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Portfolio: Zauberwelten (Maria J.)

In unserer Serie „Portfolio” stellen wir Dir jeweils einen Fotografen aus der fotocommunity ausführlich vor. Er gibt Dir Tipps zu seinem fotografischen Spezialgebiet und zeigt verschiedene seiner Fotos. Dieser Artikel stammt aus dem ColorFoto-Magazin 11/2017. Als Premium-Mitglied in der fotocommunity (ab einer Basic-Mitgliedschaft) erhältst Du den vollständigen Zugriff auf das ePaper der ColorFoto.


Vom Spätsommer bis zum ersten Frost sind Pilze faszinierende Motive für Maria J. Mit Geschick und der richtigen Ausrüstung setzt sie die scheuen Waldbewohner gekonnt in Szene. In einem früheren Portfolio zeigte uns Maria bereits ihre Flechten-Bilder.

aestchenschwindlinge

Ästchenschwindlinge: Winzige Ästchen-Zwergschwindlinge (Marasmiellus ramealis) haben sich hier auf einem kleinen Ast verteilt. Ich drehte den Ast um und machte ein Foto von seiner Unterseite, die urspünglich den Boden berührt hatte.
Foto: Maria J.

Maria liebt die Natur und ausgedehnte Spaziergänge durch Wälder und Wiesen. Besonders im Spätsommer und Herbst, wenn es kühler und feuchter wird, sind ihre Sinne geschärft, denn in schattigen Wäldern und zwischen Laub und Moos schießen ihre Lieblingsmotive quasi über Nacht aus dem Boden: Pilze.

Hat sie ihr Objekt der Begierde entdeckt, geht es just ans Aufnehmen: „Mit dem Motiv wird die Bildidee meist gleich mitgeliefert. Das Umfeld ist oft aber sehr chaotisch, und ich versuche, mein Wunschobjekt darin so schön wie möglich zu präsentieren.“

judasohr

Judasohr: Dieses Judasohr (Hirneola auriculajudae) fand ich im Berliner Grunewald. Die Sonne stand bereits tief und tauchte den Pilz und sein Umfeld in ein tiefrotes Abendlicht. Da er an einem heruntergefallenen Ast wuchs, konnte ich ihn so positionieren, dass er im Gegenlicht zu leuchten begann. Ein wenig Bildbearbeitung verstärkte den Effekt.
Foto: Maria J.

Im Licht unbekannt

Im Licht: Kleiner Pilz mit großem Hut. Sogar einem kleinen Insekt scheint er zu gefallen. Das Licht kommt flach von links und sorgt für schöne Abendstimmung. Aufgenommen irgendwo im Brandenburgischen.
Foto: Maria J.

Auf Pilzsuche

Meist sind es die Wochenenden, an denen die Ausflüge in die Umgebung stattfinden, und dann spielt das Wetter natürlich eine wichtige Rolle. Regen ist schlecht für die Fotoausrüstung, und helles Sonnenlicht ist auch nicht zu empfehlen.

Aber Maria weiß sich zu helfen, und notfalls wird auch schon in grellem Sonnenschein unter einem Regenschirm fotografiert. Es sollte aber immer ausreichend Licht vorhanden und der Waldboden möglichst trocken sein, also zum Niederknien einladen. Man kann natürlich auch eine wasserdichte Unterlage benutzen.

heimlinge

Helmlinge: Die zarten Helmlinge (Gelb- und Orangemilchende), nur wenige Zentimeter hoch, fand ich im Norden Mecklenburgs unter dichtem Reisig im Wald. Es war sehr mühsam, hier das Stativ sicher zu positionieren, und die Bilder brauchten viel Nacharbeit am Computer.
Foto: Maria J.

leuchtet

Leuchtet: Dieser zarte Unbekannte lag auf seinem Mooshügel so schön im abendlichen Licht, dass ich trotz seiner Blessuren nicht an ihm vorbeikam. Eine Schnecke hatte ihn wohl schon vor mir entdeckt.
Foto: Maria J.

