Auf’s Auge: Wildlife Ein Spezialbereich der Tier-Fotografie

 

Spielkinder von Ralph Budke

Beim Durchstöbern der fotocommunity bist Du sicher schon einmal auf spektakuläre Tieraufnahmen gestoßen. Besonders in der fotocommunity Galerie sind viele herausragende Tierfotos zu bestaunen, die in keinem Zoo sondern in freier Wildbahn aufgenommen wurden und die das „wilde Leben“ dokumentieren.  Doch was zeichnet diese Wildlife-Fotografie eigentlich aus und wie unterscheidet sie sich von anderen Bereichen der Tierfotografie? Da diese Frage immer wieder aufkommt, möchten wir Dir diesen speziellen Bereich der Tierfotografie etwas näher bringen.

Wildlife-Fotografie ist das Genre der Fotografie, das sich mit der Dokumentation von Wildtieren in ihrem natürlichen Lebensraum befasst. Neben den fotografischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sind dabei vor allem Kenntnisse zum Verhalten der Tiere unerlässlich. Wildlife-Fotografen investieren daher sehr viel Zeit in die Vorbereitung ihrer Aufnahmen und die Erkundung des natürlichen Lebensraumes der Tiere und harren oft viele Stunden gut getarnt aus, bevor sie das gewünschte Foto ihr eigen nennen können. All dies macht die Wildlife-Fotografie zu einer größeren Herausforderung, denn es gehört viel Wissen, Ausrüstung, Können und vor allem Geduld dazu und nicht selten kommt es vor, dass ein Wildlife-Fotograf mit leeren Händen nach Hause geht.

Im Gegensatz zu Aufnahmen im Zoo oder im heimischen Garten, geht es bei der Wildlife Fotografie vor allem darum, wilde Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, also in freier Wildnis darzustellen. Dabei wird viel Wert darauf gelegt, dass die Tiere nicht durch Menschen gefüttert werden oder sogar in ihrer Gefangenschaft leben. Die Tiere in Zoos oder Wildparks sind an Menschen gewöhnt. Daher ist es dort viel einfacher, schöne Fotos der Tiere zu machen. In freier Wildbahn hingegen sind sie sehr scheu, kommen seltener aus ihren Verstecken hervor und sind dementsprechend viel schwerer zu fotografieren. Das Hauptkriterium der Wildlife-Fotografie ist also, dass die Tiere nicht vom Menschen beeinflusst werden. Dadurch setzt sie sich von jeder anderen Art der TierFotografie ab und das macht sie so besonders.

Um die viele Arbeit hinter der Wildlife-Fotografie in der fotocommunity zu würdigen, gibt es schon seit langem eine eigene Untersektion im Bereich der Natur. Wir freuen uns daher, wenn Du Fotos in diese spezielle Sektion einstellst, die den beschriebenen Kriterien entsprechen!

Auch wenn Wildlife-Fotos in der Regel als Naturdokument gesehen werden, kann man ihnen natürlich auch mittels Bildbearbeitung „den letzten Schliff“ geben. In wie weit ein solches bearbeitetes Foto, bei dem vielleicht der Himmel ausgetauscht oder weitere Tiere einmontiert wurden, im engeren Sinne noch als „wildlife“ bezeichnet werden kann, bleibt jedem selbst überlassen. Für diese Art manipulierter Wildlife-Fotos haben wir in der fotocommunity aber natürlich auch einen eigenen Platz in der Kategorie Natur: Fotomontagen und EBV.

 

Hier nun einige tolle Wildlife-Fotos aus der fotocommunity. Viel Spaß beim Ansehen!

Wiedehopf mit Ochsenaugen
Nach tagelangen Ansitzen beim Wiedehopf warteten wir schon darauf, dass die jungen Hopfe bald ausfliegen müssten. Immer kurzer wurden die Intervalle der Fütterung und immer größer wurde das überreichte Futter der Elterntiere. Aber die Jungen flogen noch nicht aus und so machte ein Elterntier erstmal das Nest sauber. Es dauerte gefühlt eine Stunde und es wurden Essensreste als auch die feuchten Hinterlassenschaften der Jungvögel ausgeworfen. Es sammelte sich so ein größerer und übelriechender Haufen direkt vor der bodennahen Bruthöhle an. Dieser Umstand lockte sehr viele Ochsenaugen an, die allesamt genüsslich auf dem leckeren Brei aus Essensresten und Vogelkot verweilten. Bei jeder Ankunft der Altvögel zur Bruthöhle flogen die Schmetterlinge in die Höhe und die Wiedehopfe direkt durch die Schmetterlingswolke hindurch. Dieser Vorgang wiederholte sich den ganzen Tag und ich konnte so vor dem dunklen Fichtenwald einige Aufnahmen bei Gegenlicht machen. – Foto: Jamie Fox

 

Der Wächter
Im Volksmund wird der Eichelhäher auch „Wächter des Waldes“ und „Eichensäer“ genannt. Der Grund hierfür sind zum einen seine weithin hörbaren Warnrufe wenn Eindringlinge in der Nähe sind. Zum anderen seine Eigenheit, Baumsamen in Verstecken zu deponieren, die er dann teilweise vergisst. – Foto: Ralph Budke

 

Übergabe
Bienenfresser Übergabe des Brautgeschenks  – Foto: Benjamin Linder

 

Koala
…auf einem Eukalyptusbaum beim Cape Otway in Victora (Australien)
Bin selbst überrascht wegen der 1/40 sec – ich war wohl zu faul um zu zittern… Foto: Jacky Kobelt

 

Hohe Flügelkadenz von Hans-Rudolph Gygax

 

Mutter und Tochter
Nachdem ich diesen wunderbaren Tieren in Botswana begegnet bin macht mich die Nachricht vom Elefantensterben unsagbar traurig. – Foto: Carmen LEARDINI

 

Spielkinder
An dem Morgen in Tsavo Ost sind wir schon sehr früh losgefahren um die Tiere bei Sonnenaufgang fotografieren zu können. Nach ca. 10 Minuten Autofahrt ist uns ein Jeep mit bewaffneten Soldaten entgegengenommen. Unser Guide hat angehalten und die Soldaten haben uns einen Tipp gegeben , wo sich Löwen aufhalten. Nach weiterer 20 minütiger Fahrt sind wir in der empfohlenden Gegend angekommen. Schnell hatte unser Fahrer (Ali) die Löwen entdeckt. Es war ein kleines Rudel von drei Löwen-Weibchen, drei Jungtieren und einem Löwen-Männchen. Die Kleinen spielten ausgelassen und die Damen widmeten sich der Fellpflege. So hatte ich die Gelegenheit aus kurzer Distanz einige Aufnahmen machen zu können, als sich zwei der drei jungen Löwen quasi für mich in Pose gesetzt haben. Es sind Erlebnisse die einem immer in der Erinnerung bleiben, wenngleich auch eine einwöchige Safari Strapazen mit sich bringen.
Kenia Safari 2019 Tsavo Ost – Foto: Ralph Budke