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Ines Küstermann

Mißbrauch von Bildmaterial

@ines: mir passiert sowas wie dir regelmäßig. und dann mache ich eine abwägung, von fall zu fall unterschiedlich, ob es für mich wirtschaftlich ist, die sache zu verfolgen. solche vorkommnisse sind immer ärgerlich, ganz klar. ich bin zumindest nicht eitel genug und meist auch viel zu faul, die sachen weiter zu verfolgen. den stress mache ich mir nicht.

ein bsp: dieses bild ist meins. die rechte und die die bildidee auch. im original ist auch der fotograf zu sehen, der durch die kamera schaut. das habe ich hier weggeschnitten. ich habe ihm damals die RAW gegeben und weitreichende nutzungsrechte übertragen, aus freundschaft. aber auch klar gemacht: keine agentur o.ä. wenn er das für seine kalender oder bücher nutzen will - bitte. so war das gemeint. es wäre dann auch schön, wenn mein name drunter steht, mache das aber nicht zur bedingung.

und jetzt stelle ich fest, der typ dieses bild unter seinem namen bei einem wettbewerb in einer bekannten fotozeitschrift eingereicht hat. das finde ich schon eine sehr weite auslegung der nutzungsgewährung.

ich verfolge das nicht weiter. hätte das bild einen preis gewonnen, dann wäre ich vorstellig geworden. aber so sage ich mir: arschlecken, trallala. der kerl ist für mich unten durch und hat lebenslanges ansprechverbot bei mir. ende. es ist den aufwand nicht wert und solche leute schon mal gar nicht, dass man sich mit den denen auch noch befasst. es bleibt eine menschliche enttäuschung und damit muss man leben.
09.09.17, 10:45
@ines: mir passiert sowas wie dir regelmäßig. und dann mache ich eine abwägung, von fall zu fall unterschiedlich, ob es für mich wirtschaftlich ist, die sache zu verfolgen. solche vorkommnisse sind immer ärgerlich, ganz klar. ich bin zumindest nicht eitel genug und meist auch viel zu faul, die sachen weiter zu verfolgen. den stress mache ich mir nicht.

ein bsp: dieses bild ist meins. die rechte und die die bildidee auch. im original ist auch der fotograf zu sehen, der durch die kamera schaut. das habe ich hier weggeschnitten. ich habe ihm damals die RAW gegeben und weitreichende nutzungsrechte übertragen, aus freundschaft. aber auch klar gemacht: keine agentur o.ä. wenn er das für seine kalender oder bücher nutzen will - bitte. so war das gemeint. es wäre dann auch schön, wenn mein name drunter steht, mache das aber nicht zur bedingung.

und jetzt stelle ich fest, der typ dieses bild unter seinem namen bei einem wettbewerb in einer bekannten fotozeitschrift eingereicht hat. das finde ich schon eine sehr weite auslegung der nutzungsgewährung.

ich verfolge das nicht weiter. hätte das bild einen preis gewonnen, dann wäre ich vorstellig geworden. aber so sage ich mir: arschlecken, trallala. der kerl ist für mich unten durch und hat lebenslanges ansprechverbot bei mir. ende. es ist den aufwand nicht wert und solche leute schon mal gar nicht, dass man sich mit den denen auch noch befasst. es bleibt eine menschliche enttäuschung und damit muss man leben.
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CJS-Photography

Verkauf von Bildern / Nutzungsrecht

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06...
eine Agentur möchte einige meiner Bilder kaufen, um sie als Druck auf einer Leinwand zu vertreiben. ...


Glückwunsch!

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06...
Ich möchte der Agentur die Nutzungsrechte am Bild geben, will jedoch, dass die Urheberrechte bei mir bleiben. Sodass ich die Fotos z.B. immer noch auf anderen Websites verwenden kann....


