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Portfolio: Momente (kerstin snekker)

In unserer Serie „Portfolio“ stellen wir Dir jeweils einen Fotografen aus der fotocommunity ausführlich vor. Er gibt Dir Tipps zu seinem fotografischen Spezialgebiet und zeigt verschiedene seiner Fotos. Dieser Artikel stammt aus dem ColorFoto-Magazin 06/2017. Als Premium-Mitglied in der fotocommunity (ab einer Basic-Mitgliedschaft) erhältst Du den vollständigen Zugriff auf das E-Paper der ColorFoto.


 

Fernab von Stress und Alltag findet kerstin snekker einen meditativen Zugang zur Landschaftsfotografie. Wenn sich ihr Blick weitet und die Gedanken zu fließen beginnen, spürt sie den Zauber des Augenblicks. Eine fotografische Sinnestour auf der Suche nach Seelenbildern mit dem fotografischen Blick und völlig frei vom Fotografieren nach Lehrbuch.
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Insel Rügen Kreideküste: Sony DSC -R1, Brennweite 24,3 mm, ISO 160, Blende 3,5, Zeit: 1/2000 s)
Fotografin: kerstin snekker

Wer Kerstin näher kennt, weiß, dass es der Ostseeraum und ganz besonders Norwegen sind, und da meist die unberührten Landstriche, wohin es die fotocommunity-Fotografin immer wieder zieht, sei es, um einfach die Natur zu genießen oder zum Fotografieren.

„An der Landschaftsfotografie reizt mich vor allem, dass ich in meinen Bildern zeigen kann, wie ich mich als Mensch in der Unendlichkeit von Raum und Zeit fühle.“ Das Gefühl „eins zu werden mit der Landschaft“ ist etwas, was Kerstin nicht mit Worten, aber umso mehr mit Bildern beschreiben kann.

Wenn sie spürt, wie ihr Blick weit wird und die Gedanken anfangen zu fließen, dann ist das für sie genau der richtige Augenblick, damit zu beginnen, Bildgeschichten ohne jeglichen Zeitdruck und mit viel Muße zu erzählen.

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Nach dem Sturm: Insel Usedom / Bansin.
Nikon D300, Brennweite 85 mm, ISO 200, Blende 2, Zeit: 1/160 s
Fotografin: kerstin snekker

Der richtige Augenblick

Was für Kerstin beim Fotografieren zählt, ist, den richtigen Augenblick zu erfassen und nicht lange in Vorbereitungen zu investieren. „Alles bereits im Vorfeld zu planen, würde mir von vornherein den mentalen Raum nehmen, mich davon ablenken, das Unverhoffte, die unvorbereitete Situation, die mein fotografisches Auge anregen und kreisen lassen, zu spüren.“

Ihre Herangehensweise beschränkt sich im Wesentlichen auf das Wetter und die daraus resultierenden Lichtsituationen. „Was ein Sich-Treiben-Lassen mit sich bringt und das zwanglose Warten auf Momente, die meine Bilder für mich einzigartig werden lassen.“ Die Magie des Augenblicks spüren, urplötzlich, wenn das Besondere sich anbahnt, dafür gilt es, sich zu sensibilisieren.

Je dramatischer sich die Lichtverhältnisse zeigen, desto besser für Kerstin. „Ein strahlend blauer und wolkenloser Himmel regt mich in der Regel kaum an, fotografisch aktiv zu werden.“

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Urgwalten der Natur: Norwegen / Lofoten / Vesteralen
Nikon D300, Brennweite 17 mm, ISO 250, Blende 5, Zeit 1/6400 s
Fotografin: kerstin snekker

Fotografische Voraussetzungen

Kerstin wartet grundsätzlich auf den Moment, in dem Wetter, Jahreszeit und Licht eine Landschaft derart gestalten, dass es sie vereinnahmt. „Bei Landschaftsaufnahmen hat man dafür meist alle Zeit der Welt, und es ist nicht so schwer, genau den richtigen Moment für ein besonderes Bild zu erahnen“, sagt sie.

Aber es braucht Geduld und das Wissen um die besten Bedingungen in der Wahl des richtigen Augenblicks. Dafür ist es wichtig, dass man sein Gerät beherrscht und nicht anfängt, Objektive zu wechseln, oder Kameraeinstellungen vornimmt und dabei gar nicht merkt, wie man die wichtigsten Augenblicke verpasst. „Einmal verpasste Momente kommen niemals wieder, sie sind für immer verloren!“

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Bergwelt der Lofoten: Nikon D300, Brennweite 38 mm, ISO 400, Blende 5, Zeit 1/2000 s-
Fotografin: kerstin snekker

Ausrüstung: Weniger ist mehr

Bei der Ausrüstung beschränkt sich Kerstin daher auf das Wesentliche. Neben ihrer Nikon D800 (seltener die D300) nimmt sie ihre beiden lichtstarken Nikkore mit, eine Festbrennweite von 85 mm und das 17-55-mm- Zoom.