Die richtige Ausrüstung

Als Pilze zu Marias Lieblingsmotive wurden, lag sie oft der Länge nach auf dem Bauch vor den Pilzen. Ihre damalige Canon EOS 350D hatte noch kein Klappdisplay, und um durch den Sucher schauen zu können, berührte sie mit dem Gesicht fast den Waldboden.

Maria erzählt: „Die Kamera stand damals oft auf einem kleinen Säckchen, gefüllt mit trockenen Bohnen, sodass man sie halbwegs stabilisieren und ausrichten konnte.“ Ein Stück Alufolie diente häufig als Reflektor.

Um die Ausrüstung ihren Bedürfnissen anzupassen, schaffte sich die fotocommunity-Fotografin eine Canon EOS 600D mit Klappdisplay an. Dazu kam das Canon Objektiv EF-S 18-135 mm und später, für ihre folgende Leidenschaft, die kleinen Flechten, das Makro Canon Macro Lens EF 2,8/100 mm.

Ein kleines stabiles Berlebach-Stativ mit Kugelkopf wurde ebenfalls auf Anraten ihrer fotocommunity-Freunde besorgt, ein Reflektor plus Drahtauslöser komplettierten die neue Ausrüstung. „Sehr hilfreich kann auch eine Taschenlampe mit neutralem Licht sein. Ich benutze eine kleine Fenix E15“, lautet ihr Rat. „Mehr sollte es aber bei mir möglichst nicht sein, denn das alles zusammen ist schon schwer genug, wenn man stundenlang durch den Wald streifen will.“

flaschenboviste

Flaschenbovist: Zwei reizende Flaschenstäublinge (Lycoperdon perlatum, syn. L. gemmatum), aufgenommen irgendwo im Berliner Umland.
Foto: Maria J.

schmetterlingstrameten

Schmetterlingstrameten: Diese Schmetterlingstrameten fand ich im Herbst 2010 auf einem vermodernden Baumstamm. Ihre Farben und Strukturen faszinierten mich, und das rote Buchenblatt wirkte, als hätte es jemand extra für mich dort abgelegt.
Foto: Maria J.

Vorbereitung

Sind die Vorbereitungen getroffen, versucht Maria, die Pilze mit fotografischen Tricks aus dem Gras, dem Laub oder einer Baumhöhle „hervorzulocken“. Aber Pilze sind nicht transportabel und drehen auch nicht das Köpfchen, wenn man sie darum bittet. Das heißt, Maria muss sich ihnen anpassen.

„Ihre Schokoladenseite zu finden ist noch relativ einfach, aber nicht immer lässt sich dann die Kamera samt Stativ im Gestrüpp mühelos positionieren“, erzählt sie. „Wer einen kleinen Besen oder Pinsel zur Hand hat, fegt den Vorplatz sauber, sammelt störendes Laub von den Hüten und schlägt oder kratzt eine kleine Schneise ins Erdreich, damit die Bahn freie Sicht bietet und kein Grashalm den Weg versperrt.“

panterpilz

Pantherpilz: Ein Pantherpilz (Amanita pantherina) aus dem Berliner Grunewald bestaunt ein rotes Ahornblatt. Das habe ich ihm spendiert, als kleine herbstliche Dekoration. Dieser sehr giftige Pilz ist leicht mit dem essbaren Perlpilz (Amanita rubescens) zu verwechseln.
Foto: Maria J.

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Hexenei: Aus diesem goldenen Hexenei wird sich bald eine Stinkmorchel entwickeln.
Foto: Maria J.

hexenei_zerschnitten

Hexenei zerschnitten: Hier habe ich ein Hexenei, das Ei, aus dem die Stinkmorchel geboren wird, mal aufgeschnitten, um das interessante Innere zu zeigen, in dem die kleine Morchel schon gut erkennbar ist.
Foto: Maria J.

Das richtige Licht

Oft kommt das natürliche Licht genau von der falschen Seite oder nicht flach von links, wie man es gern hätte, oder der Fuß des Pilzes liegt völlig im Dunkeln. Dann kommen Taschenlampe und Reflektor zum Einsatz. Er fängt das Licht ein und schickt es an die vorteilhafteste Stelle zurück.

