Makro- und Vergrösserungsobjektive

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Beatrice L. Beatrice L. Beitrag 1 von 20
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Hallo zusammen

Ich bin von den Makroaufnahmen hier im Forum fasziniert und bin am Überlegen, ob ich mir ein Objektiv leisten soll. Ich fotografiere mit der Nikon D70.

Was ist aber nun der Unterschied zwischen einem Makroobjektiv und einem Vergrösserungsobjektiv? Wenn ich die Insekten- oder Blütenbilder anschaue, sind die mit einem Vergrösserungsobjektiv gemacht? Bei den Makros steht ja immer 1:1.

Worauf muss ich beim Kauf achten (ausser Lichtstärke)? Welche Macro- oder Vergrösserungsobjektive benutzt ihr, was fotografiert ihr am liebsten damit und wo liegen die Vor- und Nachteile?

Vielen Dank für die 'Hilfestunde'.

lg, Beatrice
Stephan M. aus W. Stephan M. aus W.   Beitrag 2 von 20
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Die weitaus meisten der Insekten- und Blütenbilder sind mit einem Makroobjektiv entstanden. Diese sind neben ihrer besonderen Makrotauglichkeit auch üblicherweise gut für Portraits, ja selbst für Landschaften u.dgl. geeignet; quasi 'Allrounder' mit besonderer Nahaufnahmefähigkeit.
Für Deine D70 gibt es mehrere sehr gute von Nikon, Tamron und auch Sigma, z.B. das 90er von Tamron, das ich verwende, hat ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis.
Vergrößerungsobjektive ... ich nehme mal an Du meinst Lupenobjektive damit, ist eher was für spezielle Aufnahmen im extremen Nahbereich.

LG
Stephan
El Ge El Ge   Beitrag 3 von 20
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Ich selbst verwende an der D70 1x Micro Nikkor 2,8/55 mm und ein Sigma EX APO Macro 3,5/180 mm, USM IF. Mit beiden kann man bis max. 1:1 einstellen. Ich denke wenn man mehr als 1:1 braucht sollte man sich über Zwischenringe, Retroringe, Vorsatzlinsen etc Gedanken machen.
lg Leo
thumb „Das könnte
  Dir gefallen!“
Robert Koch Robert Koch   Beitrag 4 von 20
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http://home.tiscalinet.ch/fotografie/makro/equip.htm

Siehe auch mehrere aktuelle Links im Forum:
Digitale SLR-Kameras

Gruß,
Rob
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 5 von 20
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############ Johannes ihm seine kleine Makro-Schule ###############

Zitat:Was ist aber nun der Unterschied zwischen einem Makroobjektiv
und einem Vergrösserungsobjektiv?


Wenn Du mit der Kamera "näher ran" gehst und entsprechend scharfstellst, wirst Du merken, dass das Objektiv länger wird. Irgendwann ist die sog. Naheinstellgrenze bekanntlich erreicht. Für "noch näher" müsste das Objektiv - besser gesagt: der Auszug des Objektivs - länger werden. Dies ist das sichtbare Merkmal von Makroobjektiven, dass der Auszug hier besonders lang werden kann. Damit die Resultate auch im Nahbereich gut werden, ist zusätzlich die Optik speziell korrigiert, was Aufnahmen im Fernbereich (Portrait, Landschaft...) aber auch nicht schlechter macht als mit einem "normalsterblichen" Objektiv.

Das Vergrößerungsobjektiv gehört zu einer aussterbenden Gattung. Es wird im analogen Fotolabor verwendet, um das Bild eines Negativs auf Fotopapier zu projezieren. Es gibt allerdings die Möglichkeit - die nur bei guten Vergrößerungsobjektiven sinnvoll ist - eine solche Optik mittels eines Balgengerätes mit der Kamera zu kombinieren. Mit einigen Tricks kann man dadurch noch über Abbildungsmaßstab 1:1 erreichen.

Zitat:Wenn ich die Insekten- oder
Blütenbilder anschaue, sind die mit einem
Vergrösserungsobjektiv gemacht? Bei den Makros steht ja immer
1:1.


