Makros, ich mach mal eben...

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Borriquito   Beitrag 1 von 23
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Hallo zusammen, ich fotografiere schon länger und habe mir jetzt für Portraits das 100 f2,8L für meine 5D II gekauft. Meine Haupt-Opfer sind Menschen im Studio, Hochzeiten ect.

Nun dachte ich am Wochenende "Cool, hast ja ein Makro dann mach doch mal eben ein paar Insekten oder Pflanzen".
So naiv wie ich da rangegangen bin so ernüchternt waren auch die Ergebnisse. Trotz IS kaum eine Spinne scharf, von den Bienen ganz zu schweigen. Worüber man (ich) sich vorher keine Gedanken macht. Selbst wenn die Spinne ruhig im Netz hängt, bewegt sich das Netz durch den leisesten Luftzug oder die Blume auf der die Biene speist wackelt usw.
Bei Blümchen und Spinnen kann ich ja noch mein Stativ aufbauen aber ich denke nicht das die Biene oder der Schmetterling auf mein Handzeichen hin wartet bis ich aufgebaut bin.

Wie macht man denn sowas? Oder gehe ich lieber wieder ins Studio? ;o)

Gruß
Tommy
Wolfgang E. Kern   Beitrag 2 von 23
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Frühmorgens wenn die Insekten noch träge sind.
Wolfgang Schadt   Beitrag 3 von 23
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:-)

Wenn bisher dein Schwerpunkt in der inzenierten Fotografie lag, dann kennst du die beiden Hauptfeinde der Naturnahfotografie wohl noch nicht. Es sind der Wind und das Licht und oft sind diese Feinde dem Fotografen überlegen. Aber sie lassen sich überlisten, bei ruhigen Motiven durch Hilfsmittel wie einem Stativ, einem Diffusor ode/und Reflektoren und vor allem durch Geduld und Erfahrung, denn es gibt meistens kurze ruhige Momente. Geduld und eine geeignete Tageszeit bzw. geeignete Temperturen ,bei denen die Insekten etwas träger sind, helfen wohl auch, aber da habe ich nicht genügend Erfahrung.
Der IS hilft dir lediglich deine eigenen Bewegungen etwas auszugleichen, und vom Autofokus würde ich mir nicht vorschreiben lassen wo die Schärfe sitzt.
Rheinhilde Schusterwörth   Beitrag 4 von 23
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Zitat: Borriquito 04.09.12, 09:31Hallo zusammen, ich fotografiere schon länger und habe mir jetzt für Portraits das 100 f2,8L für meine 5D II gekauft. Meine Haupt-Opfer sind Menschen im Studio, Hochzeiten ect. Nun dachte ich am Wochenende "Cool, hast ja ein Makro dann mach doch mal eben ein paar Insekten oder Pflanzen". So naiv wie ich da rangegangen bin so ernüchternt waren auch die Ergebnisse. Trotz IS kaum eine Spinne scharf, von den Bienen ganz zu schweigen. Worüber man (ich) sich vorher keine Gedanken macht. Selbst wenn die Spinne ruhig im Netz hängt, bewegt sich das Netz durch den leisesten Luftzug oder die Blume auf der die Biene speist wackelt usw. Bei Blümchen und Spinnen kann ich ja noch mein Stativ aufbauen aber ich denke nicht das die Biene oder der Schmetterling auf mein Handzeichen hin wartet bis ich aufgebaut bin. Wie macht man denn sowas? Oder gehe ich lieber wieder ins Studio? ;o) Gruß Tommy


