Dies ist eine Bezahl-Funktion
Premium-Nutzer knnen schon ab 4 € im Monat alle Funktionen der fotocommunity nutzen.
  • In allen Foren lesen und schreiben
  • Aktbilder hochladen und anschauen
  • Am Galerie-Voting teilnehmen
  • Bis zu 30 Fotos pro Woche hochladen
> Jetzt Premium-Mitglied werden
 

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unseren Webseiten zu analysieren. Auerdem geben wir Informationen zu Deiner Nutzung unserer Webseiten an unsere Partner fr Emails, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen

 
 

ber- lagert

Fotoausstellung im Industrie- und Filmmuseum Wolfen vom
21.11. bis 24.01.2016


In einer Filmfabrik eine Fotoausstellung zu zeigen, klingt nun nicht nach einer auergewhnlichen Idee. Und selbst, wenn es sich dabei um analoge Fotografie handelt, so liegt das immer noch im Rahmen des Erwartbaren.
Wenn aber der klassische Fotofilm, der hierzu benutzt wird, schon 20 Jahre und mehr berlagert ist, dann fngt die Sache doch an ungewhnlich zu werden.
Bei einem Streifzug durchs Internet fiel Uwe Holz, dem Leiter des Industrie- und Filmmuseums Wolfen, eine Gruppe auf, die sich genau in diesem ungewhnlichen Bereich der Fotografie tummelt. Sicher gibt es im Zeitalter der digitalen Fotografie einfachere Methoden zu Bildern zu kommen. Vor allem zu qualitativ besseren Aufnahmen. Und es ist ja mit der Digitalisierung der Fotografie geradezu unmglich geworden, technisch schlechte Bilder zu machen. Ein Punkt, der einige Fotografien zum Nachdenken brachte. Was tun?
Eine Antwort auf den fortschreitenden digitalen Perfektionismus ist die Lomografie, die mittlerweile eine gewisse Bekanntschaft erlangt hat.

Eine andere Antwort sind die Arbeiten, die nun vom 21.11.15 bis zum 24.01.2016 im Industrie- und Filmmuseum Wolfen zu sehen und von den Amateurfotografen Christel und Ewald Lcke, Peter Schwindt, Birgit Streich, Roger Schmidt, Steffen Lser, Michael Drr und Maike Venzel-Terbrggen angefertigt worden sind.
Wieso fotografiert jemand mit berlagertem Film? Ein Grund ist sicherlich der sich immer einstellende berraschungseffekt, wenn der Negativfilm aus dem Entwicklerbad kommt. Wie sehr war der Film berlagert? Wie hat sich die Krnigkeit verndert? Sind eventuell noch andere Folgen langer Lagerung aufgetreten?
So wird jede berlagerte Filmpackung zur berraschungstte. Beim genaueren Betrachten der Aufnahmen, die in Wolfen in der Mehrzahl als Print vom Scan vorliegen, entdeckt der Betrachter eine lngst verloren geglaubte Patina, die wahrscheinlich als Funktion per Knopfdruck von jedem besseren Bildbearbeitungsprogramm abgerufen werden knnte. Nur halt mit dem Unterschied, dass es sich hier um den anlagen Originaleffekt handelt. Die von Natur aus instabile Filmchemie entwickelt ein immer strkeres Eigenleben und lsst sich bei weitem nicht so steuern wie die bits und bytes auf einem Datentrger. Kontrollverlust ber das Arbeitsmaterial zuzulassen und zum Prinzip einer Gestaltung zu machen, dazu gehrt ein wenig fotografischer Mut. Der Mut, Dinge nun einfach mal passieren zu lassen.

Ein Paradigmenwechsel. Denn eigentlich dient jeder einzelne Knopf an der Kamera doch genau dazu, die Kontrolle ber das Ergebnis zu behalten. Die Ausstellung fhrt auch vor Augen, dass sich mit der digitalen Fotografie unsere Art und Weise, wie wir Bilder betrachten, verndert hat. Technische Parameter haben, wie oft zu hren, eine sehr hohe Bedeutung erlangt, die Motiv und Gestaltung, die Schaffung von Atmosphre rcken fter (immer fter?) in den Hintergrund. Mit technischer Perfektion in der Abbildung knnen die in Wolfen gezeigten Aufnahmen nicht punkten. Aber vielleicht ist es genau das, was die Bilder aus der uns umgebenden Bilderflut hebt. Und vielleicht ist es genau das, was dies ausstellenden Fotografen zu dieser Art von Arbeit gefhrt hat.
Sie alle arbeiten auch mit hochwertiger digitaler Ausstattung und wissen, was auf diesem Wege machbar ist und wre. Und dennoch ist fr sie der analoge Weg mit unberechenbarem Material auch eine weitere Mglichkeit, sich fotografisch kreativ zu bettigen. Ob diese Art der Lichtbildnerei in die Unzahl von Retro-Bewegungen einzuordnen sind, muss nun jeder fr sich selbst entscheiden. Aber vielleicht verhlt es sich hier wie mit der CD und der Platte aus Vinyl. Auf jeden Fall aber ist Dialog zwischen Bild und Betrachter mglich.

ffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr Montag geschlossen Eintritt: 5,- / 2,50 Euro

Industrie- und Filmmuseum Wolfen
Veranstaltungsart:
Veranstaltungstipp
Datum:
21.11.2015, 14:00 Uhr
Dauer: 65 Tage
Ort:
Industrie- und Filmmuseum Wolfen
Bunsenstrae
06766 Bitterfeld-Wolfen
Deutschland
Ansprechpartner:
Lleizar S.
Astradyne