Auch die Hutunterseite und der Stiel sollten gut ausgeleuchtet sein. Besonders dunkel kann es in belaubten Buchenwäldern werden. Dann ist es gut, wenn man vorsichtig mit einer Taschenlampe nachhilft, aber mit möglichst neutralem Licht, sonst stellt sich leicht ein Farbstich ein.

versteck

Versteckt: Auf diesen kleinen Pilz wurde ich erst durch den Sonnenstrahl aufmerksam, der ihn in seinem moosigen Versteck sichtbar machte. Er gehört zu den ersten Pilzen, die ich mit der alten Canon 350D im Berliner Grunewald aufgenommen habe.
Foto: Maria J.

vernetzt

Vernetzt: Ich lag hier flach auf dem Boden und versuchte, neben dem leuchtenden Spinnennetz auch noch die Spinne unter dem Pilz zu erwischen. Ein schwieriges Unterfangen, und die Nacharbeit hat viele Spuren hinterlassen.
Foto: Maria J.

Die passende Blende

Je nach Hintergrund entscheidet man, ob die Blende offen oder geschlossen sein soll. Mit offener Blende (5,6) kann man für eine schöne Freistellung sorgen. Ein störender Hintergrund wird unscharf und tritt zurück.

Mit geschlossener Blende (16) bekommt man eine schöne Tiefenschärfe und kann den Hintergrund in die Aufnahme einbeziehen. „Hier braucht es aber unbedingt ein Stativ, denn selten ist es hell genug, um die Kamera bei geschlossener Blende und entsprechend langer Belichtungszeit ohne zu wackeln mit der Hand halten zu können“, weiß die fotocommunity-Fotografin.

Es kommt auch vor, dass ein bildschöner Pilz an einem für Kamera und Stativ völlig unzugänglichen Platz steht. Dann löst man ihn ganz vorsichtig aus diesem undurchdringlichen Umfeld heraus und platziert ihn an einem schönen Ort, der halbwegs seiner natürlichen Umgebung entsprechen sollte.

„Das empfehle ich aber niemandem, es sei denn, der Pilz ist essbar und wird anschließend in die Pfanne gelegt und nicht lieblos in den Wald zurückgeworfen.“ Ein ernsthafter Pilzfotograf und Naturfreund würde so etwas natürlich niemals tun!

kopflos

Kopflos: Kleine, mir unbekannte Pilze wachsen und vergehen auf einem umgestürzten Baumstamm. Das Licht war sehr hart, aber durch die Strukturen im Baumstamm fand ich es dann wohl doch interessant genug und fotografierte diese etwas unspektakulären kleinen Pilze.
Foto: Maria J.

hallimasch

Hallimasch: Der Rest eines Bäumchens diente diesen drei noch jungen Hallimaschs als Schutz und wohl auch als Nahrung. Mit offener Blende (hier 2,8) versinkt der Hintergrund in Unschärfe, während ein kleiner Bereich im Vordergrund scharf bleibt und wie freigestellt wirkt.
Foto: Maria J.

buchenschleimrueblinge

Buchenschleimrüblinge: Buchenschleimrüblinge (Oudemansiella mucida) sind begehrte Objekte für jeden Pilzfotografen. Ihre Köpfe scheinen aus feinstem Porzellan zu sein, und wenn man das Glück hat, sie auch noch im Gegenlicht anzutreffen, zeigen sie sich in ihrer ganzen wunderbar zarten Schönheit. Diese fand ich an der Ostsee im Darßer Wald an einer umgestürzten Buche.
Foto: Maria J.

koralle

Koralle: Es dunkelte bereits am Huwenowsee, und ein letzter Sonnenstrahl traf auf diese kleine Steife Koralle (Ramaria stricta). Trotz offener Blende war hier einiges an Nachbearbeitung nötig. Die Aufnahme ist vom Oktober 2010. Heute würde ich die Koralle wohl nicht ganz mittig platzieren.
Foto: Maria J.

