OM-2n Langzeitbelichtung mit externem Blitz

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Captain D. Captain D. Beitrag 1 von 16
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Hallo,

habe vor einiger Zeit von meinem Vater seine OM-2n geerbt und damit schon einige sehr schöne Bilder gemacht. Die Belichtungsautomatik funktioniert, soweit ich das beurteilen kann, beim "normalen" Fotografieren einwandfrei. Der Belichtungsmesser in der Anzeige zeigt um ca. 2/3 Blenden zu lange Belichtungszeiten an (das habe ich im Vergleich mit den Belichtungsmessern zweier anderer Kameras festgestellt). Das hat aber wohl keinerlei Auswirkungen auf die Automatik.

Nun habe ich aber folgendes Problem:

Ich möchte Nachtaufnahmen machen, bei denen ich ein Motiv mit einem externen Blitz aufhelle. Dabei gehe ich folgendermaßen vor: Ich stelle die Kamera aufs Stativ und öffne mit dem Zeitauslöser den Verschluss. Dann blitze ich mit dem Blitz, den ich in der Hand halte, mehrmals das Motiv an.

Meine Hoffnung war, dass der Belichtungsmesser irgendwann genug einfallendes Licht gemessen hat und den Verschluss zumacht. Das ist aber nicht passiert. Auch nicht nach mehr als 2 Minuten und ca. 20-30 Blitzen.

Meine Frage ist: ist der Belichtungsmesser überhaupt in der Lage bei so einer Langzeitmessung das Licht von den Blitzen aufzuaddieren?

Freue mich auf eure Antworten,
Captain
Robby Fischer Robby Fischer   Beitrag 2 von 16
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Das könnte dir der Olympus-Doktor sagen. Habe Geduld. Er schaut gelegentlich hier vorbei.;o)

Ich könnte vermuten, der Kondensator ist beim Laden zu träge für Lichtblitze.
Jochen Busch Jochen Busch Beitrag 3 von 16
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Das kann die OM-2 zwar problemlos auch über längere Zeit und mit mehreren Blitzen, aber ich vermute mal, daß der überwiegende Teil des Bildes trotz der Blitze immer noch "nacht"-dunkel ist. Die Kamera kann natürlich keine Spotmessung auf Dein relativ kleines angeblitztes Motiv machen.

Gruß
Jochen
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KK Photo KK Photo Beitrag 4 von 16
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Da muss man wohl wieder mit der Leitzahl rechnen...
Bo) Bo) Beitrag 5 von 16
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Ich habe zusammen mit einer OM-1 ein Buch über das OM-System geerbt, darin steht, daß genau das, was Du beschreibst, gehen soll, bis 10 oder 15min Belichtungszeit (ab 2min jedoch zunehmend ungenau). Wenn Du nur punktuell aufhellen willst, mußt Du vielleicht eine Belichtungskorrektur vorgeben, damit die Bilder richtig werden. Ist Dein Blitz überhaupt stark genug? vielleicht hätte sie ja nach 100 Blitzen zugemacht?
Außerdem frißt diese Methode ziemlich viel Strom. Wenn die Batterie schon schwach ist, versagt vielleicht die Automatik während der Langzeitbelichtung. Ich hätte mir eine OM2 gewünscht, als ich das hier gemacht habe,

Frühlingsnacht Frühlingsnacht Bo) 10.01.12 7

aber wegen der Blitzfolgezeiten wäre ich nicht mit den maximal 15min. pro Negativ hingekommen... Nicht zu vergessen, daß die Kamera nach mehreren Minuten auch meistens schon genug Restlicht drauf hat, ohne daß man blitzt. Vielleicht nicht bei Blende 22, aber dann kommt ja auch vom Blitz fast nichts mehr durch. Ich hatte deshalb das Objektiv zwischen den Blitzen zugedeckt, und fast mit Offenblende fotografiert.

Funktioniert es in der dunklen Kammer, wenn Du die Automatik am Blitz (welcher überhaupt?) z.B. auf f/4 stellst, die Kamera auf f/8 abblendest, daß sie nach vier Blitzen zufrieden ist?
BenjH BenjH Beitrag 6 von 16
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Du kannst ja einfach austesten, ob es gegen eine
weisse Wand im Dunkeln funktioniert. Wenn dann der
Verschluss nicht zumacht, so weisst Du, dass der Beli
das nicht mitmacht.
Die Fehlanzeige für die Belichtung kommt höchst wahrscheinlich
von verwendeten Alkalin-Batterien. Die OM2 hat die
kuriose Eigenart, dass die Anzeige von der Ausgangsspannung
der Batterie abhängt, die effektive Belichtung im
Automatikmodus jedoch nicht, oberhalb einer Schwelle von
ca 1.3 Volt. Da die Alkalinbatterien einen stetigen
Spannungsabfall während ihrer Lebenszeit haben, sollte man
sie für die OM2 nicht verwenden, wenn man eine korrekte
Anzeige will. Die Silberoxid-Batterien sind jedoch ok.

