Falscher Name in Zeitschrift gedruckt! Was tun?

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Schattenboxer   Beitrag 16 von 25
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Zitat: Anika J. 18.09.12, 20:29Zum zitierten BeitragHallo liebes Forum,

vor kurzem habe ich eine Titelgeschichte für eine Zeitschrift fotografiert und nun heute erfahren, dass im Credit ein falscher Name bei "Fotograf" steht. Die Redaktion hat sich entschuldigt und will versuchen, in der nächsten Ausgabe ein weiteres Foto von mir mit einer Richtigstellung zu drucken.

Ich bin sehr verärgert, da dies mein erster großer Auftrag war und nun werde ich nicht viel davon haben.

Kann man da rechtlich was machen?
Deren Angebot, das mit der Richtigstellung zu "versuchen" ist mir zu wenig/unsicher. Immerhin hängt da zu einem großen Teil mein Start in die Branche von ab..




Naja, mehr als eine Richtigstellung kannst du wirklich nicht erwarten. Vielleicht ist es Ihnen peinlich und du darfst nochmal eine Titelgeschichte fotografieren, dann wird der Name sicher richtig gedruckt sein.

Den Start ins Berufsleben gleich mit rechtlichen Schritten einleiten zu wollen halte ich für eher ungeschickt, wenn du bei dieser Zeitschrift auch in Zukunft noch Fotos platzieren möchtest.
Reiner E. M.   Beitrag 17 von 25
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Mal ehrlich: Man merkt an deiner Reaktion, dass du noch keinerlei Erfahrung vom ganz normalen Wahnsinn, (der sich Geschäftsleben nennt), hast. Somit auch nicht von Verlagen. O.K. kann man nicht verlangen.

Deshhalb ein paar Hintergrundinformationen:
Ein Verlag hat immer mehrere Redaktionen, die in gewisser Weise eigenständig arbeiten, schlußendlich aber alle an einem Objekt beteiligt sind. Ihrer Zeitung oder Zeitschrift. So gibt es u. a. auch eine Bildredaktion die sämtliches Bildmaterial verwaltet. Sie nimmt Fotos entgegen und archiviert sie. Nach Rubriken bzw.Themen. Auf die Tasche wird der Verwendungszweck wie: für welchen Zeitungsrubrik wie z. b. Politik, Wirtschaft, Peoples, Sport, Mode usw. für welchen Artikel, welche Ausgabe usw. vermerkt. Unter anderem auch der Fotograf. Meist liegen aber zu ein und dem selben Objekt mehrere Bilder von unterschiedlichen Fotografen vor. Ein zunehmend größeren Anteil davon, nehmen Fotos ein, die unaufgefordert dem Verlag geschickt wurden. So lange das noch Papierabzüge waren, wurde meist hinten auf dem Abzug, Objekt, Anlass, Datum, Fotograf etc. vermerkt. Was bei Dateien die per Anhang via E-mail kommen, sich etwas schwieriger gestaltet. Die meisten Verlage haben zusätzlich ein eigenes Bildarchiv. Sollten zum gleichen Aufnahme-Objekt Bilder vorliegen, werden diese ebenfalls berücksichtig. Außer es handelt sich um ein zeitnahes, also brandaktuelles Thema.

Von den schreibenden Redakteuren wird Bilmaterial vom Bildarchiv angefordert. Diese wählen dann die Bilder aus,die am besten zu ihrem redaktionellen Artikel passen. Ganz wichtig ist dabei für die Bilduntertitel, dass Text und Bild überein stimmen. Der Text geht zu den Schriftsetzern und das Bildmaterial geht in die Lithoabteilung welche Druckvorlagen herstellt. Diese Ergebnisse landen widerum dann bei der Seiten-Montage. Hier stellen Layouter die jeweiligen Seiten zusammen.

Bei all den Arbeiten und vielen anderen kleinen Einzelschritten kann eine falsche Information rein geraten, kann was übersehen oder verwechselt werden. Auch an diesen Mängeln, erkennt man den Qualitätsstandard eines Verlages, welcher jedoch keine Aussage über die Richtigkeit oder politische Ausrichtung gibt.

In deinem speziellen Fall wurde vermutlich kurzfristig ein Bild ausgewechselt. Das neu ausgewählte war von dir, aber es wurde vergessen, diese Änderung des Urhebers abzuändern.

Was ich dir raten würde:
Deine Wut ist einerseits berechtigt, anderseits völlig überzogen. Das Angebot des Verlage mit der Richtigstellung und einem eventuellem 2. Auftrag, mußt du annehmen. Die Situation ist nicht von so elementarer Bedeutung, wie DU sie diesem Vorgang zumißt. Zumindest für den Verlag nicht. Auch aus rechtlicher Sicht gibt es hier keine Möglichkeit. Sie haben eine Richtigstellung, also eine Art Nachbesserung angeboten. Das ist das Maximale was in so einer Situation möglich ist.