Interview

ColorFoto: Was fasziniert Dich an der Pilzfotografie?

Maria J.: Schöne Landschaften begeistern nicht nur mich – sie waren immer schon beliebt bei Malern und Fotografen. Auch sah man Pilze häufig auf den Stillleben der Alten Meister und in vielen Märchenbüchern abgebildet.

Sie sind reizende kleine Waldbewohner und tauchen in unendlich vielfältigen Formen und Farben auf. Ihr Leben ist nur kurz, und es macht einfach Freude, ihnen vor ihrem Verschwinden fotografisch noch einen schönen Auftritt zu verschaffen.

ColorFoto: Was sind die größten fotografischen Herausforderungen der Pilzfotografie?

Maria J.: Ein schönes Motiv ist die eine Sache – aber ohne die richtige Technik kann das Ergebnis zwar überraschend, aber nicht immer willkommen sein. Es ist sinnvoll, sich mit der Technik und den Möglichkeiten der eigenen Kamera ein wenig auseinanderzusetzen, damit Blende, Belichtungszeit, Empfindlichkeit und Weißabgleich zum Schluss ein ansehnliches Bild ergeben.

Was Schärfe, Licht und Nachbearbeitung angeht, gehen die Geschmäcker oft sehr auseinander. Dennoch sollte man vielleicht nicht alles dem Zufall überlassen. Bei mir ist vieles möglich, aber die für meinen Geschmack besten Pilz- oder Flechtenfotos habe ich dann gemacht, wenn ich ein Stativ benutzt habe und auf das richtige Licht geachtet habe.

Die Nachbearbeitung spielt für mich eine große Rolle. Mit ihr bekommt das Bild sozusagen seinen letzten Schliff.

ColorFoto: Als Frau empfiehlst Du für den düsteren Wald einen männlichen Begleiter. Dann bleibt es ungefährlich, sofern man den Pilz nicht wahllos danach isst?

Maria J.: Es muss nicht unbedingt ein männlicher Begleiter sein, aber zu zweit ist es wesentlich angenehmer und entspannter im Wald. Da man bei der Pilz- und Flechtenfotografie den Blick ja meist auf den Boden richtet, sieht man nicht, was um einen herum geschieht, und das verunsichert und stört die Konzentration.

Gefährliche Situationen versuche ich möglichst zu vermeiden. In der Pilzfotografie sind sie auch eher selten, es sei denn, man möchte einen Pilz, der in vier Metern Höhe an einem Baumstamm wächst, unbedingt auf Augenhöhe ablichten. Sehr leidenschaftliche Pilzfotografen schleppen dafür sogar eine Leiter mit in den Wald. Ja, ich kenne da einen (zwinkert).

Spannend genug ist es auch schon auf dem Erdboden. Da huscht schon mal eine Schlange vorbei, oder eine hässliche Spinne kriecht einem über die Hand. Kellerassen und kleine Springschwänze werden oft erst später auf dem Monitor sichtbar. Schnecken sind natürlich herzlich willkommen – besonders, wenn sie ein hübsches Häuschen auf dem Rücken tragen.

Essen sollte man Pilze natürlich nur, wenn man sie wirklich ganz genau kennt. Es passiert immer wieder, dass etwa der sehr gefährliche grüne Knollenblätterpilz mit einem Champignon verwechselt wird. Aber auch viele andere Pilze sind ungenießbar oder sogar giftig. Der Besuch einer Pilzberatungsstelle kann hier Sicherheit geben und unter Umständen sogar Leben retten.

ColorFoto: Klingt doch abenteuerlich. Schon mal Angst bekommen?

Maria J.: Als ich im Berliner Grunewald einmal in voller Konzentration vor einem Pilz kniete, spürte ich plötzlich, wie sich etwas Großes und Warmes, ganz weich von hinten auf meine Schulter legte. Als ich völlig erschrocken den Kopf drehte, sah ich in ein riesengroßes Gesicht. Es war ein freundlicher Bernhardiner, der nur ein bisschen zuschauen wollte. Das rief mir seine Besitzerin dann von Weitem zu.

