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Portfolio: Profanbauten (Frank Wöllnitz)

In unserer Serie „Portfolio“ stellen wir Dir jeweils einen Fotografen aus der fotocommunity ausführlich vor. Er gibt Dir Tipps zu seinem fotografischen Spezialgebiet und zeigt verschiedene seiner Fotos. Dieser Artikel stammt aus dem ColorFoto-Magazin 09/2017. Als Premium-Mitglied in der fotocommunity (ab einer Basic-Mitgliedschaft) erhältst Du den vollständigen Zugriff auf das E-Paper der ColorFoto.


 

fotocommunity-Fotograf Frank Wöllnitz, auch bekannt als LAWOE, braucht nicht viel, um Alltägliches gekonnt in Szene zu setzen: ein iPhone, die richtige Software, ein paar passende Einstellungen und dazu gute Musik. Die Serie Profanbauten umfasst mittlerweile rund 100 Aufnahmen.

19 Umkleidekabinen
Marseillan, August 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

 

Die Vorteile seines iPhones liegen für den selbsternannten „Vielknipser“ Frank Wöllnitz auf der Hand: Er hat es stets dabei, und es passt in jede Jackentasche. Mit seinem Smartphone, einem Kopfhörer auf den Ohren, der richtigen Musik und seinem wachsamen fotografischen Blick macht sich der fotocommunity-Fotograf auf den Weg. Wenn sein fotografischer Sinn Alarm schlägt, schießt er ein Foto, und dies kann überall und nirgendwo passieren, zu 100 Prozent aber bei Tageslicht und ohne Blitz.

1 Passbilder
Frankfurt S-Bahn, Juni 14
Fotograf: Frank Wöllnitz

Vorbereitungen

Da Wöllnitz am liebsten ohne große Ausrüstung loszieht, um möglichst spontan zu bleiben, bereitet er auch seine Fototouren nicht weiter vor. Hat er dann per Zufall ein Objekt der Begierde entdeckt, genügen ihm auch vor Ort nur wenige Vorbereitungen: ein oder zwei Voreinstellungen zu Linse, Film und Qualität bei seiner Hipstamatic-App.

„Und dann immer viel laufen, da die App immer im Quadrat, mit Festbrennweite und ohne Belichtungskorrektur fotografiert“, erzählt er.

2 Guccis
Frankfurt Hauptbahnhof, Juni 14
Fotograf: Frank Wöllnitz

Bildidee

So klar die Bildaussage, das Format und der Inhalt seiner Serie „Profanbauten“ auch anmuten mögen – die Bildideen dazu standen nicht schon vorab fest, sondern entwickelten sich in Folge bereits gemachter Aufnahmen.

„Zuerst waren wenige Bilder da, die für mich den Grundstock einer Serie ausmachten. Aus denen entwickelten sich dann die zugrunde liegenden Bildideen und damit die Serie“, erzählt Wöllnitz.

Den Auftakt zu seiner Serie machte das Garagenbild, das damit in gewisser Weise stilbildend wurde. „Zwar habe ich auch vorher bereits Architektur mit dem iPhone fotografiert, bin aber erst beim Garagenbild auf die Serienidee gekommen.“

3 Kiosk
Wehrheim, Juli 14
Fotograf: Frank Wöllnitz

Bildkomposition

Die Bildkomposition gestaltet der fotocommunity-Fotograf generell aus dem Bauch heraus: „Etwas gefällt mir oder eben nicht.“ Dennoch sollen alle Bilder einen gewissen ästhetischen Bildaufbau haben, der sich dem Betrachter schnell erschließt.