„Am liebsten fotografiere ich mit der Festbrennweite. Aber am Meer, meist an Nord- und Ostsee oder auf dem Schiff, wenn Norwegens einzigartige Landschaft an meinem Auge vorbeizieht, lohnt es sich immer, das Zoom-Objektiv erst einmal aufgesetzt zu haben und dann nicht mehr an Technik zu denken, sondern sich einfach nur treiben zu lassen, alles andere kommt dann ganz von selbst.“

Ansonsten verzichtet sie auf fast alles, was in einschlägigen Fotobüchern und Beiträgen zur Fotografie, insbesondere zur Landschaftsfotografie als unersetzlich gepriesen wird: Sie benutzt weder Filter noch Fernauslöser und auch kein Stativ. „Meine D800 plus Objektiv sind zusammen recht schwer, sodass Verwacklungsgefahr kaum besteht.“

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Usedom /Achterwasser: Ich liebe das Prinzip von „Dutch Angle“ (schräge Kamera), passiert aber in der Regel bei mir intuitiv.
Nikon D300, Brennweite 85 mm, ISO 200, Blende 2,8, Zeit 1/8000 s
Fotografin: kerstin snekker

Aufnahmetechnik

Werden die Lichtverhältnisse grenzwertig, was bei ihren lichtstarken Objektiven eher selten ist, fotografiert Kerstin nicht mehr, abgesehen von den Nordlichtern, die sie ausschließlich mit Offenblende 1,4 und ISO bis zum Anschlag aus der Hand macht.

Ansonsten verzichtet sie weitgehend auf technische Unterstützung. „Mir gefällt es einfach nicht, wenn durch den Einsatz von Pol- beziehungsweise Graufilter alles weichgezeichnet wird, was sich eigentlich bewegt und lebt, wie etwa fließendes Wasser. Beliebt ist auch, dass ein blauer Himmel durch entsprechende Objektivvorsätze noch dunkelblauer, Wolken noch dramatischer oder verwischt erscheinen in der Farb- und Schwarzweiß-Landschaftsfotografie. Auch das Wegfiltern von spannenden Spiegelungen wird gerne gemacht. Solche oder ähnlich wirkende Filter kommen bei mir nicht zum Einsatz.“

All das hauche den Bildern zwar fototechnische Perfektion, aber eben auch sehr viel Sterilität ein. „Ich liebe es, alles auf meinen Bildern annähernd so zu sehen, wie es sich mir in natura gezeigt hat.”

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Insel für die Seele: Bornholm / Dänemark
Nikon D800, Brennweite 85 mm, ISO 1250, Blende 9, Zeit 1/8000 s
Fotografin: kerstin snekker

Nacharbeiten

Den wichtigsten Tipp, den Kerstin geben möchte, ist, unbedingt immer im RAW-Format zu fotografieren. Besonders früher verzichtete die Fotografin aus Gründen der Speicherersparnis schon einmal auf das RAW-Format und ärgert sich bis heute darüber.

„Jede Komprimierung wie etwa JPEG führt zu unwiderruflichen Informationsverlusten, die man hinterher auch nicht mehr mit einer Nachbearbeitung am Computer rückgängig und schon gar nicht hinzuzaubern kann.“

Die Nacharbeit am PC betreibt Kerstin eher spartanisch. Meist korrigiert sie die Belichtung, erhöht etwas die Dynamik und den Kontrast und reduziert entsprechend die Sättigung. Generell neigt sie tendenziell eher zu gedämpften Farben und Grautönen.

Dazu verzichtet sie vehement auf nachträgliches Scharfzeichnen. „Von dieser, unter fotocommunity-Fotografen recht verbreiteten Praxis, bin ich gar kein Freund, da das menschliche Auge in freier Landschaft nicht sehr weit scharf sehen kann. Manch einer vergisst das gerne, zeigt über große Distanzen viel zu viel Schärfe im Bild. Das führt sehr oft dazu, dass kaum noch Tiefe im Bild erkennbar ist, Bilder einfach zu großen kunterbunten Flächen werden, wo vom Vordergrund bis hinein in den tiefsten Hintergrund alles scharf ist.“

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Haffimpression am Abend: Polen / Frisches Haff
Nikon D800, Brennweite 85 mm, ISO 100, Blende 5,6, Zeit 1/250 s
Fotografin: kerstin snekker

Interview

ColorFoto: Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

kerstin snekker: Zum Fotografieren bin ich im Alter von zwölf Jahren gekommen, als mir mein Vater, der auch Fotograf und mein frühes Vorbild war, meine erste Spiegelreflexkamera geschenkt hat: eine Exa 1a mit zwei lichtstarken Zeiss-Objektiven (50 mm und 105 mm). Dazu kamen später eine Exakta Varex, eine Praktisix und zum Abitur eine „Pentacon six“ mit weiteren legendären Zeiss-Objektiven.

