Urheberrecht, Modelrelease, Agenturverträge – hier geht es um alle Rechtsfragen, die einem Fotografen begegnen können. Diskutier mit und erhaltet wertvolle Tipps von anderen Mitgliedern. (Keine verbindliche Rechtsberatung!)
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Vollmacht erkaufen bzgl. Fotomaterial

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54....
Angenommen Max Mustermann ( Privatperson ) ist Fotograf und "ICH" will das er für mich "10" Bilder von XYZ knipst (nach meinen Vorstellungen), da ich persönlich nicht dort hin kann.

Deshalb bezahle ich Max Mustermann für seine Leistung in Form von Geld oder anderen Gegenleistungen wie z.B ein Firmenlogo.

Da ich will - das mir 100% der Rechte vom Bild gehören, würde ich das gerne vertraglich regeln.
(Quasi, ohne das es in Zukunft irgendwelche rechtlichen Konsequenzen für mich gibt, sollte ich mit dem Fotomaterial anders vorgehen als geplant.) ...


Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54 ...
1. Wie sollte dieser Vertrag aussehen ? ( Gibt es irgendwo solche Verträge zum downloaden ? )...


Ein "stink normaler" Werksvertrag, wo Werkstück (Foto) nach Anforderung des Auftraggebers (Du) durch Auftragnehmer (Fotograf) angefertigt wird.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
2. Wie werden die Bilder rechtlich festgehalten die ich erkauft habe ? ( Ohne das es heißt : Das waren nicht die Bilder )...


Liste, Übergabeprotokoll usw.; das WIE und WANN im Werkvertrag festgehalten.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
3.Reicht ein Email verkehr dazu aus ? ( Wie sieht es aus wenn die Email gelöscht wird, oder auf einen falschen Namen läuft ?) ...


Rechtlich gesehen, reichen schon mündliche Absprachen aus.
Um den Vertrag beweissicher zu machen, ist etwas schriftliches (auch Mails) besser. Vertrag auf Papier und mit Original-Unterschrift ist noch besser :-).
Um Mails sicher zu machen, kann man diese mit "Übermittlungsbestätigung" versenden. So ist auch der Nachweis möglich, falls der Gegenüber die Mails löscht.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
4. Sollte das Foto geklaut sein ( anderer Urheber ), bin ich durch den Vertrag gesichert ? ( Wer leistet in diesem Falle den Schadensersatz ? )...


Du hast aber "Vertrauen" zu Deinem Auftragnehmer, wenn Du schon jetzt die Möglichkeit in Betracht ziehst, dass er Dir ein "fremdes" Foto "unterschiebt".
Grundsätzlich haftest erst einmal Du, wenn Du fremde Bilder nutzt, ohne die Rechte dafür zu haben. Gilt auch für "geklaute Bilder" die Du von anderen (hier Dein Fotograf) erhälst. Allerdings kannst Du dann Deinen Auftragnehmer wiederum in Regress nehmen.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
5. Sollte ich die Rechte für das Bild erworben haben, dürfte Person ( Max Mustermann ) diese ja nicht mehr veröffentlichen, oder ? Kann ich rechtlich vorgehen sollte dies doch der Fall sein ?


Kommt darauf an, welche Nutzungsrechte im Vertrag vereinbart wurden. Wenn Du die Nutzungsrechte exklusiv, räumlich und zeitlich unbegrenzt erwirbst, dann darf Dein Auftragnehmer ("Max Mustermann") die Bilder nicht mehr nutzen (veröffentlichen).

Schlussbemerkung:
Aus Deinen Fragen 3 bis 5 entnehme ich, dass Du recht wenig Vertrauen zu Deinem Fotografen hast und fast schon mit Ärger und Auseinandersetzungen rechnest. In diesem Falle solltest Du Dir überlegen, ob Du den Auftrag an diese Person überhaupt erteilen solltest. Denn auch wenn Du im Recht bist, Ärger und Unannehmlichkeiten bringen Auseinandersetzungen immer mit sich.

LG Manfred
28.02.17, 12:31
Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54....
Angenommen Max Mustermann ( Privatperson ) ist Fotograf und "ICH" will das er für mich "10" Bilder von XYZ knipst (nach meinen Vorstellungen), da ich persönlich nicht dort hin kann.

Deshalb bezahle ich Max Mustermann für seine Leistung in Form von Geld oder anderen Gegenleistungen wie z.B ein Firmenlogo.

Da ich will - das mir 100% der Rechte vom Bild gehören, würde ich das gerne vertraglich regeln.
(Quasi, ohne das es in Zukunft irgendwelche rechtlichen Konsequenzen für mich gibt, sollte ich mit dem Fotomaterial anders vorgehen als geplant.) ...


Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54 ...
1. Wie sollte dieser Vertrag aussehen ? ( Gibt es irgendwo solche Verträge zum downloaden ? )...


Ein "stink normaler" Werksvertrag, wo Werkstück (Foto) nach Anforderung des Auftraggebers (Du) durch Auftragnehmer (Fotograf) angefertigt wird.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
2. Wie werden die Bilder rechtlich festgehalten die ich erkauft habe ? ( Ohne das es heißt : Das waren nicht die Bilder )...


Liste, Übergabeprotokoll usw.; das WIE und WANN im Werkvertrag festgehalten.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
3.Reicht ein Email verkehr dazu aus ? ( Wie sieht es aus wenn die Email gelöscht wird, oder auf einen falschen Namen läuft ?) ...