Auch eine Horde Wildschweine ist mir im Berliner Grunewald schon begegnet und hat meine Knie in Pudding verwandelt – aber auf Wölfe und Elche traf ich Gott sei Dank bisher noch nicht (zwinkert).

ColorFoto: Du hast Dich im Jahr 2003 in der fotocommunity registriert. Wie bist Du zur fotocommunity gekommen und welche Funktionen der fotocommunity schätzt Du besonders?

Maria J.: Die fotocommunity wurde mir 2003 von dem Sohn einer Arbeitskollegin empfohlen, und sie fand sehr schnell meine Zustimmung. Nun gab es einen Ort, an dem ich einen Teil meiner Fotos zeigen konnte, ohne den Freundes- und Bekanntenkreis allzu sehr zu strapazieren.

Ein Haufen Foto-Verrückter mit teils sehr guten, teils auch weniger guten Fotos tummelte sich hier in den unterschiedlichsten Sektionen und rang um Anerkennung, oder auch nur um Spaß und Unterhaltung.

Anerkennung bekommt hier jeder – Kritik ist weniger erwünscht. Aber mit der Zeit finden sich wohl immer ein paar Leute zusammen, die Spaß an der gemeinsamen Sache haben und auch einen fachlichen Austausch möglich machen.

Ohne die großartigen Naturfotografen in der fotocommunity wäre ich wahrscheinlich nie zu den Pilzen und Flechten vorgedrungen. Die fotocommunity bietet gute Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Man kann Fotomails und Quick-Messages verschicken oder auch Anmerkungen mit Fotos verlinken. Die Kommunikation ist vielfältig.

ColorFoto: Holst Du Dir auch Anregungen in der fotocommunity? Und welchen Einfluss hat die fotocommunity auf Deine Fotografie?

Maria J.: Ja, in der fotocommunity wurde ich schon zu vielem angeregt. Ohne sie gäbe es bei mir keine Flechten und sicher nur wenige Pilze zu sehen. Auch die Digiart-Challenge hat mich schon zu so mancher Fotomontage inspiriert. Als ich anfing, die Pilze als kleine wunderbare Fotomotive zu entdecken, stieß ich auch sehr bald auf die vielen ganz hervorragenden Pilzfotografen.

Schon bald entwickelte sich in der damaligen Sektion „Pilze und Flechten“ ein reger Austausch mit ihnen. Frank Moser war einer der ersten Pilzfotografen, dessen Aufnahmen mich durch ihre beeindruckenden, oft geheimnisvollen Lichtstimmungen faszinierten. Andere folgten.

Einige hatten bereits einen eigenen Stil entwickelt und verstanden es, die Pilze großartig zu präsentieren. Das gefiel mir. Es machte Spaß, hier mit Gleichgesinnten, fachlich sehr kompetenten Pilzfotografen zu kommunizieren und viele Tipps und Tricks zur Aufnahmetechnik zu erhalten.

Diese angenehme und unterhaltsame Gemeinschaft brachte mich dazu, nun gezielter nach Pilzen Ausschau zu halten. Jetzt entdeckte auch ich im Brandenburger und Mecklenburger Land Naturparadiese, in denen seltene und seltsame Pilze wuchsen, zum Beispiel die wie aus Porzellan wirkenden Buchenschleimrüblinge oder die kuriosen Ästigen Stachelbärte. Ich fand plötzlich Pilze, die ich außerhalb der fotocommunity vorher noch nirgendwo gesehen hatte.

ColorFoto: Hast Du fotografische Vorbilder, und wenn ja welche?

Maria J.: Es gibt weltweit viele großartige und berühmte Fotografen und Fotografinnen, und einige sehr schöne Bildbände stehen auch in meinem Bücherregal. Aber Pilze und Flechten fehlen noch. Zu diesen Themen habe ich mir bisher nur Sachbücher zugelegt, aber das wird sich hoffentlich bald ändern.

