Gewerbeanmeldung (Kleinunternhemerregelung)

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Jenny Siegler Jenny Siegler Beitrag 1 von 11
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Hallo Leute 
Mein Name ist Jenny (27) und ich habe vor, in Kürze Gewerbe anzumelden und möchte gern im Rahmen der Kleinunternehmerregelung tätig sein. Ich bin Studentin und arbeite 20 h nebenher in einer Firma. Ich habe also nur abends und an den Wochenenden Zeit für Fotoaufträge. Ich möchte gerne hauptsächlich Kinderportraits, sowie Business- und Bewerbungsfotos machen und das bei natürlichem Licht. Meine Ausrüstung besteht lediglich aus einer Nikon D750 und dazu zwei Sigma Art (35 mm und ein Weitwinkelzoom). Der Blitz kommt auch irgendwann noch :P.
Ich habe keine Ahnung was als Kleinunternehmer auf mich zukommt. Die Infos aus dem Internet verwirren mich und sind teils widersprüchlich.
Vorsicht, ich hab viele Fragen :D

- Wie sieht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus?
- Zahle ich bis 8820 Euro gar keine Steuern? Kommt hier mein Gehalt vom Nebenjob hinzu?
- Wie hoch sind die Steuern? Welche Steuern muss ich zahlen?
- Wie aufwändig wird hier die Steuererklärung?
- Was kann ich alles zu den Ausgaben zählen?
- Etwas von der Steuer absetzen kann ich wann?
- Wie hoch ist das Risiko, dass ich Nachzahlungen bei der Steuererklärung leisten muss?
- Gibt es noch etwas zu beachten oder hilfreiche Tipps?
- Benötige ich eine Berufshaftpflichtversicherung? Wenn ja, was kostet diese etwa?

Ich bin mega aufgeregt und hoffe, dass ihr mir vllt einige Fragen beantworten könnt.
Ich freu mich auf eure Meinungen!

Gruß
Jenny
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 2 von 11
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Und welche Frage hast Du zur Kleinunternehmerregelung?
paulharris paulharris Beitrag 3 von 11
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Rechtsinfos im Internet sind häufig genug schlicht falsch.

Mach es auf die altmodische Art: Kauf Dir ein Buch zum Thema und wenn noch Fragen sind, frag einen Steuerberater. Oder laß das Buch weg und geh gleich zum Steuerberater. Nur so bekommst Du verlässliche und erschöpfende Antworten auf Deine Fragen.

PaulHarris
Jenny Siegler Jenny Siegler Beitrag 4 von 11
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Zitat: Hermann Klecker 13.09.17, 14:06Zum zitierten BeitragUnd welche Frage hast Du zur Kleinunternehmerregelung?
Hey Hermann, ich versteh grad nicht was du mit deiner Frage meinst. Generell beziehen sich meine Fragen auf die Gewerbeanmeldung, die ja notwendig ist, egal ob ich die Kleinunternehmerregelung nutze oder nicht. Speziell auf die Kleinunternehmerregelung bezieht sich zum Beispiel die Frage, wie eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung gestaltet werden sollte. Diese vereinfachte Darstellung der Einnahmen und Ausgaben ist ja nur bei der Kleinunternehmerregelung möglich.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 5 von 11
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Ob Du eine Einnahme-Überschuss-Rechnung machen mußt, hängt nicht davon ab, ob Du ein Gewerbe hast oder nicht. Als Kleinunternehmer genügt zwar eine EÜR in der Regel, hat aber mit dem Kleinunternehmer-Status wenig zu tun. Dabei geht es darum, ob Du umsatzsteuerpflichtig bist oder nicht.
Du könntest auch doppelt bilanzieren und Kleinunternehmer sein.

Das hast Du noch gar nicht auf dem Schirm.
Dein Gewerbe meldest Du beim Gewerbeamt an. In manchen Gemeinden ist das das Ordnungsamt.

Wie paulharris schon sagt, kauf Dir ein Buch und/oder geh zu einem Steuerberater.

Du zahlst Einkommensteuer. Die höhe ist im EStG geregelt. Dabei werden alle Einkünfte insgesamt betrachtet.