Gruss, Benj
Jan Böttcher Jan Böttcher Beitrag 7 von 16
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Bo) schrieb:

Zitat:Ich habe zusammen mit einer OM-1 ein Buch über das OM-System
geerbt, darin steht, daß genau das, was Du beschreibst, gehen
soll, bis 10 oder 15min Belichtungszeit (ab 2min jedoch
zunehmend ungenau). ...


Mein Hinterkopf sagt mir, daß das Buch aus der Zeit der OM 2 ohne "n" stammt, ab der "n" wurde iirc nach 120 Sekunden Schluß gemacht. Zum Leidwesen der OM 2_ Langzeitbelichtungsfans, zur Freude der Batterie aller bei aufgesetztem Objektivdeckel in der Fototasche ausgelösten OM 2n (später fiel das "n" iirc auch wieder fort.

Der oben angerissene Besenkammertest sähe bei mir so aus: Kamera im richtig dunklen Raum auslösen, 120 Sekunden +X warten, dann einen Blitz auslösen, der mit Sicherheit reicht.
Captain D. Captain D. Beitrag 8 von 16
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Vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich werde das Experiment in mit dem Blitz in einer kleinen Kammer am Wochenende mal ausprobieren.

@Bo): so ähnlich hatte ich mir das auch vorgestellt, sehr schönes Bild! Allerdings war ich mit dem 24mm Weitwinkel am Hang unterhalb des Baums und habe den Baum von unten angeblitzt.

Als Blitz habe ich übrigens einen Vivitar zoom thyristor 285 verwendet. Der Blitzöffnungswinkel war auf die "Tele"-Einstellung gestellt und die Blitzleistung hatte ich auf niedrigster Stufe (1/16 Leistung). Die Anzeige am Blitz gibt an, dass ich mit dieser Einstellung beim verwendeten 400 ISO Film und einem Abstand von 7 Metern Blende 11 wählen soll.
Ich hatte Blende 5,6 und der Abstand lag zwischen 4 (zum Stamm) und 15 Metern (zur Baumkrone). Also nach der Skala sollten zumindest einige wenige Blitze ausreichen.
Jan Böttcher Jan Böttcher Beitrag 9 von 16
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Biltzreichweiten / -Leitzahlen nach Norm (plus Schwindel des Herstellers) werden so ermittelt, daß eine Zimmerdecke auch etwas Licht zum Motiv hin reflektiert.

Der Blitz auf "Tele" beleuchtet nur einen Teil des Baumes, die Kamera mißt das volle Format.

Wenn ich vor der Aufgabe stünde würde ich nicht auf 1/16 runterregeln (sondern den im Blitz eingebauten Sensor arbeiten lassen).
Bo) Bo) Beitrag 10 von 16
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Captain D. schrieb:

Zitat:Der Blitzöffnungswinkel war auf die
"Tele"-Einstellung gestellt und die Blitzleistung hatte ich auf
niedrigster Stufe (1/16 Leistung). Die Anzeige am Blitz gibt
an, dass ich mit dieser Einstellung beim verwendeten 400 ISO
Film und einem Abstand von 7 Metern Blende 11 wählen soll.


Bist Du sicher, daß Du da nicht Meter und Fuß verwechselt hast? in der Bedienungsanleitung ist eine Tabelle, die ich als Leitzahltabelle interpretieren würde. Die sagt Leitzahl 37 bei 50mm (Also mit 100ASA und f/1 kann man etwas 37m weit entferntes korrekt belichten. Eine Blende schließen ergibt jeweils eine um den Faktor 1/1.4 (genau: 1/wurzel(2) ) kürzere Reichweite. Ich hatte Deine Angaben mal auf 100 ASA, f/1 und volle Leistung umgerechnet und staunte doch etwas über die Leitzahl 120 in einem Aufsteckblitz...Moment mal, sagte die Tabelle: 120ft = 37m ;-)

Ich hatte für meine Bilder damals mit Leitzahlen rumgerechnet und in etwa richtig belichtete Bilder erhalten. Es geht zwar, ich muß aber sagen, daß eine Digiknipse zumindest als Blitzbelichtungsmesser hier echt gute Dienste leistet. Man kann damit die Feinheiten, wo genau das Licht hin soll, gleich beurteilen. Ich hatte auf 10 Bildern total doofe "Nasenschatten" eines Astes am Baumstamm, die ich erst beim genauen Hinsehen auf dem Display entdeckt habe. Beleuchtung 1/2 Meter weiter gestellt -> Problem gelöst.

