Liebe in Marktleuthen – Eisenbahnfuzzi findet seinen Engel

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Vor ein paar Tagen führten wir ein Interview mit zwei Community Mitgliedern (Anja Lohneisen und Markus Lohneisen) , die sich in der fotocommunity kennen und lieben gelernt haben. Wir freuen uns immer sehr, von solchen Geschichten zu erfahren. Wenn jemand von Euch eine Ähnliche kennt, die es lohnt, erzählt zu werden, immer her damit, wir stellen sie gerne im Blog vor.

fotocommunity: Hallo Anja, hallo Markus, bevor wir von Euch erfahren, wie Ihr Euch auf der fotocommunity gefunden habt, wüssten wir gerne, welche Rolle die Fotografie für jeden von Euch spielt, was sie Euch bedeutet.
Anja:
Fotografieren ist für mich etwas total Vielseitiges. Du kannst damit entweder einen besonderen Augenblick versuchen festzuhalten, um Dich später dran zu erinnern, etwas dokumentieren, experimentieren, Gefühle ausdrücken (Gedichteschreiben ohne Worte) und so vieles mehr.
Meine erste Kamera war eine “Einfachdraufdrückklickkamera” von der Firma Braun, ohne jegliche Einstellmöglichkeiten und schon gar nicht digital (weil wir ja erst die 80er schrieben), aber quietsche rot und sie tat jahrelang gute Dienste. Abgelöst wurde sie von einer kleinen Olympus Kleinbildkamera, ich erinnere mich nicht mehr, wie sie hieß. Doch sie war klein, relativ flach, schwarz und immer noch nicht digital. Sie hat mich auf vielen Urlaubsreisen begleitet und echt schöne Fotos fabriziert. Das digitale Zeitalter begann für mich dann 2001.
Damals hatte ich angefangen, für unsere Regionalzeitung ab und zu nebenberuflich Berichterstattung für unser Städtchen zu übernehmen und dazu gehörte natürlich auch, passende Fotos zu machen. Zunächst hatten mich die Zeitungsleute noch mit Schwarzweißfilmen ausgestattet, die ich nach den Veranstaltungen zur Zeitung fahren musste. Das war okay, aber irgendwann hielt dann eben doch die digitale Technik Einzug: Für mich in Form einer Olympus C2040 mit 2,1 Megapixeln und Dreifachzoom. Was für eine Revolution! Und im Vergleich zu Digitalkameras heute schweineteuer. Ungefähr 1300 DM hat mich das gute Stück mit Zubehör damals gekostet.
Die Olympus war jahrelang ein guter Begleiter. Für die Zeitungsarbeit, aber auch privat fotografierte ich wesentlich mehr, weil ja die teuren Filmkosten entfallen waren. Nur irgendwann war sie mir zu langsam, da die Auslöseverzögerung manchmal schon sehr zu wünschen übrig blieb. 2007 war es dann soweit, dass ich mir meine Panasonic FZ30 zulegte. Ein Schnäppchen über ebay und noch heute mein hauptsächlicher Begleiter. Ich hab mir zwar heuer noch für kleines Geld eine hemdentaschengroße Casio Exilim Z350 gekauft, aber die ist nur für Schnappschüsse unterwegs gedacht.
Markus:
Meine erste Kamera? War das so eine „Ritschratsch, Klick“ von Agfa? Es war so ein flaches Ding zum auseinander ziehen. Gute Bilder? Nun ja, die Filmqualität damals, der Print im „Labor“. Irgendwo gruselige Erinnerungen. Für damals wohl revolutionär. Meine erste richtige Kamera war nicht meine eigene. Mein Vater gab mir seine Minolta XD-7 so um 1983 herum. Immer zu meinen Exkursionen. Damit bin ich auf den Bahnsteig des Hofer Hauptbahnhofes hinunter, wo ich „meine“ Loks so nach und nach fotografierte.
Schlussendlich war sie nur noch mit mir unterwegs, so dass ich mir selber Minolta X-300 kaufte. Da es ein Risiko war, sich ohne Ersatzkamera weit im Land umher zu treiben, beschaffte ich mir das Billigduplikat dieser X-300. War das von „Carena“? Keine Ahnung, weiß ich nicht mehr.
Die war dann beizeiten verschlissen. Zu jener Zeit verballerte ich pro Jahr um 300 – 350 Diafilme. Es kam, glaub ich die Minolta X-500. Und schließlich eine 7000er. Alle kamen und gingen. Seither hab ich die 7xi in Verwendung. Stets zwei Stück auf einer Fotoschiene verschraubt. Tauglich für die Stereofotografie. Und aktuell steht Gehäuse Nr. fünf in Diensten.
Die Filme waren früher Agfa CT18, CT64 (grauenvoll), diverse 100er. Später Fuji Sensia 100. Und nun nur noch (fertigungsbedingt) der Provia 100F. Kodak 64er hatte ich zeitweilig. Auch mal Kodak Professional. Und digital: Als Weihnachtsgeschenk eine kleine Slimline X6.
Nun kam mein Problem: da ich sammle, tausche, suche, und viele einstige Mitstreiter im Hobby „Eisenbahnfotografie“ auf digital umstiegen waren, musste ich mitziehen. Das Auslaufmodell Nikon D70 besorgte ich mir. Jedoch ist und bleibt Digital bei mir weiterhin nur eine Randerscheinung. Gesammelt wird analog, real existierend!