Die Steuererklärung selbst ist Peanuts. Da füllst Du nur ein Formular aus. Die Buchhaltung, die nötig ist, um die Zahlen parat zu haben, macht da schon mehr Arbeit. Sprich mit Deinem Steuerberater darüber. Viele bieten auch an, das alles für Dich zu machen.

Zu den Ausgaben zählst Du alles, was notwendig entsteht, um die Einnahmen zu erreichen. Sofern das Finanzamt Deine Tätigkeit tatsächlich als gewerblich, also nachhaltig gewinnorientiert, (das ist etwas anderes als ein Gewerbe) einstuft, und eben nicht als Liebhaberei, kann das alles sein, was Du für die Fotografie ausgibst. U.U. ziehen sie Dir einen privatgenutzten Anteil ab, wenn sie den Eindruck haben, das sei signifikant. Sprich darüber mit Deinem Seteuerberater.

Größere Anschaffungen wirst Du bezüglich des Geltendmachens als einkommensreduzierende Ausgabe über mehrere Jahre Verteilen müssen. Stichwort AfA. Da kann es dann spannend Stein, teure Sachen zu leasen oder gar zu mieten oder zu finanzieren (selbst wenn man sie kaufen könnte) weil Du dann die Ausgaben in dem Jahr geltend machen kannst, in dem die Kosten auch entstehen. Sprich darüber mit Deinem Steuerberater. Oder kauf Dir ein Buch.

Nachzahlungen kommen immer dann, wenn Du lt Steuerbescheid mehr Steuern zu zahlen hast, als Du im Voraus bereits gezahlt hat. Dazu zählen auch die Steuern, die Dein Arbeitgeber abführt. Im Extremfall wirst Du Steuern zurück bekommen. Achte also darauf, dass die Vorauszahlungen hoch genug ausfallen. Sprich darüber mit Deinem Steuerberater.

Deine normale Haftpflicht wird Risiken, die aus der Ausübung des Berufes entstehen, höchstwahrscheinlich nicht abdecken. (Bis zur erstenHauptfälligkeit nach Aufnahme der Tätigkeit ggf. auf erstes Risiko dann doch.) Sprich darüber mit dem Versicherungsberater Deines geringsten Misstrauens.

Was gäbe es sonst noch zu beachten? Du solltest ein tragfähiges Geschäftsmodell haben. Business-Portraits am Abend und Wochenende klingt für mich nicht nach einem erfolgversprechenden Geschäftsmodell.
Gut finde ich, dass Du Dich auf das konzentrierst, was Du auch kannst.
Albrecht D Albrecht D Beitrag 6 von 11
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Ich möchte noch eine Frage in den Raum stellen: Muss man sich auch bei der Handwerkskammer anmelden? Würde hier auch ein "Reisegewerbe" ausreichen, da Jenny nur eine mobile Foto-Ausrüstung besitzt und keine "Geschäftsräume" unterhalt? Bei einem Reisegewerbe bleibt meines Wissens die Handwerkskammer außen vor. Auch das wäre noch zu klären. Wie PaulHarris - sie ist Juristin - schon andeutet, Auskünfte sollte man immer bei kompetenten Personen einholen.

Gruß
Albrecht
Manfred Hunger Manfred Hunger   Beitrag 7 von 11
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Zitat: Jenny Siegler 13.09.17, 09:17Zum zitierten Beitrag...
- Wie sieht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus?
- Zahle ich bis 8820 Euro gar keine Steuern? Kommt hier mein Gehalt vom Nebenjob hinzu?
- Wie hoch sind die Steuern? Welche Steuern muss ich zahlen?
- Wie aufwändig wird hier die Steuererklärung?
- Was kann ich alles zu den Ausgaben zählen?
- Etwas von der Steuer absetzen kann ich wann?
- Wie hoch ist das Risiko, dass ich Nachzahlungen bei der Steuererklärung leisten muss?
- Gibt es noch etwas zu beachten oder hilfreiche Tipps?
- Benötige ich eine Berufshaftpflichtversicherung? Wenn ja, was kostet diese etwa?...


Hallo Jenny,

erste Antworten auf diese Fragen findest Du hier:
http://www.existenzgruender.de/DE/Home/inhalt.html
eine Seite vom BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie).

Manche Volkshochschulen bieten auch Existenzgründerseminare an, frage einfach mal bei Deiner vor Ort nach.

