Fotochemie mit destilliertem Wasser

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Co.ko. Co.ko. Beitrag 1 von 17
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Hallo zusammen

Ich mache es kurz und knapp:
Kann Fotochemie (Entwickler, Stop und Fixierer) mit dest. Wasser angesetzt werden oder wird in gewissen Situationen davon abgeraten?

Gruss
Coko
Jan Böttcher Jan Böttcher Beitrag 2 von 17
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Ja (zum ersten Teil). Nein (zum zweiten Teil).
BenjH BenjH Beitrag 3 von 17
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Im Wesentlichen wie Jan, nur mit einigen Einschränkungen:


1. Einige Hersteller (z.B. Mörsch für Finol) raten zu demineralisiertem Wasser für den Entwickler, wenn das Wasser aus der Leitung sehr mineralhaltig ist.
2. Bis auf diesen Fall wird abgeraten, wenn unnötige Ausgaben vermieden werden sollten.

Noch ein Detail: Das demineralisierte Wasser, das man überall kriegt, ist nicht destilliert. Es enthält meist nichtionische gelöste Substanzen, die sehr hässliche Flecken auf dem Film hinterlassen können, wenn dieses Wasser, oder was immer das ist, für die Schlussspülung verwendet wird.
Tassilo der letzte Tassilo der letzte Beitrag 4 von 17
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@ BenjH,
der Fehler liegt darin nur den letzten Spülgang mit demineralisiertem Wasser zu machen. Darin tummeln sich natürlich noch allerlei gelöste Substanzen die beim trocknen auf dem Film zurück bleiben. Wenn du die letzten drei Spülgänge mit demineralisiertem Wasser machst wist du nie wieder, nach dem trocknen, irgendeinen Rückstand auf deinem Film finden.
Oder, was dann richtig bekloppt ist, es wird dem letzten Spülgang mit demineralisiertem Wasser ein Netzmittel beigegeben. Dann ist natürlich wieder reichlich Zeugs im Wasser das beim trocknen auf dem Film zurück bleibt.

Noch zur Eingangsfrage, ich, zum Beispiel, setze meine Chemie für die Filmentwicklung immer mit demineralisiertem Wasser an. Aus dem einfachen Grund, dass die Berliner Wasserbetriebe in meiner Gegend im Leitungswasser Sachen mitliefern, die auf meinen Filmen zu unschönen punktuellen Schäden in der Emulsion führen.
BenjH BenjH Beitrag 5 von 17
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Zitat: Tassilo der letzte 26.09.17, 22:20Zum zitierten Beitrag@ BenjH,
der Fehler liegt darin nur den letzten Spülgang mit demineralisiertem Wasser zu machen. Darin tummeln sich natürlich noch allerlei gelöste Substanzen die beim trocknen auf dem Film zurück bleiben. Wenn du die letzten drei Spülgänge mit demineralisiertem Wasser machst wist du nie wieder, nach dem trocknen, irgendeinen Rückstand auf deinem Film finden.


