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Vorgestellt: Jörg Heidenberger

Jörg Heidenberger
„Vorgestellt“ gewährt Euch jeden Sonntag Einblicke in das Portfolio und die Gedankenwelt einzelner Mitglieder der fotocommunity. Die bisherigen Vorstellungen findet Ihr hier. Heute zeigen wir Euch das Portfolio von fotocommunity-Mitglied Jörg Heidenberger. Ihr kennt eine Userin / einen User, der in dieser Serie nicht fehlen darf? Dann schreibt uns Euren Vorschlag über dieses Formular. Betreff: „Vorgestellt“.

Ein ... Cube von Jörg Heidenberger

Ein … Cube von Jörg Heidenberger

fotocommunity.de: Stell Dich doch bitte kurz vor und lass uns wissen, ob Du Dein Geld mit der Fotografie verdienst oder ob es (nur) ein Hobby von Dir ist.

Jörg Heidenberger: Mein Name ist Jörg Heidenberger und geboren wurde ich vor 47 Jahren in einem kleinen Dorf in Franken. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich seit vielen Jahren als Systemprogrammierer auf IBM Großrechnern. Als Ventil für kreative Ambitionen habe ich vor einigen Jahren, nach Versuchen mit Kohle und Pastellkreiden, die Fotografie für mich entdeckt. Normalerweise nehme ich keine Aufträge an und fotografiere nach Lust und Laune. Fotografie ist für mich Spaß und Urlaub vom Alltag.

Man with small balls von Jörg Heidenberger

Man with small balls von Jörg Heidenberger

fotocommunity.de: Kannst Du Dich noch an Deine erste Kamera erinnern? Welche Kamera/s benutzt Du aktuell?

Jörg Heidenberger: Meine ersten Bilder waren klassische Schnappschüsse mit einer SX-70 (Polaroid). Die Kamera gehörte meinem Vater und damals begeisterte mich mehr die Technik als die Fotografie. Nach vielen Jahren Fotopause kam ich über eine Nikon Coolpix und Canon EOS 20D vor ca. 3 Jahren zu meiner jetzigen Kamera, einer EOS 5D Mark II. Die 5D war für mich die Initialzündung und seit dieser Zeit würde ich mich als leidenschaftlichen Fotografen bezeichnen. Vor 10 Jahren hatte ich mich bereits bei der FC angemeldet aber nur, um die faszinierenden Bilder in den Galerien zu betrachten. Damals war es für mich nicht vorstellbar, irgendwann selbst ein Bild dort beizusteuern.

°58 von Jörg Heidenberger

°58 von Jörg Heidenberger

fotocommunity.de: Wie hast Du die Fotografie „erlernt”? Bist Du Autodidakt oder hast Du eine Ausbildung gemacht?

Jörg Heidenberger: Manchmal frage ich mich, ob ich Fotografie hätte studieren sollen und ob ich dann bessere und/oder andere Bilder machen würde. Als Autodidakt habe ich aber vielleicht eine andere, unvoreingenommene Herangehensweise und viel Spaß, weil ich immer wieder Neues entdecke und mich weiterentwickle. Vermutlich sollte ich mehr Energie in die digitale Bildbearbeitung investieren! Wenn sich aber ein Bild in meinem Kopf formt, bin ich oft zu ungeduldig, dies aufwändig umzusetzen oder lange am PC zu sitzen. Häufig ist deshalb ein fertiges Bild auch nur eine rudimentäre Version meiner virtuellen Skizze. Da ich aber nun weiß, meine Idee funktioniert (oder manchmal auch nicht), bin ich auch damit vollkommen zufrieden.

Mann mit Hund von Jörg Heidenberger

Mann mit Hund von Jörg Heidenberger

fotocommunity.de: Beschreibe uns ein wenig Deine Art von Fotografie. Was sind Deine bevorzugten Motive?

Jörg Heidenberger: Als Fotograf würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen, Bildermacher trifft es wohl besser. Ich habe meist konkrete Vorstellung im Kopf und versuche, diese auch so zu realisieren.