Ansonsten, wie paulharris und Hermann Klecker.

LG Manfred
Jenny Siegler Jenny Siegler Beitrag 8 von 11
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Zitat: Hermann Klecker 14.09.17, 14:20Zum zitierten BeitragOb Du eine Einnahme-Überschuss-Rechnung machen mußt, hängt nicht davon ab, ob Du ein Gewerbe hast oder nicht. Als Kleinunternehmer genügt zwar eine EÜR in der Regel, hat aber mit dem Kleinunternehmer-Status wenig zu tun. Dabei geht es darum, ob Du umsatzsteuerpflichtig bist oder nicht.
Du könntest auch doppelt bilanzieren und Kleinunternehmer sein.

Also vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt aber das war mir soweit klar. Ich wollte wissen, wie man diese gestaltet. Ich merke aber selbst, dass es zu meinen Fragen viel zu viel zu erzählen und noch zu klären gibt. Trotzdem danke, dass du dir die Zeit genommen hast, einiges zu beantworten.

Das hast Du noch gar nicht auf dem Schirm.
Dein Gewerbe meldest Du beim Gewerbeamt an. In manchen Gemeinden ist das das Ordnungsamt.

Das ist mir auch bewusst. Ich weiß auch wohin ich da muss..

Wie paulharris schon sagt, kauf Dir ein Buch und/oder geh zu einem Steuerberater.

Du zahlst Einkommensteuer. Die höhe ist im EStG geregelt. Dabei werden alle Einkünfte insgesamt betrachtet.

Die Steuererklärung selbst ist Peanuts. Da füllst Du nur ein Formular aus. Die Buchhaltung, die nötig ist, um die Zahlen parat zu haben, macht da schon mehr Arbeit. Sprich mit Deinem Steuerberater darüber. Viele bieten auch an, das alles für Dich zu machen.

Das wird wohl zu teuer für mich.

Zu den Ausgaben zählst Du alles, was notwendig entsteht, um die Einnahmen zu erreichen. Sofern das Finanzamt Deine Tätigkeit tatsächlich als gewerblich, also nachhaltig gewinnorientiert, (das ist etwas anderes als ein Gewerbe) einstuft, und eben nicht als Liebhaberei, kann das alles sein, was Du für die Fotografie ausgibst. U.U. ziehen sie Dir einen privatgenutzten Anteil ab, wenn sie den Eindruck haben, das sei signifikant. Sprich darüber mit Deinem Seteuerberater.

Größere Anschaffungen wirst Du bezüglich des Geltendmachens als einkommensreduzierende Ausgabe über mehrere Jahre Verteilen müssen. Stichwort AfA. Da kann es dann spannend Stein, teure Sachen zu leasen oder gar zu mieten oder zu finanzieren (selbst wenn man sie kaufen könnte) weil Du dann die Ausgaben in dem Jahr geltend machen kannst, in dem die Kosten auch entstehen. Sprich darüber mit Deinem Steuerberater. Oder kauf Dir ein Buch.

Das ist ein hilfreicher Tipp

Nachzahlungen kommen immer dann, wenn Du lt Steuerbescheid mehr Steuern zu zahlen hast, als Du im Voraus bereits gezahlt hat. Dazu zählen auch die Steuern, die Dein Arbeitgeber abführt. Im Extremfall wirst Du Steuern zurück bekommen. Achte also darauf, dass die Vorauszahlungen hoch genug ausfallen. Sprich darüber mit Deinem Steuerberater.

Deine normale Haftpflicht wird Risiken, die aus der Ausübung des Berufes entstehen, höchstwahrscheinlich nicht abdecken. (Bis zur erstenHauptfälligkeit nach Aufnahme der Tätigkeit ggf. auf erstes Risiko dann doch.) Sprich darüber mit dem Versicherungsberater Deines geringsten Misstrauens.

Ok da werde ich noch mal nachfragen.

Was gäbe es sonst noch zu beachten? Du solltest ein tragfähiges Geschäftsmodell haben. Business-Portraits am Abend und Wochenende klingt für mich nicht nach einem erfolgversprechenden Geschäftsmodell.
Gut finde ich, dass Du Dich auf das konzentrierst, was Du auch kannst.