Das Urheberrecht ist - zumindest in Deutschland - unverkäuflich. Wenn Du der Urheber der Bilder bist, bleibst Du es auch.
Was Du sicherlich meinst sind die Nutzungsrechte, diese können exclusiv sein. Dann darf nur der Inhhaber dieses Nutzungsrechtes die Bilder so wie vereinbart verwenden. Wenn andere oder Du die Bilder auch weiter nutzen sollen bzw. wollen, dann darfst Du die Nutzungsrechte nur "nicht exclusiv" weitergeben.
Will die Agentur die Nutzungsrechte exclusiv oder nicht exclusiv und für welchen Zeitraum möchte die Agentur Deine Bilder nutzen?

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06....
Gibt es dafür einen Mustervertrag? ...


Sicherlich gibt es Musterverträge, aber ob dort auch genau das drinnen enthalten und beschrieben ist, was die Agentur an Nutzungsrechte erwerben möchte? Warum bittest Du die Agentur nicht um einen Vertragsentwurf? Als Agentur sollte sie schon mit anderen Fotografen entsprechende Verträge abgeschlossen haben.

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06...Was kann man pro Foto verlangen?

Kommt einerseits darauf an, welche Nutzungsrechte die Agentur gennau haben möchte und andererseits zu welchem Preis Du bereit bist diese Nutzungsrechte zu gewähren. Ein Anhaltspunkt könnte die MfM-Liste sein; einfach mal danach googeln. ;-)

Ich persönlich lasse meistens zuerst die andere Seite (hier also die Agentur) einen Preisvorschlag machen. Entweder ist dieser unterhalb meiner Preisvorstellungen, dann kann ich versuchen einen höheren Preis herauszuhandeln. Oder er ist über meinen Preisvorstellungen, dann habe ich Glück und bekomme mehr als ich erwartet hatte. ;-)

LG Manfred
12.08.17, 23:08
Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06...
eine Agentur möchte einige meiner Bilder kaufen, um sie als Druck auf einer Leinwand zu vertreiben. ...


Glückwunsch!

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06...
Ich möchte der Agentur die Nutzungsrechte am Bild geben, will jedoch, dass die Urheberrechte bei mir bleiben. Sodass ich die Fotos z.B. immer noch auf anderen Websites verwenden kann....


Das Urheberrecht ist - zumindest in Deutschland - unverkäuflich. Wenn Du der Urheber der Bilder bist, bleibst Du es auch.
Was Du sicherlich meinst sind die Nutzungsrechte, diese können exclusiv sein. Dann darf nur der Inhhaber dieses Nutzungsrechtes die Bilder so wie vereinbart verwenden. Wenn andere oder Du die Bilder auch weiter nutzen sollen bzw. wollen, dann darfst Du die Nutzungsrechte nur "nicht exclusiv" weitergeben.
Will die Agentur die Nutzungsrechte exclusiv oder nicht exclusiv und für welchen Zeitraum möchte die Agentur Deine Bilder nutzen?

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06....
Gibt es dafür einen Mustervertrag? ...


Sicherlich gibt es Musterverträge, aber ob dort auch genau das drinnen enthalten und beschrieben ist, was die Agentur an Nutzungsrechte erwerben möchte? Warum bittest Du die Agentur nicht um einen Vertragsentwurf? Als Agentur sollte sie schon mit anderen Fotografen entsprechende Verträge abgeschlossen haben.

Zitat: CJS-Photography 12.08.17, 20:06...Was kann man pro Foto verlangen?

Kommt einerseits darauf an, welche Nutzungsrechte die Agentur gennau haben möchte und andererseits zu welchem Preis Du bereit bist diese Nutzungsrechte zu gewähren. Ein Anhaltspunkt könnte die MfM-Liste sein; einfach mal danach googeln. ;-)

Ich persönlich lasse meistens zuerst die andere Seite (hier also die Agentur) einen Preisvorschlag machen. Entweder ist dieser unterhalb meiner Preisvorstellungen, dann kann ich versuchen einen höheren Preis herauszuhandeln. Oder er ist über meinen Preisvorstellungen, dann habe ich Glück und bekomme mehr als ich erwartet hatte. ;-)

LG Manfred
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Aaron Lier

Was kann ich für meine Fotos nehmen?