Und ganz ein wichtiger Tipp. Bitte keine Starallüren, bitte keine Hysterie. Dur wirst sonst als "Schwierig" eingestuft. Die brauchen deine Bilder nicht, auch wenn sich das jetzt sehr komisch anhört !!!
Seit Beginn der Digitalfotografie hat sich die unaufgeforderte Zusendung von Bildmaterial verzehnfacht. (Stand 2010). Heute darfst du vom 15-20 fachen ausgehen. Tja - und darunter sind auch viele "Freie Fotografen" und altgediente Pressefotografen oder Werbefotografen, also Profis, aber auch sehr oft echte Könner aus dem Amateurbereich.

Fahre deshalb bitte deine Emotionen auf ein verträgliches Maß herunter. Noch bist du Niemand, willst aber "Wer" werden. Nur - so geht es nicht ! Wie gesagt: Keiner tut sich freiwillig das an, wenn du bereits in so einer Alltagsituation bereits völlig die Fassung verlierst. Du kommst auf eine Liste, und daraußen bist du.
Man muss nicht schleimen, verstehe das nicht falsch. Aber den richtigen Ton mit Vetragspartner darf jeder einfordern. Das trifft aber für jeden Beruf oder Berufung zu.

Ich würde dir auch dringend zu einem Praktikum in einem Verlag raten. Aber kein 5-Tage-Programm. 2 - 3 Monate mit allen Abeteilungen. Da du leider keinerlei Zusammenhänge kennst, um so mehr irgendwelchen Illusionen hinterher läufst, wäre für dich am besten, dass du erst einmal das kennen lernst, auf das du zukünftig deine Berufkarriere aufbauen willst.

REINER
Ehemaliges Mitglied Beitrag 18 von 25
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Also ich würde es eher als "unangenehm" betrachten, wenn mein Name unter einem, sagen wir "schlechten", Bild stünde. Ansonsten kann ich Rainer E.M. nur zustimmen. Als Profi (Agentur) passiert mir das alltäglich, dass irgendwelche Printmedien den Fotocredit verwechseln. Hinzu kommt, dass gerade bestimmte Blätter nie in die Metadaten schauen. Manche Wurstblätter wissen bis heute nicht, was das sind: "Metadaten und Fotocredits". Aber da sollte ein Profi eigentlich seine © hinterlegt haben, um evtl. Rechtsmittel einlegen zu können.
Und dann noch etwas. Bestimmte Eitelkeiten legt man im Laufe der Jahre als Profi ab. Schlussendlich ist es Wurst, ob der Name darunter steht oder nicht, Hauptsache, das Honorar wird pünktlich überwiesen. Und dem Leser ist es sowieso völlig egal, wer das Foto gemacht hat, zumal viele, wenn nicht gar die meisten, Bilder über Agenturen vertickt werden. Und es ist schon selten, dass neben dapd; dpa, AP, Reuters etc. auch der Fotograf steht. Getty-Bilder sind übrigens "ordentlich" mit einem Credit versehen.
Ehemaliges Mitglied Beitrag 19 von 25
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Zitat: Reiner E. M. 19.09.12, 18:49Zum zitierten Beitrag... Fahre deshalb bitte deine Emotionen auf ein verträgliches Maß herunter. Noch bist du Niemand, willst aber "Wer" werden. Nur - so geht es nicht! ...


danke, reiner, dass du dir die zeit genommen hast.
deine antwort beleuchtet fachlich und sachlich alle faktoren, die zum dilemma der verlage gehoeren.
sehr fein!
Reiner E. M.   Beitrag 20 von 25
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@ Pixel Welten
......;-)))
die haben noch ganz andere Probleme. Das Wichtigste ist finanzieller Art. Ich wüsste keinen renomierten Verlag der heute noch Juhuuu... schreien könnte. Das Internet und die anderen elektronischen Medien wie Fernsehen, Radio etc. machen ihnen langsam den Garaus.
Unser Dozent für Mediekommunikation-u. wissenschaft sagte schon vor 40 Jahren: Nichts ist älter als eine Tageszeitung von gestern. Und er hat recht behalten.

Auch wir raten schon seit Jahren unseren Kunden ab, sündhaft teuere Anzeigen zu schalten !! Doch das ist eben die Haupteinnahmequelle jedes Verlages. Nehme ich heute die Wochenendausgabe der überreginalen "Süddeutschen Zeitung" in die Hand, wiegt die ca. 500g. Früher, oft über 1 Kg. Rubriken wie Immobilien, Autokauf, Antiquitäten, Verkäufe, Reisemarkt usw. usw. sind auf weit über die Hälfte zusammen geschmolzen. Heute tippt man in die Suchmaschine AutoScout 24 o. ä. und man hat den aktuellsten Stand.