Also erstmal: Bei den manuellen Makros aus den 70er/80er Jahren stand in der Regel 1:2 - mehr war mit der Schneckengang-Mechanik nicht zu erreichen. 1:1 wurde durch einen Zwischenring oder einen optischen Adapter erreicht.
Was verwendet wird - Makroobjektiv oder Balgengerät mit Objektivkopf - hängt u.a. stark von den Vorlieben des Fotografen ab, nicht notwendig vom Abbildungsmaßstab. Ich schätze, das Makroobjektiv hat sich wegen des größeren Komforts durchgesetzt.
Zitat:
Worauf muss ich beim Kauf achten (ausser Lichtstärke)? Welche
Macro- oder Vergrösserungsobjektive benutzt ihr, was
fotografiert ihr am liebsten damit und wo liegen die Vor- und
Nachteile?


Nicht auf die Lichtstärke achten! Im Makrobereich fotografiert man üblicherweise mit kleinen Blenden. Ich habe lange mit einem Plastik-Makro von Soligor fotografiert, bis ich es mal *richtig* eingesetzt habe - die Folge: es kam sofort Blütenstaub in die Optik. }:-( Seitdem nehme ich das alte manuelle 80-200er mit Zwischenring und Nahachromat und spare auf ds 55er Micro von Nikon - alles an einer alten Nikon F3. Für die D70 könntest Du theoretisch auch auf die manuellen Brennweiten zurückgreifen; allerdings musst du dann selbst die Belichtung von Hand messen.

Aufgrund meiner Erfahrung würde ich zu Original-Optiken raten. Edel-Lösung 60er Micro (ca. 400 Euro - superedel wäre das 105er, kostet aber gut das doppelte). Preiswerte Lösung: Nikon 50er 1.8 mit Nahachromat 4T und Automatik Zwischenring (muss nicht unbedingt Nikon sein). Das Objektiv kostet höchstens 150 Euro, das Achromat 50 Euro und der Zwischenring auch so um die 50-70 Euro. Das hat den Vorteil, dass Du alles nach und nach kaufen kannst, zusätzlich eine relativ lichtstarke Porträtbrennweite hast (wie gesagt für Makro nicht so wichtig) und die Qualität der Nahaufnahmen trotzdem sehr passabel ist. Es geht alles etwas langsamer als bei Makroobektiven, aber gute Nahaufnahmen werden ohnehin selten schnell gemacht. Apropos langsam: Nimm ein stabiles Stativ!!!
Zitat:
Vielen Dank für die 'Hilfestunde'.


Kostenloser zusätzlicher Hinweis ;-): Mitunter musst Du so stark abblenden, dass die Verschlusszeiten sehr lang werden können - so lang, dass das Bild schon durch den Spiegelschlag verwackelt wird. Leider hat die D70 keine Spiegelvorauslösung (Spiegel hoch - warten bis die Vibration abgeklungen ist - Verschluss auslösen). Du solltest mit Deiner neuen Optik - egal mit welcher - Tests machen, welches die längste Verschlußzeit ist, die noch scharfe Bilder generiert.

Gruß,

Johannes



Nachricht bearbeitet (10:15h)
El Ge El Ge   Beitrag 6 von 20
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Nicht wer am meisten schreibt hat auch am meisten recht. Johannes schreibt: Wenn Du mit der Kamera "näher ran" gehst und entsprechend scharfstellst, wirst Du merken, dass das Objektiv länger wird.
Das stimmt nicht unbedingt. Bei modernen Macroobjektiven mit Innenfocussierung ändert sich an der länge des Objektivs nichts.
Johannes schreibt: Nicht auf die Lichtstärke achten! Im Makrobereich fotografiert man üblicherweise mit kleinen Blenden.
Das ist richtig. Es gibt aber auch Aufnahmen da möchte man mit offener Blende arbeiten um die Tiefenschärfe so gering wie möglich zu halten. Man kann also lichtstarke Macro Objektive sehr wohl gut gebrauchen.
Johannes schreibt: Das Objektiv kostet höchstens 150 Euro, das Achromat 50 Euro und der Zwischenring auch so um die 50-70 Euro.
Ab und an kann man bei ebay für 250 € ein AF Micro Nikkor 2,8/60 mm. Das kannst du auch als Portrait Objektiv nutzen.
lg Leo
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 7 von 20
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El Ge schrieb:

Zitat:Nicht wer am meisten schreibt hat auch am meisten recht.