Wunderschöne Fotos aus diesem Bereich der Natur finde ich natürlich seit Jahren in der fotocommunity. Großartige Fotograf/innen zeigen hier hervorragende Arbeiten. Nur einen winzigen Teil davon habe ich in meinem Favoriten-Ordner gesammelt. Es gibt also weiterhin noch viel Schönes zu entdecken!

perlpilz

Perlpilz: Ein Perlpilz (Amanita rubescens) genießt die letzten Sonnenstrahlen, bevor die Nacht ihn vollständig einhüllt. Mit Blende 5.6 aus der Hand fotografiert.
Foto: Maria J.

habichtspilz

Habichtspilz: Diesen Habichtspilz (Sarcodon imbricatus) habe ich vor einigen Jahren aus Bayern mitgebracht. Er wuchs an einem mit Moos bewachsenen Hang und hatte einen sehr interessanten Hut auf, den ich heute sicher etwas mehr von oben zeigen würde.
Foto: Maria J.

halsbandschwindlinge_2

Halsbandschwindlinge: Gefunden am Schlachtensee Berlin.
Foto: Maria J.

 

Maria J. fotografiert seit ihrer Kindheit: Zu Beginn, mit einer einfachen Pouva Start, Format 6×6 und in Schwarzweiß, fand sie ihre ersten Motive in dem schönen Park der mecklenburgischen Barockstadt Ludwigslust.
Später in Berlin wurde dieser Fotoapparat durch anspruchsvollere Kleinbildkameras ersetzt, die Motive wurden vielfältiger, und die Fotografie nahm Einfluss auf die berufliche Laufbahn der fotocommunity-Fotografin: Maria arbeitete für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, im Museum, machte Erfahrungen im Atelier und im Großfotolabor.

Ihre privaten Filme und Fotos entwickelte sie teilweise im eigenen Fotolabor. Sechs Jahre vor dem Mauerfall zog Maria von Ost- nach Westberlin. „Es gab einiges nachzuholen, und so reiste ich in die Niederlande, nach Belgien, Italien, Sizilien, Zypern, Griechenland, Frankreich, Spanien, Portugal und in die Schweiz. Auch Florida und Israel lernte ich kennen und die wunderschönen Inseln Gomera und Lanzarote“. Es entstanden viele Reisefotos.

Pilze und Flechten kamen erst sehr viel später hinzu, angeregt durch Pilzfotos in der fotocommunity im Herbst 2010.

Ausstattung

  • Kameras: Canon EOS 600 D, Canon EOS 350 D, Canon PowerShot SX10 IS Lumix, Panasonic DMC- FS10
  • Objektive: Canon EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS, Canon Macro Lens EF 2,8/100 mm, Canon EF-S 3,5-5,6/18-55 mm, Canon Zoom EF 4-5,6/ 28-90 mm
  • Stative: Manfrotto und Berlebach, Reflektor 60 cm, Taschenlampe Fenix E15, Pinsel, Drahtauslöser, Winkelsucher (Seagull), Begleitschutz (für weit entfernte und besonders dunkle Wälder)

Redaktion: Sabine Schneider

spaltblaettlinge

Spaltblättlinge: Spaltblättlinge sind recht klein und scheinen aus der Entfernung wie weiße Polsterchen an den Ästen zu kleben. Richtig interessant werden sie aber erst, wenn man den Ast umdreht und sich ihre Unterseite genauer anschaut. An den gespaltenen Lamellen sieht man deutlich, wie diese Pilze zu ihrem Namen gekommen sind.
Foto: Maria J.

dunkelviolette_dickfuesse

Dunkelviolette Dickfüße: Die Dunkelvioletten Dickfüße (Violetter Schleierling, Cortinarius violaceus) standen in Bayern an einem Berghang ziemlich weit oben. Meine Schwester leuchtete von unten links mit einer Taschenlampe unter ihre Hüte, während ich versuchte, freihand eine halbwegs vernünftige Aufnahme zu machen. Die Fliege wurde dann erst später am Monitor sichtbar.
Foto: Maria J.