Gib ein paar Tropfen auf eine Spiegelfläche und lass sie eintrocknen. Dann siehst Du, dass es noch Rückstände hat. Jedenfalls war das so bei dem "destillatgleichen" Wasser, als solches wird das verkauft, das ich gekauft hatte. Möglicherweise hängt es auch von der Methode ab, mit der demineralisiert wird. Wenn es über Ionenaustauscher erfolgt, so bleiben die nichtionischen Bestandteile drin. Für Batterien, wo das früher viel verwendet wurde, spielt es keine Rolle.
Das Problem war bei mir virulent, wenn ich die Filme klatschnass aufgehängt habe, ohne Netzmittel und ohne Schleudern. Inzwischen verwende ich richtig destilliertes Wasser, selbst hergestellt, und dazu schleudere ich noch in der Waschmaschine. Seither sind die Negative perfekt, wenigstens von diesem Askpekt her.
Analogue Analogue Beitrag 6 von 17
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In fast allen demineralisierten Wasser befinden sich nicht unerhebliche Mengen Schimmelsporen. Das liegt an der Art der Herstellung. Das Wasser wird einfach nur durch einen Ionentauscher gepresst. Da sammelt sich natürlich jede Menge Siff und Pilze. Im Bügeleisen und der Autobatterie ist das nicht schlimm. Im Entwickler mit organischen Bestandteilen der Wochenlang bei Zimmertemperatur herumsteht ist das weniger schön. Das Bad B vom Diafine und Xtol sind mir schon so gestorben.
Abgekochtes Wasser ist vollkommen ausreichend.
Tassilo der letzte Tassilo der letzte Beitrag 7 von 17
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Da habe ich mit demineralisiertem Wasser ein glücklicheres Händchen oder den toleranteren Entwickler. Wenn ich den Atomal ansetze fülle ich ihn immer, randvoll, in 100ml Apüthekerflaschen. Letzte Woche habe ich einen Testfilm entwickelt mit einem Ansatz der seit einem Jahr im Schrank stand. Hat noch entwickelt wie frisch angesetzt. Bisher habe ich dem Ansatz nicht mehr als ein halbes Jahr zugetraut.
Analogue Analogue Beitrag 8 von 17
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Lag vielleicht auch daran das das Wasser schon Monate im Laden stand.
BenjH BenjH Beitrag 9 von 17
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Der Wikipedia-Artikel dazu ist interessant. Offenbar wird zum Teil Oberflächenwasser als Ausgangsmaterial verwendet. Ferner: Falls das Wasser steril ist, so darf es "destillatgleich" genannt werden, was eine Irreführung ist.

Wahrscheinlich hängt die Qualität vom Hersteller ab. Meine Empfehlung nach eigener schlechter Erfahrung: Wenn das für die Schlusswässerung verwendet wird, so lasst etwas von der Flüssigkeit auf einer Spiegelfläche eintrocknen und prüft, ob es rückstandsfrei verdunstet.
Jan Böttcher Jan Böttcher Beitrag 10 von 17
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Früher [tm], in diesem Falle "vor dem Krieg", da gab es unter Profis ja noch den Rat, sein Ansatzwasser am Vorabend abzukochen (Stichwort "Kalkschutz").

Seit "neulich" (also mindestens seit den 1960er Jahren in der Bundesrepubik Deutschland) haben die Hersteller bzw. Vertreiber von NORMALER Fotochemie (also nicht die Drecksbuden, die miese Qualität und damit miese Resultate beim Anwender entschuldigen mußten, sondern eben Tetenal und so) WIMRE Leitungswasser empfohlen. Nicht umsonst geben die ja immer Natriumsulfit mit in ihre Chemikalienmischungen.

Dann kam eine Zeit der Trockenflecken und das Mißtrauen gegenüber den Systemmedien etc. kam auf und wir setzten uns alle Aluhüte auf, damit weder die Russen noch die CIA uns mit ELF-Wellen verstrahlen konnten, und man ging dazu über Mirasol, Agepon etc. zu verteufeln, und es kam der Rat auf, destilliertes Wasser für die Schlußspülung der Filme zu verwenden.

Dann kam die Phase der Digital Natives, die von tuten und blasen gar keine Ahnung hatten, und die sich ihr "Wissen" von irgendwelchen Voll-HONKs in Youtube Tutorials gesogen haben. Diese Voll-HONKs tragen teilweise Perücken über ihren Alu-Hüten, sind also manchmal schwer zu erkennen - und die rieten dann dazu, ALLES nur noch mit destilliertem Wasser anzusetzen. Noch etwas später kamen dann die Schlauberger, die das Abwasser aus ihrem Wäschetrockner (mit nur ganz wenig Fusseln drin) als destilliertes Wasser erkannten ...

Sei es, wie es ist. Normal sollte Leitungswasser für Entwickler, Stoppbad, Fixierer, Wässerung und Netzmittel genügen. Destilliertes Wasser (also echtes destilliertes Wasser) kann nicht schaden (für die Schlußwässerung vielleicht sogar empfehelnswert, wenn man gutes hat). Halbseidenes destilliertes Wasser sollte man auf jeden Fall vor dem Ansatz levitieren.
MatthiasausK MatthiasausK Beitrag 11 von 17
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Die Firma Grander hat mir leider nie geantwortet, als ich nach Anwendung von Granderwasser im Fotolabor gefragt habe ...
TomS.. TomS.. Beitrag 12 von 17
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Zitat: MatthiasausK 29.09.17, 15:46Zum zitierten BeitragDie Firma Grander hat mir leider nie geantwortet, als ich nach Anwendung von Granderwasser im Fotolabor gefragt habe ...