Zitat: LSH 12.08.17, 18:35Zum Thema Bild nach Größe berechnen: Wenn Du dir einen eigenen Web-Shop anlegst, kannst Du das eigentliche Bild als Druck, mit Rahmen, als Leinwand oder sonstwie in verschiedenen Größen anbieten und somit auch unterschiedliche Preise verlangen. Und wie viel Du dann letztenendes wirklich verlangst, hängt damit zusammen, wie wohl Du dich mit dem Preis fühlst. Froh sein, dass man überhaupt etwas bekommt, oder sich hinstellen und sagen "so viel will ich dafür haben und drunter geht nichts." Entscheidungen, die Dir leider keiner Abnehmen kann.
Ich denke nicht, das hier noch Antworen kommen, da dieser Thred seit fast einem Jahr ohne Beiträge veraltert ist.
VG Roland
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felixfoto01

Neue Regelung zum Bildzitat ab 1. März 2018

Zitat: felixfoto01 09.08.17, 22:07http://nordbild.com/bildzitat/

mit dieser Änderung wird es einfacher werden, Bildzitate ohne Erlaubnis des Bildautors zu verwenden.
Der o.g. Artikel befasst sich mit dem Thema.

Sicher wird es in der Zeit bis zum 1. März noch weitere Analysen der dann neuen Situation geben.

Besten Dank für den Hinweis. In meinen Erläuterungen zum Zitatrecht http://www.schmunzelkunst.de/saq.htm#kleinzitat, die sich noch auf den momentanen Stand beziehen, befinden sich u. a. drei Beispiele (hier mit 1., 2. und 3. beziffert), von denen ich nach Inkraftreten der Neuregelung am 1. März 2018 nur Nr. 3 streichen muss. An 1. und 2. ändert sich meines Erachtens nichts:

1. ... ist nach wie vor die in Diskussionsforen oft gestellte Frage, ob z.B. Homepage-Bastler bei der Vorstellung ihrer Lieblingsbücher die Titelbilder im Rahmen des Zitatrechts abbilden dürfen, schwer zu beantworten. Vielleicht hilft hier ein Zitat aus dem neuesten Kommentar von [SCHRICKER/LOEWENHEIM] (hier Schricker/Spindler) weiter: "Die Wiedergabe der Einbandzeichnung des Buches "Emil und die Detektive" auf dem Einbanddeckel und als Illustration eines kritisch mit Jugendbüchern sich auseinandersetzenden Werkes dient nicht zur "Erläuterung des Inhalts", wenn das Werk zwar das Buch "Emil und die Detektive" behandelt, nicht aber die Einbandzeichnung in die Erörterung einbezieht (LG Berlin Schulze LGZ 126 ff.)."

2. Auch darf bei einem Bericht über ein bestimmtes Ereignis nicht einfach ein passendes Foto ohne Erlaubnis des Fotografen verwendet werden, es sei denn, das zitierende Werk setzt sich mit der (z. B.) besonderen gestalterischen Art und Weise auseinander, mit der Fotograf das Ereignis festgehalten hat.

3. Bei der Fotografie eines dreidimensionalen Kunstwerks ist das genauso (Anm.: jetzt noch, aber bald nicht mehr). Auch hierzu ein Zitat aus [SCHRICKER/LOEWENHEIM] (hier Schricker/Spindler): "Die Reform des Zitatrechts weist damit immer noch den Schwachpunkt auf, dass sich die Zitierfreiheit nicht auf das Lichtbild erstreckt, welches das zitierte Kunstwerk wiedergibt (Schack Rdnr. 550), da regelmäßig keine Auseinandersetzung mit dem Lichtbild an sich vorliegen wird; es findet vielmehr eine Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk statt."


Was mir völlig unabhängig hiervon nach wie vor unklar ist, ist die Frage, inwieweit sich die Neuregelung des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz – UrhWissG auch außerhalb des Bereichs Bildung und Wissenschaft ("Gesetzlich erlaubte Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen §§ 60 a - 60 h UrhG-E") auswirken. Die Änderung des Zitatrechts in § 51 steht ja außerhalb der §§ 60 a - 60 h und sollte demnach doch ganz allgemein gelten.