Hallo Tommy,
die Regeln sind doch immer gleich, egal ob im Studio oder der "Wildnis". Hier und dort brauchst Du das für Dein Motiv richtige Licht und eine entsprechende Zeit. Deine hier eingestellten Fotos weisen Dich nicht gerade als Anfänger aus und Du mußt einfach mehr Geduld aufbringen und üben - losziehen und sofort "tolle Makros" machen, dürfte bei keinem funktionieren. Ich würde Dir empfehlen, mit "Blümchen und Spinnen" etc. zu beginnen (Freihand und mit Stativ), um ein Gefühl für Deine tierischen Motive und diese Art der Fotografie zu bekommen. Nimm Dir die Schmetterlinge für nächstes Jahr vor - solltest Du dauerhaften Gefallen an der Makrofotografie finden, wäre dann die Anschaffung eines > 150 mm Makroobjektives zu überlegen.
Gruß
Rheinhilde
Fotofurz   Beitrag 5 von 23
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Hallo Tommy,
Der schlimmste Feind ist meiner Erfahrung nach der Wind, der treibt mich manchmal zum laut schreien.
Der IS nützt bei Wind leider gar nichts, kurze Belichtungszeit und ruhige Momente helfen da mehr.
Ein Stativ ist sehr hilfreich, aber wie Du schon festgestellt hast, warten die Motive nicht bis Du fertig bist, da kann ein Einbein durchaus schneller sein, damit komme ich draußen am besten zurecht.
LG Ivonne
Borriquito   Beitrag 6 von 23
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Danke für Eure Tipps. Stimmt...ein Einbein habe ich ja auch noch vom Motorsport.
Bei Gelegenheit versuche ich mich noch mal ;o)
chfleischli Beitrag 7 von 23
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wie Wolfgang E. Kern,

früh morgens raus (vor Sonnenaufgang)! top Licht , weniger Wind, klame Insekten. Da kannst du Makros mit 35mm WW machen, wo der Fühler an der Linse kratzt :-).

Stativ benutze ich immer.. ggf mit Pfanzenklammer den Ansitz gegen den Wind fixieren.
Sabine R. Görlich   Beitrag 8 von 23
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makros mache ich schon viele jahre, ich selbst hab das sigma 150mm ohne stabi, kenne aber auch das canon 100 und weiss das es bei makros besser ist den stabi nicht zu verwenden,ansonsten haben meine vorschreiber recht, man kann viel mit früh fotografieren gehen und stativ und anderen dingen bewirken, ich selbst bin ein stativmuffel und meine bilder sind alle frei hand gemacht, ab und an mal aufgelegt, zu den verschiedensten zeiten.ich verwende so gut wie nie den autofokus und wähle immer die einstellung manuell, ich kann dir nur sagen, es ist einfach übung,wenn man es oft probiert, bekommt man den dreh raus, der wind und licht sind immer ein problem, die auslese der guten bilder ist bei makros gering, jedenfalls bei mir.
N. Nescio   Beitrag 9 von 23
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also ich mache meine makros zu jeder tageszeit freihand.
kommt halt drauf an, wie man es macht und womit.

erstens: übung
zweitens: immer beachten, daß die distanz motiv-hintergrund eine größere ist, also 10cm sind diesbezüglich schon was. deshalb ist es einfacher, insekten in wiesen auf hohen halmen zu fotografieren, weil man da nicht von oben nach unten foten muß, sondern man kann horizontal ohne störende hintergründe ...
drittens: nicht allzu hartes licht ist oft nett.
viertens: mittlere blende (5.6 -16) wählen und die verschlußzeit im rahmen des haltbaren halten ... windabhängig und zitterbestimmt.
fünftens: ich nutze imemr den stabi (alles objektive durch inbodystabi stabilisiert)
sechstens: ich fote immer mit c-af, sodaß der af die bewegungen des halmes im nicht allzustarken wind und mein oberkörperschwanken ausgleichen kann.
siebtens: ich habe das af-feld imemr auf "small" gestellt, sodaß, wenn ich das insektenauge anvisiere, dieses auch angemesen wird und nicht der fühler oder abdomen.
achtens: meist stelle ich die cam auf serienbildauslösung und mache einen burst von 3 shots.
neuntens: wenns flüchtige viecher sein sollen, dann entweder die anschleichtechnik optimieren, oder um 4 uhr früh, wenn die viecher noch kältestarr sind, oder längere brennweite verwenden.
zehntens: viele motive entdeckt man schwer, wenn man sie nicht vorher fliegen und dann landen sah. also schauen, wo was fliegt und wo es sich hinsetzt. oder aber oft die selbe wiese beobachten und mit der zeit kriegst du raus, wo die dinger ihre nacht verbringen, wenn du sie frühmorgenskältestarr antreffen willst.
elftens: mit stativ und mittlerer bis kurzer brennweite ists einfacher am frühmorgen.
zwölftens: zeige nie die vermasselten bilder und schwärme stattdessen über die perfekte trefferquote, die dir zu ruhm verhilft.
dreizehntens: irgendwann wirst du mitkriegen, was das für tiere und pflanzen sind, die du da jagst und siehst. und je mehr du über sie weißt, umso besser wird deine trefferquote werden.
vierzehntens: das ginge auch mit stativ perfekt

oF oF N. Nescio 31.08.12 6

fünfzehntens: das da schon nicht mehr so gut, wenn man weiß, wie die situation war:

