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Fotos verkaufen: Welche Fotos sind geeignet?

fotosverkaufenIn der fotocommunity habt Ihr die Möglichkeit, Eure Fotos zum Verkauf anzubieten und Eure fotografische Leidenschaft zu Geld zu machen. Alle zum Verkauf freigegebenen Fotos finden sich im Bereich Fotos kaufen, der direkt über das Menü der fotocommunity zu erreichen ist – zudem wird potenziellen Käufern ein gut sichtbarer Kauf-Button unter jedem kaufbaren Foto angezeigt. Ihr habt die Möglichkeit, Eure zum Verkauf stehenden Bilder in hoher Auflösung hochzuladen (was auch nachträglich noch möglich ist), sodass sie von Euren Käufern als Ausbelichtung in bewährter WhiteWall-Qualität bezogen werden können. In naher Zukunft wird Fotoverkäufern als zusätzliche Einnahmequelle der Verkauf von Fotos als lizenzierte Downloads ermöglicht.  Zeit also für eine nähere Betrachtung der Bilder, die zum Verkauf angeboten werden. Welche Fotos sich eignen, verrät Euch hier einer, der es wissen muss: Fotoproduzent Robert Kneschke verkauft im Monat über 15.000 Fotos.

Wer als Fotograf seine Fotos verkaufen will, muss sich eins als erstes klar machen: Er wird ein Dienstleister und ist nur in zweiter Linie ein Künstler. Die Leute kaufen in der Regel keine Fotos, weil der Fotograf so bekannt und beliebt ist (es sei denn, sie heißen Gursky, Sherman oder Stieglitz), sondern weil sie von dem Foto etwas haben, weil das Bild einen Zweck erfüllt.

Je nach Verwendungszweck kann der Markt für verkäufliche Fotos ganz grob in zwei Bereiche eingeteilt werden: Ich nenne den ersten den „Fine Art Markt“ und den zweiten (wie mein gleichnamiges Buch) „Stockfotografie“. Im „Fine Art Markt“ werden in der Regel Produkte verkauft – in der fotocommunity sind dies die ausbelichteten Fotos, die sich der Käufer an die eigene Wohnzimmerwand oder ins Büro hängt. Bei der „Stockfotografie“ werden üblicherweise nicht die Fotos als solche, sondern Nutzungsrechte und Bildlizenzen verkauft und der Käufer erhält die Bilder als digitalen Download – diese Verkaufsmöglichkeit soll auch in der fotocommunity bald zur Verfügung stehen. Meist sind die Kunden Redaktionen oder Werbeagenturen, welche die Bilder entweder als Illustration für journalistische Artikel nutzen wollen oder als Bebilderung von Flyern, Werbeanzeigen, Webseiten und so weiter.

Schönheit & Universalität

Der Zweck von „Fine Art Fotos“ ist – vereinfacht gesagt – Schönheit. Die Leute wollen mit den Produkten ihre Wohnung dekorieren, ein Wartezimmer oder ein Büro. Es soll schöne Gefühle auslösen, es muss zur Wohnungseinrichtung passen und es muss so universell sein, dass es nach langer Zeit ansehnlich ist.

In der „Stockfotografie“ ist das Bild nur Mittel zum Zweck. Es soll entweder einen Sachverhalt verdeutlichen (in einem Zeitungsartikel), oder die Aufmerksamkeit der Leser wecken, damit diese überhaupt einen Text lesen oder eine Werbung wahrnehmen. Schönheit ist hier optional, wichtiger ist der Nutzen. Hilft das Bild, einen Text oder ein Produkt zu verkaufen? Wenn ja, dann ist es ein gutes Stockfoto. Die Preise für Stockfotos sind relativ gering im Vergleich zu Auftragsarbeiten, aber sie können mehrfach verkauft werden.

Das Zauberwort ist deshalb: Universalität. Je vielseitiger ein Foto eingesetzt werden kann, desto mehr Kunden könnten es gebrauchen und desto lukrativer ist das Motiv für den Fotografen.

Schauen wir uns an, welche Motive auf den beiden Märkten am besten laufen.

