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Die Story zum Foto – Gabi E. Reichert „…als das Firmament explodierte“

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Einmal ein Polarlicht, auch bekannt als Aurora borealis oder Nordlicht, sehen und vielleicht sogar fotografieren können, wünschen sich sicher so einige von uns. Doch Bilder können wahrscheinlich nur ansatzweise das wiedergeben, was in solchen Momenten am Himmel wirklich passiert.

Die fotocommunity-Suche nach dem Stichwort „Nordlicht“ enthüllt übrigens eine Vielfalt der unterschiedlichsten Fotos zum Thema – schaut mal rein! Gabi E. Reichert erzählt uns heute in ihrer „Geschichte zum Foto“ von einer ganz besonderen Nacht mit unglaublich beeindruckenden Polarlichtern.

Im Februar 2011 trafen wir uns mit drei deutschen GDT-Fotografen auf den Lofoten, fuhren zusammen nach Sandnes an den Nappstraumen und fotografierten Nordlicht vor der Fjordkulisse.

Nur ein zarter grüner Schleier hing langsam wehend über dem Fjord. Es ging recht entspannt zu, wir hatten viel Spaß im Team zu arbeiten und uns zu unterhalten. Nach ein paar Stunden wurde das Nordlicht schwächer und wir beschlossen, den Heimweg anzutreten. Oft kommt das Nordlicht in mehreren Schüben und wir hatten etwa eine Stunde Fahrt vor uns. Da kann ja noch was passieren.

Wir fuhren los, hörten das spannende Ende eines Charlotte Link – Krimis und amüsierten uns, dass sie das immer so geschickt und megaspannend hinkriegt. Bei hellem Mond am Himmel mag ich das auch. Letztens bei Neumond und Regen in absolut tiefschwarzer Nacht, war mir das zu gruselig.

Plötzlich spannte sich rechts von uns ein Nordlichtbogen über die Berggipfel, das Hörbuch wurde gleichzeitig spannender, das Nordlicht stärker und kein Platz zum Anhalten weit und breit. Jetzt näherten sich Nordlicht und Hörbuch gleichzeitig dem Höhepunkt. Nicht mehr auszuhalten diese Spannung und immer noch keine Haltebucht.

Ich stoppte schließlich auf einem schmalen Seitenstreifen, verhedderte mich in der Eile mit dem Stativ in den Sicherheitsgurten und fluchte wenig ladylike vor mich hin. Und über uns ging das Spektakel, der reine Wahnsinn voll ab. Das Firmament explodierte in allen Farben die förmlich auf uns herabregneten. Die Kinder riefen wild durcheinander. Mach hier ein Bild, nein da, dort ist es noch schöner.

Was für ein Erlebnis. So etwas hatten wir bisher noch nie erlebt. Einige gute Aufnahmen konnten wir doch noch einfangen, nur den Moment, wo es sich direkt über uns verzwirbelte und spiralig herabregnete, den sahen wir ohne Kamera. Meine zwölfjährige Tochter Amy meinte nur: „Nimm’s, leicht Mama, es gibt so viele Menschen, die das nie zu Gesicht bekommen. Genieß es doch einfach, du hast schon so viele schöne Fotos!“ Amy bringt es auf den Punkt! Diese Nacht war die außergewöhnlichste während dieser fünfmonatigen Reise.

Das Foto wurde am 15. Februar 2011 mit der Canon 5D MkII, 17-40mm und Stativ aufgenommen. ISO 1600, 8 sec., f 4.0 Während dieses Projektes (wir verbrachten den gesamten Winter in Schweden und Norwegen, gemeinsam mit der Familie, inklusive dreier Teenager) erlebten wir ein außergewöhnlich dramatisches Nordlichtspektakel auf den Lofoten.

Gabi E. Reichert
Ich arbeite zusammen mit meinem Mann Gunter professionell als Fotografin mit Schwerpunkt Reise und Landschaft. Akt, Portrait, Kinder und Sachfotografie zählen ebenso zu unseren Themen.
Zur Fotografie sind wir vor fast dreißig Jahren über die Dokumentarfotografie im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausbildung gekommen.
Die Zeit der analogen Kleinbild- und Mittelformat-Kameras ist für uns schon seit einiger Zeit vorbei, auch die Dunkelkammerarbeit hat sich 100%ig auf den PC übertragen.

fotografischer Leitspruch:
Die Fotografie schärft die Sinne und erweitert die Wahrnehmung. Dadurch erlebe und genieße ich die Natur sehr viel intensiver. In den magischen Momenten einer Nordlichtnacht wird das Fotografieren zur Meditation. Es ist mein Anliegen, das gefühlte Glück über meine Bilder zum Betrachter zu transportieren.

Mehr Bilder und Geschichten von Gabi E. Reichert findet Ihr auf ihrem Blog.