fotocommunity: Wie hat eigentlich jeder von Euch die fotocommunity gefunden und seit wann seid Ihr dabei?
Anja:
In der fotocommunity bin ich seit Dezember 2003. Ich hab gar keine Ahnung mehr, wodurch ich tatsächlich auf die Seite aufmerksam gemacht wurde. Doch ich glaube, durch eine Fotozeitschrift, die ich für eine Zeit bezogen hatte. Ich hatte dann auch mein erstes Foto hochgeladen, das mit dem grünen Klee, und wundersamerweise war eben dieses Foto in einer der folgenden Fotozeitschriftausgaben abgedruckt.
In Klein nur, aber immerhin, ich war stolz wie Oskar. Naja, und dann begann das mit der fc richtig. Mal mehr mal weniger heftige Zeiten. Bekanntschaften aus den ersten Tagen haben sich als die stabilsten erwiesen, wir haben heute noch guten Kontakt. Es folgten die “Conventions” in Hamburg, in Bonn, in Wien und heuer in Köln. Im Moment ist die Aktivität in der fc wieder ein bisschen weniger, aber ich weiß, dass das auch schnell wieder mehr werden kann, wenn mich der “Virus” packt.
Markus:
Stefan Ender (auch fc-Mitglied) hatte mich auf die fc irgendwann aufmerksam gemacht. Zu jenem Zeitpunkt lebte ich schon einige Jahre im Ort. Stefan ist auch Eisenbahnfuzzy. Und er schickte mal einen Link, ob ich „die da“ aus dem gleichen Ort auch schon kenne. Nun ja, seit her kennt man sich eben – Stefan war auf unserer Hochzeit der Haus- und Hoffotograf. Der Zufall dazu: Stefans Lebensgefährtin ist auch von Anja eine langjährige Freundin. Nur hat man sich nie zusammen getroffen.

fotocommunity: Und wie kommt es dazu, dass man mal so eben beim Bilder hochladen und Bilder sehen den Lebenspartner findet? Wie war das bei Euch und wer hat eigentlich mit dem Flirten angefangen ?
Anja:
Er wars! Wir wohnen ja lustigerweise im selben Ort, haben uns aber bis da nicht gekannt. Und Markus schrieb eines Tages (im März 2006) eine QM: “Da ist ja noch jemand aus Marktleuthen!” Es folgten zahlreiche QMs und später seitenlange E-Mails und nach Wochen das erste Treffen.
Markus:
So wie es Anja schrieb. Ich wollte ein Mädel, was „normal“ war und irgendwo wenigstens ein übereinstimmendes Interesse hat. Dann müsste ja der andere dafür Verständnis haben.