Um diese Aktuallität mit den anderen Medien nur annähenert zu erreichen, gehen Tageszeitungen und Journale ebenfalls ins Internet. Die gedruckten Ausgaben, liegen in den Kaufkästen an der Straße.
Wobei man berücksichtigen muss, dass sich das Leseverhalten, insbesondere der jüngeren Generation, total verändert hat. Das schlimme daran ist eben für die Verlage, dass sie sich via Internet selbst noch eine hausinterne Konkurrenz aufbürden. Als hätten sie nicht schon mit den anderen Mitbewerbern einen ständigen Verträngungswettbewerb zu bewältigen.

Durch diese extrem angespannte Lage, wird gut ausgebildetes und erfahrenes Personal abgebaut, weil eben zu teuer. Immer mehr Hilfskräfte, sei es auf Teilzeit oder auf 400 EUR-Basis, werden angelernt. Zum Teil völlig Branchenfremd. Da muss man sich nicht wundern, wenn ständig was schief läuft. Schriftsetzer beherrschen die deutsche Sprache nicht mehr. Weder von der Grammatik noch von der Rechtschreibung. Warum? Weil an der Satzmaschine kein Schriftsetzer, sondern am Computer eine Dame oder Herr sitzen und die Texte reinklopfen ohne die nötige Qualifikation zu haben.
Als eine der wenigen Ausnahmen würde ich gerade noch Fachzeitschriften sehen.

Von der neuen Generation meiner Journalisten-Kollegen, will ich hier nicht lange referieren. Zur Ehrrettung muss ich jedoch sagen, es gibt auch noch positive Ausnahmeerscheinungen;-)

REINER
Ehemaliges Mitglied Beitrag 21 von 25
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ich bin auch schon laenger in der branche, und finds nicht verwunderlich, dass keiner der texter, von denen ich jemals ein manuskript bekam, jemals einen richtigen apostrophen beherrscht haette. die kloppen immer auf die tastatur, und das erste aehnliche zeichen muss genuegen (zumeist ein akzent).

sic transit und so.

ich geh jetzt kickern.
MatthiasausK Beitrag 22 von 25
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Sei doch froh über die Richtigstellung: Kein Mensch liest, wer das Titelbild fotografiert hat, die Richtigstellung wird sicher an prominenterer Stelle der Zeitschrift auftauchen. Und wer weiß, vielleicht nehmen sie ja dann gleich noch ein Foto von Dir.
Harald Walter Pöschel   Beitrag 23 von 25
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@reiner e.m.: ich bewundere dich jedesmal für deinen einsatz und deine hilfsbereitschaft, aber leider scheint auch hier wieder deine ganze schreib- und gedankenarbeit im leeren zu verpuffen, da die to sich nicht mehr an der diskussion beteiligen möchte. das ist sehr schade und wenn ich auch des öfteren "das macht mich traurig" ironisch in den raum werfe, meine ich es hier ausnahmsweise ohne ironie: das macht mich traurig!
Romana T.   Beitrag 24 von 25
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Tja, was gebt ihr auch nicht das einzig richtige Statement ab? Die Zeitung muss natùrlich die betreffende Ausgabe einstampfen und das ganze noch mal mit korrektem Namen neu drucken. Wer die 6' nicht ehrt ist die 42' nicht wert. ;-p
Peter I. Beitrag 25 von 25
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Zitat: Anika J. 18.09.12, 20:29Zum zitierten BeitragIch bin sehr verärgert, da dies mein erster großer Auftrag war und nun werde ich nicht viel davon haben.


That's life. Nimm mal irgendeine Tageszeitung in die Hand und zähle die unkorrekten Credits ...

Zitat:Kann man da rechtlich was machen?
Deren Angebot, das mit der Richtigstellung zu "versuchen" ist mir zu wenig/unsicher. Immerhin hängt da zu einem großen Teil mein Start in die Branche von ab..


Dein Start, fürchte ich, ist schon vergeigt, bevor es so richtig anfing. Reiner hat mehr als recht, wenn er Dich darauf hinweist, daß keine Redaktion unbedingt diesen oder jenen Fotografen braucht. Es gibt kaum einen Markt, der mehr Käufermarkt ist als dieser. Ergo muß man sich nicht der Gefahr aussetzen und nicht den Streß antun, wegen eines vergeigten Credits vor Gericht gezerrt zu werden oder ständig jemanden in den Ohren liegen zu haben.

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