Meine Lust und Leidenschaft am Fotografieren nahmen ein jähes Ende, als es mir vor allem aus gesellschaftlichen Gründen unmöglich gemacht wurde, Fotografie zu studieren. Als zudem 1985 alle meine bis dahin entstandenen Arbeiten im Zuge meiner Übersiedlung von der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik verloren gingen, habe ich meine Leidenschaft Fotografie für viele Jahre auf Eis gelegt.

ColorFoto: Und heute?

kerstin snekker: Heute fotografiere ich gerne alles, was nicht inszeniert ist, und alles, was mich umgibt, im täglichen Umfeld oder auch auf meinen Reisen, wo es auch meist die Landschaftsfotografie ist, die ich mit Leidenschaft auslebe, da ich dann Zeit und Muße habe, die es gerade für dieses Genre braucht.

Aber auch Menschen in allen Lebenslagen fotografiere ich immer wieder gern, ob in der Freizeit oder im Beruf, wo ich als Historikerin besonders mit jungen Menschen häufig in Kontakt komme und diese dann gerne bei museumspädagogischen Projekten porträtiere.

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Plitsch platsch: Insel Rügen / Strand von Altefähr
Nikon D300, Brennweite 85 mm, ISO 200, Blende 8, Zeit 1/640 s)
Fotografin: kerstin snekker

ColorFoto: Wie kommst Du zu Deinen Bildideen?

kerstin snekker: Wenn es um Landschaftsfotografie geht, finde ich meine Motive meist auf meinen Urlaubs- oder Forschungsreisen in Regionen, in die es mich immer wieder zieht, wenn ich völlig vom beruflichen Alltag abschalten möchte, oder die mich weit über mein Betätigungsfeld als Historikerin hinaus beschäftigen.

Alles, was mich dann umgibt, inspiriert mich, lässt mich und meine Gedanken treiben, geschichtliche Bezüge herstellen, mich an Musik denken, die ich mit der jeweiligen Landschaft verbinde, egal, ob klassisch oder rockig, in leisen oder kraftvollen Akkorden, entsprechend meiner vorherrschenden Stimmung.

Man könnte auch sagen: Dann sprudeln die Ideen ganz von selbst aus mir heraus, umgeben von Landschaften, die ich liebe.

ColorFoto: Was macht für Dich die Faszination daran aus?

kerstin snekker: Egal, was ich fotografiere, das Besondere für mich bleibt immer, dass ich mit meinen Bildern Geschichten erzähle, kleine oder aber auch recht bewegende, die mich zu berühren vermögen. Ich mache meine Bilder also zuerst für mich, kann mit Fotos auf wunderbare Art und Weise alle meine erlebten Momente für immer festhalten. So betrachte ich sie entsprechend auch gerne und manchmal zeige ich sie auch anderen.

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Wenn die Zeit stehen bleibt: Polen / Frische Nehrung
Nikon D800, Brennweite 85 mm, ISO 200, Blende 5,6, Zeit 1/200 s
Fotografin: kerstin snekker

ColorFoto: Was ist in Deinen Augen die Grundvoraussetzung für gute Landschaftsfotografie?

kerstin snekker: Zuerst gilt es, den Umgang mit dem Gerät zu perfektionieren. Wenn die Grundkenntnisse der Fototechnik und -optik fehlen, dann wird es schwer, sich ausschließlich auf das Motiv konzentrieren zu können. Moderne Kameras machen es einem da heute nicht unbedingt leichter gegenüber der Zeit der Analogfotografie.

Aber wenn man sich auf die wichtigsten Einstellungen schon im Vorfeld konzentriert (Brennweite, Blende, ISO, RAW, automatischer Weißabgleich, Seitenverhältnis, Fokusfeld mit flexiblem Spot, Bildfolgemodus, Hilfslicht aus und Adobe RGB eingestellt, sind meine wichtigsten Kameraeinstellungen), dann wird es eher kein Problem sein, immer dann die Einzigartigkeit von Landschaften zu erkennen und festzuhalten, wenn genau der richtige Moment dafür gekommen ist. Dann können Seelenbilder entstehen.

