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Panoramafotografie Teil 4 – Darstellung und Präsentation von Panoramabildern

Hafenmole in Fecamp

Hafenmole in Fecamp

Und weiter geht es: im vierten Teil seiner Serie zur Panoramafotografie, beschreibt Martin Wolfert, bei uns als „lichttraeumer” unterwegs, die Darstellung und Präsentation von Panoramabildern.

Bereits erschienen:

  1. Panoramen aus der Hand
  2. Panoramafotografie mittels Nodalpunktadapter
  3. Panoramafotografie Teil 3 – 360×180 Grad Panoramen vom Einbeinstativ

Martin Wolfert alias „lichttraeumer”:
In den letzten Beiträgen habe ich über meine Erfahrungen über die Erstellung von Panoramabildern weitergegeben. Dieser Artikel zäumt das Pferd von einer anderen Seite auf: die Darstellung und Präsentation von Panoramabildern.

Neben einer kurzen technischen Erklärung von zwei Projektionsarten, kommen wir heute in den Bereich der künstlerischen Darstellung von Panoramen. Irgendwann möchte man die mühsam angefertigten Panoramen auch jemandem zeigen, sei es als Bild auf einer Webseite, als interaktives Panorama oder auch als Druck.

Gleichwohl sei erwähnt, dass ich an diese Stelle keine wissenschaftliche Abhandlung über Projektionen halten werde, sondern in aller Kürze die beiden Projektionen aufzeigen möchte, die ich sowohl für Druck, als auch für interaktive Panoramabilder benutze.
Es gilt die Aussage: Geschmäcker sind verschieden und darstellende Kunst in „gut “ oder „schlecht “ einzuordnen, liegt im Auge des Betrachters. Beide Projektionen haben, je nach Motiv, ihren eigenen Charme, den es zu entdecken gilt.

Die zylindrische Projektion
Wie der Name schon sagt, bildet die zylindrische Projektion ein Panorama so ab, als stünde man im Inneren eines Zylinders und drehte sich 360° um die eigene Achse.
Dabei werden vertikale Linien und Objekte auch vertikal dargestellt. Horizontale Linien werden jedoch gebeugt dargestellt. In der Regel erscheint die Darstellung von Panoramen mittels einer zylindrischen Projektion bei einem maximalen vertikalen Winkel von 120° als sinnvoll. Kurz erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Mercator Projektion als „Unterart“ der zylindrischen Projektion. Diese Art der zylindrischen Projektion streckt die vertikalen Linien ein wenig mehr, als die „normale“ zylindrische Projektion.

Die equirectangulare Projektion
Man kann dazu auch einfach „sphärische Projektion“ sagen. Diese Projektionsart basiert auf einer Kugel und wird daher sehr gerne für interaktive Panoramen und virtuelle Rundgänge im Internet benutzt. Dabei werden üblicherweise 360° in der horizontalen und 180° in der vertikalen angezeigt.

Die Little Planet Projektion ist an dieser Stelle mit Absicht außen vor, da ich darüber einen gesonderten Artikel verfassen werde.

Die optimale Projektion
Welche Projektion ist nun besser, welche Projektion wird für welches Medium benutzt?
Hier gibt es keinen Königsweg, sondern aus meiner Sicht nur persönliche Vorlieben oder eben auch Kundenvorgaben. Meine Kunden erwarten von mir z.B. generell 360×180° Panoramen in sphärischer Projektion mit sauber retuschiertem Nadir, da ich aktuell hauptsächlich Panoramen für die interaktive Präsentation im Internet anfertige.

Wenn ich Panoramen für mich persönlich anfertige, um ein Fotobuch oder einen Druck zu gestalten, dann spiele ich mit den Projektionen – je nach Motiv – ein wenig herum und entscheide mich dann für das, was mir am Besten gefällt.

Nehmt Euch die Zeit und auch die Freiheit mit Eurer Panoramasoftware zu experimentieren.
Oftmals ist es auch förderlich, bekannte Regeln mit Absicht zu brechen um Neues generieren zu können. Gerne zitiere ich an dieser Steve Jobs: stay hungry, stay foolish.

Entscheidet bei den nun folgenden Panoramen selbst was gefällt, oder was nicht; bei jedem Motiv habe ich vermerkt, wieso ich mich für diese Art von Projektion entschieden habe.

1. Chateau Pirou

Chateau Pirou in der Normandie

Chateau Pirou in der Normandie

Hier habe ich eine zylindrische Projektion von ca. 120° gewählt, da mich die Verzerrung der Bäume im oberen Bereich des Panoramas störten.

2. Fort Schoenenbourg – Küche

Küche des Forts Schoenenbourg

Küche des Forts Schoenenbourg

Das Muster des Küchenbodens erfordert meiner Meinung nach eine sphärische Projektion.

3. Ste. Valery en Caux

Yachthafen in Ste. Valery en Caux

Yachthafen in Ste. Valery en Caux

An dieser Stelle finde ich die Streckung der vertikalen Linien durch die Mercator Projektion passender als bei einer klassischen, zylindrischen Projektion. Eine sphärische Projektion hätte mit dominanten Kurven im Nadir-Bereich vom eigentlichen Motiv abgelenkt.

4. Chateau de Sassetot

Chateau de Sassetot in der Normandie

Chateau de Sassetot in der Normandie

Hier unterstützen die kurvigen Formen der sphärischen Projektion im unteren Bereich die Spannung im Bild.