Im „Fine Art“-Bereich zählt wie gesagt die Schönheit. Anmut, Ästhetik und Entspannung sind hier die wichtigen Stichworte.

Hell, warm und harmonisch: Positive Emotionen wecken

Was verkauft sich demnach nicht? Kaum jemand möchte ein Foto aufhängen, was Hektik verströmt, keiner möchte lange auf ein Bild mit beißenden Farben und unappetitlichen Motiven sehen oder an unangenehme Fakten erinnert werden. Nehmen wir als Beispiel ein gelungenes und anrührendes Foto, das Aids-Waisen in Westafrika abbildet. Die Chancen, davon Leinwanddrucke für das Wohnzimmer zu verkaufen, sind aber mehr als gering, weil die Leute nach dem Feierabend nicht an das Elend in der Dritten Welt erinnert werden wollen.

Bevorzugt werden eher romantische, niedliche und beeindruckende Motive. Atemberaubende Landschaften mit überwältigenden Wettererscheinungen, süße Tierkinder oder generell anthropomorphisierende Tierportraits, also Bilder, bei denen der Anschein entsteht, ein Tier hätte menschliche Eigenschaften. Ein gutes Beispiel ist dieses Geckofoto von norBÄRt, das im Bereich “Fotos kaufen” der fotocommunity zu finden ist:

bildschirmakrobat

Bildschirmakrobat von n o r B Ä R t

Ein Foto sollte lieber positive Emotionen wecken als negative Gefühle. Wenn einem beim Anblick eines Bildes „das Herz aufgeht“, ist man auf dem richtigen Weg. Eine feine Gratwanderung hingegen sind Fotos wie „Misty Morning“ von Chr. Müller.

misty morning... von Chr. Müller

misty morning… von Chr. Müller

Es drückt zum einen Ruhe und Harmonie aus, kann aber je nach Betrachter schon zu viel von den negativen Empfindungen Kälte und Einsamkeit enthalten. Auch bei dem Toskana-Foto von Sterni kann die Wirkung zwischen majestätisch und unheimlich schwanken.

[ A U S Z E I T - 07 ] Toskana von Sterni .

[ A U S Z E I T – 07 ] Toskana von Sterni .

Als Faustregel gilt daher: Eher hell als dunkel, lieber warme als kühle Farben, lieber lustige als traurige Motive.

Menschen: Ja oder Nein?

Menschen gehen im Fine Art-Bereich im Gegensatz zur Stockfotografie auch nicht so gut, weil die Leute sich ungern fremde Personen ins Zuhause hängen. Man fühlt sich dann schnell beobachtet und die Anwesenheit einer weiteren „Persönlichkeit“ behagt vielen Leuten nicht. Deswegen ist es kein Wunder, dass entpersonifizierte Körper, seien es leicht oder gar nicht bekleidete Männer- oder Frauenkörper, noch die besten Chancen haben, als Poster verkauft zu werden. Als Beispiel kann hier Das Frauenfoto von Ali Kusoglu dienen.

** von Ali Kusoglu

** von Ali Kusoglu

In der Stockfotografie ist es oft anders. Menschen verkaufen sich hier sehr gut, weil andere Menschen sich damit am schnellsten identifizieren und es in der menschlichen Natur liegt, beim Schweifen über viele Bilder eher bei den Personenfotos hängen zu bleiben, um Emotionen und Attraktivität ablesen  zu können. Deswegen werden sie gerne für Werbezwecke verwendet.

Die Leere und Unbestimmtheit von guten „Fine Art“-Fotos ist für Stockfotos eher kontraproduktiv, denn hier soll eine – möglichst passende – Aussage vorhanden sein, damit das Bild den Text unterstützen kann. Da Werbung nun mal dazu da ist, etwas zu verkaufen, liegt es auf der Hand, dass sich besonders jene Motive gut verkaufen lassen, deren Branchen viel werben müssen. Das sind zum Beispiel Banken, Versicherungen, Immobilienfirmen, der Dienstleistungssektor und der medizinisch Bereich. Auch hier gilt: Positiv bleiben.