fotocommunity: Ihr seid also jetzt verheiratet – erzählt doch mal ein wenig über Eure Hochzeit – wurde z.B. viel fotografiert und nehmt Ihr auf die Hochzeitsreise auch eine Kamera mit ?
Anja:
Unsere Hochzeit war – wie Ihr auf dem Foto ja schon sehen könnt – nicht klassisch weiß/schwarz, sondern trachtig-zünftig. Das passt besser zu uns. Zum einen sind wir ja nicht mehr ganz jung, zum anderen sind wir recht bodenständig und heimatverbunden. Deswegen hatte ich ein Dirndl an und Markus hat sich die Jacke und Weste schneidern lassen, wie sie die Männer in unserem Trachtenverein tragen.
Standesamt und Kirche fanden am selben Tag statt, zwischendurch waren wir zum “Fotoshooting” in unserer kleinen Stadt unterwegs. Brautauto von der Kirche zur Feierlokalität war nicht nötig, die ca. 200m wurden im “Festzug” zurückgelegt. Kaffee Kuchen und was halt sonst noch so dazugehört. Brautstraußwerfen, Hochzeitswalzer, Spiele, Ansprachen der Väter usw., Abendessen, eine schöne – und lustige Feier – ohne großen Pomp.
Einen “richtigen” Fotografen hatten wir übrigens nicht: Bei so viel fotobegeisterten Verwandten und Freunden, darunter auch ein weiterer fc-ler, unser Freund Stefan Ender, ist auch so manch schönes oder lustiges Bild entstanden.
Hochzeitsreise? Wir waren in der Woche nach der Hochzeit einen Tag in der Oberpfalz, um einen Vereinsausflug zu planen – zählt das auch? Im September haben wir aber nochmal eine Woche Urlaub. Wohin die Reise geht, können wir Euch erst sagen, wenn wir wieder zurück sind. Das Ziel wissen wir nämlich selber noch nicht, das entscheiden wir am Vortag der Abreise: Wir wollen dahin, wo der Wetterbericht verheißungsvoller klingt. Aber die Kamera ist mit Sicherheit dabei.
Markus:
Fotografiert wurde da von einigen Leuten. Die meisten schon langjährige Fotofans. Wie meine Schwester, mein Vater, Anjas Vater, ein Hobbykollege von mir (und so auch von Stefan), und der Vater von Anjas Patenkind. Wobei ich hier von der von ihm verwendeten digitalen kleinen „Leica“ in höchstem Maße positiv überrascht war!
Flitterwochen? Wozu? Braucht man das? Macht ja jeder. Wir aber nicht! Und deswegen war es wieder was anderes wie bei allen anderen. Oder es war ganz einfach normal! Wie früher. Und das hatte eben gerade allen gefallen. Im September schauen wir uns die Wetternachrichten an.
Es gibt nur wenige reizvolle Ziele: Nordsee um Friesland herum. Ostsee um Rewal/Polen, Balaton/Ungarn. Alpen im Bereich Mittersill/Pinzgau, oder Krkonose, Adrspach, Jizera in Nordostböhmen. Da hat dann Anja mehr fotografisch begleitend zu tun als ich.

fotocommunity: Danke für das Gespräch! Wir wünschen Euch von ganzem Herzen Glück, Liebe und Gesundheit für Euren weiteren Lebensweg.

6 thoughts on “Liebe in Marktleuthen – Eisenbahnfuzzi findet seinen Engel


  1. Wir sind zurück aus dem Urlaub: Nachdem das Wetter im Umkreis von 5-7 Autostunden überall ähnlich vorhergesagt war, fielen die Würfel für Ostfriesland, wo wir 5einhalb schöne Tage verbracht haben :-)

  2. Stefan, wir würden uns zu gern revanchieren und auf Euerer Hochzeit das Fotografieren übernehmen… :-)

  3. Danke für die Lorbeern.
    Tja, wenn man selber nicht heiratet, muß man halt andere
    zusammenbringen um auf ne Hochzeit eingeladen zu werden.*g*
    Lg Stefan

  4. Die fotocommunity ist eine sehr gute Gelegenheit sich kennen zulernen. Durch die Bilder merkt man auch, ob man zueinander passt !
    Liebe Grüsse selma

  5. Als Fotografen möchte ich übrigens auch meinen “kleinen” Bruder erwähnen… Noch kein fc-ler, aber was nicht ist, könnte ja noch werden…

  6. Danke Euch :-) Auch für die Bezeichnung “Engel” (so hat mich noch keiner genannt *grins*)