Selbstportrait mit neuer Jeans Selbstportrait mit neu… Bo) 11.05.12 7

Der Film wäre noch das wenigste gewesen, aber die Schlepperei zur Eiche und vor allem die Gelegenheit, wenn Jahreszeit und Wetter (und evtl Mondphase) mal passen...
thumb „Das könnte
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Robby Fischer Robby Fischer   Beitrag 11 von 16
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Ich würde beim Test eine meiner DSLR als Kontrolle einsetzen.

Übrigens wäre die neue, digitale OM-D optimal für solche Tests. Die zeigt während der Langzeitaufnahme in gewissen Zyklen den Status des Bildes an.
Captain D. Captain D. Beitrag 12 von 16
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Jetzt habe ich das experiment mit dem Blitz in der Besenkammer gemacht. Die Kamera scheint das Blitzlicht mehrerer Blitze aufzuaddieren.

Außerdem hatte ich tatsächlich Füße mit Metern verwechselt, danke für den Hinweis! Ich hatte also einfach zu wenig Licht.

In der Praxis heißt das wohl für mich, dass ich die Blende weiter aufmachen muss und eine bessere Beleuchtung brauche.

Ich vermute, dass ich mit einem starken Strahler für Langzeitaufnahmen mit stillstehendem Motiv besser dran bin?
Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt?
Bo) Bo) Beitrag 13 von 16
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Ob Dauerlicht oder Blitz besser ist, hängt davon ab, welchen Effekt Du erreichen willst, evtl. auch davon, ob Du bei der Aufnahme Helfer hast oder alleine bist. Ich wollte eigentlich alles mit einem Blitz (bzw. mehreren, aber alle synchron) ausleuchten, weil ich dadurch das Licht / den Himmel im Hintergrund ziemmlich frei in der Helligkeit wählen kann. Ich kann also auch Bilder mit farbigem Abendhimmel machen, die schwierig werden, wenn man mit der Lampe zu lange zum Herumgehen braucht. Andererseits friert mir der Blitzt alle Bewegungen ein, auch wenn es interessant wäre, die Bewegung im Wind (oder durch einen Assistenten) zu erfassen. Man sieht auch bei Dauerlicht eher was man tut (wenn man keine digitale Kontrolle hat). Blitze (Ich nehme die alten Metz 45CT-1 und Metz 402) sind relativ leicht im Vergleich zu ausreichendem Dauerlicht aus Halogenlampen (deren Licht man mit blauen Korrekturfiltern in Tageslicht ummünzen kann). LEDs sind zwar inzwischen sehr hell, aber sind keine echten Tageslicht-Strahler, d.h. Du mußt mit Farbfehlern rechnen. Digitalos machen einfach den entspr. Weißabgleich, aber für mich war das Blitzlicht auch deshalb das Mittel der Wahl.
Captain D. Captain D. Beitrag 14 von 16
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Bis jetzt verwende ich ausschließlich Negativfilm, d.h. den Weißabgleich kann ich problemlos hinterher machen.

Das Bild mit dem Baum sollte schwaz-weiß werden. Habe dazu den Kodak BW 400 CN verwendet. Ein Überlegung war dabei, mittels Grünfilter den Kontrast zwischen Blättern und Stamm zu erhöhen (Blätter hell, Stamm dunkel).

Welche Leistung bräuchte ich bei einem Strahler, wenn ich Objekte in maximal 15 m Entfernung aufhellen will und möchte, dass ein Foto nicht länger also 2 Minuten dauert?
MatthiasausK MatthiasausK Beitrag 15 von 16
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Eigentlich ist das Thema doch gar nicht so schwierig, wenn man einen guten Belichtungsmesser hat - Du mußt "nur" die Belichtung für hinten und vorne ermitteln:

1.) Du rechnest Die Blende aus, die Du für Deinen Blitz und das Motiv im Vordergrund benötigst - Leitzahlrechnung tuts.

2.) Du mißt die Belichtung für den Hintergrund und rechnest aus, wie lange Du belichten mußt für die unter 1.) ermittelte Blende (mit dem guten Belichtungsmesser und wenn möglich Lichtmessung, der Kamerabelichtungsmesser wird bei ziemlicher Dunkelheit keine große Hilfe sein).

Dann stellst Du diese Blende an der Kamera ein, löst Kamera und Blitz im Manuell-Modus aus und hältst den Verschluß so lange wie ausgerechnet offen. Dann sind Vordergrund und Hintergrund ziemlich gut belichtet.

(Wenn der Hintergrund weit genug vom Vordergrund entfernt ist und vom Blitz nicht zu sehr belichtet wird und der Hintergrund nicht sehr hell ist, natürlich).

Beim Beispielbild "Baum" in einer so hellen Frühlingsnacht sollte die Belichtung bei nur wenigen Sekunden liegen. Wenns mal etwas länger dauert ... dann mußt Du nochmal googeln, was der Schwarzschild-Effekt ist.



Nachricht bearbeitet (21:21)
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