Eine 1:1 Wiedergabe der Realität ist nicht mein primäres Ziel. So sind meine Bilder oft inszeniert und nur selten vollkommen unbearbeitet. Mich faszinieren verlassen Orte oder neudeutsch „Lost Places“ und die Geschichten und die Welt der Menschen, die hier einmal lebten, liebten, hassten und deren Gegenwart man oft noch zu spüren glaubt.

An diesen Orten entstehen dokumentarische aber auch skurrile, inszenierte Bilder. Oft wirken die Menschen dort etwas depressiv, mit abgewandten Gesichtern, passend für diese verlassen Orte. Ich erzähle gern durch bestimmte Ausschnitt oder Körperhaltungen, ein Gesicht ist für mich nicht unbedingt nötig.

Jeder Lost Place bringt neue Eindrücke, Fragen und formt neue Bildern in meinem Kopf. Mit dabei ist meist Hut & Anzug und ich setze spontan um, was mir gerade durch den Kopf geht. Neben maroden Orten faszinieren mich Körperlandschaften aber auch hier wieder ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven. Meist sind es meine Männerakte die Aufmerksamkeit finden. Dies finde ich sehr spannend und überraschend. Anfänglich reizte mich einfach nur die Herausforderung ästhetischer Männerakt. Aus Effizienzgründen bin ich meist Fotograf & Model in Personalunion, was viel Zeit spart und mit Fernauslöser relativ gut funktioniert. Die verzerrte Darstellung meiner „Cube“ Reihe zum Beispiel erreiche ich durch Einsatz eines Weitwinkelobjektivs und entsprechende Lichtführung. Anschließen nutzte ich noch Photoshop für Schwarzweißumwandlung und Anpassung der Beleuchtung, Kontraste etc.

Vielleicht werde ich zukünftig auch mehr mit anderen Modellen arbeiten, das mache ich aber von Angeboten und meiner verfügbaren Zeit abhängig.

just another cube von Jörg Heidenberger

just another cube von Jörg Heidenberger

fotocommunity.de: Was war Dein bisher größter fotografischer Erfolg?

Jörg Heidenberger: Was ist ein fotografischer Erfolg?

Ich war gelegentlich in örtlichen Zeitungen (anonym), wurde online vorgestellt und ein oder zweimal war ein Bild in einer Fotozeitschrift. Einmal wurde ich auf einer Ausstellung nicht prämiert, da mir das vorgegeben Format nicht gefiel. Vorgaben stellen generell oft ein Problem für mich dar. Klar, natürlich freue ich mich über Aufmerksamkeit, aber meist schreckt mich der damit verbunden Aufwand, den eine Ausstellung oder Vorstellung bedeutet, ab. Ich forme Bilder in meiner Phantasie und genieße diesen Prozess, die Umsetzung ist mir dann nicht selten bereits lästig. Ich freue mich aber aufrichtig, wenn meine Bilder dann noch online Anklang finden.

Business as usual von Jörg Heidenberger

Business as usual von Jörg Heidenberger

fotocommunity.de: Welche Tipps oder Ratschläge würdest Du Anfängern in der Fotografie mit auf den Weg geben?

Jörg Heidenberger: Probiert, kopiert und findet heraus, wo Eure Stärken liegen und entwickelt dann einen eigenen Stil. Und ganz wichtig: lasst Euch die Freude an der Fotografie nicht von selbsternannten Kritikern nehmen

fotocommunity: Danke Jörg für einen Einblick in Deinen Arbeitsprozess!

The dark side of the fish von Jörg Heidenberger

The dark side of the fish von Jörg Heidenberger

Lost Place III von Jörg Heidenberger

Lost Place III von Jörg Heidenberger

After Work von Jörg Heidenberger

After Work von Jörg Heidenberger

Flamenco von Jörg Heidenberger

Flamenco von Jörg Heidenberger