Nun ja denkst du es würde sich nicht lohnen? Ich habe leider tatsächlich nicht mehr Zeit dafür. Ich studiere Vollzeit und gehe noch 20h nebenher arbeiten. Ich muss jeden Tag bis 18:00 Uhr arbeiten und Familien mit Kindern können Fototermine denke auch am besten für Wochenenden vereinbaren. Zumindest stelle ich mir das so vor.
Es ist eine Herzensangelegenheit für mich und ich weiß derzeit gar nicht wo ich anfangen soll. Nochmal danke für deinen ausführlichen Beitrag
Jenny Siegler Jenny Siegler Beitrag 9 von 11
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Zitat: Albrecht D 15.09.17, 10:12Zum zitierten BeitragIch möchte noch eine Frage in den Raum stellen: Muss man sich auch bei der Handwerkskammer anmelden? Würde hier auch ein "Reisegewerbe" ausreichen, da Jenny nur eine mobile Foto-Ausrüstung besitzt und keine "Geschäftsräume" unterhalt? Bei einem Reisegewerbe bleibt meines Wissens die Handwerkskammer außen vor. Auch das wäre noch zu klären. Wie PaulHarris - sie ist Juristin - schon andeutet, Auskünfte sollte man immer bei kompetenten Personen einholen.

Gruß
Albrecht


Hallo Albrecht. Ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht und hatte bereits ein Beratungsgespräch bei der Handwerkskammer. Leider bin ich nicht wirklich schlauer. Man muss vorab schon genau wissen, welche Fragen man stellen muss. Natürlich habe ich mich vorbereitet aber ich hatte auch eine Beraterin die mehr über ihr Studium geredet hat als über mein Anliegen :(
Derzeit denke ich daran, mich als Fotodesigner auszugeben. Das ist zwar echt doof aber den Kammerbeitrag mag ich nicht zahlen ehrlich gesagt.
Jenny Siegler Jenny Siegler Beitrag 10 von 11
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Zitat: Manfred Hunger 15.09.17, 15:40Zum zitierten BeitragZitat: Jenny Siegler 13.09.17, 09:17Zum zitierten Beitrag...
- Wie sieht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus?
- Zahle ich bis 8820 Euro gar keine Steuern? Kommt hier mein Gehalt vom Nebenjob hinzu?
- Wie hoch sind die Steuern? Welche Steuern muss ich zahlen?
- Wie aufwändig wird hier die Steuererklärung?
- Was kann ich alles zu den Ausgaben zählen?
- Etwas von der Steuer absetzen kann ich wann?
- Wie hoch ist das Risiko, dass ich Nachzahlungen bei der Steuererklärung leisten muss?
- Gibt es noch etwas zu beachten oder hilfreiche Tipps?
- Benötige ich eine Berufshaftpflichtversicherung? Wenn ja, was kostet diese etwa?...


Hallo Jenny,

erste Antworten auf diese Fragen findest Du hier:
http://www.existenzgruender.de/DE/Home/inhalt.html
eine Seite vom BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie).

Manche Volkshochschulen bieten auch Existenzgründerseminare an, frage einfach mal bei Deiner vor Ort nach.

Ansonsten, wie paulharris und Hermann Klecker.

LG Manfred


Vielen Dank Manfred. Ich werde mich da mal durchwühlen. Danach bin ich bestimmt ein bisschen schlauer. :)
Martin C. Kiefer Martin C. Kiefer Beitrag 11 von 11
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Zitat: Jenny Siegler 15.09.17, 21:33Zum zitierten Beitrag [...]
Derzeit denke ich daran, mich als Fotodesigner auszugeben. Das ist zwar echt doof aber den Kammerbeitrag mag ich nicht zahlen ehrlich gesagt.


Wofür Du Dich ausgibst ist unerheblich. Sonst könnte ich mich ja auch als Lottogewinner ausgeben, weil auf Lottogewinne keine Einkommensteuer anfällt.

Entscheidend ist, was Du tust. Und das was Du oben beschrieben hast ist klassische handwerkliche Auftragsfotografie. Da kommst Du um die Handwerkskammer nicht herum, wenn Du das wirklich gewerblich anbieten möchtest. Die Handwerksordnung stellt auf die angebotene Tätigkeit ab, ganz egal wie Du diese nennst.

Gruß | Martin
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