Osterluzeifalter nach der Eiablage Osterluzeifalter nach … N. Nescio 01.09.12 9

sechzehntens: wenn du das mit dem stativ und dem berühmten 60er oder 90er oder 100er macro schaffst, schreibe ich nie mehr was über makros:

*/~ */~ N. Nescio 02.09.12 44


viel spaß!
ist faszinierend!
lg gusti
Herbert Schacke   Beitrag 10 von 23
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Gerade bei Makros schwört fast jeder auf seinen eigenen Lösungen die viel mit Erfahruntgen zu tun haben.
Insektenmakros mit einem Dreibein sind für mich beis auf wenige Ausnahmen fast unmöglich.
Einige Insekten wie z.b. Libellen muß man ohnehin auflauern und hier ist ein Stativ fast Pflicht. Leider haben andere Insekten keine Standorttreue und kommen sleten an einen Ort zurück wenn man wartet.
Ich arbeite ohne den AF und führe die Kamera zum Insekt bis es im idealen Schärfebereich sitzt um auszulösen.
Bei Falter verwende ich fast immer ein Einbein da dieses im z.b. im Mannshohen Gestrüpp leichter zu bewegen ist.
Aufnahmen im Morgenrauen haben ihren Vorteil wegen der Kältestarre der Insekten und die feinen Tautröpfchen können
sich gut machen. Leider haben gerade Falter in der Kältestarre ihre Flügel geschlossen und zeigen damit ihre Farben nicht.
Außerdem ist das Zeitfenster zwischen Sonnenaufgang und dem Ende der Kältestarre sehr kurz. Du kannst also nur Ziele ansteuern die du genau kennst um die kurze Zeit zu nutzen.
Ich würde dir raten erste Erfahrungen mit Käfer, Wanzen und ähnliche Insekten zu sammeln die sind häufig sehr fotogen
und vor allem nicht ganz so hektisch wie z.b. ein Bläuling...
Borriquito   Beitrag 11 von 23
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Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten, ich denke der kommende Sonntag ist meiner ;o)
Was mir auffällt... hier im Naturforum bekommt man hilfreiche Antworten ohne die in der FC sonst üblichen dämlichen Kommentare ;o)

Nochmals danke !
Wolfgang E. Kern   Beitrag 12 von 23
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Zitat: Borriquito 05.09.12, 06:45Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten, ich denke der kommende Sonntag ist meiner ;o) Was mir auffällt... hier im Naturforum bekommt man hilfreiche Antworten ohne die in der FC sonst üblichen dämlichen Kommentare ;o) Nochmals danke !

Ja geh mal früh raus. Das lohnt sich.

Naja vielleicht sind die Naturfotigrafen wirklich die
besseren Menschen ;-)
Jürgen W2 Beitrag 13 von 23
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Ich fotografiere nur in tropischer Umgebung, da ist es auch morgens schon warm.
Ab mittags wird es sehr windig, das ist mein Hauptfeind.

Ich mache alles ohne Stativ, aber gelegentlich mit Auflegen und oft mit Anlehnen. Manche Tiere sind scheu. Andere flirten mit mir, bzw. mit ihrem Spiegelbild.

Am Ende entscheidend sind Geduld und Erfahrung.
Borriquito   Beitrag 14 von 23
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Sooo, die Sonne ging zwar schon unter aber ich war mal auf der Pirsch ;o)


Meine erste Fliege :o) Meine erste Fliege :… Borriquito 06.09.12 7
Heio-Günter Rehbein   Beitrag 15 von 23
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...und immer auf den eigenen Schatten achten ! Sonst sind die Viecher (manchmal) schneller weg, als Du gucken kannst.
Ansonsten hat da wohl jeder seine eigene Methode entwickelt. Üben-üben-üben !
Gruß Günter
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