„Was ich nicht gern mag, sind entweder völlig chaotische, ‚unsortierte‘ Bilder oder überkonstruierte Aufnahmen, bei denen der Betrachter zu lange überlegen muss, um das Prinzip oder die dahinter liegende Idee zu verstehen.“

4 Fernsprecher
Frankfurt Museumsufer, August 14
Fotograf: Frank Wöllnitz

Nachbearbeitung

Zwar bearbeitet Wöllnitz seine Bilder generell nach; für Fotos, die mit dem iPhone entstanden sind, gilt dies aber eher weniger, da in der Hipstamatic-App bereits eine gewisse Bearbeitung durch die getroffene Einstellung erfolgt.

Bearbeitet er dennoch nach, nutzt Wöllnitz Photofiltre, Photoscape, shiftn, snapseed, photshop elements oder HDR Projects, bei denen er die Ergebnisse direkt im Bild sieht.

„Wichtig sind mir Schnitt, Schärfe, Anmutung, Kontraste und experimentelle Effekte wie Texturen, Dramatik und immer mehr auch HDR-Effekte.“

5 Doppelgarage
Wehrheim, November 12
Fotograf: Frank Wöllnitz

 

Interview

ColorFoto: Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

LAWOE: Bereits als Jugendlicher habe ich die erste Spiegelreflexkamera von meinen Eltern bekommen. Aufgrund meiner „Fotografierwut“ und der damit verbundenen Kosten, die meine monetären Möglichkeiten bei Weitem überstiegen, ist dieses Hobby nach ein paar Jahren wieder eingeschlafen.

Danach kamen Familie und Beruf dazu. Im Jahr 2008 habe ich mir dann meine erste Digitalkamera angeschafft (eine Bridge-Kamera von Panasonic), und meine Lust aufs Fotografieren (ohne immense Kosten) war wieder geweckt. Insbesondere die iPhone-Fotografie hat mich dann in ihren Bann geschlagen.

6 Sonnenschirme
Frankfurt Zeil, November 12
Fotograf: Frank Wöllnitz

ColorFoto: Deine Lieblingsmotive sind?

LAWOE: Momentan: Menschen und menschliche Situationen, also Streets. Das liegt einfach daran, dass ich das jetzt kann, denn meine neue Fuji X-T2 bietet mir Möglichkeiten, die ich vorher nicht hatte. Ansonsten: alles.

ColorFoto: Was ist für Dich das Schwierigste am Fotografieren?

LAWOE: Das „Schwierigste“ gibt es eigentlich nicht. Ich halte es mit dem Fotografen Chris Orwig: Wenn es dir nicht gelingt, das Motiv vor dir so abzubilden, wie du es dir vorstellst, dann mach dir nix draus. Drehe dich einfach um 180 Grad, und finde da ein mindestens genauso spannendes Motiv.

Etwas Schwierigkeiten mit mir selber habe ich bei Streets … aus den bekannten Schamgründen, wobei ich immer versuche, dem Fotografierten das Bild zu zeigen und zumindest ein „ist ok“ zu erhaschen.

7 Telefonzelle
Wehrheim, Dezember 12
Fotograf: Frank Wöllnitz

ColorFoto: Was macht für Dich die Faszination an profaner Fotografie aus?

LAWOE: In der gezeigten Serie ist die Bildidee, profane Bauten in ihrer ganzen Einfachheit so zu zeigen, dass sie einen ästhetischen Wert in sich darstellen.

Dabei bediene ich mich ausschließlich der Hipstamatic-App mit einer bestimmten Einstellung, For- mat (Quadrat) und Bildaufbau (mittig ohne großartig störende Elemente), um innerhalb der Serie eine gewisse Stringenz einzuhalten. Andere Bilder oder Serien fallen bei mir nicht so profan aus.

ColorFoto: Was sollen die Aufnahmen beim Betrachter auslösen?

LAWOE: Er soll die Schönheit des Profanen an sich erkennen. Diese Schönheit des Profanen wird im Allgemeinen übersehen, da seine Ästhetik eher eine leise ist.

8 Wohnwagen
Hamburg Hafen, Dezember 12
Fotograf: Frank Wöllnitz

ColorFoto: Wie ist Dein Feedback dazu?