Im Beispiel zur neuen Regelung des § 51 UrhG auf der Seite von Nordbild heißt es aber: "A schreibt einen wissenschaftlichen Beitrag über die besondere Maltechnik des berühmten Gemäldes „Sommer in der Stadt“ des Malers B ..." Warum kann das kein ganz normaler Beitrag in einer Zeitschrift sein?

MfG
Johannes
12.08.17, 14:32
Zitat: felixfoto01 09.08.17, 22:07http://nordbild.com/bildzitat/

mit dieser Änderung wird es einfacher werden, Bildzitate ohne Erlaubnis des Bildautors zu verwenden.
Der o.g. Artikel befasst sich mit dem Thema.

Sicher wird es in der Zeit bis zum 1. März noch weitere Analysen der dann neuen Situation geben.

Besten Dank für den Hinweis. In meinen Erläuterungen zum Zitatrecht http://www.schmunzelkunst.de/saq.htm#kleinzitat, die sich noch auf den momentanen Stand beziehen, befinden sich u. a. drei Beispiele (hier mit 1., 2. und 3. beziffert), von denen ich nach Inkraftreten der Neuregelung am 1. März 2018 nur Nr. 3 streichen muss. An 1. und 2. ändert sich meines Erachtens nichts:

1. ... ist nach wie vor die in Diskussionsforen oft gestellte Frage, ob z.B. Homepage-Bastler bei der Vorstellung ihrer Lieblingsbücher die Titelbilder im Rahmen des Zitatrechts abbilden dürfen, schwer zu beantworten. Vielleicht hilft hier ein Zitat aus dem neuesten Kommentar von [SCHRICKER/LOEWENHEIM] (hier Schricker/Spindler) weiter: "Die Wiedergabe der Einbandzeichnung des Buches "Emil und die Detektive" auf dem Einbanddeckel und als Illustration eines kritisch mit Jugendbüchern sich auseinandersetzenden Werkes dient nicht zur "Erläuterung des Inhalts", wenn das Werk zwar das Buch "Emil und die Detektive" behandelt, nicht aber die Einbandzeichnung in die Erörterung einbezieht (LG Berlin Schulze LGZ 126 ff.)."

2. Auch darf bei einem Bericht über ein bestimmtes Ereignis nicht einfach ein passendes Foto ohne Erlaubnis des Fotografen verwendet werden, es sei denn, das zitierende Werk setzt sich mit der (z. B.) besonderen gestalterischen Art und Weise auseinander, mit der Fotograf das Ereignis festgehalten hat.

3. Bei der Fotografie eines dreidimensionalen Kunstwerks ist das genauso (Anm.: jetzt noch, aber bald nicht mehr). Auch hierzu ein Zitat aus [SCHRICKER/LOEWENHEIM] (hier Schricker/Spindler): "Die Reform des Zitatrechts weist damit immer noch den Schwachpunkt auf, dass sich die Zitierfreiheit nicht auf das Lichtbild erstreckt, welches das zitierte Kunstwerk wiedergibt (Schack Rdnr. 550), da regelmäßig keine Auseinandersetzung mit dem Lichtbild an sich vorliegen wird; es findet vielmehr eine Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk statt."


Was mir völlig unabhängig hiervon nach wie vor unklar ist, ist die Frage, inwieweit sich die Neuregelung des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz – UrhWissG auch außerhalb des Bereichs Bildung und Wissenschaft ("Gesetzlich erlaubte Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen §§ 60 a - 60 h UrhG-E") auswirken. Die Änderung des Zitatrechts in § 51 steht ja außerhalb der §§ 60 a - 60 h und sollte demnach doch ganz allgemein gelten.

Im Beispiel zur neuen Regelung des § 51 UrhG auf der Seite von Nordbild heißt es aber: "A schreibt einen wissenschaftlichen Beitrag über die besondere Maltechnik des berühmten Gemäldes „Sommer in der Stadt“ des Malers B ..." Warum kann das kein ganz normaler Beitrag in einer Zeitschrift sein?

MfG
Johannes
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