Den Anspruch habe ich nicht.

Zitat:Johannes schreibt: Wenn Du mit der Kamera "näher ran" gehst und
entsprechend scharfstellst, wirst Du merken, dass das Objektiv
länger wird.
Das stimmt nicht unbedingt. Bei modernen Macroobjektiven mit
Innenfocussierung ändert sich an der länge des Objektivs
nichts.


Ich meinte mit "Objektiv" ein Kitzoom, was Beatrice höchstwahrscheinlich verwendet - natürlich höchst spekulativ... Selbstverständlich gibt es Innenfokussierung - bei Zoom, Tele, Makro. Ich bin nicht scharf auf eine Diskussion, ob die Vorteile von Innenfokussierung von Makroobjektiven den Mehrpreis wert sind. Daher korrigiere ich mich: "Mit Makroobjektiven kommst Du näher ran als mit gewöhnlichen Objektiven. Und glaube nicht dem Schriftzug "Macro" bei einem bezahlbaren Zoom - das ist nicht nah genug".

Zitat:Johannes schreibt: Nicht auf die Lichtstärke achten! Im
Makrobereich fotografiert man üblicherweise mit kleinen
Blenden.
Das ist richtig. Es gibt aber auch Aufnahmen da möchte man mit
offener Blende arbeiten um die Tiefenschärfe so gering wie
möglich zu halten. Man kann also lichtstarke Macro Objektive
sehr wohl gut gebrauchen.


Deswegen schrieb ich ja auch "üblicherweise" - Lesen hilft!
Darüberhinaus habe ich wirklich gute Makros mit selektiver Schärfe bislang sehr selten gesehen... "Selektiv" ist auch manchmal eine Ausrede für "nicht ausreichend auf umfassende Schärfe geachtet".

Zitat:Johannes schreibt: Das Objektiv kostet höchstens 150 Euro, das
Achromat 50 Euro und der Zwischenring auch so um die 50-70
Euro.
Ab und an kann man bei ebay für 250 € ein AF Micro Nikkor
2,8/60 mm. Das kannst du auch als Portrait Objektiv nutzen.


Ich sprach von Neuware. Das 50er habe ich auch schonmal für 50Euro gesehen, das Achromat für unter 25 Euro. Selbst mit neuem Zwischenring bleibt man 100 Euro drunter - und man kann mit Blende 1.8 noch selektiver scharfstellen ;-).