Rechtlich gesehen, reichen schon mündliche Absprachen aus.
Um den Vertrag beweissicher zu machen, ist etwas schriftliches (auch Mails) besser. Vertrag auf Papier und mit Original-Unterschrift ist noch besser :-).
Um Mails sicher zu machen, kann man diese mit "Übermittlungsbestätigung" versenden. So ist auch der Nachweis möglich, falls der Gegenüber die Mails löscht.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
4. Sollte das Foto geklaut sein ( anderer Urheber ), bin ich durch den Vertrag gesichert ? ( Wer leistet in diesem Falle den Schadensersatz ? )...


Du hast aber "Vertrauen" zu Deinem Auftragnehmer, wenn Du schon jetzt die Möglichkeit in Betracht ziehst, dass er Dir ein "fremdes" Foto "unterschiebt".
Grundsätzlich haftest erst einmal Du, wenn Du fremde Bilder nutzt, ohne die Rechte dafür zu haben. Gilt auch für "geklaute Bilder" die Du von anderen (hier Dein Fotograf) erhälst. Allerdings kannst Du dann Deinen Auftragnehmer wiederum in Regress nehmen.

Zitat: VerifizierteID 28.02.17, 06:54...
5. Sollte ich die Rechte für das Bild erworben haben, dürfte Person ( Max Mustermann ) diese ja nicht mehr veröffentlichen, oder ? Kann ich rechtlich vorgehen sollte dies doch der Fall sein ?


Kommt darauf an, welche Nutzungsrechte im Vertrag vereinbart wurden. Wenn Du die Nutzungsrechte exklusiv, räumlich und zeitlich unbegrenzt erwirbst, dann darf Dein Auftragnehmer ("Max Mustermann") die Bilder nicht mehr nutzen (veröffentlichen).

Schlussbemerkung:
Aus Deinen Fragen 3 bis 5 entnehme ich, dass Du recht wenig Vertrauen zu Deinem Fotografen hast und fast schon mit Ärger und Auseinandersetzungen rechnest. In diesem Falle solltest Du Dir überlegen, ob Du den Auftrag an diese Person überhaupt erteilen solltest. Denn auch wenn Du im Recht bist, Ärger und Unannehmlichkeiten bringen Auseinandersetzungen immer mit sich.

LG Manfred
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Stefanokok

Private Häuser fotografieren

Unabhängig von den rechtlichen Fragen sollte auch der menschliche Faktor bedacht werden. Viele Leute reagieren äußerst nervös, wenn das Haus / der Hauseingang fotografiert wird, zumal von Leuten, die man nicht als Nachbarn zumindest vom Sehen kennt. Es wird dann vermutet, daß das Haus für einen späteren Einbruch ausgekundschaftet wird. Ich wurde regelmäßig von den Hausbewohnern oder Nachbarn angesprochen, was ich da treibe. Mein Begehr war, Eingangstreppen und Haustüren zu fotografieren, weil wir unseren Hauseingangsbereich neu machen mußten und wir uns anhand der Fotos Anregungen geholt haben und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten in Ruhe durchgehen konnten. Das habe ich den Leuten genau so erklärt, gesagt wie toll ich ihren Eingangsbereich finde und die Bilder vorgezeigt, daß keine Namensschilder oder Hausnummern zu erkennen sind.
Langer Rede kurzer Sinn: Bei einer schlimmstenfalls handfesten Auseinandersetzung mit den Bewohnern nutzt es wenig, irgendwelche rechtlichen Belehrungen a la "ich darf das" vom Stapel zu lassen: Eine vernünftige und nachvollziehbare Erklärung, warum man da gerade herumfotografiert und nichts Böses im Sinn hat, entspannt die Situation sofort.

PaulHarris
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A-Media

Als Student Rechnung schreiben

Wow!
10.01.17, 09:51
Wow!
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Hans-Peter B

Bildrechte bei Konzertfotografie, Schweiz ??????????????

Hier muss man zwischen Urheberrecht und Recht am eigenen Bild unterscheiden. Urheberrecht und Recht am eigenen Bild sind in der Schweiz anders geregelt, als zum Beispiel in Deutschland. So kann man in der Schweiz, Achtung Falle, auch das Urheberrecht verkaufen. Doch in der Regel bist Du als Urheber auch Inhaber des Urheberrechtes.
Das Recht am eigenen Bild ist in der Schweiz nicht im Urheberrecht geregelt, sondern in mehreren Gesetzbüchern. Unter anderem auch im ZGB aber auch in Artikel 10 der Bundesverfassung im Datenschutzgesetz im Strafgesetzbuch und in einigen Fällen trifft auch das Opferhilfegesetz zu. In Deinem Fall ging es um Künstler, welche an einem öffentlichen Ort aufgetreten sind. Künstler sind Personen des öffentlichen Interesse, somit haben diese kein Recht an ihrem eigenen Bild, solange diese Bilder an einem öffentlichen Ort gemacht wurden. Hättest Du Bilder von Ihnen im Kreise der Familie gemacht, verhielte sich das anders dann sind sie nämlich durch das Recht am eigenen Bild geschützt.
Also ganz klar, Du darfst die Bilder verkaufen, denn ohne die Regelung des öffentlichen Interesse wäre kein Fotojournalismus mehr möglich.
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