Kann man problemlos verwenden. Ändert aber nix, bleibt Leitungswasser (zumindest in der fotografischen Anwendung).
Thomas.T. Thomas.T. Beitrag 13 von 17
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Zitat: BenjH 26.09.17, 21:57Zum zitierten Beitrag...
....
Noch ein Detail: Das demineralisierte Wasser, das man überall kriegt, ist nicht destilliert. Es enthält meist nichtionische gelöste Substanzen, die sehr hässliche Flecken auf dem Film hinterlassen können, wenn dieses Wasser, oder was immer das ist, für die Schlussspülung verwendet wird.


Wenn ich mich aus der Chemie recht erinnere, sind in Wasser nichtionisch gelöste Substanzen etwa so wahrscheinlich wie das soziale Bewusstsein bei D. Trump. Es gibt zwar eine enge Vermengung von Wasser und an sich nicht lösbaren Substanzen, aber das nennt sich dann Emulsion - Milch z.B. ist so etwas. Die sollte man aber in demineralisiertem Wasser nicht erwarten dürfen, denn die würden auch eine Autobatterie vorzeitig über den Jordan schicken.

Demineralisiertes Wasser ist aber nicht keimfrei im pharmazeutischen Sinn. Allerdings - auch in destilliertes Wasser können sich Keime hereinkommen, wenn das Zeug offen steht. Für unsere Zwecke sollte also demineralisiertes Wasser völlig ausreichen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde gerade bei Xtol der Ansatz mit demineralisiertem Wasser empfohlen, weil die Ionenfracht in gewöhnlichem Leitungswasser für den sudden death der Stammlösung verantwortlich gemacht wurde. Das Wasser noch einmal abkochen empfinde ich persönlich als übertrieben, wenn da früher Probleme auftraten, würde ich deren Ursache eher bei der Lagerung des Wassers oder im Umgang damit vermuten.
Jan Böttcher Jan Böttcher Beitrag 14 von 17
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Zitat: Thomas.T. 04.10.17, 18:03Zum zitierten BeitragZitat: BenjH 26.09.17, 21:57Zum zitierten Beitrag... Noch ein Detail: Das demineralisierte Wasser, das man überall kriegt, ist nicht destilliert. Es enthält meist nichtionische gelöste Substanzen, die sehr hässliche Flecken auf dem Film hinterlassen können, wenn dieses Wasser, oder was immer das ist, für die Schlussspülung verwendet wird.Wenn ich mich aus der Chemie recht erinnere, sind in Wasser nichtionisch gelöste Substanzen etwa so wahrscheinlich wie das soziale Bewusstsein bei D. Trump. ...
Mal angenommen, wir wollen das so verstehen, daß es hieße "ist nahezu Nullokommagarnichts", so deckt sich das nicht mit meinen Erinnerungen.

Aber davon mal ab, ist es für die ursprüngliche Frage vielleicht auch gar nicht unbedingt nötig zwischen ionischen Lösungen, nichtionischen Lösungen, kolloidalen (Schein-) Lösungen, Emulsionen, Dispersionen, Suspensionen zu filetieren - und wenn doch, dann sollten wir gerade bei der von Dir angeführten Milch hier unbedingt noch darauf hinweisen, daß das Milchfett zwar emulgiert ist, das Kasein jedoch suspergiert!
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 15 von 17
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Zitat: Analogue 28.09.17, 18:12Zum zitierten BeitragLag vielleicht auch daran das das Wasser schon Monate im Laden stand.

Und wie kommen die Schimmelsporen dann in die Flasche?

Außerdem geht von Schimmelsporen erst einmal keine Gefahr aus. Die sind sowieso ständig um uns herum. Und zwar reichlich.

Zur Ausgangsfrage: Es kann vorteilhaft sein, ist praktisch nie nachteilig, destilliertes oder demineralisiertes Wasser zu verwenden für alle Lösungen und die Schlußwässerung (für den meisten Teil des Wässerns genügt normales Wasser.)

Der praktischste Vorteil dabei ist, dass Du, wenn Du das im Laden kaufst, immer ausreichend Kanister zum Entsorgen hast.
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