Gruß,

Johannes
El Ge El Ge   Beitrag 8 von 20
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Johannes Behrens schrieb:
Ich meine mit "Objektiv" ein Kitzoom .....
leider kann ich nur das lesen was du schreibst, nicht das was du meinst.
Deswegen schrieb ich ja "üblicherweise" - lesen hilft.
Johannes, ich habe gelesen. Du hast als erstes geschrieben:
Nicht auf die Lichtstärke achten.
Ich selbst habe: Sigma 1:5,6/180mm, Sigma 1:2,8/180mm und 1:3,5/180mm.
Nun rate mal bei welchem Objektiv der Sucher z.B. beim Scharfstellen heller ist. Denke auch das ist ein wichtiges Kriterium bei der Macrofotografie. Erwähnst du aber in deiner: kleine Macro - Schule nicht.
lg,
Leo
Beatrice L. Beatrice L. Beitrag 9 von 20
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Vielen herzlichen Dank für die vielen Informationen.
Ich habe mich zwar noch nicht entschieden, welches Objekt es werden soll, doch meine Abklärungen können nun viel gezielter stattfinden.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Beatrice
mobi208 mobi208 Beitrag 10 von 20
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Johannes ist wohl mehr "Schreiber" als Fotogrfierer.
thumb „Das könnte
  Dir gefallen!“
Herbert Schacke Herbert Schacke Beitrag 11 von 20
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Der einzige Hersteller der noch ein Lupenobjektiv am Markt hat
ist meines Wissens Canon mit dem MP-E 2,8/65mm Es hat einen maximalen Abbildungsmaßstab von 5:1.
Bei der Wahl eines richtigen Makroobjektivs gibt es je nach Anwendungspraxis verschiedene Lösungen.
Wer nicht zuviel Geld investieren möchte aber dennoch vernünftiges Werkzeug sucht greift zum Tamron 2/60mm oder 2,8/90mm, eventuell auch das Tokina 2,8/100mm.
Ebenfalls sehr preiswert ist das Nikon Nikkor AF-S DX Micro 2,8/40mm und das Nikkor AF-S DX Micro 3,5/85mm VR.
Möchtest du etwas mehr Geld in ein Objektiv investieren das mehr bietet wäre z.b.
-Nikon Nikkor AF-S VR Micro 2,8/105mm G IF-ED.
-Sigma EX 2,8/105mm Makro DG OS HSM
-Sigma EX 2,8/150mm DG Makro OS APO HSM
Das 150mm Sigma ist allerdings Freihand mit fast 1,2 Kilo schon grenzwertig einzusetzen.
Wenn du das Geld hast, investiere in eines der beiden 105mm.
Beide haben übrigens einen Innenfokus der dafür sorgt das der Objektivtubus nicht ausfährt.
Soll es günstig und leicht sein empfehle ich dir das Tamron 2/60mm, es hat ebenfalls einen Innenfokus und trotz seiner kurzen Brennweite noch eine komfortable Nahabstandsgrenze.
Das 90mm Tamron hat keinen Innenfokus und auch keinen schnellen AF, ansonsten eine echte Schnäppchenoptik.
Durch den 55mm Filteranschluß kannst du später noch günstig einen guten Achromaten aufschrauben um einen besseren Abbildungsmaßstab zu erreichen.
Karl Günter Wünsch Karl Günter Wünsch Beitrag 12 von 20
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mobi208 schrieb:

Zitat:Johannes ist wohl mehr "Schreiber" als Fotogrfierer.

Das war er dann 2005 wohl gewesen - 7 Jahre sind eine lange Zeit... Herbert hätte sich wieder mal die Antwort sparen können, wer sich von den damals beteiligten heute noch nicht entschieden hat wird es auch in den nächsten 7 Jahren nicht schaffen...
Willy Brüchle Willy Brüchle   Beitrag 13 von 20
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Mit einem "Vergrösserungsobjektiv", das eigentlich in einen Vergrösserer gehört, lassen sich auch beachtliche Ergebnisse erreichen:

Eine Fliege Das Foto wurde in die Galerie gewählt Eine Fliege Markus Reugels 26.04.12 197

MfG, w.b.
chfleischli chfleischli Beitrag 14 von 20
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aber nicht in freier Natur und nur an toten Tieren :-) (was ich auch in ordnung finde)
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 15 von 20
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in deinem Profil steht nichts von einer D70, sondern von einer D300...

Für Makro verwende ich zwei Linsen: ein Sigma 150mm 2.8 und ein Zeiss 50mm Macroplanar, wobei letzteres keinen AF hat, der aber bei der Makrofotografie sowieso nicht zu gebrauchen ist.
Du solltest dir auch ein Stativ und einen Einstellschlitten zulegen. Für die Nikon gibt es keine Lupenobjektive neueren Baujahrs, bei ebay kannst du evt. noch eines der alten Gläser ergattern.

Mein Tip: kauf dir ein 35mm Weitwinkel von Walimex für kleines Geld, dazu einen Retroring für 20 Euro und du kommst auf Vergrößerungsmaßstäbe jenseits von 1:1. Allerdings musst du mit dieser Kombi recht nahe rangehen, bei Insekten klappt das nicht immer, bei Stilllive ist es perfekt.
Tierchen fotografiere ich mit einem der o.g. Gläser, ggf. nehme ich noch einen größeren Zwischenring für das sehr lichtstarke Zeissobjektiv.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Balgen mit einem entsprechenden Objektiv, auch nicht gerade ein Schnäppchen, aber wer extreme Vergrößerungsmaßstäbe möchte, wird um diese Art der Fotografie nicht herumkommen.
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