Mal ehrlich: Man merkt an deiner Reaktion, dass du noch keinerlei Erfahrung vom ganz normalen Wahnsinn, (der sich Geschäftsleben nennt), hast. Somit auch nicht von Verlagen. O.K. kann man nicht verlangen.
Deshhalb ein paar Hintergrundinformationen:
Ein Verlag hat immer mehrere Redaktionen, die in gewisser Weise eigenständig arbeiten, schlußendlich aber alle an einem Objekt beteiligt sind. Ihrer Zeitung oder Zeitschrift. So gibt es u. a. auch eine Bildredaktion die sämtliches Bildmaterial verwaltet. Sie nimmt Fotos entgegen und archiviert sie. Nach Rubriken bzw.Themen. Auf die Tasche wird der Verwendungszweck wie: für welchen Zeitungsrubrik wie z. b. Politik, Wirtschaft, Peoples, Sport, Mode usw. für welchen Artikel, welche Ausgabe usw. vermerkt. Unter anderem auch der Fotograf. Meist liegen aber zu ein und dem selben Objekt mehrere Bilder von unterschiedlichen Fotografen vor. Ein zunehmend größeren Anteil davon, nehmen Fotos ein, die unaufgefordert dem Verlag geschickt wurden. So lange das noch Papierabzüge waren, wurde meist hinten auf dem Abzug, Objekt, Anlass, Datum, Fotograf etc. vermerkt. Was bei Dateien die per Anhang via E-mail kommen, sich etwas schwieriger gestaltet. Die meisten Verlage haben zusätzlich ein eigenes Bildarchiv. Sollten zum gleichen Aufnahme-Objekt Bilder vorliegen, werden diese ebenfalls berücksichtig. Außer es handelt sich um ein zeitnahes, also brandaktuelles Thema.
Von den schreibenden Redakteuren wird Bilmaterial vom Bildarchiv angefordert. Diese wählen dann die Bilder aus,die am besten zu ihrem redaktionellen Artikel passen. Ganz wichtig ist dabei für die Bilduntertitel, dass Text und Bild überein stimmen. Der Text geht zu den Schriftsetzern und das Bildmaterial geht in die Lithoabteilung welche Druckvorlagen herstellt. Diese Ergebnisse landen widerum dann bei der Seiten-Montage. Hier stellen Layouter die jeweiligen Seiten zusammen.
Bei all den Arbeiten und vielen anderen kleinen Einzelschritten kann eine falsche Information rein geraten, kann was übersehen oder verwechselt werden. Auch an diesen Mängeln, erkennt man den Qualitätsstandard eines Verlages, welcher jedoch keine Aussage über die Richtigkeit oder politische Ausrichtung gibt.
In deinem speziellen Fall wurde vermutlich kurzfristig ein Bild ausgewechselt. Das neu ausgewählte war von dir, aber es wurde vergessen, diese Änderung des Urhebers abzuändern.
Was ich dir raten würde:
Deine Wut ist einerseits berechtigt, anderseits völlig überzogen. Das Angebot des Verlage mit der Richtigstellung und einem eventuellem 2. Auftrag, mußt du annehmen. Die Situation ist nicht von so elementarer Bedeutung, wie DU sie diesem Vorgang zumißt. Zumindest für den Verlag nicht. Auch aus rechtlicher Sicht gibt es hier keine Möglichkeit. Sie haben eine Richtigstellung, also eine Art Nachbesserung angeboten. Das ist das Maximale was in so einer Situation möglich ist.
Und ganz ein wichtiger Tipp. Bitte keine Starallüren, bitte keine Hysterie. Dur wirst sonst als "Schwierig" eingestuft. Die brauchen deine Bilder nicht, auch wenn sich das jetzt sehr komisch anhört !!!
Seit Beginn der Digitalfotografie hat sich die unaufgeforderte Zusendung von Bildmaterial verzehnfacht. (Stand 2010). Heute darfst du vom 15-20 fachen ausgehen. Tja - und darunter sind auch viele "Freie Fotografen" und altgediente Pressefotografen oder Werbefotografen, also Profis, aber auch sehr oft echte Könner aus dem Amateurbereich.
Fahre deshalb bitte deine Emotionen auf ein verträgliches Maß herunter. Noch bist du Niemand, willst aber "Wer" werden. Nur - so geht es nicht ! Wie gesagt: Keiner tut sich freiwillig das an, wenn du bereits in so einer Alltagsituation bereits völlig die Fassung verlierst. Du kommst auf eine Liste, und daraußen bist du.
Man muss nicht schleimen, verstehe das nicht falsch. Aber den richtigen Ton mit Vetragspartner darf jeder einfordern. Das trifft aber für jeden Beruf oder Berufung zu.
Ich würde dir auch dringend zu einem Praktikum in einem Verlag raten. Aber kein 5-Tage-Programm. 2 - 3 Monate mit allen Abeteilungen. Da du leider keinerlei Zusammenhänge kennst, um so mehr irgendwelchen Illusionen hinterher läufst, wäre für dich am besten, dass du erst einmal das kennen lernst, auf das du zukünftig deine Berufkarriere aufbauen willst.
REINER