ColorFoto: Gab es schon einmal eine wirklich schwierige Aufnahmesituation?

kerstin snekker: Schwierig wird es für mich eigentlich immer nur dann, wenn es abzuwägen gilt: Mache ich an bestimmten Orten Fotos oder mache ich da keine Fotos. Das trifft vor allem dann zu, wenn ich mich an geschichtsträchtigen Orten wie zum Beispiel in Auschwitz oder Stutthof aufhalte.

In der Regel mache ich Fotos, aber eben nur, wenn ich entsprechend eingestimmt bin, mental und gleichzeitig immer die geschichtlichen Bezüge im Hinterkopf habe. Ich versuche mich einzufühlen in das, was da einmal passiert ist, was bis zur letzten Konsequenz nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist.

Aber es ist unbedingte Voraussetzung, das behutsame Erspüren der sprechenden Bilder, das Sehen von Dingen mit der Kamera, die nicht mehr da sind bzw. nur noch als Spuren. Alles geschieht immer ganz ohne Zeitdruck.

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Das unbeschreibliche Gefühl von Raum, Zeit und Weite: Frische Nehrung / Blick auf die Ostsee am späten Abend
Nikon D800, Brennweite 85 mm, ISO 640, Blende 5,6, Zeit 1/80 s
Fotografin: kerstin snekker

ColorFoto: Du hast Dich im Jahr 2006 in der fotocommunity registriert. Wie bist Du zur fotocommunity gekommen und welche Funktionen der fotocommunity schätzt du besonders?

kerstin snekker: In dieser Zeit waren gute Fotoforen dieser Art noch ziemlich rar. Irgendwann bin ich auf die Suche gegangen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wann das war. Ich war im Krankenhaus mit einem komplizierten Sprunggelenksbruch und hatte Zeit und vor allem den Wunsch, meine Bilder auch anderen zu zeigen. So bin ich auf die „fotocommunity“ gestoßen.

Was ich dort besonders schätze, dass man Bilder zeigen kann, andere Fotografen entdeckt und mit ihnen über Bilder diskutieren kann. Die Art der Plattform hat mir von Anfang recht gut gefallen. Viele Fotografen habe ich kennengelernt, mit denen ich heute meine Bilder teile, immer noch in der fotocommunity, aber auch genauso oft über andere Netzwerke. Manche habe ich im Laufe der Jahre auch persönlich kennen und schätzen gelernt. Mit einigen würde ich sehr gerne einmal auf Fototour gehen, zum Beispiel mit Jutta Schär, deren einfühlsame Menschenbilder Geschichten erzählen und die ich ganz besonders mag.

ColorFoto: Welchen Einfluss hat die fotocommunity auf Deine Fotografie?

kerstin snekker: Anregungen hole ich mir vor allem im Austausch mit Fotografen, die ich ganz besonders schätze. Stellvertretend für alle möchte ich hier besonders Johannes Barthelmes nennen. Seine Street-Fotografie berührt mich zutiefst. Er ist für mich einer, den ich mit den Großen unserer Zeit sehe.

Wir leben inzwischen in einer schnelllebigen Zeit. Mit seinen Bildern wird sie ein wenig angehalten, ich halte inne, betrachte, genieße und bin froh, dass einer wie er in der fotocommunity seine Bilder zeigt. Und gerne stelle ich hin und wieder eines seiner Menschenbilder im Voting für die Galerie einer breiten Fotografenschar vor, einfach nur so, aus Freude an diesen Bildern.

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Wenn das Meer sein Schlaflied singt: Polen / Frische Nehrung
Nikon D800, Brennweite 85 mm, ISO 100, Blende 5,6, Zeit 1/250 s
Fotografin: kerstin snekker

ColorFoto: Hast Du fotografische Vorbilder und wenn ja welche?

kerstin snekker: Hier möchte ich ganz besonders Robert Capa nennen, seine Bilder machen mir immer wieder Gänsehaut. Für mich zählt er zu den ganz Großen unserer Zeit, der ein wenig Michael Christopher Brown gleicht, in der Art zu fühlen und zu sehen.

Beide sind für mich absolute Vorbilder in ihrem Tun und ihrer Art mit der Kamera zu sehen. Sie brachten/bringen uns als Fotoreporter unerschrocken mit ihren Bildern an die Brennpunkte unserer Welt unter Einsatz ihres Lebens.

Und Michael Christopher Brown ist einer, der mich letztlich davon überzeugt hat, dass die iPhone-Fotografie keine Spielerei ist, wenn man sie ernsthaft betreibt, egal, ob man als Kriegsreporter oder als Landschaftsfotograf unterwegs ist.