Noch viel ausführlicher beschreibe ich in meinem Buch „Stockfotografie“, welche Motive sich besser verkaufen als andere.

Zwei wichtige Aspekte, die viele Hobby-Fotografen übersehen, wenn sie das erste Mal ihre Fotos verkaufen wollen, sind erstens Angebot und Nachfrage und zweitens die persönliche Bindung.

Die realistische Einschätzung: Persönliche Bindung unterdrücken

Es gibt bestimmte Motive, die für uns deutlich einfacher zu fotografieren sind als andere. Dazu gehören zum Beispiel Haustiere wie Hund und Katze, das eigene Essen oder generell Lebensmittel, die Blumen im heimischen Garten, Sonnenuntergänge sowie Fotos an den typischen, überlaufenen Urlaubsorten. In der fotocommunity gibt es zum Beispiel fast doppelt so viele Bilder von Löwen als von Eichhörnchen. Die Löwen bleiben faul liegen, während die Touristen in ihren (Foto-)Safari-Jeeps bequem Fotos machen können, während Eichhörnchen flink sind und schnell im Baum verschwinden.

Bei diesen sehr zugänglichen Motiven muss die Bildqualität technisch wirklich oberste Liga sein und die Umsetzung so herausragend sein, dass das Bild auch aus tausenden bis zehntausenden ähnlichen Bildern hervorsticht.

Die persönliche Bindung eines Fotografen an sein Werk erschwert diese Einschätzung sehr. Nur der Fotograf weiß einerseits, wie wundervoll das Motiv dreidimensional in der Nachmittagssonne gestrahlt hat als er es fotografierte und er hat jedes Mal den Duft des Waldes in der Nase, wenn er auf das Foto blickt. Nur der Fotograf weiß auch, wie lange er in unbequemer Haltung mucksmäuschenstill vor seinem Motiv verharren musste, bis er auf den Auslöser drücken konnte und nur er weiß, wie viel Zeit er noch mal vor seinem Rechner hocken musste, um das Bild digital so zu retuschieren, wie es der potentielle Käufer dann zu sehen bekommt.

Der Käufer hingegen belohnt mit einem Kauf nicht die Mühen oder die Arbeitszeit des Fotografen, sondern dass das Bild zu dem gewünschten Verwendungszweck passt – siehe oben.

Wer als Fotograf erfolgreich seine Bilder verkaufen will, muss sich der persönlichen Bindung an seine Fotos bewusst sein und diese abschalten oder unterdrücken können. Falsches, nett gemeintes und höfliches Lob eines Bildes von Freunden und Verwandten, welche den Fotografen nicht kränken wollen, schadet da oft nur. Ähnliches gilt für Bildkommentare in Foto-Foren oder auch der fotocommunity, weil dort Fotografen die Bilder aus Fotografensicht loben, diese Sicht dem Käufer aber herzlich egal ist. Er hat andere Gründe, ein Bild zu kaufen oder es eben nicht zu tun. In der Rubrik „Pimp My Stock!“ in meinem Blog versuche ich, eingesandte Leserfotos aus dieser Käufersicht zu besprechen.

Um als Fotograf gut Bilder verkaufen zu können, solltest Du Dir immer zwei Fragen stellen: „Wo würde sich das Bild gut in groß an einer Wand aussehen?“ und „Wofür könnte dieses Foto alles werben?“ Je mehr ehrliche Antworten du auf eine der beiden Fragen findest, desto verkäuflicher ist das Foto.

Robert Kneschke

Über den Autor:
Robert Kneschke ist hauptberuflich Fotoproduzent in Köln und verkauft im Monat über 15.000 Bilder. Er berichtet über seine Arbeit im Blog www.alltageinesfotoproduzenten.de und gibt Tipps in seinen beiden Büchern „Stockfotografie. Geld verdienen mit eigenen Fotos“ und jetzt neu „Die Arbeit mit Models“.

Geld verdienen mit eigenen Fotos: Hier kannst Du Deine Fotos zum Verkauf anbieten.