LAWOE: Innerhalb der fc sehr gut. Einmal war ich mit einer Auswahl der Profanbauten bei einer Ausstellung dabei (EinZweiBlicke, Bad Laasphe 2013).

Inzwischen ist das Interesse etwas abgekühlt, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich diese Serie in den letzten zwei Jahren kaum noch bedient habe.

ColorFoto: Du hast Dich im Jahr 2008 in der fotocommunity registriert. Wie bist Du zur fotocommunity gekommen, und welche Funktionen der fotocommunity schätzt Du besonders?

LAWOE: Per Zufall beim Googeln. Die Kontakte, die Möglichkeit, sich nach außen zu präsentieren und die Chance, durch pures Schauen und Kommunizieren seine eigenen Potenziale zu entdecken und zu formen.

Durch „Zuckerbrot und Peitsche“ der Buddys werden einem die Möglichkeiten und Einschränkungen sehr gut aufgezeigt.

9 Klub
Hamburg Hafen, Dezember 12
Fotograf: Frank Wöllnitz

ColorFoto: Hast Du fotografische Vorbilder, und wenn ja, welche?

LAWOE: Michael Kenna, Ragnar Axelsson, Paul Almásy, Martin Parr, Josef Hoflehner, Elliott Erwitt.

ColorFoto: Was macht für Dich Deine persönliche Handschrift aus?

LAWOE: Vielleicht eine gewisse Ordnung und Übersichtlichkeit; wenig technische Brillanz, ab und zu Humor …. ansonsten müssen Sie andere fragen (lacht).

11 Kaugummiautomat
Bad Homburg, Februar 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

ColorFoto: Was machst Du mit Deinen Bildern?

LAWOE: Ich bewege mich viel in Fotografie-Netzwerken, habe aber auch schon an Ausstellungen teilgenommen und meine Bilder in diversen Zeitschriften zeigen dürfen.

Interviews oder Vorstellungen (unter anderem bei der fotocommunity) hatte ich auch schon. Siehe auch: Homepage (About me). Und natürlich im Privatbereich.

14 Hofklo
Hessenpark, April 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

 

LAWOE, der gebürtige Berliner, Jahrgang 1965, verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und arbeitet als Spezialist an der Frankfurter Wertpapierbörse.
Seine Leidenschaft für die Fotografie wurde bereits zu Schulzeiten geweckt, ruhte dann aber aus Kosten- und Zeitgründen viele Jahre.
Im Zeitalter der digitalen Fotografie angekommen, hat Wöllnitz dann seine „alte Liebe“ zur Fotografie wiederentdeckt und ist seitdem aktiv als Hobbyfotograf unterwegs.
Im Laufe der Zeit hat er, beginnend mit einer Bridge-Kamera von Panasonic über eine Panasonic-Kompaktkamera technisch aufgerüstet und ist heute eigentlich hauptsächlich mit einer Fujifilm X-T2 unterwegs.
Alle hier gezeigten Aufnahmen sind aber mit einem iPhone 4 entstanden.

Ausstattung

  • Kameras: Fuji lm X-T2, iPhone 4 (Hipstamatic App und andere Apps)
  • Objektive: Fujinon XF 2,8-4/18-55 mm
  • Zubehör: Stativ und Graufilter

Redaktion: Sabine Schneider

15 Bahnhofsklo
Wehrheim, April 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

16 Dixiklo
Wehrheim, Mai 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

20 Kaffeewagen
Frankfurt, September 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

21 Imbissauto
Dresden, Oktober 13
Fotograf: Frank Wöllnitz

22 Kleidercontainer
Wehrheim, Februar 14
Fotograf: Frank Wöllnitz

23 Wartehäuschen
Wehrheim, November 12
Fotograf: Frank Wöllnitz

24 Umkleidekabine
Frankfurt, November 12
Fotograf: Frank Wöllnitz