne mehr auf dem Photo zu sehen. Die Helligkeit des Vordergrunds kann man ber die Zeit steuern, bei gewnschten punktfrmigen Sternen aber nur bis zu der oben erwhnten Grenze. Ansonsten muss man den Zeitpunkt passend whlen, z.B. Restlicht von der Dmmerung oder Mondlicht.

Echte Astrophotographie

Nachgefhrte Sternen-Aufnahmen

Wenn man auf dem Photo mehr Sterne haben will, als man ohne Hilfsmittel sieht, muss man lnger belichten, als die oben bei der Stern-Strich-Problematik angegebene Zeitgrenze. Damit man nun weiterhin Punkte bekommt muss man die Kamera mit der Himmelsbewegung mitdrehen. Bei Weitwinkel reicht es durchaus alle 20 Sekunden mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung die Kamera zu bewegen. Fr alle langbrennweitigen Aufnahmen ist eine gleichmssige automatische Nachfhrung unerllich. Eine Mglichkeit ist z.B. die Kamera auf einem Teleskop zu montieren, das Teleskop auf einen Stern zu richten und diesem Stern zu folgen, oder das Telskop selbst als Teleobjektiv zu benutzen.

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Fr eine exakte, gleichfrmige Nachfhrung ist die Verwendung einer parallaktischen Montierung zu empfehlen. Diese besitzt zwei senkrecht aufeinander stehende Achsen.

Die Stundenachse ist direkt auf den Himmelspol ausgerichtet und dreht sich synchron zur Erddrehung. Der Antrieb erfolgt mittels Frequenz-gesteuertem Synchronmotor oder es wird ein Schrittmotor verwendet.

Die zur Stundenachse senkrecht stehende Deklinationsachse ermglicht die Verstellung der Hhe ber- oder unterhalb des Himmelsquators (eine gedankliche Projektion des Erdquators auf den Himmel). Zur genauen Nachfhrung wird in das Telskop ein Fadenkreuz-Okular eingesetzt. Whrend der Aufnahme kontrolliert der Photograph, da ein eingestellter Leitstern mglichst immer ganau auf dem Kreuzungspunkt der beiden Fden steht.

Da es nicht immer geeignete Leitsterne im unmittelbaren Bildfeld des zu photographierenden Objektes gibt, mu die Kamera ggf. gegen die Blickrichtung des Fernrohrs geringfgig verstellbar sein. Wird die Kamera auf der Gegengewichts-Seite angebracht, ist darauf zu achten, da hier auch die Bewegungen der Deklinationsachse bertragen werden.

Verwendung langer Brennweiten

Die oben aufgefhrten Arten der Photographie beziehen sich eher auf kurze Brennweiten. Fr beeindruckende Mond-, Planeten- und Galaxien-/Nebel-Aufnahmen bentigt man entsprechend lange Brennweiten. Neben Teleobjektiven bietet sich da natrlich auch die Nutzung von Teleskopen an. Die Teleskope sind ein Thema fr sich. Aber fr das Photographieren durch das Teleskop gibt es zwei grundstzliche Mglichkeiten:

Fokalprojektion

Hierzu wird das Okular des Teleskops entfernt und statt dessen die Kamera ohne Objektiv mit Hilfe eines Adapters befestigt. Der Film/Sensor wird in den Brennpunkt des Objektivs gebracht, daher der Name. Da man das Objektiv von der Kamera entfernen muss funktioniert diese Methode nur mit Kameras mit Wechselobjektiven. Ein Teleskop ohne Okular ist theoretisch ein Objektiv, nur ist es nicht zwingend fr eine photographische Anwendung optimiert. Funktioniert auch umgekehrt, man kann jedes Teleobjektiv durch Anbringen eines Okulars auch als Teleskop nutzen. Fr solche Zwecke wird z.B. die berhmte Russentonne gerne eingesetzt. Dies ist ein Spiegel-Tele-Objektiv, das sich bei Hobby-Astronomen auch als Teleskop groer Beliebtheit erfreut.

Okularprojektion

Man photographiert mit einer beliebigen Kamera durch das Okular des Teleskops. Das funktioniert auch freihndig erstaunlich gut, man kann natrlich auch die Kamera auf einem zweiten Stativ montieren, oder mit Adaptern am Okular befestigen. Hierfr sind gerade Digital-Kompaktkameras wegen ihrer kleinen Linsen und kurzen Brennweiten geeignet. Da ein Teleskop das Bild ins "Unendliche" projeziert, muss auch die Kamera auf "unendlich" scharfstellen.

Off-Axis Guiding

Da Teleskope in der Regel betrchtliche Brennweiten besitzen muss bei lichtschwachen Objekten (z.B. leuchtenden Gasnebeln), die lngere Belichtungszeiten erfordern besonders sorgfltig nachgefhrt werden. Dazu kann die Kamera mit Telelobjektiv wie bereits beschrieben parallel zum Teleskop oder ein separates Fernrohr als Leitrohr auf derselben Montierung angebracht werden, das dann zur Nachfhrung verwendet wird. Wird direkt durch das Fernrohr photographiert (Fokal- oder Okularprojektion) kann ein Off-Axis-Guider verwendet werden. Das ist ein Adapter der zwischen der Kamera und dem Teleskop angebracht wird. Ein seitliches kleines, meist verschiebbares Prisma spiegelt einen Teil des Lichtes in ein Okular - an diesem erfolgt dann die Nachfhrung. Die Schwierigkeit besteht darin in dem kleinen Gesichtsfeld eines Off-Axis-Guiders berhaupt einen einigermassen hellen Leitstern zu finden. Bei grossen Film- oder Sensorformaten kann das Prisma im Strahlengang auch zu Abschattungen an den Bildrndern fhren.


-- Florian Schott 09:42, 14. Apr 2006 (CEST)

-- Dr. Andreas Burose 14:00, 17. Mrz 2007 (MEZ)


  Letzte nderung: 14:18, 28. Feb 2008 von . Basiert auf dem Text von Florian Schott und Dr. Andreas Burose und anderen. - Aufrufe: 41633
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