Die Bilder finden sich auch in einem Bildband, der im Sommer 2016 erschienen ist. Sie sind allesamt mit einem iPhone und der App Hipstamatic (lens: John s/film: Inas 1935) gemacht, auch eine meiner Lieblingskombinationen (zum Beispiel auf Bornholm) beim Fotografieren mit dem iPhone.

Und besonders möchte ich den Maler David Hockney erwähnen. Gerade durch ihn fühle ich mich darin bestätigt, dass Fotografie in der heutigen Zeit unbedingt auch immer etwas mit Innovation in der Kreativität zu tun hat, die im Übrigen keine Altersgrenzen kennt.“

ColorFoto: Was macht für Dich Deine persönliche Handschrift aus?

kerstin snekker: Meine Fotografie ist geprägt und getragen von meinen ganz persönlichen Gefühlen der jeweiligen Situation, die zu einem mentalen Höhepunkt führen. Dass er meine Emotionen reflektiert, liegt zum großen Teil am Motiv selbst, aber auch an der jeweiligen Lichtsituation, die oft das Salz in der Suppe ist.

Ich mache einzigartige und keine Bilder in der Retorte mit vielen anderen ähnlichen oder gar identischen Situationen. Meine Bilder sind oft sehr farbig (iphone + hipstamatic), in gedämpften Tönen oder ganz in Schwarzweiß, niemals aber nachgeschärft. Man muss sie nicht mögen. Wichtig ist, dass ich sie mag, und das trifft immer dann zu, wenn es mir beim Betrachten warm ums Herz wird. Ob das alles schon eine persönliche Handschrift ist, wage ich nicht zu behaupten. Hin und wieder höre ich es.

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Darß / Weststrand Dünenwächter
Sony DSC -R1, Brennweite 32,3 mm, ISO 16, Blende 5, Zeit 1/2000 s
Fotografin: kerstin snekker

ColorFoto: Wie präsentierst Du Deine Bilder?

kerstin snekker: Über verschiedene Internetplattformen, meine eigene Website oder soziale Netzwerke. Und ich präsentiere meine Bilder auch gerne in groß auf Alu-Dibond (gerahmt oder ungerahmt). Sie hängen inzwischen an verschiedenen Orten, bei Freunden, in meinem Büro und natürlich auch bei mir zu Hause.

Mit meinen Arbeiten unterstütze ich den gemeinnützigen Verein „helfen ohne grenzen münsterland e.V.“, der mit seinen Projekten den Kampf gegen die oft stigmatisierte Krankheit Depression vorantreibt.

Eigens dafür habe ich in diesem Jahr drei Kalender mit meinen Landschaftsbildern produziert (Frisches Haff/Bornholm/Norwegen). Der Verein liegt mir sehr am Herzen, weil er auch gleichzeitig meine eigene Arbeit als Historikerin unterstützt, besonders die Bildungsarbeit in Auschwitz und Stutthof.

kerstin snekker wohnhaft in Coesfeld, fotografiert seit ihrer Kindheit. Seit vielen Jahren betreibt sie vor allem auf ihren Reisen ins Baltikum und nach Skandinavien die Landschaftsfotografie. Ihre weiteren Schwerpunkte liegen in der Street-Fotografie sowie berufsbedingt in zeitgeschichtlichen Bereichen. Ihr fotografisches Equipment besteht bevorzugt aus einer Nikon D800 und zwei lichtstarken Objektiven. Immer dabei ist aber auch ihr iPhone mit der App Hipstamatic..

Ausstattung

  • Kameras: Nikon D300, heute v.a. Nikon D800, iPhone 6 (ausschließlich mit Hipstamatic)
  • Objektive: Nikon Nikkor 1,4/ 85mm, Nikkor 2,8/ 17-55mm
  • Zubehör: k.A.

Redaktion Sabine Schneider

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Das Meer ruft: Polen / Frische Nehrung
Nikon D800, Brennweite 85 mm, ISO 900, Blende 5,6, Zeit 1/80 s)
Fotografin: kerstin snekker

sturm-kommt-auf

Sturm kommt auf: Darß / Weststrand
Sony DSC -R1, Brennweite 14,3 mm, ISO 160, Blende 5, Zeit 1/2000 s
Fotografin: kerstin snekker

ansicht-von-stralsund

Ansicht von Stralsund: von Altefähr (Rügen) aus Abschiednehmort
Nikon D300, Brennweite 85 mm, ISO 200, Blende 5, Zeit 1/5000 s
Fotografin: kerstin snekker